Ein neuer Jedi-Ritter-Band.
Inhalt (Klappentext)
Mit diesem Band beginnt die erste Reihe seit die Star Wars-Comics zurück bei Marvel sind, die sich um die Jedi-Ritter aus der Zeit der Prequel-Filme dreht und noch vor Episode I: Die dunkle Bedrohung spielt. Unter anderem dabei sind Qui-Gon Jinn, Obi-Wan Kenobi, Mace Windu und natürlich Yoda!
Kritik
Mit den Jedi-Rittern (oder englisch “Jedi Knights”) startet eine neue Reihe, die kurz vor Episode I spielt und Jedi-Ritter (wer hätte es gedacht?) in den Vordergrund stellt. Zeichnungstechnisch bewegt man sich auf sehr gutem Niveau, denn die Charaktere wirken hier sehr lebendig und vor allem kann man sowohl in den Gesichtern als auch den Kampfszenen – und davon gibt es in diesem Band großformatig einige, will heißen: viele Szenen ohne Text – immer alle Details erkennen. Und natürlich sehen auch die Charaktere ihren Vorbildern wie aus dem Gesicht geschnitten aus, so muss das sein.
Was die Story angeht, so gibt es hier eigentlich mehrere kleinere Geschichten, wobei zumindest zu Beginn noch ein roter Faden vorhanden ist, der sich durch alles zieht, und das ist in dem Fall der Attentäter von Qui-Gon. Das wird zwar am Ende auch nicht zufriedenstellend aufgelöst (man will ja noch Stoff für Band 2 haben), ist aber immerhin gar nicht mal so schlecht.
Dabei wirkt vor allem der Beginn etwas überladen, denn jeder Jedi-Ritter aus der Epoche ist zu Beginn, im Konflikt von Syrinx Prime, gleich in Szene gesetzt bzw. anwesend. Yoda, Mace, Ki-Adi, Obi-Wan, Qui-Gon, Yaddle und so weiter. Fast so, als wolle man hier ein Best-of zelebrieren (auch wenn man sicher In-Universe irgendwie erklären kann, warum so ein hoher Jedi-Einsatz gerechtfertigt ist). Und ja, die Schlacht ist ja auch durchaus nett anzusehen, wobei man sicher auch vortrefflich diskutieren kann, ob die Einmischung durch die Jedi, so, wie es hier gemacht wird, rechtens ist. Und auch zugute halten muss man, dass auch ein paar neue Jedi eingeführt werden, denen man zumindest zu Beginn etwas Raum gibt. Im weiteren Verlauf tauchen die dann zwar nicht mehr auf, auch, weil sich die Story eben auf andere Charaktere wie Dooku und Jango Fett verlagert, dennoch hat man schon Lust, von diesen Personen mehr zu erfahren.
Überhaupt scheint dieser Band auch als Gelegenheit genutzt worden zu sein, das ein oder andere auszuprobieren. So treffen Yoda und einige andere in einem Abschnitt auf seltsame gezüchtete Kreaturen, die frappierend an Aliens erinnern, hier aber eher schnell dahingemetzelt werden (immerhin: Ihr Meister ist ein neuer Gegenspieler, der durchaus öfter auftreten darf). In einem anderen Segment begegnen Obi-Wan und Qui-Gon riesigen, Dinosaurier-ähnliche Geschöpfen, die ihr Schiff fressen wollen. Ihr Name: Kaijura. (Versteht ihr: Kaiju, von Godzilla). Natürlich gehen solche Anspielungen auch noch subtiler, etwa wenn Qui-Gon erwähnt, dass er sich nicht vorstellen könne, jemals von einem dunkel gekleideten Fremden getötet zu werden, wie in Obi-Wans Vision. Je nachdem, ob man empfänglich für sowas ist (ich erinnere nur an Sacorro Jayme aus dem letzten Hohe Republik-Abenteuer-Band), wird man dem mehr, mal weniger abgewinnen können (sofern man die Anspielungen überhaupt bemerkt).
Ach ja, auch auf der Bösewichter-Seite gibt es ein Stelldichein prominenter Gesichter, wie Jango Fett, Zam Wesell, Aurra Sing und ein gewisser Bane (aber vermutlich nicht der altehrwürdige Cad). Auch diese Story, so überfrachtet die vielen Star Wars-VIPs auch manchmal wirken, vermag durch ihre Action und ihre humorigen Einlagen zu gefallen. Abgerundet wird der Band noch mit einer Story um Yaddle und Dooku, wobei Yaddle diesmal Dooku aus der Patsche helfen muss (oder auch nicht, denn das wird nicht so deutlich). In Hinblick auf ihr Ende natürlich eine gewisse Ironie (wobei ihr Ende aus der Animationsserie hier auch nochmal in Comicform gezeigt wird). Auch diese Story ist gelungen.





