Die photonische Studierende SAM stößt bei ihren Bemühungen, die Natur organischer Lebensformen für ihre Heimatwelt verständlich zu machen, wiederholt an ihre Grenzen. Die Teilnahme am Seminar „Konfrontation mit dem Unbekannten“ soll alle Unklarheiten beseitigen. Allerdings weigert sich die Kursleiterin, SAM so spät im laufenden Semester noch zuzulassen. SAM schlägt vor, eine Hausarbeit nachzureichen, in der sie das Geheimnis um Benjamin Siskos Verschwinden vor 800 Jahren löst.
„Series Acclimation Mil“
Nachdem bereits viele Kommiliton:innen in vorangegangenen Episoden im Rampenlicht standen, bietet diese Folge die Gelegenheit, das gleichnamige Alter Ego von Kerrice Brooks besser kennenzulernen. Die photonische Lebensform vom Planeten Kasq soll für ihr Volk herausfinden, ob und – falls ja – wie es wieder in Kontakt mit organischen Lebensformen treten kann. SAM versteht sich als Abgesandte ihres Volkes und sieht in der Sternenflottenakademie die Chance, viele unterschiedliche Spezies zu beobachten. Doch ihre Berichte stellen die Artgenoss:innen nicht zufrieden. Daher soll SAM den Kurs „Konfrontation mit dem Unbekannten“ erfolgreich absolvieren – was schnell der Aufklärung von Benjamin Siskos Schicksal gleichkommt.
Das Drehbuch zu „Series Acclimation Mil“ war offenkundig ein Herzensprojekt der Autorinnen Tawny Newsome und Kirsten Beyer. Newsome behauptet, sie habe dafür gesorgt, dass Mariner in „Hear All, Trust Nothing“ („Lower Decks“ 3×06) nachträglich eine wichtigere Rolle erhielt, da sie eine große DS9-Verehrerin sei.
In „Series Acclimation Mil“ hat sie nicht nur am Drehbuch mitgewirkt, sondern sich auch gleich eine wichtige Nebenrolle auf den Leib geschrieben.
Bei der Bewertung der Episode fällt mir die Einordnung schwer: Einerseits bekomme ich starke „These Are the Voyages“-Vibes – jene schicksalhafte letzte Folge von „Star Trek: Enterprise“, die Rikers Ringen um Wahrheit und Haltung in „Pegasus“ auf eine weit hergeholte Parallele zu Archers Crew retconnen wollte. „These Are the Voyages“ war Brannon Braga und Rick Berman ebenfalls als Herzensangelegenheit angegangen und als „Valentine for the Fans“ angepriesen worden. Doch es wurde einer der größten Fehlschläge des Franchises, weil die Einzelteile einfach nicht so zusammenpassten, wie es das pathetische Drehbuch verlangte.
„Series Acclimation Mil“ spielt erfreulicherweise in einer ganz anderen Liga als das verrissene „Enterprise“-Finale. Dennoch stellt sich das geneigte Publikum mehr als einmal die Frage, ob der Geschichte und den Figuren nicht zu viel Gewalt angetan wird, um die Parallelen zu ziehen, die Beyer und Newsome für ihre Pointe benötigen.
Fisch oder Fleisch?
Andererseits stellt sich die Frage, für wen die Episode überhaupt funktionieren kann und soll. Ja, Newsome ist es gelungen, der Mythologie von „Deep Space Nine“ nach 27 Jahren noch einmal ein umfangreiches Live-Action-Nachwort zu verleihen – und sich selbst darin einen wichtigen Platz einzuräumen. Doch für wen außer ihr als Fan lohnt sich das Ergebnis? Zyniker:innen werden darin einen Stunt erkennen, der nur knapp hinter Terry Matalas’ Eskapaden in der dritten Staffel von „Picard“ zurückbleibt.
Zur Ehrenrettung des Drehbuchs von Beyer und Newsome reicht es jedoch über puren Nostalgie-Kitsch hinaus. Die Episode hat tatsächlich etwas Relevantes zu sagen – nur bleibt ein fahler Nachgeschmack: Einerseits dürfte dem frischen Publikum, das nicht mit Berman-Trek aufgewachsen ist, Benjamin Sisko vermutlich egal sein. Altgedienten Fans dagegen wird übel aufstoßen, dass die bewegendsten Momente der Episode zum jetzigen Zeitpunkt in der noch jungen Ausstrahlungsgeschichte von „Starfleet Academy“ unverdient wirken.
Klammert man den „Deep Space Nine“-Ballast aus, ist „Series Acclimation Mil“ eine solide Folge, in der Kerrice Brooks herausragend spielt und uns die Origin-Story ihres Charakters näherbringt. Der Charakterbogen wäre in der Berman-Ära von „Star Trek“ vorhersehbar gewesen; heute darf man froh sein, dass eine „Star Trek“-Geschichte mit einer Pointe zur Selbstermächtigung und -bestimmung endet. In diesem Sinne markiert die Episode einen weiteren kleinen, aber richtigen Schritt auf dem Weg dieser noch junge „Star Trek“-Generation.



Puh echt nicht einfach diese Folge zu bewerten…
Fängt sie mit nerviger Musik und nervigen Texteinblendungen an – endet sie mit Gänsehaut Musik. Dazwischen wechseln sich interessante und nevige Aspekte ab. Ingesamt wirkt SAM nicht mehr so extrem nervig wie zu beginn der Serie befürchtet…
Zu oft das Wort “nervig” verwendet?