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Rezension: Star Trek: Strange New Worlds 1×10 – “Eine Eigenschaft der Barmherzigkeit” / “A Quality of Mercy”

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Das Staffelfinale ist TOS-Nostalgie pur! Wir schauen uns an, ob das Remake von “Balance of Terror” mit dem Original mithalten kann. Achtung: SPOILER!

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“Star Trek: Strange New Worlds” © Paramount

Die Rückkehr der Romulaner

Die finale Folge der ersten Staffel hat nicht nur Überlänge, sondern sie entführt uns zugleich sieben Jahre in die Zukunft – und irgendwie auch 56 Jahre in die Vergangenheit.

Los geht’s mit der Rückkehr von Captain Batel, Kommandantin der USS Cayuga und bekanntlich Pikes aktuelle Romanze (SNW 1×01 “Fremde neue Welten”). Melanie Scrofano hat also einen weiteren Gastauftritt in der Serie und wenn es nach mir ginge, dürfte Batel auch in der nächsten Staffel gerne eine noch größere Rolle spielen.

Das Stelldichein wird dann allerdings unterbrochen, denn die Enterprise wird für eine wichtige Mission abkommandiert: Es geht zu einem der Außenposten, die an die romulanische Neutralen Zone grenzen. An dieser Stelle dürfte jeder eingefleischte Trekkie sogleich ahnen, dass es nun spannend werden dürfte: Die Romulaner sind zurück!

Begegnung mit Future-Pike

Kurz nach der Ankunft am Rande der Neutralen Zone bekommt Captain Pike (Anson Mount) die Gelegenheit, seine traurige Zukunft zu ändern. Aber Moment mal: Hieß es damals in besagter “Discovery”-Episode “Im Tal der Schatten” (DIS 2×12) nicht, dass Pikes Schicksal nach der Berührung des Kristalls in Stein gemeißelt sei?! Nun ja, so ganz scheint das wohl nicht zu stimmen…

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Captain Pike trifft auf Admiral Pike (Anson Mount), sein Ich aus einer alternativen Zukunft (Bild: “Star Trek: Strange New Worlds” 1×10 © Paramount)

Denn hier stattet ihm sein zukünftiges Ich einen unerwarteten Besuch ab, um ihn von eben diesem Vorhaben zu warnen. Schönes Nostalgie-Detail am Rande: Future-Pike trägt die weinrote Sternenflottenuniform aus den Kinofilmen II bis VI!

Um sein jüngeres Ich davon zu überzeugen, dass er seinem Schicksal auf gar keinem Fall entrinnen darf, benutzt Future-Pike einen klingonischen Zeitkristall, um Pike sieben Jahre in die Zukunft in eine alternative Zeitlinie zu schicken.

Nostalgie pur

Und so erleben wir die Geschehnisse aus der TOS-Kult-Episode “Spock unter Verdacht” (TOS 1×14 “Balance of Terror”) hier noch einmal – logischerweise mit einem visuellen Upgrade. Klar, das Remake entspricht nicht eins-zu-eins dem Original aus dem Jahr 1967. Beispielweise sind einige Personenkonstellationen anders (kein Sulu, kein Stiles), wobei man Uhura und die anderen hier aber wenigstens optisch an das Aussehen von TOS angepasst hat (Uniformen). Das muss man hier eben hinnehmen. Ich kann vom Prinzip her auch durchaus damit leben.

Das gilt auch für eine Neubesetzung der Rolle von Captain James T. Kirk (Paul Wesley). Denn es ist natürlich nachvollziehbar, dass man diese Rolle hier nicht mit dem 91-jährigen William Shatner besetzen konnte.

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James T. Kirk ist in dieser Folge also auch mit von der Partie, genauso wie in der originalen Zeitlinie auch. Allerdings nimmt er hier eine andere Rolle ein, nämlich als Captain der USS Farragut. Die Neuverfilmung erzählt die Handlung von “Spock unter Verdacht” demnach unter anderen Voraussetzungen und aus anderen Perspektiven. Und für mich kann dieses Remake auch auf ganzer Linie punkten!

Doch zurück zur Nostalgie: Logischerweise gibt es hier natürlich enorm viele TOS-Referenzen. Da sind die bereits leicht veränderten Uniformen (alle tragen goldene Rangabzeichen) im TOS-Stil. Und natürlich der Look der Romulaner, deren Schiffe und Uniformen. Ein besonderes Highlight ist aber sicherlich der kurze Gastauftritt von Scotty, dessen Stimme kurz zu hören ist und von dem man sonst auch nur eine Hand sieht. Hier hat man wohl alte Audiosamples aus TOS verwendet, was man ziemlich gut an der hörbar schlechteren Tonqualität erkennt. Es funktioniert aber trotzdem.

Zwei unterschiedliche Captains

Natürlich steht bei dieser Folge selbstredend auch die Action im Vordergrund. Und auf der visuellen Ebene hat man das auch grandios umgesetzt. Vor allem die finale Schlacht gegen die Romulaner ist einfach eine Wucht! Kurz und knackig: So geht das! Das ist wirklich kein Vergleich zu den wilden Feuergefechten in “Discovery”. Aber darum geht es hier eigentlich auch gar nicht.

Neben dem visuellen Upgrade wird hier insbesondere der Unterschied der beiden Führungspersönlichkeiten James T. Kirk und Christopher Pike verdeutlicht. Während Kirk nämlich risikofreudiger ist und auch gerne mal recht schnell draufhaut, ist Pike eher der nachdenkliche Typ, der erstmal das Gespräch sucht, bevor er die Muskeln – sprich Phaser – spielen lässt. Pike verfolgt also eher den Picard-Ansatz.

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Captain Pike (Anson Mount) trifft auf Captain James T. Kirk (Paul Wesley), seinen künftigen Nachfolger als Captain der Enterprise (Bild: “Star Trek: Strange New Worlds” 1×10 © Paramount)

Aber auch dem romulanischen Kommandanten (Matthew MacFadzean), in TOS noch von Mark Lenard gespielt, hat man einige neue Facetten hinzugefügt, darunter auch den “Nordländer”-Stirnaufsatz. Aber auch bei dieser Figur sind die Parallelen zum Original weiterhin erkennbar und die Neuerungen passen auch sehr gut.

Als Selbstfindungsfolge für Pike steht natürlich auch diese Figur im Vordergrund. Dazu zählt auch eine weitere Vertiefung von Pikes Freundschaft mit Spock (Ethan Peck). Der weiß zwar nicht, was wirklich in der alternativen Zeitlinie vorgefallen ist. Das emotionale Gespräch am Ende erklärt aber, warum Spock später in “Talos IV – Tabu, Teil 1 & 2” (TOS 1×15/16 “The Menagerie”) für seinen Captain ein Verfahren mit Todesstrafe riskieren wird.

Ein neuer Kirk

Paul Wesley bleibt bei seinem Debut in der Rolle des James T. Kirk leider doch etwas blass. Im Grunde genommen hätte sein Part in dieser Episode auch von jedem x-beliebigen anderen Captain übernommen werden können. “Meinen” Kirk habe ich in dessen Darstellung jedenfalls nicht so recht wiedererkannt. Aber immerhin: Kirk erweist sich mit seinem Bluff durchaus pfiffig und die Anspielung auf “Pokerspiele” (TOS 1×10 “The Corbomite Maneuver”) weiß zu gefallen. Ich hatte beinahe die Befürchtung, der gute Kirk würde die Folge womöglich gar nicht überleben, was er dann aber doch tat.

Ansätze sind beim “neuen” Kirk also vorhanden, daher will ich Paul Wesley und der Folge beim ersten Mal noch durchgehen lassen, dass mir das Kirk-Feeling hier noch etwas gefehlt hat. Ich hoffe allerdings auf Besserung in Staffel 2.

Gelungen ist auch das persönliche Gespräch zwischen Pike und Kirk, in dem sie sich näher kennenlernen. Und auch Spocks alternatives Schicksal, das dem von Pike in der normalen Zeitlinie gleicht, passt hier sehr gut in den Gesamtkontext.

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Captain James T. Kirk (Paul Wesley) kommandiert in einer alternativen Zeitlinie des Jahres 2266 nicht die USS Enterprise, sondern die USS Farragut. (Bild: “Star Trek: Strange New Worlds” 1×10 © Paramount)

Debattieren kann man allerdings darüber, warum der Prätor des Imperiums (natürlich auch hier wieder einmal eine Frau, gespielt von Carolyn Scott) höchstpersönlich zur Front reist. Aber gut, das ist bei dieser Folge, die in aller erster Linie Spaß machen soll, auch irgendwie nur eine Nebensache.

Mit Cliffhanger in die zweite Staffel

Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass Una (Rebecca Romijn) in den Schlussminuten der Episode verhaftet und abgeführt wird – und zwar von Captain Batel! Wenn man sich hier am Buch-Universum orientiert, dann dürfte für “Nummer Eins” am Ende doch noch alles gut werden. Denn laut den Büchern der “Legacies”-Reihe besucht Una 2269 die Enterprise unter Kirks Kommando. Wobei es aber auch einen Comic gibt, das die Brücke zur zweiten Staffel schlagen soll.

Und genau genommen hat man sie ja in “Star Trek IV” auch auf der Raumbasis gesehen, wobei man hier natürlich debattieren kann, ob Majel Barrett in dieser Szene Chapel oder Una gespielt hat. So oder so hat mich der Cliffhanger aber nicht wirklich mitgerissen. Mal sehen…

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Commander Una Chin-Riley (Rebecca Romijn) wird von Captain Batel (Melanie Scrofano) verhaftet. (Bild: “Star Trek: Strange New Worlds” 1×10 © Paramount)

Fazit

Die erste Staffel erhält hier einen starken Abschluss. Dieser lebt zwar zu einem Großteil vom Nostalgie-Bonus, aber der macht auch rundweg Spaß. Sicherlich muss man sich hier mit der neuen Optik, den neuen Schauspielern und veränderten Rollenverteilungen arrangieren, was aber auch nicht allzu schwer fällt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einer Realserie nochmal die Höchstwertung verpasse: 5 Sterne!

Aber diese Folge hat mich wirklich rundum überzeugt!

Season 1 im Überblick

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Bild: © Paramount
Grafik: TrekZone Network

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Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

Im Rückblick hat die erste Staffel stark angefangen und das Niveau fast bis zum Ende halten können. Es gab zwar einige wenige Ausrutscher, aber der große Fail blieb aus. So ist "Strange New Worlds" trotz einiger Prequel-Probleme endlich der gewünschte Befreiungsschlag für das von vielen als "Nu Trek" betitelte Franchise geworden. Auf diesem Niveau kann es gerne weitergehen!
Deutscher TitelEine Eigenschaft der Barmherzigkeit
OriginaltitelA Quality of Mercy
Staffel1
Episodennummer10
RegisseurChris Fisher
DrehbuchHenry Alonso Myers & Akiva Goldsman
US-Erstausstrahlung07.07. 2022
DE-Erstausstrahlung05.01. 2023
Sternzeit / Missionsdatum 1457.9 (2259) / 1709.2 (2266)
Dauer62
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Ich kann diese Lobeshymnen nicht nachvollziehen. Die Serie lebt NUR von Nostalgie, ihre eigene Basis ist viel zu schmal. Und der tiefere Sinn dieser Folge erschließt sich mir auch kaum. Besser als Picard, aber immer noch viel zu wenig, leider… Und wo sind nun die “Strange New Worlds”? Ich habe sie so gut wie gar nicht gesehen, dafür viel flaches Geturtel und eine Menge Ideenklau (Omelas, Alien etc.)…

Wirklich eine Top Folge!
Und noch ein witziges Detail am Rande: Der neue Kirk hat die selbe Synchronstimme wie Chris Pine!

Genau, das ist mir auch aufgefallen, einerseits “interessant und nett”, andererseits denkt doch oft an an Chris Pine’s Kirk…hmm 🙂

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