Den General kennen wir eigentlich schon, nun hat er wieder einen neuen Comicband (im neuen Kanon) erhalten. Achtung, hier kommt eine Spoiler-Review.
Inhalt (Klappentext)
LAUF, JEDI, LAUF! Count Dooku entsendet General Grievous auf einen Dschungelplaneten im Wilden Raum. Dort soll der kürzlich zum Anführer der Droidenarmee ernannte Grievous für Unruhe sorgen und so die Streitkräfte der Republik anlocken, sich ihnen stellen und sie schwächen. Für den Cyborg, der die Republik und insbesondere die Jedi abgrundtief hasst, ist das eine willkommene Aufgabe, bei der er sich gleichzeitig vor Count Dooku beweisen kann.
Kritik
Den ollen General (Grievous, wie der Titel sagt) kennt man ja, spätestens seit einer gewissen, inzwischen nicht mehr zum Kanon zählenden Clone Wars-Serie. Dort war er bei seinem ersten Auftritt fast schon übermächtig und pflügte durch die Reihen der Jedi, in der anderen animierten Clone Wars-Serie wurde er dann, wie so oft üblich, weiter entmystifiziert – wobei böse Stimmen sagen könnten, weiter verkindlicht. So steht es hier übrigens auch genauso im Vorwort dieses Comics, was wieder schön zeigt, das die Paninis durchaus in der Materie sind. Aber der Comic kommt natürlich von Disney, und was lag näher, als dem General ein wenig von der ursprünglichen Bösartigkeit zurückzugeben? Das soll mit diesem Comic also erreicht werden und zumindest einen Zahn kann man an der Stelle ziehen: Eines der düstersten Comics, wie ebenfalls im Vorwort behauptet, ist es jetzt nicht… wobei das genau genommen ein wenig subjektiv sein dürfte.
Aber ein Hauptteil des Comics ist recht farbenfroh und spielt am Tage (wenn auch in regnerischer Kulisse). Nachtsequenzen gibt es zwar auch, aber sie halten sich eigentlich recht schön die Waage mit dem Rest und obwohl der Zeichenstil schon ein wenig an jene erste Clone Wars-Serie von 2003 erinnert, sprich: die Gesichter sind etwas kantiger, bleibt ein hoher Detailgrad erhalten und auch die Kämpfe zeigen hier alles. Zusätzlich schafft man es sogar, den Gesichtern der Charaktere ihre Emotionen ablesen zu können, sogar bei behelmten Klontrupplern klappt das ganz gut, was ebenso für den Band spricht.
Storytechnisch begeben wir uns mit Jedi-General Baye nach Katou wo, man ahnt es schon, Grievous sein Unwesen treibt. Baye kennt man noch nicht und als versierter Leser (oder: Kenner der Materie) weiß man schon, dass dies immer ein Anzeichen für ein nicht ganz so gutes Ende ist – das Red Shirt von Star Wars so quasi. Und wie führt man neue Charaktere am Besten ein: Genau, mit Cameo-Auftritten altbekannter Helden. So dürfen auch Obi-Wan und Anakin nicht fehlen und sich zu Beginn ein Stelldichein liefern, welches Baye nach Katou schickt. So weit so bekannt.
Zum Glück bricht der Comic aber nach diesem Start aus altbekannten Klischees aus und liefert sogar tiefgründige Szenen. So unterhält sich Baye etwa mit seinen Klonen über ihren Zweck und wie es mit ihnen weitergeht. Das mag zwar angesichts der folgenden Schlachtszenen nur wie ein unwichtiges Detail erscheinen, verleiht den Charakteren aber Tiefe. Ebenso darf Grievous darüber philosophieren (am Anfang und Ende mit Count Dooku sowieso aber auch zwischendrin) ob er nun das Monster ist, oder nicht. Die Szenen gefallen und runden den Band schön ab.
So baut sich nämlich durchaus eine emotionale Bindung zu den Klonen auf und man drückt ihnen auf der Flucht am Ende die Daumen. Hinzu kommen weitere unterstützende Szenen, etwa wenn die Klone herumschleichen und optisch sehr schön dargestellt Lärm machen, was zu einer witzigen Szene führt. Auch diese Aufheiterungen werten den Band spürbar auf und tragen dazu bei, das man mit den Klonen mitfühlt. So erwartet man zwar, das Grievous das Team der Reihe nach “wegpflückt”, es dann aber wirklich zu sehen macht durchaus Spaß. Okay, dann ist da noch die Sache mit den ferngesteuerten Bestien und einer gewissen Höhle. Mag jetzt auch nicht so neu sein, aber kann sich ebenso auch hier sehen lassen.
Fast schon erwartet man, dass auch die Klone dann alle hopps gehen und das Mysterium Grievous, wie weiland in der ersten Clone Wars-Serie, nicht so schnell aufgelöst wird. Diese schaffen es aber überraschenderweise zu entkommen, während Baye das eingangs erwähnte Red Shirt-Schicksal ereilt (allerdings Off-Screen… oder Off-Seite…). Das passt hier aber und ist fast schon etwas schade, denn so wird es in der Form keine Fortsetzung geben.





