Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)17.08.15

"Der Pfeil des Schicksals"

Dayton Ward

Inhalt

Nach den Ereignissen aus Peacable Kingdoms und Takedown wird die Enterprise wieder auf eine Forschungsmission entsandt. Für Captain Picard und seine Crew geht dadurch ein Traum in Erfüllung. Seit der Borg-Invasion in Destiny war die Enterprise immerhin in erster Linie mit den (politischen) Auswirkungen dieses Dramas beschäftigt. Nun können sie sich wieder der Hauptaufgabe der Sternenflotte zuwenden: der friedlichen Erforschung des Weltraums.

Ihre Reise führt die Enterprise zum Odyssean Pass, einer bisher nur von unbemannten Sonden erkundeten Region. Kurz nach ihrer Ankunft entdeckt die Enterprise ein riesiges, unbemanntes Raumschiff. Die Stärke der Hauptwaffe reicht aus, um einen ganzen Planeten zu zerstören. Die Überraschung über den Fund solch eines mächtigen, verlassenen Schiffes ist noch nicht alles: Erste Scanns zeigen, dass das Schiff zudem aus der Zukunft stammt, aber bereits seit 100 Jahren im Raum herumtreibt.

An Bord entdeckt ein Team um Commander Worf rasch, warum das Schiff 100 Jahre führerlos im All schwebte. Die Crew hat sich vor der Zeitreise einfrieren lassen, das Computerprogramm zum Auftauen ging aber nicht an. Mittlerweile sind sechs der acht Crewmitglieder tot. Während Doktor Crusher versucht die beiden Überlebenden Wesen zu befreien, kommt die Enterprise in Kontakt mit den beiden Völkern, die das System bewohnen.

Die Raqilan und die Golvonek bekriegen sich bereits seit Jahrzehnten. Die Daten des Schiffes zeigen, dass der Krieg noch Jahrhunderte weitergehen wird. Das riesige Schiff wurde von den Raqilan entsandt, um die Golvonek ein für alle Mal auszulöschen. Nun streiten sich beide Seiten darum, wer das Schiff für sich beanspruchen darf. Unfreiwillig ist die Enterprise-Besatzung mitten in einen unlösbaren Konflikt geraten.

Kritik

1.Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf die englische Originalausgabe.

Die Enterprise entdeckt ein führungsloses Raumschiff, das Planeten zerstören kann, und wird umgehend in einen Konflikt zweier Völker hineingezogen.
Dayton Ward bietet dem Leser ein überzeugendes und faszinierendes Szenario. Zwei Völker bekriegen sich seit Jahrzehnten und – dank der Zeitreisehandlung ist man darüber informiert – werden den Krieg aller Voraussicht nach noch für viele Jahrzehnte fortsetzen. Da es nicht um Ressourcen, sondern hauptsächlich um die Animositäten zwischen den beiden Völkern geht, erscheint diese Auseinandersetzung ganz besonders sinnlos. Es ist abzusehen, dass am Ende möglicherweise eine Seite gewinnen wird, doch die Planeten beider Völker werden keinerlei Grundlage für Leben mehr bieten. Dieses deprimierende Szenario wird durch die Darstellung einiger Friedensbemühungen verstärkt. Diese bringen zwar immer mal wieder kurze Waffenstilstände, die enden aber immer dann, wenn eine Seite glaubt, die Oberhand zu haben.

In dieser Situation erscheint es überzeugend, dass eine Seite, die Raqilan, ein überaus mächtiges Schiff planen. Die Zweifel, dass eine Zivilisation, die vor kurzem gerade den Warp-Antrieb entdeckt hat, zu so einem riesigen Bau fähig ist, werden vom Autor direkt angegangen: Das Schiff ist über mehrere Jahrzehnte geplant und von einer Doomsday-Maschine inspiriert. Lediglich die Frage, wie die Raqilaner auf die Zeitreiseidee kamen, wird nur ungenügend beantwortet.

So gerät die Enterprise-Besatzung also zwischen die Fronten eines brutalen Krieges, der nur durch die Auslöschung einer Partei lösbar erscheint. Natürlich hindert dies Picard nicht daran, sich trotzdem als Vermittler bei den Friedensbemühungen anzubieten. Diese und viele andere Gesten sind Teil einer überzeugenden Charakterisierung Wards. An vielen Stellen legt er den Schwerpunkt auf Rückblicke und Reflektionen seiner Protagonisten. So denkt Picard zum Beispiel amüsiert an die Zeiten zurück, als er Kinder auf der Enterprise noch für ein Gräuel hielt. Nun besucht er seinen eigenen Sohn in einem schiffsinternen Kindergarten. Die Kontaktspezialistin Chen wiederum denkt am Beispiel einer gescheiterten Beziehung an ihre persönlichen Erlebnisse während des "Next Generation"-Relaunches zurück. Dadurch gibt sie den teilweise eher blassen und oft vernachlässigten (oder rasch getöteten) Nebenfiguren dieses Relaunches etwas Tiefe.

Auch die Protagonisten der Raqilaner und Golvoneker gelingen Ward. Auf beiden Seiten agieren Militärs und Raumschiffkommandanten, die sich zwar in gewisser Weise den Frieden wünschen, ihren Kommandostrukturen und der seit Jahrzehnten gepflegten militärischen Logik nichts entgegen zu setzen haben. Lediglich die einseitige Darstellung der Golvoneker, die angeblich ausschließlich ihre Heimat verteidigen, erscheint zunächst etwas einseitig. Im Verlauf des Romans wird jedoch deutlich, dass der lange Krieg auch dieses Volk dazu gebracht hat, ihre ethischen Maßstäbe regelmäßig zu ignorieren. Anders könnte man solch einen Krieg vermutlich auch nicht führen.

Ward gelingt es mit dieser Konstellation eine äußerst spannende Geschichte zu erzählen, die nur schwer aus der Hand zu legen ist. Im Mittelpunkt steht immer das riesige Raumschiff, das den Titel "Armageddon`s Arrow" trägt. Es könnte auf der einen Seite die Zerstörung einer Kriegspartei bedeuten oder aber eine Seite zum Einlenken bewegen. Konsequenterweise tun beide Seiten alles, um sich des Schiffes zu bemächtigen – inklusive der beiden Überlebenden Raqilaner an Bord. Insofern sind nicht nur die vielen Charakterszenen und –ereignisse ein Grund für die hohe Spannung des Romans sondern auch die immer im Raum stehende Frage wie die verfahrene Situation gelöst werden kann.

Und an dieser Stelle schwächelt Wards Geschichte enorm. Ihm gelingt zwar ein temporeiches und spannendes Finale, aber es basiert auf einer äußerst einfachen Lösung. Die Besatzung der "Armageddon’s Arrow" bestand aus Spionen, deren eigentliche Aufgabe es war, den Frieden mit Gewalt zu schaffen. Sie entscheiden sich beide Seiten anzugreifen und so zu einer Allianz zu bringen. Das ist zwar eine bestechende und überzeugende Idee (bis auf den Einfall innerhalb dieser Verräter-Zelle noch jemanden unterzubringen, der die Verräter in gewisser Weise wieder verrät). Auf der anderen Seite ist diese Wendung doch arg plötzlich, wird erst auf den letzten achtzig Seiten präsentiert und erscheint ein wenig wie eine Trickkiste. Dieser spannende und bis dahin gut konstruierte Roman hätte ein überzeugenderes Ende verdient.

Fazit: "Armageddon’s Arrow" ist ein gut erzählter und äußerst spannender "Next Generation"-Roman. Das Thema, ein sinnloser Krieg zwischen zwei Völkern, wird sehr überzeugend in eine dicht erzählte Handlung verwandelt. Während der Roman sehr gut unterhält, verhindert ein etwas ärgerlicher Handlungstrick des Autors, der eine komplexe Lösung der dramatischen Situation vermeidet, eine sehr gute Wertung.

2.Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Nach der "The Fall"-Reihe geht es nicht nur in den anderen Star Trek-Serien sondern auch bei Next Generation mit diesem Buch weiter. Dabei wird sich, ähnlich wie in der Prometheus-Trilogie, wieder auf die Forschungsmission der Sternenflotte berufen. Wer also große Action erwartet, könnte hier etwas enttäuscht sein, aber zum Glück muss ein Star Trek-Roman sowas ja nicht unbedingt haben.
Die Enterprise entdeckt ein führungsloses Raumschiff, das Planeten zerstören kann, und wird umgehend in einen Konflikt zweier Völker hineingezogen.

Dabei ist der erste Ansatz durchaus nicht schlecht: Die Enterprise findet ein gestrandetes Schiff. Was zunächst wie eine übliche Standard-Geschichte klingt, gewinnt dadurch Brisanz, dass das Pferd quasi von hinten aufgezäumt wurde. Denn das Schiff ist nicht aus der Vergangenheit, sondern der Zukunft. Sogleich wird diskutiert, wie man die Überlebenden aufwecken kann.

Auf diese durchaus interessante Ausgangslage folgt allerdings eine etwas längere Durststrecke. Denn in den folgenden knapp 150 Seiten bekommen zunächst die neuen Nebencharaktere der Enterprise ihren Raum spendiert. Viele von ihnen kennt man aus den Vorgängerromanen und nun wird die Chance genutzt, diese Figuren etwas auszubauen. Mögen sie auch nicht die Faszination der Hauptcharaktere aufweisen (auch wenn diese natürlich auch ihre Szenen haben, allen voran Geordi) so gelingt es durchaus, sie hier plastisch erscheinen zu lassen.

Allerdings schon fast etwas zu plastisch, oder anders ausgedrückt, nach 150 Seiten stellt sich dann doch eine gewisse Langeweile ein. Dies scheint auch der Autor erkannt zu haben, denn hat man diese Seitenzahl erstmal überstanden, wird die Geschichte um das fremde Schiff wieder verstärkt voran getrieben und die Handlung beginnt, flotter und interessanter zu werden. Gut, ein paar kleinere Vorhersehbarkeiten schleichen sich im weiteren Verlauf dann doch ein, wie etwa der obligatorische Verrat einer der beiden Seiten, vor allem gegen Ende entwickelt sich aber eine sehr schöne, Star Trek-typische Story.

Denn wie auch dem letzten Leser kurz vor Ende klar wird, sind die Dinge manchmal nicht ganz so, wie sie scheinen und der Wunsch nach Frieden wird hier ganz groß geschrieben. Dabei können nicht nur die beiden Sichtweisen der verfeindeten Parteien gut dargestellt werden, sondern auch Picards Dilemma bei der Vermittlung. Etwas schade ist an der Stelle wohl noch, das die Charaktere der beiden Kriegsvölker insgesamt etwas blass bleiben, auch wenn es hin und wieder kleinere Szenen mit ihnen gibt. Hier hätte man den ein oder anderen Feinschliff noch ansetzen können.

Ebenso wäre es sicher interessant gewesen, die Enthüllungen über die Zukunft zu lesen, aber dies ist möglicherweise Stoff für einen der nächsten Romane und schon Jammern auf hohem Niveau. Bleiben wir zum Abschluss dabei, das auch die Kampfszenen plausibel dargestellt werden und die unterlegenen Schiffe nicht einfach so die Enterprise kapern können. Auch das Ende bringt eine gute Botschaft im Sinne Star Treks herüber und rundet das ohnehin durchaus positive Gesamtbild des Buches weiter ab.

Fazit: Trotz eines etwas langatmigen Starts und einige Mankos in der B-Note bleibt ein durchaus guter Roman, der den Geist von Star Trek ebenso gut zu transportieren mag. Hier braucht man keine große Action, damit die Geschichte funktioniert.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Der Pfeil des Schicksals"

Originaltitel "Armageddon's Arrow"

Buchreihe TNG - The Second Decade

Autor Dayton Ward

Preis 15 Euro

Umfang 435 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-184-2

(wc, tg - 30.08.17)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017