StartProdigyProdigy - Season 1Rezension: Star Trek: Prodigy 1x15 - "Maskerade"

Rezension: Star Trek: Prodigy 1×15 – “Maskerade”

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In der 15. Folge fliehen die “Wunderkinder” mit der Protostar in die Neutralen Zone. Was sie dort erwartet, klärt unser Episoden-Review. Achtung: SPOILER!

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© Paramount

Der unzuverlässige Captain Okona

Die Episode startet mit der Landung der Protostar-Crew auf Noble Isle. Sicherlich mag es Planeten in der Neutralen Zone geben, auf denen eine derartig blühende Kultur (oder besser: Schwarzmarkt-Kultur) existiert, wie sie uns hier gezeigt wird. Allerdings habe ich mich hier schon gefragt, wer diesen Planeten überhaupt besuchen darf. Zu welchem Hoheitsgebiet gehört er eigentlich? Zur Föderation ganz sicher nicht, denn die Dauntless muss außerhalb der Zone warten.

Es scheint auch nicht allzu viel Zeit vergangen zu sein zwischen den letzten beiden Folgen. Okona hat sich aber bei der Crew schon gut eingeschleimt. Leider erweist er sich nicht als der tolle Typ, den man vielleicht erwartet hätte. Denn schon beim kleinsten Anzeichen von Ärger setzt er sich ab.

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Genetiker auf Noble Isle (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×15 © Paramount+)

Klar, Okona war schon in “The Next Generation” etwas zwielichtig und vielleicht hat er in der (neuen) Kanon-Timeline ein bisschen was mitgemacht. Aber hier gilt das bereits zur letzten Folge Gesagte: Er gehört eindeutig zu den Verlieren des neuen Kanons.

Dals Herkunft

Dass sich eine Gesellschaft, die bewusst genetische Veränderungen an der eigenen DNA vornimmt, auf einer solchen Welt niederlässt, ist indes nachvollziehbar. Immerhin ist Genetic Engineering innerhalb der Föderation gesetzlich verboten. Ob man allerdings die Verbindung von Dal zu Arik Soong aus “Star Trek: Enterprise” unbedingt gebraucht hätte, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Jedenfalls erweist er sich als ein Geschöpf von Arik Soongs Schützlingen, die Dal als Augment-Hybrid aus insgesamt 26 Spezies erschaffen haben. Das Geheimnis um seine Spezies – und somit auch um seine Herkunft – ist nun also gelüftet.

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Dal erfährt, wo seine Wurzeln liegen. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×15 © Paramount+)

Der Rest des Dal-Handlungsstrangs greift dann aber leider ganz tief in die Klischee-Kiste. So ist es ziemlich offensichtlich, dass sich Dal auf die genetische Verbesserung einlässt – und damit mitten ins Fettnäpfchen tritt. Auch die “Lektion”, dass sein individueller Wert nicht von diesen Veränderungen abhängt, sondern dass ihn seine Freunde so mögen, wie er ist, ist mir doch etwas zu plump und offensichtlich.

Natürlich kann man das unter der Rubrik “Kinderserie” verbuchen, aber für mich als erwachsenen Hardcore-Fan ist das halt alles andere als innovativ und unvorhersehbar. Das hat man alles so ähnlich schon mehr als genug gesehen…

“Get it done.” – Jellico ist zurück

Ein kleines Trostpflaster sind hingegen die Romulaner, die hier in Aktion treten und die Protostar erobern. Auch das kommt wenig überraschend, schließlich sind die Romulaner für ihren fähigen Geheimdienst bekannt. Daher ist es nur allzu logisch, dass sie es auf die Protostar abgesehen haben.

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Admiral Jellico gibt Janeway einen eindeutigen Befehl. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×15 © Paramount+)

Für den mittlerweile fast schon obligatorischen Fan-Moment ist die Rückkehr von Edward Jellico zuständig. Jellico kennt man natürlich aus der “The Next Generation”-Folge “Geheime Mission auf Celtris III” (TNG 6×10/11). Jellico, damals der (wenig beliebte) Vertreter von Picard auf der Enterprise, ist mittlerweile Admiral und befiehlt Admiral Janeway hier, die Protostar zu zerstören. Und das kann man aus diversen Gründen sogar irgendwie nachvollziehen. Jellico wird auch hier (im Original) von Ronny Cox gesprochen.

Kanon-Probleme

Allerdings hat man leider auch hier wieder die anderen Serien vergessen. Der Plot funktioniert eigentlich nur, wenn man “Prodigy” als direktes Spin-off von “Voyager” und “The Next Generation” betrachtet. Laut “Picard” müsste hingegen zu diesem Zeitpunkt bereits eine großflächige Evakuierung der romulanischen Planeten angelaufen sein. Wir befinden uns hier nämlich ziemlich genau ein Jahr vor dem Anschlag auf dem Mars. Das mag zwar jetzt nicht unbedingt dem “Wir brauchen Frieden um jeden Preis”-Gerede widersprechen; aber die Supernova und deren Folgen in diesem Kontext nicht einmal zu erwähnen, passt irgendwie nicht so recht ins Gesamtbild.

Und dann kommen die Romulaner auch noch ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen an Bord der Protostar. Okay, auch hier mag man wieder argumentieren, dass es eben “nur” eine Kinderserie ist. Aber nicht einmal ein Besatzungskommando zurücklassen, sondern mit der gesamten Truppe auf die Jagd nach dem Captain zu gehen? Die sonst so gewieften Spitzohren sollten eigentlich klüger sein…

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Kung Fu-Murf in Aktion. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×15 © Paramount+)

Immerhin, die Kampfsequenz auf dem Orbitallift ist gut gemacht und kann durchaus spannende Akzente setzen (auch wenn die Romulaner kinderfreundlich natürlich alle Fallschirme haben und die Stürze überleben…). Vor allem gefällt hier auch die Kampfeinlage von Murf. Und natürlich ist auch Dals Schweineschnauze für den ein oder anderen Lacher gut.

Logiklöcher

Aber auch das kann die restlichen Schwächen der Episode nicht kaschieren. Vor allem feuert Janeway aus der Distanz (!) Photonentorpedos auf die Protostar ab, da sie ja außerhalb des Systems warten muss. Fliegen Torpedos überhaupt so weit? Ansonsten müsste sie eigentlich nahe genug sein, sodass es keine Rolle mehr spielt, ob sie nun außerhalb der Neutralen Zone ist oder nicht. Außer natürlich, die Zone verläuft mitten DURCH ein System. Das wäre aber total unplausibel.

Planet III ist auf der romulanischen Seite, Planet IV auf der der Föderation. Und wenn man sich gegenseitig besuchen will, hat man ein Proble.

Insofern muss natürlich auch die in der letzten Folge vorgenommene “Änderung der Schildmodulation” zwecks Tarnung hinterfragt werden. So schnell, wie die Protostar aufgespürt wurde, war das halt einfach für die Katz.

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Big Reveal: Spionin an Bord. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×15 © Paramount+)

Überraschung zum Schluss

Zum Ende hin darf die Folge dann aber noch mit einem netten, kleinen Schocker aufwarten. Zumindest dieser hat mich unvorbereitet getroffen. Denn die von mir zuletzt noch hochgelobte Asencia ist eine feindliche Agentin! Und auch Drednok lebt noch.

Das erklärt hier natürlich einiges und macht extrem Lust auf die nächste Folge. Zudem wird durch diesen Twist der Totalabsturz der Folge nochmal gerade so abgewendet.

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Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

Nach der letzten Folge zeigt diese hier wieder deutlich nach unten. Nicht nur werden wieder ein paar Klischees bedient, es sind auch einige Logiklöcher vorhanden, die sich auch unter dem Angesicht einer Kinderserie nicht so leicht wegwischen lassen. Lediglich das spannende Ende reißt hier nochmal das Ruder etwas herum. Trotzdem eine der schwächeren Folgen.
Deutscher TitelMaskerade
OriginaltitelMasquerade
SerieProdigy
Staffel1
Episodennummer23
RegisseurSung Shin
DrehbuchNikhil S. Jayaram
US-Erstausstrahlung17.11. 2022
DE-Erstausstrahlung09.01. 2023
Sternzeit / Missionsdatum61302.7 (20. April 2384)
Dauer24
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Ich denke Prodigy funktioniert nur, wenn man die Serie als für sich allein stehend sieht. Als Serie für Kinder die durch eine für sich allein stehende Serie Lust auf mehr haben wollen. Außerdem sollte man die Uniform und die Kommonikatoren betrachten. Diese sind 1 zu 1 aus dem Paralleluniversum. Man sollte hier keine Standart Kanonen Messlatte anwenden.

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