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Rezension: “Carbonchoral”

Deutscher Titel:
Carbonchoral
Buchautor(en):
Martin Schatke
Verlag:
Tuschel
Umfang (Seiten):
104
Preis:
10
Verfügbarkeit:
Regulär erhältlich
Veröffentlichungsjahr:
2025
ISBN:
978-3911390477

Ein Mikrogeschichten-Band von Martin Schatke, dem Autoren von Jan Tenner.

Disclaimer: Der Band wurde zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt.

Inhalt (Klappentext)

Die Zukunft liegt in Trümmern.

Dreißig dystopische Microstorys und Kurzgeschichten führen in Welten, in denen Hoffnung selten geworden ist: Eine junge Rebellin trotzt der Überwachung im Paris von morgen, auf einem fernen Planeten wächst das Grün zur Bedrohung, und ein uraltes Baumwesen spürt sein Ende nahen.

Mal melancholisch, mal mit einem Hauch Humor: Jede Story ist ein Ticket in eine Geschichte, in der das Morgen längst verloren scheint …

Kritik

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um eine Sammlung von Mikrogeschichten. D.h., dass jede Kurzgeschichte hier nur ein paar Seiten lang ist (meist ca. 3-4). Dreißig Geschichten an der Zahl sind in diesem Band enthalten.

Bei einer derartigen Kürze ist es natürlich schwer, tiefe Charakterszenen zu haben, also Protagonisten, in die sich der Leser rein empfinden bzw. seine Entwicklung mitmachen kann. Dementsprechend sind die Geschichten auch eher Momentaufnahmen aus diversen Szenarien – und das sollen sie laut Vorwort auch sein und eben nichts anderes.

Natürlich kann ich jetzt nicht auf alle 30 Geschichten in diesem Buch eingehen, das würde den Rahmen doch etwas sprengen. Wir haben hier klassische Szenarios in dystopischen Zukünften, etwa eine virtuelle Welt, oder eine Invasion von Aliens. Im Grunde eine Querbeete Mischung.

Und, zumindest das muss man ebenfalls als positiv verbuchen, bei manchen Szenen blitzen durchaus Charaktermomente auf, auch wenn sie eben nicht mehr sind als das. Hinzu kommt, dass manche Geschichten mit einer kleinen Moral enden (man merkt, dass Autor Schatke Lehrer ist). Das ist nun aber nicht unbedingt schlecht, immerhin haben dass diverse Serien in den 80ern ja auch schon gemacht.

Etwa zur Hälfte des Buches wechselt man dann von der dystopischen und meist zerstörten Erde in den Weltraum und präsentiert mit einigem Augenzwinkern durchaus lustige Geschichten wie etwa die Urlaub-machende Entropie. Aber auch das zeichnet diesen Band aus: manchmal ist es etwas abgedreht, aber da die Geschichten so kurz sind, stört das nicht und man ist bei Nichtgefallen schnell bei der nächsten. Im Grunde ist so ein Mikrostoryband also auch immer etwas, bei dem man ein wenig experimentieren kann, so auch hier.

Die Geschichten im All gefallen mir persönlich einen Ticken besser, als die auf der zerstörten Erde. Nicht, weil ich Science Fiction-Fan bin (was ich bin 😉), sondern weil man hier eben diese ausgefallenen Sachen probiert und zerstörte Erden halt schon etwas ausgelutscht sind. Interessanterweise sind einige der hier gezeigten Geschichten Fortsetzungen der vorherigen (Invasion der Shizzir). Und ja, auch das muss man positiv hervorheben: es geht nicht immer zwangsläufig um die Menschen.

Und natürlich sind solche Geschichten auch ein gutes Medium für Gesellschaftskritik, etwa, wenn ein Wahlberechtigter nach Moskau reist oder es sogar ein Frosch-Nahr-Atif gibt (Narrativ, ihr versteht?). Und etwas Selbstironie darf auch mitschwingen, wenn in einer Geschichte z.B. erwähnt wird, sie würde ein gutes Sci-Fi-Trope abgeben (ja, da erkennt man Schatkes Handschrift, wenn man Jan Tenner kennt 😉).

Ebenfalls erwähnen sollte man, dass das Buch in einem „appetitlichen“ Happen von nur 100 Seiten und einem nicht zu überbordenden Preis für das E-Book daherkommt. Da kann man eigentlich nicht meckern.

Bewertung

In gewisser Weise sind die Geschichten kleine Appetizer, die durchaus vermögen, teils Lust auf mehr zu machen. Natürlich darf man hier keinen allzu großen Tiefgang erwarten, aber das ist auch nicht der Anspruch dieses Buches. Auch das Thema mit der dystopischen Erde mag etwas ausgelutscht sein, dafür gibt es aber vor allem in der zweiten Hälfte ein paar schöne Mikrostories, bei denen mal was neues probiert wird. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt und ein Faible für was anderes hat, kann man gerne einen Blick riskieren.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Jan Tenner 37 Cover, © 2025 KIDDINX Studios GmbH, Berlin

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In gewisser Weise sind die Geschichten kleine Appetizer, die durchaus vermögen, teils Lust auf mehr zu machen. Natürlich darf man hier keinen allzu großen Tiefgang erwarten, aber das ist auch nicht der Anspruch dieses Buches. Auch das Thema mit der dystopischen Erde mag etwas ausgelutscht sein, dafür gibt es aber vor allem in der zweiten Hälfte ein paar schöne Mikrostories, bei denen mal was neues probiert wird. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt und ein Faible für was anderes hat, kann man gerne einen Blick riskieren.Rezension: "Carbonchoral"
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