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BBS Watcher05.12.03

Eintrag 1: BBS Watcher

Pharaonen und Castor-Transporte in der TrekBBS

Was geschieht in der TrekBBS? Nichts bleibt dem BBS Watcher verborgen!

Aus der Analen der Istenz erhebe ich mich nun und beginne mein Werk. Gewartet habe ich lange - doch es scheint Zeit, mich der TrekBBS preiszugeben. Eintrag eins meines Tagebuchs: Atomare Endlagerung in Ägypten. Was sind Pyramiden wirklich?

Worauf ich hinaus will: Dieser Tage diskutiert die TZN-Community unter http://www.trekbbs.de angeregt das Thema Atomenergie und seine Nebenwirkungen. Im Wirrwarr der Forenbeiträge zeigen sich die unterschiedlichsten Ansichten, bisweilen entstehen aggressive Auseinandersetzungen. Und ich bin mittendrin, notiere alles, niemand sieht mich.

Der hauptsächliche Diskussionsfaden umspannt die Castor-Transporte und entsprechende Gegendemonstrationen. Hier nun die wichtigsten Kernaussagen und Statements der Community-Mitglieder:

"Fakt ist: Demonstranten verzögern die Transporte nur und machen sie umso gefährlicher... Sie denken, sie würden etwas Gutes tun, dabei gefährden sie den ganzen Transport und die ganze Region, denn wenn sie einmal 'zu' handgreiflich werden und etwas schief geht, ja dann gute Nacht."

"Anti-Castor-Demonstranten sind IMO Leute, denen man die Kosten der Polizeieinsätze in Rechnung stellen sollte. Denn selbst die friedlichen Demonstranten machen es erforderlich, dass ganze Hundertschaften zur Sicherung der Transporter anrücken müssen."

"Ich sehe das etwas differenzierter. Für mich gibt es da zwei Gruppen, die friedlichen Demonstranten und die Chaoten. Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern und im Normalfall auch das Recht, zu demonstrieren."

"Zu den Castor-Transporten: Es ist unser Dreck, den wir daher gefälligst auch zu lagern haben - das Verursacherprinzip gilt auch für Atommüll. [...] Die Gefahr einer Umweltkontamination während des Transports ist vernachlässigbar gering. Daher sind die Proteste nur insofern berechtigt, als sie Ausdruck einer generellen Ablehnung der Atompolitik sind."

"Ziel der Demonstranten ist es, die Atomkraft für den Staat ineffektiv zu machen. Indem der Staat 13.000 Polizisten zusammenziehen und bezahlen muss (um gerade einmal 5.000 Demonstranten zu bewachen...), wird die Atomkraft ein Stück weit ineffektiver."

"Nur zu demonstrieren, damit aufgrund der teuren Polizeieinsätze die Transporte unrentabel werden, ist lächerlich! Das hieße ja, dass ihr wollt, dass irgendwann der Staat die Transporte aufgibt, weil er den Aufwand nicht bezahlen kann, und dann erreicht der Atommüll nie ein Endlager, sondern strahlt an einem viel gefährlicheren Ort vor sich hin. Das kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein..."

"Gewalt bei Castoren hat [...] auch den Sinn, öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Vielleicht lehnen viele Leute wegen der Gewalt die Aktionen ab, aber sie werden immerhin dazu gebracht, drüber nachzudenken. Diesen Zusammenhang finde ich erschreckend: Erst wenn Steine fliegen, sind die Medien, das Kontrollorgan der Demokratie, präsent. Solange sich die Leute nur friedlich versammeln, interessiert es niemanden."

"Heiligt der Zweck also die Mittel? Rechtfertigt 'Präsenz in den Medien' Sachbeschädigung, oder noch schlimmer, Gewalt? IMO nicht."

"Das Grundgesetz - genauer Artikel 20 (Strukturprinzipien) - lässt Widerstand auch dann zu, wenn der Staat unrechtmäßig (was nicht gleichbedeutend mit ungesetzlich ist) handelt. Dabei braucht nicht nur das eigene Leben gefährdet sein, sondern auch der Schutz Dritter vor potenziellen, unrechtmäßigen Übergriffen durch staatliches Handeln ist damit abgedeckt. Dieser Artikel bezieht sich über den individuellen Aspekt der Gewalt hinaus eben auch den strukturellen, systemischen Aspekt. Ein Unrechtssystem kann nicht die Loyalität seiner Bürger erwarten."

Man darf gespannt sein, wie sich dieser Diskurs weiter entwickelt. Denn eine ganz bestimmte und interessante Bemerkung wurde noch nicht ausreichend besprochen:

"Die Endlagerung gehört zu den größten Problemen der Atomkraft. Die Halbwertszeiten von Uran beziehungsweise Plutonium sind gigantisch. Ein Endlager zu finden, heißt einen Ort zu finden, der mehrere zehntausend Jahre stabil ist. Gehen wir mal von einer Lagerungszeit von nur 15.000 Jahren aus, so ist das eine Zeit, die dreimal so lang ist wie es menschliche Hochkulturen gibt (die Hochkultur unter Hammurabi liegt etwa 5.000 Jahre zurück). Diese Zahlen zeigen, wie hirnverbrannt das Vorhaben ist, den Atommüll über einen solchen Zeitraum zu lagern.

Und mal von den geologischen und seismischen Problemen abgesehen (denn keine Region der Erde ist da hundertprozentig sicher), ist es fast unmöglich diese Lagerungsstellen für zukünftige Generationen beziehungsweise viel eher für zukünftige Kulturen zu kennzeichnen: Es gibt heute keine Form eines Hinweiszeichens, das 15.000 Jahre an einer Stelle übersteht.

Der Bekannte erzählte mir das und eine Idee, die in den 70er-Jahren, in den Hochzeiten der Anti-Atomkraftbewegung, diskutiert wurde: Am erfolgvversprechendsten schien in dieser Diskussion der Vorschlag, eine eigene Religion zur Wahrung dieses Wissens um die Lagerstätten zu stiften. Eine streng geführte Priesterkaste hätte dann die Aufgabe, alle nötigen Informationen zu erhalten und die Menschen vor den Gefahren des Mülls zu wahren.

Wie ist das eigentlich mit den ägyptischen Pyramiden? Diese Monumente überdauern bereits Jahrtausende und stehen trotz Wind und Wetters weiter stabil mitten in der Wüste. Nach der Geschichtsforschung wurden sie als Grabmähler der Pharaonen gebaut. Aber wer weiß? Wer sagt uns, dass dies nicht Hinweisschilder sind zur Warnung vor Atommülllagern in den Tiefen des Wüstengesteins? Entsprechen diese Monumente nicht genau dieser Idee, die in Zusammenhang mit atomarer Endlagerung in unserer Zeit angestrebt wird: eine mehrere 10.000 Jahre überstehende Warnung zu installieren...?"

Bemerkenswerter Gedanke. Mal schauen, ob er ausreift. Verfolgt also das Geschehen und besucht ab und wann die TrekBBS. Aber: Be careful with your answers! Ich beobachte euch!

Euer
BBS Watcher

(20.12.07)


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