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StartSerienRezension: "Doctor Who 1x08 - Das Imperium des Todes"

Rezension: “Doctor Who 1×08 – Das Imperium des Todes”

Die letzte Folge der aktuellen Who-Staffel (abzüglich des noch zu erscheinenden Specials) hat es auch ins Review bei uns geschafft. Wie immer gilt: Achtung, Spoiler!

Der Hund ist los!


Nach dem Cliffhanger der letzten Folge schlägt Sutekh in die Vollen und verstreut überall seinen Sand. Nachdem also in der letzten Flux-Staffel das halbe Universum ausgelöscht wurde, wird hier nun alles Leben im All ausgelöscht (oder zumindest fast alles). Da alle zu Staub zerfallen, wird nicht umsonst bei den Fans hier eine Parallele zu “Infinity War” gezogen.

Der Auftakt gerät dramatisch, aber spätestens, wenn es Kate Stewart erwischt, wird klar, dass alles wieder rückgängig gemacht werden wird. Wer daran noch Zweifel hat, dem werden sie spätestens vergehen, wenn Rubys Mutter hopps geht. Und ja, man weiß natürlich, dass der Doktor nicht sterben wird, aber es geht ja hier auch um die Frage, wie er das alles wieder rückgängig macht.

Zunächst einmal muss er zu Ruby zurück, wobei man sich schon Fragen kann, wie das alles gehen soll. Immerhin breitet sich der Staub zum einen vom UNIT-Gebäude aus aus, zum anderen auch von Susan Triad aus. Mit anderen Worten, es dürfte schwer sein, hier unberührt reinzukommen. Aber gut, darüber kann man ja noch hinwegsehen.

Schön ist hier, dass man sich in das Zeitfenster flüchtet und mit der zweiten TARDIS, die ja in der letzten Folge hier quasi manifestiert ist, abhaut. Das ist übrigens die aus “Tales from the TARDIS”, den kurzen Einleitungsschnipseln zu alten Folgen, die In-Universe gehalten und bei Youtube verfügbar sind. Aber das nur am Rande.

Ebenso nett ist, dass man scheinbar auch den Comic (siehe letztes Review) mit erwähnt, denn der Doctor spricht davon, dass er Sutekh zweimal besiegt hat. Nur ein kleiner, aber feiner Fanservice. Und so beginnt eine große Flucht, da nur noch Ruby, Mel und der Doctor am Leben sind. Ruby übrigens deswegen, weil ihre Mutter so mysteriös ist, dass Sutekh davon irritiert ist und sie verschont. Okay, kann man machen.

Als weiteren kleinen Bezug zu einer früheren Folge begibt man sich in die Zeitlinie von “73 Yards” (Folge 4). Das ist auch ganz gut eingebaut, auch wenn man darüber besser nicht zu genau nachdenken sollte. Weil wenn alle nämlich schon 2024 ausgelöscht sind, kann es keine DNA-Datenbank 2046 geben. Auf der anderen Seite ist es eine andere Zeitlinie, also könnte die durchaus abgetrennt existieren – warum sind dann aber alle dort auch ausgelöscht? Und wenn Sutekh dank der TARDIS wirklich alle Zeiten und Zeitlinien erreicht, warum existiert die Zeit bzw. der Zeitpunkt dann überhaupt noch? Ich sage ja, nicht zuviel nachdenken, das ist an der Stelle zuviel Timey Wimey…

Die Auflösung des Ganzen


Dass Sutekh Besitz von Mel ergreift, ist in Ordnung, auch, dass der Doctor das vorhergesehen hat. So kann man den Oberbösewicht am Ende auch überlisten und mit dem kaputten Monitor auf eine falsche Fährte locken.

Das klappt so weit, wobei man hier zwei Kröten schlucken muss. Zum einen ist Rubys Mum einfach nur eine gewöhnliche Frau. Ihr “Deuten” in der letzten Folge ist einfach um Doctor damals sagen, dass sie bitte Ruby heißen möge. Das Ganze ist nun etwas zwiespältig zu sehen. Auf der einen Seite wurde Ruby extrem stark aufgebaut und Sachen, wie die Andeutungen, sie stamme von einer alten Entität ab, immerhin hat sie es schneien lassen, stehen weiterhin im Raum und erhalten auch in dieser Folge keinerlei Auflösung. Auf der anderen Seite hat man aber auch bewusst Erwartungen zerschlagen. “Ihr erwartet hier etwas Großes? Fehlanzeige, der einfache Mensch ist es, der über das Böse triumphiert.”

Kann man machen, führt aber logischerweise zu leichter Enttäuschung beim Zuschauer, wenn besagtes Mysterium über die Staffel aufgebaut wird und sich dann als Ente entpuppt. Der zweite Platzhirsch im Raum ist dann der Sieg über Sutekh. Der erfolgt klassisch damit, dass man den “Hund an die Leine legt”. (Ja, Sutekh sieht wie ein Hund aus). Auch das ist auf seine Weise witzig und wohl auch etwas abgedreht, aber das war ja auch in dieser Staffel schon öfter der Fall. Auch das muss man mögen, daher kann ich an dieser Stelle jeden verstehen, der damit nicht so recht klarkommen mag.

Zudem darf der Doctor auch hier wieder in seiner Rolle als Crydoctor brillieren und Gefühle zeigen. In dem Fall, weil er gezwungen ist, Sutekh zu töten. Im Gegensatz zu den früheren Folgen, passt es an dieser Stelle aber, immerhin tötet der Doctor nicht gerne. Auch früher, in der Erinnerungs-TARDIS, als man darüber diskutiert, wieviele Lebewesen dank ihm nun ausgelöscht sind. Das mag jetzt vielleicht nicht der tiefgehendste Charaktermoment von Doctor Who sein, aber es ist ok.

Aber zurück zu Freund Suth. Der wird halt dann ein wenig durch den Zeitvortex geschleift und abgemurkst, wobei ich mich ja immer noch frage, wie das die Leute wieder zurückbringen soll. Nur weil jemand stirbt, hebt das ja nicht seine Taten auf. Das roch hier schon ein wenig nach “Drehbuch-Abkürzung”. Und ob man von dem Zeitriss, den er erschafft, nochmal was hören wird? Auch das etwas unspektakulär inszeniert.

Der Abschied


Zum Schluss steht dann allerdings noch ein Abschied im Raum. Denn Ruby sucht ihre leibliche Mutter auf (die mit 15 einfach nur etwas Pech bzw. Angst hatte) und es kommt zur Familienvereinigung. Kann man sicher drüber diskutieren, aber ist doch ein schöner Abschluss für Ruby, die am Ende mit ihren zwei Müttern dasteht. (Okay, ihre Superkräfte stehen noch im Raum, aber was solls).

Konsequenterweise, alles andere wäre auch unpassend gewesen, folgt dann auch ihr Abschied vom Doctor. Es halten sich ja Gerüchte, dass Millie Gibson mit ihren knapp 20 Jahren sich zu Divahaft verhalten hätte, und deswegen gefeuert worden sei. Dem entgegen steht aber ein entsprechendes Dementi der Showrunner, die für die nächste Season neben Ruby noch eine andere Begleiterin angekündigt haben (Varada Sethu aus “Boom“). Was es nun werden wird, werden wir wohl dann sehen, wenn die neue Staffel in den Startlöchern steht.

An dieser Stelle muss man festhalten, dass der Abschied für Ruby passend und eine runde Sache ist. Mit einem Ende gut, alles gut hat man es aber an der Stelle nicht bewenden lassen. Denn die ominöse Nachbarin spricht noch mit dem Zuschauer und kündigt “horrende” Zeiten für den Doctor an. Auch, was es mit ihr auf sich hat, wird nicht final erklärt. Sie hat auch in dieser Folge wieder ominöse Andeutungen um sich geschmissen und scheint ein weiterer “Global— äh Universal Player” (oder “Prayer”?) zu sein. Hoffentlich werden wir darüber noch mehr erfahren, ein paar übermächtige Wesen weniger dürfen es dann in der nächsten Staffel aber schon sein, denn die wurden hier eindeutig zu inflationär gebraucht.

Fazit


Insgesamt gibt es zwar ein paar Sachen, die auf ganzer Linie enttäuschen, unterhaltsam ist die Folge aber allemal. Sie kann dem Vorgänger zwar nicht das Wasser reichen, vor allem nicht, was die Charakterszenen angeht, beendet aber die Staffel zu einem Großteil konsequent. Mit etwas weniger nachdenken kann man die Folge dann doch ganz gut genießen.

Bewertung

Womit wir auch schon beim Staffelfazit wären.

Staffelfazit


Nach einem schwachen Start mit einigen nicht sehr tollen Episoden, folgten ein paar solide, wobei es zum Ende noch mal einen Ausrutscher nach unten gab. Vor allem die Folge um Rogue, in den sich der Doctor verliebt, will nicht so ganz passen.

Rezension: "Doctor Who 1x08 - Das Imperium des Todes" 1

Darüber hinaus gibt es aber wieder einige abgedrehte Ideen, die mal mehr, mal weniger zünden. Auch weniger gut gezündet hat die Auflösung der ganzen Sache in der letzten Folge. Hier ist mit Erwartungen gespielt worden, die nicht alle erfüllt worden sind. Was positiv hervorzuheben ist, ist aber der hohe Produktionswert, der unter anderem durch Disney zugesteuert wurde. Schlecht sieht das hier nicht aus.

Ob sich das aber alles unterm Strich gerechnet hat, wird die Zeit zeigen müssen. So richtig eingeschlagen scheint diese Staffel aber nicht zu haben – insgesamt muss man sagen war sie “OKAY”, aber halt auch nicht überragend.

Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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