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StartStarfleet AcademyStarfleet Academy - Season 1Kurzrezension: “Star Trek: Starfleet Academy” 1×03 - "Vitus Reflux"

Kurzrezension: “Star Trek: Starfleet Academy” 1×03 – “Vitus Reflux”

Nach ein paar Wochen an der Akademie ist die Zeit des höflichen Abtastens vorbei. Nicht nur die Studierenden beginnen sich ob ihrer konkurrierenden Ambitionen aneinander zu reiben, auch die Rivalität mit der benachbarten Militärschule bricht sich Bahn.

Was meinen wir mit “spoilerfrei”?

Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen dazu, was “spoilerfrei” bedeutet. Damit ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr die Rezension vorab lesen möchtet, machen wir hier transparent, was wir darunter verstehen:

  • Wir verraten keine wichtigen und unerwarteten Wendungen der Handlung bzw. Informationen über die fiktiven Welt und ihre Figuren.
  • Was im Vorfeld durch Vorschauclips und Trailer gezeigt wird, ist kein Spoiler.
  • Was im Cold Open (vor dem Vorspann) bzw. im ersten Akt (bei Episoden ohne Cold Open) passiert, ist kein Spoiler.
  • Handwerklichen Aspekte (Schauspiel, Drehbuch, Bühnenbild, Soundtrack, Spezialeffekte) sind keine Spoiler, sofern sie nichts Wichtiges über die Handlung verraten.

Vitus Reflux

In ihrer dritten Episode zeigt Starfleet Academy, dass die Serie an die Leichtigkeit von Lower Decks und Prodigy anknüpfen kann. Die A- und B-Handlungsstränge der Folge thematisieren Rivalitäten auf unterschiedlichen Ebenen, die – zumindest im Duktus der Episode – mit Geduld und Empathie aufgelöst werden.

Zum einen geraten Lythe und Reymi aneinander, da sich beide aufgrund ihrer Herkunft verpflichtet fühlen, die Position des Calica-Team-Captains zu erlangen. Zum anderen provoziert das War College die Sternenflottenakademie mit teils derben Streichen, die nach einer Retourkutsche verlangen.

Mir in "Vitus Reflux" (Photo: John Medland/Paramount+)
Mir in “Vitus Reflux” (Photo: John Medland/Paramount+)

Alex Taub und Kiley Rossetter schrieben das Drehbuch zu Vitus Reflux und würzten es – wie bereits in den Pilotfolgen – mit bissigen und frisch wirkenden Dialogen. Das Ensemble um Holly Hunter setzt diese Pointen makellos um. Die Episode weiß von Moment zu Moment zu unterhalten.

Doch im Großen und Ganzen knirscht es: Weder eskalieren die Streiche des A-Plots noch bestechen sie durch Originalität, und auch die Entwicklung von Lythe und Reymi als „Frenemies“ überzeugt nicht. Die äußere Handlung wirkt wenig durchdacht, und das Tempo stockt. Zur Halbzeit der Folge entsteht zeitweise der Eindruck, als würden beide Konflikte in einem gemeinsamen Finale kulminieren. Stattdessen widmet sich die Episode einem C-Plot rund um Mir und Sadal.

Captain Dumbledore und Commander Snape

Was mir missfällt, ist die bereits in der zweiten Episode angelegte bipolare Gegenüberstellung von Sternenflotten- und Kriegsakademie. Unverkennbar sind hier Gryffindor- und Slytherin-Vibes zu spüren – und das wirkt auf mich allzu plump. Die Sternenflottenakademie vereint mindestens drei grundverschiedene Divisionen (auch wenn die Hemdfarbe identisch ist, ließen sich Navigation/Kommando, Technik/Sicherheit und Wissenschaft/Medizin problemlos trennen). Warum wird diese Vielfalt nicht differenzierter dargestellt, ausgearbeitet und als Quelle legitimer Konflikte genutzt?

Entgegen der proklamierten Haltung von Captain Ake erfahren die Anwärter:innen des Kriegskollegs in Vitus Reflux wenig Geduld oder Empathie seitens der Kadett:innen. Hier tappt Starfleet Academy in dieselbe Falle wie Discovery, Picard oder Strange New Worlds: Werte in Dialogen zu beschwören, ist etwas anderes, als Geschichten so zu strukturieren, dass sie tatsächlich von diesen Werten getragen werden.

Ake in "Vitus Reflux" (Photo: John Medland/Paramount+)
Ake in “Vitus Reflux” (Photo: John Medland/Paramount+)

Die Katharsis der Episode lautet schlicht: Karma is a bitch. Stattdessen hätte man sich der durchaus spannenden Frage widmen können, was es für die Soldat:innen bedeutet, nach der rasanten Abwicklung der Burn-Spätfolgen durch die Ankunft der fast 1000 Jahre alten Discovery plötzlich als „altes Eisen“ und notwendiges Übel einer überkommenen Epoche abgestempelt zu werden. Darin hätte Potenzial für Geduld, Empathie und eine großartige Geschichte gelegen.

Doch zumindest heute stand leichte Unterhaltung auf dem Programm – und französisch-klingonischer Fusionsküche.

Mit Rücksicht auf die Leser:innen, die die Episoden noch nicht gesehen haben, bitten wir in den Kommentaren zu diesem Beitrag auf Spoiler zu verzichten. Danke!

Bewertung

Eine weitgehend belanglose aber streckenweise lustige Episode mit scharfen Dialogen aber schwacher Handlung.

Bewertungsübersicht

Gesamt
Christopher Kurtz
Seit den frühen 2000ern ist Christopher Redakteur im TrekZone Network. Wenn er nicht in den unendlichen Weiten nach kritisch rationalem Humanismus Ausschau hält oder sich über die Plausibilität fiktiver Technologien und Gesellschaftsformen den Kopf zermartert, findet man ihn meistens in der Nähe von Spielen der geselligen Art, egal ob analog oder digital, ob als Mitspieler oder Gelegenheitsautor.

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Eine weitgehend belanglose aber streckenweise lustige Episode mit scharfen Dialogen aber schwacher Handlung.Kurzrezension: “Star Trek: Starfleet Academy” 1×03 - "Vitus Reflux"
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