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StartLiteraturRezension: "Kunstwirker-Chronik: Vier Wege kreuzen"

Rezension: “Kunstwirker-Chronik: Vier Wege kreuzen”

Deutscher TitelKunstwirker-Chronik: Vier Wege kreuzen
OriginaltitelCraft Sequence - Four Roads cross
Buchautor(en)Max Gladstone
ÜbersetzerHelga Parmiter
VerlagPanini
Umfang (Seiten)523
Preis19
VerfügbarkeitRegulär erhältlich
Veröffentlichungsjahr2016
ISBN978-3833243998

Der inzwischen fünfte Band der Kunstwirker macht wieder einen Schritt nach vorne. Wir sehen ihn uns im Detail an.

Inhalt (Klappentext)

Alt Coulumb steckt in einer Krise. Die lange tot geglaubte Mondgöttin Seril ist zurückgekehrt – und die Bewohner von Alt Coulumb sind nicht besonders glücklich darüber. Proteste erschüttern die Stadt, und die Gläubiger des Feuergottes Kos versuchen eine feindliche Übernahme seiner Kirche. Tara Abernathy, die persönliche Kunstwirkerin des Ewigbrennenden, muss Kos nun gegen die kampfwütigsten Nekromanten der Welt verteidigen – und gegen ihre alte Klassenkameradin, einen aufsteigenden Stern in der Welt der Kunstwirkerei. Damit nicht genug setzen sich Cat und Raz (bestens bekannt aus „Drei Viertel Tot“) gegen Monsterpiraten zur Wehr; Skelettkönige schlürfen gefrorene Cocktails, wobei sie sich über einige Grundsätze der Anatomie deutlich hinwegsetzen; Gefängnisse, Krankenhäuser und Tempel werden das Ziel von Einbrüchen; Flammenchöre singen über Alt Coulumb; Dämonen machen ernsthafte Probleme; ein Bauernmarkt erweist sich als wichtiger für das Weltgeschehen, als es zunächst den Anschein hat; Doktoren der Theologie schlagen zurück; der Mönch-Techniker Abelard vollbringt mehrere Wunder; Die Ratten! spielen in Walshs Bar und Drachen geben fast schon hilfreiche Ratschläge.

Kritik

“Vier Wege kreuzen” ist der inzwischen fünfte Band der Kunstwirker-Chronik. Während man bei den vorherigen Bänden den Ansatz verfolgte, die Geschichte rückwärts zu entwickeln (so dass – fast – jeder Band immer vor dem letzten spielte), geht man diesmal wieder nach vorne. So ist diese Geschichte hier die direkte Fortsetzung des allerersten Bandes und stellt Tara Abernathy erneut in den Vordergrund. Die ist dann auch wieder auf dem Cover abgebildet, wobei sie eine ihrer Waffen, einen Lichtdolch, trägt. Im direkten Vergleich zum ersten Band wirkt sie hier aber ein Ticken jünger. Neben ihr ist ein Gargoyle – und anhand der Story vermutlich Schiefer, der einer der weiteren Hauptcharaktere ist. Auch diesen kennt man aus Band Eins, wobei vielen vermutlich nicht mehr alles im Gedächtnis geblieben sein dürfte, ist dieser doch schon einige Zeit her. 2021, um genau zu sein.

Rezension: "Kunstwirker-Chronik: Vier Wege kreuzen" 1

Zumindest aber die Grundzüge dürften Leser der Reihe behalten haben und nein, man muss den ersten Band nicht kennen, um mit diesem hier Spaß zu haben. Im Grunde steht bisher jeder Band für sich selbst, auch wenn einem natürlich die feinen Nuancen entgehen, sollte man erst mit diesem hier einsteigen. Verbindendes Element war in den anderen Bänden eigentlich immer Miss Kevarian. Die taucht auch hier auf, aber erneut nur in einem kurzen Cameo. Dafür dürfen sich Fans über weitere Charaktere wie Caleb (aus Band 2) freuen. Die Story an sich weicht, wie im vierten Band, auch hier wieder vom bekannten Muster ab. So gibt es diesmal auch hier keinen Gott, dessen Mord untersucht werden muss.

Stattdessen muss Tara die Wiederauferstehung von einem (respektive zweier) Gottheiten vor Gericht verteidigen. Hinzu kommt noch eine Verschwörung, welche diese Bemühungen sabotieren und Seril, besagte Göttin, am liebsten wieder um die Ecke bringen würde. Dabei ist zugute zu halten, dass das Worldbuilding und die Charaktere von Beginn an eigentlich wieder einen guten Job machen. Jeder hat hier seine Schwächen und muss sich im Laufe der Geschichte weiterentwickeln. Eigentlich aber deshalb, weil die Geschichte sich manchmal aber doch zu sehr in Nebenschauplätzen verrennt.

Zum einen sind da Cat und Raz, die in der Sache ermitteln und die Verschwörer zu Fall bringen wollen. Die Geschichte der beiden ist ja noch in Ordnung und auch gut genug mit der Hauptstory um Tara verknüpft, um leidlich interessant zu bleiben. Trotzdem hat sie ein paar Längen und nimmt immer etwas Tempo aus eben jener. Noch viel störender ist die Story um die Kinder, die sich gegen ihren gewalttätigen Vater wehren. Die wird zwar auch am Ende (und eigentlich auch schon etwas zuvor) mit der Hauptstory verknüpft, ist aber dann eher ein “Ferner liefen”. Die Einschübe um die Kinder sind nämlich eigentlich fast immer störend und reißen unnötig aus der Haupthandlung heraus – und es wäre am Ende eben auch ohne sie gegangen. Das bleibt daher durchaus ein Negativpunkt.

Auch ist von dem Zeitdruck gegen Ende nichts zu spüren. Die anstehende Gerichtsverhandlung wurde von den Bösewichtern so gesetzt, dass Tara kaum Zeit hat, trotzdem gerät sie eher in den Hintergrund und man folgt Taras Mission, ein paar Beweise zu beschaffen. Das ist zwar grundsätzlich in Ordnung und kurz vor Ende kumuliert das alles auch explosiv. Aber natürlich ist Tara dann rechtzeitig zurück, um einzugreifen, obwohl es gefühlt erst ein paar Seiten zuvor richtig losgegangen ist. Hier hätte man die Verhandlung ruhig schon vorher etwas “aufbauschen” können, das hätte die Spannung nochmal erhöht.

Für diese “Schwächen” entschädigt aber das grandiose Finale. Nicht nur, dass hier Action ohne Ende vorherrscht, es ist auch recht emotional und ein guter Klimax auch für die etwas holperigeren Passagen. So kann der sechste Band kommen.

Must Read

Gute Charaktere, eine immer noch faszinierende Welt und neue Wege, sind eigentlich eine gute Mischung für den fünften Band. Allerdings haben sich auch ein paar Schwächen wie unnötige Längen eingeschlichen. Dafür entschädigt aber das emotionale Finale, welches das Ruder dann doch nochmal herumreißt und vier Sterne beschert. Wer die Vorgänger mochte, kann auch hier bedenkenlos zugreifen.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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Gute Charaktere, eine immer noch faszinierende Welt und neue Wege, sind eigentlich eine gute Mischung für den fünften Band. Allerdings haben sich auch ein paar Schwächen wie unnötige Längen eingeschlichen. Dafür entschädigt aber das emotionale Finale, welches das Ruder dann doch nochmal herumreißt und vier Sterne beschert. Wer die Vorgänger mochte, kann auch hier bedenkenlos zugreifen.Rezension: "Kunstwirker-Chronik: Vier Wege kreuzen"
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