Und nun geht es an eines meiner liebsten Brettspiele: Hero Quest. Wie immer auch hier: Spoiler-Alert.
Bereits in den 90ern bin ich mit diesem Spiel aufgewachsen und habe es rauf und runter gespielt. Ich besitze die allererste Auflage (heute sehr teuer) und kenne die Missionen auch die aller offiziellen damaligen Erweiterungen auswendig. Nun ja, Elf Quest und Barbarian Quest nicht, die kamen ja erst später bzw. die habe ich mir erst Anfang der 2000er auf Ebay geholt, als sie noch erschwinglich waren (zeitgleich übrigens mit Star Quest + Erweiterungen und das war dann auch die Zeit, als ich mich erstmals mit Warhammer auseinandersetzte, aber das ist ein anderes Thema).
2021 (auch schon wieder 5 Jahre her!) gab es ja eine neue Version von Hasbro, die ich euch im Video vorgestellt habe damals, inklusive Vergleich alt + neu und den Erweiterungen Kellars Keep und Rückkehr des Hexen-Lords. Kam eher mäßig an, aber trotzdem gibts jetzt mit dem Brettspiel-Blog einen weiteren Versuch. Und ja, es gab einen weiteren Versuch eines Kickstarters aus Spanien, der aber auch wegen Lizenzrechten (und anderen Dingen) gescheitert ist. Unlängst ist das Game als TseuQuest aber wohl erschienen, auch wenn ich nirgends etwas gesehen habe, dass man es tatsächlich kaufen könnte. Aber das führt uns jetzt zu weit vom Thema weg.
Ein großer Vorteil von Hero Quest war, dass man viele Fansachen dazu hatte, die über 30 Jahre gewachsen sind. So gibt es ein schönes Modular-Board und unzählige von Kampagnen. Im Laufe der Zeit (und Jahre) habe ich da alles, was ich finden konnte, deutsch oder Englisch, zusammengetragen und bin auf satte 1013 Quests gekommen! Fleißig Overlays gebastelt und teils Figuren aus 3D-Drucken geholt…. und dann ist die neue Version mit der alten nicht kompatibel. Alles für die Katz. Läppische 1000 Quests umsonst gebastelt.
Na gut, nicht umsonst, man kann ja immer noch mit den alten Brettern spielen aber… um das anzupassen auf die moderne Version müsst man halt alles nochmal selber drucken und erneut machen… Uff. Das war dann auch der Todesstoß für meine eigene Hero Quest Kampagne, die kurz vor der Fertigstellung war… tja.
Und ja, Hero Quest ist sehr klassisch, sehr rudimentär. Spätere Crawler machen vieles besser: Modularer Spielplan, Weiterentwicklung der Helden, weniger Würfelglück. Aber dafür ist es auch schnell einsatzbereit und ebenso schnell gespielt. Wir hatten beim Spieleabend echt noch eine Stunde Luft und uns daher entschieden, Hero Quest einzuschieben. Das wäre ja in einer Stunde erledigt (Kudos, wir brauchten fast zwei, aber egal).
Und so war es entschieden, die Rollen schnell verteilt. Da wir nur zu viert waren, beschlossen wir, den Zauberer außen vor zu lassen (erst später haben wir dann gelesen, dass man immer alle vier Helden spielen sollte). So ging es in die erste Mission.
Die Bewährung
Die Bewährung ist eine Abwandlung des Labyrinths, nur deutlich schwerer. Ich hatte mich schon gefragt, warum hier alles so voll gestopft ist, kannte ich die Mission doch noch von der alten Version. Vier Orks in den Ecken des Zentralraumes, der Boss in der Mitte und das war’s. Hier hat man die spätere amerikanische erste Quest nahezu unverändert eingeführt und jeden Monstertyp eingefügt. Eine fast schon unlösbare Aufgabe, wie sich herausstellen sollte (immerhin haben sich die Entwickler der neuen Version später entschuldigt, den Einstieg so schwer gemacht zu haben).
Nach dem Start ging es erstmal den Flur runter und in den nächsten Raum. An den Orks vorbei und rüber zur Waffenkammer. Habe ich schon erwähnt, dass ich, als Bösewicht, immer unverschämtes Würfelglück habe und den Heroen arg zusetzte. Nun ja,d ie kamen hier jedenfalls mit einigen Blessuren raus. Ach ja, da ich natürlich die Quests auswendig kenne, musste ich Zargon spielen, alles andere wäre unfair gewesen. Auch in den 90ern war ich übrigens eher selten der Held (manchmal wünschte ich es mir), aber manchmal kann man es sich halt nicht aussuchen.
Leicht lädiert stand man also auf dem Flur, es ging weiter zu den beiden Schreckenskriegern rein, die mit ihren mehrfachen Körperkraftpunkten den Helden stark zusetzten. In den ursprünglichen deutschen Fassungen hatten diese immer nur einen gehabt. Heiltränke? Noch nicht in dieser Quest und auch die Karten beim Schatzsuchen lieferten hier noch keine. Immerhin war hier aber die erste Schatztruhe! Leer, so ein Mist.
Weiter gings nach links weil “der mittlere Raum wäre ja zu offensichtlich”. Die beiden Goblins im ersten Raum waren ja noch keine Gegner. Im Raum daneben gelang es dem einen Ork und den Goblin aber, den Zwerg zu töten – autsch, ein schwerer Verlust. Um hier noch heil rauszukommen verwandte die Elfe den Zauber Flashengeist, griff den Ork mit 5 Kampfwürfeln an und beseitigte ihn. Da auch Barbar und Elfe nur noch 2 Körperkraftpunkte hatten, war eine Flucht angeraten. Also wollten die Helden zum Ausgang und liefen den Weg zurück, wobei die Neugier siegte und man noch kurz im Mittelraum vorbeischauen wollte. Und da war Boss Verag.
Dummerweise hatte man den Angriff mit 5 Kampfwürfeln verschwendet und in den Raum zu gehen war vielleicht auch nicht zielführend. Aber man konnte immerhin noch den Ork besiegen und Verag 1 Punkt Körperkraft nehmen bevor.. sowohl Elfe als auch Barbar im Ansturm von Boss und Schreckenskrieger fielen. Und damit endete die erste Hero Quest-Partie in einer krachenden Niederlage.
Gut, nicht so schlimm, ist ja nur die Trainingsversion, also better Luck next time!





