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Anja Ebeling (ae)10.06.01

Zwischen "Voyager" & "Enterprise"

Rick Bermans bittersüßes Gefühl zwischen Ende und Anfang

Dan Madsen unterhielt sich für die neueste Ausgabe des amerikanischen "Star Trek Communicators" mit Trek-Produzent Rick Berman über das Ende von "Voyager", die neue Serie "Enterprise" und den nächsten "Star Trek"-Kinofilm. Folgend das komplette Interview.

Communicator: Rick, jetzt, wo Sie die Dreharbeiten zur letzten "Voyager"-Folge beendet haben, wie fühlt es sich an, die Reise nach sieben Jahren beendet zu haben?

Rick Berman: Es ist immer bittersüß. Da sind Leute, Schauspieler und auch im Team, zu denen man wirklich warmherzige Beziehungen entwickelt hat, und viele dieser Menschen wird man nie wiedersehen. Auf der anderen Seite nehmen einem diese Serien auch viel. Es ist eine ungeheure Menge Arbeit und nach sieben Jahren ist man irgendwie bereit, sie abzulegen. Das gilt besonders, wenn man danach etwas anderes aus dem Hintergrund in den Vordergrund holt, in diesem Falle "Series V". Ich glaube, hätten wir nicht die neue Serie in den Startlöchern und den neuen Film, an dem wir arbeiten, wäre es mehr bitter als süß. Ich bin sehr stolz auf die letzten zwei "Voyager"-Staffeln. Ich glaube, die letzte Folge, die wir gerade fertiggestellt haben, ist wirklich wunderbar. Aber es ist Zeit für uns, weiterzugehen.

"Star Trek"-Chef Rick Berman
Communicator: Was ist für Sie der Höhepunkt in sieben Jahren "Voyager"?

Berman: Ich denke, das Gewaltigste und Einzigartigste an dieser Serie war, dass wir eine Action/Abenteuer-Serie erschaffen haben, in der eine Frau das Kommando hat. Und Kates Fähigkeiten und ein bisschen Arbeit von uns machten den weiblichen Captain feminin und gleichzeitig zuversichtlich und stark.

Communicator: Kommen wir zu "Series V", was passiert dort momentan?

Berman: Wir planen immer noch, in drei Wochen mit den Dreharbeiten zu beginnen. Wir sind mitten in der Vorproduktion und gehen jetzt in unser drittes Produktionsmeeting. Die Rollen sind fast vollständig besetzt. Brannon und ich haben die erste einstündige Folge nach dem Pilotfilm fertiggestellt und die Story für die Folge danach geschrieben. Jetzt haben wir ein Autorenteam, bestehend aus Autoren von "Voyager" und welchen, für die "Star Trek" neu ist. Wir haben den Regisseur für den Pilotfilm ausgesucht, er arbeitet schon seit zwei Monaten daran. Momentan heißt es wirklich Volldampf voraus.

Communicator: In wie vielen Studios arbeiten Sie und wie weit sind Sie mit dem Aufbau der Sets?

Berman: Wir arbeiten in drei Studios, und in einem davon ist der Aufbau fast komplett. In den anderen beiden waren die "Voyager"-Sets, die erst abgerissen werden mussten, aber jetzt sind wir auch dort am Aufbauen.

Communicator: Ist die neue Serie in Ausmaß und Umfang ähnlich wie die anderen "Star Trek"-Serien?

Berman: Ich glaube, vom Aufwand und vom Geld her, das wir in die Aufbauten, Kostüme und Spezialeffekte stecken, ist diese Serie den anderen ebenbürtig. Auf keinen Fall weniger!

Communicator: Wollte Paramount schon immer gleich nach "Voyager" mit der neuen Serie anfangen, oder gab es Diskussionen darüber, ob man lieber warten solle, nachdem "Voyager" beendet war?

Berman: Die Diskussionen gingen über ein paar Jahre. Es gab eine Zeit, in der sie wollten, dass die neue Serie nicht später als ein oder anderthalb Jahre nach dem Ende von "Voyager" anläuft. Ich glaube, es war letztendlich eine gute Entscheidung, bis zu diesem Herbst zu warten. Wenn noch gestreikt wird, wird es später werden als der Herbst.

Communicator: Können Sie uns Schritt für Schritt erklären, wie Konzepte für solche Serien entstehen? Und wie es bei "Series V" war?

Die Crew der neuen Serie
Berman: Nun, vor ungefähr zwei Jahren kam das Studio auf mich zu und fragte nach einer weiteren Serie. Damit begann der Prozess, der mich persönlich für eine Weile beschäftigte, etwas, über das ich schon länger nachgedacht hatte. Ich wollte nicht einfach eine weitere "Star Trek"-Serie drehen. Ich wollte etwas völlig Neues und Anderes machen. Da gab es diese Idee, die mir sehr wichtig war und ich entschied, dass derjenige, mit dem ich an der Entstehung dieser Serie arbeiten wollte, Brannon Braga war. Als ich ihm die Idee vorstellte, fühlte er sich damit sehr wohl und unterstützte es sehr.

Wir begannen mit dem Brainstorming. Ungefähr acht Wochen lang saßen wir uns an einem Tisch gegenüber, für zwei oder drei Stunden am Tag und überarbeiteten die Idee, das Konzept und entwickelten quasi die Bibel für diese Serie. Dann entwickelten wir die Handlung für den zweistündigen Pilotfilm. Wir arbeiteten Monate daran, das Studio zu überzeugen. Dann begannen wir, das Drehbuch zu schreiben und uns um alles Nötige zu kümmern. Die Herausforderung an der Idee war etwas, mit dem ich mich lange beschäftigt habe. Das war für mich die Voraussetzung, diese neue Serie zu machen. Ich denke, unsere Idee war neu genug, dass man einige Jahre darin investieren kann, ohne dass man ein schales Schon-Wieder-Gefühl bekommt.

Communicator: Was passiert momentan mit dem neuen Film?

Berman: Nun, ich arbeite immer noch mit John Logan an der Überarbeitung des Drehbuchs. Die zweite Fassung des Drehbuchs ist von den Paramount-Verantwortlichen gelesen und sehr gut aufgenommen worden. Wir machen gerade noch die letzten Verschönerungen, und es geht sehr gut voran. Wir sprechen über Regisseure, Drehorte, Budgets und so weiter. Ich glaube, dass der Film diesen Sommer in die Vorproduktion geht.

Communicator: Rick, haben Sie die letzten Gerüchte und Kommentare gelesen, die es im Internet über die neuen "Star Trek"-Projekte gibt? Befürchten Sie, dass es Spione im Studio gibt, die Informationen verbreiten?

Berman: Nun, es gibt bestimmt Leute, die Material bekommen und dieses sehr gern über das Internet mitteilen möchten. Ich würde verrückt werden, wenn ich das alles ernst nehmen würde. Manchmal lache ich darüber, manchmal regen wir uns darüber auf, wenn es einen negativen Drall hat oder es Leuten hier wirklich schaden kann. Wir können nicht verhindern, dass wir so was mitbekommen, aber wir können es uns auch nicht erlauben, das alles ernst zu nehmen.

Communicator: Rick, danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns für diese Aufgabe auf dem Laufenden zu halten.

Berman: Es ist mir ein Vergnügen. Hoffentlich gibt es für die nächste Ausgabe viel mehr von der neuen Serie zu berichten.

(ae - 16.06.09 - Quelle: VoyagersDelights.com)

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