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Martin Weinrich (wc)24.04.16

"Live by the Code"

Christopher L. Bennett

Inhalt

Captain Reeds Pioneer und weitere Sternenflottenschiffe versuchen den Einfluss der Ware zurückzudrängen. Dabei handelt es sich um die mysteriösen Reperaturstationen, die in der zweiten Staffel "Enterprise" aufgetaucht sind. Sie haben in der Nähe des Föderationsraums ganze Völker abhängig gemacht und fordern regelmäßig ihren teuren Tribut in Form von Gehirnen. Alle Teilnehmer der Mission sind sehr motiviert, dem Treiben der Ware endgültig ein Ende zu setzen. Doch dann zerstört ein andorianisches Schiff eine Ware-Station auf einem Planeten, dessen Bewohner nur dank der Technologie überleben können. Die Folge ist eine massive humanitäre Katastrophe, die Auswirkungen auf den ganzen Sektor hat. Kurz darauf findet sich die Kommandantin des Schiffes vor einem Gericht der sogenannten "Partnerschaft" wider, der es gelungen ist, mit den Ware friedlich zu koexistieren.

Im klingonischen Imperium tobt derweil ein Bürgerkrieg. Die "reinen" Klingongen versuchen alle genetisch veränderten Klingonen zu töten. Einige haben daher das Imperium verlassen und treiben sich nun als Piraten herum. Ein Kommandant wird dabei auf die Ware-Technologie aufmerksam. Mithilfe eines Deals mit der sich bedroht fühlenden Partnerschaft, gelangt er an sich selbst replizierende Ware-Dronen und beginnt den Bürgerkrieg aufzumischen. Dadurch wird die klingonische Führung, die gerade auf der Suche nach einem neuen Kanzler ist, auf die Aktivitäten der Föderation im Ware-Raum aufmerksam. Einflussreiche Fraktionen pochen daher darauf, der jungen Föderation das Handwerk zu legen - in einem ehrenwerten Krieg.

In einer Nebenhandlung vermählt Dr. Phlox seine Tochter mit einem Antarianer. Die Hochzeit ist ein Symbol, dass die einstigen Todfeinde in Frieden miteinander leben können. Doch ausgerechnet Phloxs eigener Sohn kann diesen Gedanken nicht ertragen und sabottiert die Veranstaltung – mit blutigen Auswirkungen.

Kritik

Während die Sternenflotte die Ware zerstören möchte, wird deren Technologie ein Teil des klingonischen Bürgerkriegs. Dadurch werden Fraktionen innerhalb des Imperiums auf die noch junge Föderation aufmerksam.
„Live by the Code“ ist eine der Erfahrungen, die zu dem Erlass der Obersten Direktive beiträgt. Dies wird relativ schnell in dem Roman klar. Mit großem Elan zerstört die Sternenflotte eine Ware-Station nach der andere und der Leser erhält rasch den Eindruck, dass dieses blinde Vorgehen überhaupt nicht in die normalen Verhaltensschemata der Föderation passt. In der Tat sorgt die Zerstörungsorgie für eine humanitäre Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Das sehen auch die Verantwortlichen rasch ein und stellen sich einer Gerichtsverhandlung innerhalb der Partnerschaft. Dies wird so rasch erzählt, dass die Schrecken der Katastrophe gar nicht richtig deutlich werden können.

In der Folge finden sich Reed und die später als Verstärkung eintreffende T’Pol einer heiklen Situation ausgesetzt. Die Partnerschaft ist eine Symbiose mit den Ware eingegangen: Sie können ohne die Maschinen nicht überleben, aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheiten könnten die Mitgliedsvölker der Partnerschaft sogar gar keine Zivilisation unterhalten. Außerdem haben sie das Problem des Tributs gelöst, sie lassen die Ware-Opfer lediglich weniger Monate in der Station. Die Erlebnisse darin sind zwar noch immer traumatisch, aber nicht mehr lebensbedrohlich. An dieser Stelle schildert Bennett die Verständnisschwierigkeiten der Sternenflottenoffiziere ausgesprochen gut. Sie können sich nicht vorstellen, dass eine Gesellschaft bereit ist, solch ein Opfer einzugehen und wittern verständlicherweise einen Trick der Ware dahinter.

Im Laufe des Romans kommt es zu einer sehr gelungenen Suche nach den Ursprüngen der Ware. Besonders Trip tut sich hier wohltuend als Ingenieur hervor. Aber auch der noch als Schurke eingeführte Vabion entpuppt sich hier als facettenreicher als erwartet. Letztlich gibt die Herkunft der Ware keiner Seite recht: Sie wurden nicht bewusst als Machtinstrument konstruiert, sondern sind im Gegenteil ein Sinnbild unglaublicher kapitalistischer Hybris. Dies ist ein geschickter Schachzug des Autors, auch wenn er auch hier aus dem entsetzlichen Ende der Ware-Erschaffer mehr hätte herausarbeiten können.

Auch die zweite Handlungsebene wirkt zunächst überzeugend. Die Klingonen sind authentisch und blutrünstig wie eh und je dargestellt. Dabei zeichnet der Roman auch den Aufstieg einer neuen Generation Klingonen nach. Haben wir in Enterprise zunächst erfahren, wie die Krieger-Kaste Stück für Stück andere Kasten verdrängt hat, so erlebt der Leser hier den Aufstieg einer Generation, die sich nur noch hinter der Rhetorik über Ehre versteckt, selbst aber wenig davon hält. Trotzdem erscheint die Eskalation in diesem Roman konstruiert. Das Imperium sucht einen neuen Kanzler und der Nachlassverwalter, ein Mitglied der ganz alten Garde, die verschiedenen Kasten noch gleiche Bedeutung zumisst, erhofft sich die Chance durch geschicktes Taktieren die Balance im Imperium wieder herzustellen. Dabei sorgt er gleichzeitig für eine Konfrontation mit der Föderation und dafür, dass sich diese nicht zu einem Krieg entwickelt. Dabei müsste auch den Klingonen klar sein, dass man für einen Krieg nicht einfach ein Randsystem überfallen kann, sondern so etwas wie einen langfristigen Schlachtplan benötigt. Das Schicksal der Romulaner müsste dafür eigentlich ein eindringliches Beispiel geben. Insofern überzeugt die Klingonenhandlung zwar mit einem spannenden Bürgerkrieg und viel Taktiererei, das praktische Verhalten der Klingonen schwankt aber zwischen einfältig (Angriff auf die Föderation) und pfiffig (Angriff auf den Ware-Sektor). Das macht die Handlung etwas durchwachsen. Immerhin bekommt Bennett am Ende die Kurve und schreibt ein spannendes und vor allem dramatisches Ende, dass sowohl die Ware- als auch die Kligonen-Handlung verbindet und auflöst – allerdings nicht gerade im Sinn der Föderation.

Dabei baut Bennett wieder einmal die Sektion 31 ein, was an dieser Stelle völlig unverständlich ist. Gerade hat er Trip galant aus ihren Fängen befreit, muss sie wieder auftreten. Es scheint, als wollte Bennett die Sektion hauptsächlich dazu nutzen, um den Kontrast zwischen den hehren Zielen der Föderation und der Realität zu verdeutlichen. Das misslingt aber, wäre es doch durchaus möglich gewesen, dass die Föderation den Konflikt mit den Ware und den Klingonen ohne die Sektion 31 löst. Bennett lässt die Charaktere auch diskutieren, dass die Sektion sich verselbstständigt hat. Nicht nur das ist der Fall, sie ist zudem für das Überleben der Föderation nicht notwendig. Indem man ständig die Sektion auftreten lässt, schreibt "Rise of the Federation" ein negatives Bild der Föderationsgründung, das so von späteren "Star Trek"-Serien eigentlich nicht gedeckt ist. Der Epilog des Romans setzt dem misslungenen Auftritt der Sektion eine Krone auf: Trip plant, die Sektion zu vernichten. 200 Jahre später ist Dr. Bashir mit demselben Gedanken nicht besonders erfolgreich. Die Idee ist also eine Totgeburt, ihr Auftritt ein reines Ärgernis.

Überzeugender sind die Charakternebenhandlungen. Das Bemühen Dr. Phloxs und seiner Familie um die Völkerverständigung ist einmal mehr schön in Szene gesetzt. Auch die Mitgliedschaft seines Sohnes in einer terroristischen Vereinigung wirkt überraschend überzeugend. Viele andere Hauptcharaktere aus Enterprise erhalten ihre kleinen Auftritte, diese sind mal mehr (Hoshi) und mal weniger (Mayweather) überzeugend und gelegentlich auch schlicht kitschig (T’Pol und Trip). Diese Mischung lockert den Roman aber immer wieder auf und wirkt in der Gesamtschau sehr gelungen.

Fazit: "Live by the Code" bringt den Aufstieg der Föderation ein großes Stück voran, indem er der Föderation vor Auge führt, welch katastrophale Folgen ihr Eingreifen haben kann. Die hier geschilderte Handlung ist ein großer erster Schritt in Richtung der Obersten Direktive; die Föderation wächst an einer Niederlage. Gleichzeitig verhindert ein misslungener Auftritt der Sektion 31 trotz gelungener Charaktere und einer spannenden Handlung einen rundum überzeugenden Eindruck des Romans. Durch diesen letzten Abschnitt wird der Roman eine Erzählung über eine unkontrollierbare und skrupellose Geheimdienstsektion und nicht mehr über die Verantwortung der Föderation bei ihren hehren Zielen. Das ist schade.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Live by the Code"

Buchreihe Enterprise-Relaunch

Autor Christopher L. Bennett

Preis 7,15

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781476779133

(wc - 24.04.16)


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