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Martin Weinrich (wc)09.07.16

"Captain to Captain"

Greg Cox

"Captain to Captain" ist der erste Teil der "Legacies"-Trilogie zum 50. Jubiläum der Originalserie.

Inhalt

Captain Una, auch bekannt als Nummer Eins, besucht die Enterprise. Von Commander Sprock, der ihr Nachfolger in der Position des ersten Offiziers ist, erhofft sie sich Informationen über den Verbleib Captain Pikes nach den Ereignissen um Talos IV. Captain Kirk wundert sich zwar darüber, dass die Sternenflottenoffizierin dafür den weiten Weg zur Enterprise auf sich nimmt. Doch angesichts des engen Verhältnisses zwischen Pike und Una erscheint ihm der Vorgang plausibel.

Das ändert sich urplötzlich als Una einen Schlüssel aus Kirks Quartier stiehlt. Es handelt sich dabei um das seit seiner Entdeckung 18 Jahre zuvor bestbehütete Geheimnis der Enterprise, das nur dem jeweiligen Captain und seinem ersten Offizier bekannt ist. In einer Rückblende erfährt der Leser, was es mit dem Schlüssel auf sich hat, und warum Captain Una mit ihm unbedingt wieder an seine Fundstelle zurückkehren möchte.

Dieser Fundort wird jedoch mittlerweile von dem klingonischen Imperium beansprucht. Obwohl er Captain Unas Motivation teilt, muss Captain Kirk sie daher unter allen Umständen aufhalten. Denn der Schlüssel könnte in den Händen der Klingonen großen Schaden anrichten.

Kritik

Ein Schlüssel zu einer anderen Dimension wird auf der Enterprise gestohlen und löst eine Kette stürmischer Ereignisse aus.
Die obige Inhaltseinleitung geht bewusst nicht auf den Hintergrund des ominösen Schlüssels ein. Das liegt daran, dass diese Enthüllung etwa die Hälfte des Romans einnimmt und somit zu viel von der Handlung verraten würde. Denn das erste Viertel lebt davon, dass der Leser noch im Unklaren über die Hintergründe des Schlüssels ist. Bis Captain Una gewaltsam in Kirks Quartier eindringt und den Schlüssel entfernt, weiß auch der Leser nicht, was der eigentliche Zweck des Besuchs der einstigen Nummer Eins ist. Und da Kirk und Spock sich partout weigern, andere Crewmitglieder in ihr Wissen einzuweihen, bleibt dem Leser nur die Rückblende, um über die Hintergründe aufgeklärt zu werden.

Der Ausgangspunkt der Geschichte liegt 18 Jahre in der Vergangenheit und steht in enger Verbindung mit Captain Unas erster Außenmission unter Captain April. Diese führte sie auf den Planeten Usilde. Die Enterprise entdeckte, dass das dortige (primitive) Volk eine ungewöhnlich rasche Entwicklung erlebt hat. Der Verdacht äußerer Einflüsse liegt nahe. Tatsächlich entdeckt Una mit ihrem Außenteam, dass ein mysteriöses Schneckenvolk die Bewohner des Planeten versklavt hat und zum Terraforming der Umwelt zwingt. Das Schneckenvolk, die sich Jatohr nennen, stammt aus einer anderen Dimension, die für sie nicht mehr bewohnbar ist und in der sie allerdings allein im Universum waren. Dementsprechend paranoid reagiert das Jatohr Militär auf die Erkenntnis, dass sie dieses Universum mit anderen Völkern teilen müssen. Die Jatohr besitzen jedoch keine Raumfahrt, stattdessen ermöglicht ihnen das Gerät, mit dem sie sich aus ihrer Dimension in die unsrige transportiert haben, andere Wesen ebenfalls in andere Dimensionen zu transportieren. Dies ist eine fürchterliche und effektive Waffe, schließlich kann man damit jeden Feind verschwinden lassen – solange man ihn anpeilen kann.

Una muss die Stärke dieser Waffe auf bittere Art erfahren: Ihr komplettes Außenteam wird in eine andere Dimension transportiert. Nur mit Mühe und Not und durch den Eingriff Captain Aprils und der überraschenden Hilfe eines Jatohr Wissenschaftlers gelingt es ihr die Jatohr zurück in ihre Dimension zu transportieren und den Schlüssel zu der enorm mächtigen Maschine an sich zu reißen. Mit Captain April einigt sie sich darauf, dieses fürchterliche Geheimnis nicht mit der Sternenflotte zu teilen, sondern auf der Enterprise geheim zu halten. Nun, 18 Jahre nach den Ereignissen, ist Una jedoch fest entschlossen, nach Usilde zurückzukehren, um ihre Kameraden aus der fremden Dimension zu befreien.

Das ist also die Grundlage für den Auftakt zu der "Legacies"-Trilogie, die den 50. Geburtstag der Originalserie in diesem Jahr feiern soll. Der gesamte Roman ist in einem simplen aber auch unterhaltsam einprägsamen Stil geschrieben, vor allem die Rückblende ist besonders spannend erzählt. Spannung wird aber auch über das Rätsel um den Schlüssel aufgebaut und in der zweiten Hälfte des Romans durch die Aussicht, dass es den Klingonen gelingen könnte, den Schlüssel an sich zu reißen.

Die Erzählung glänzt vor allem durch die sensible Darstellung der Okkupation Usildes. An diesem Beispiel lässt sich sehr gut die Bedeutung und vor allem der Sinn der Obersten Direktive ablesen. Natürlich würde die Föderation auch ohne die Oberste Direktive nicht zu solch einem ausbeuterischen Verhalten neigen. Der Ekel und der Zorn des Außenteams stellt aber sehr schön dar, wie verwurzelt die Werte der Obersten Direktive in jedem einzelnen Sternenflottenoffizier sind. Cox gelingt es zudem sowohl das Leid der Einwohner Usildes als auch die katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt des Planeten glaubwürdig darzustellen.

Genau so gelungen ist die Darstellung der Jatohr. Natürlich könnte man solch eine fremdartige Spezies immer noch etwas faszinierender beschreiben. Schneckenwesen gab es schließlich auch in Star Trek bisher nicht sehr viele. Doch bereits die knappen Skizzen, die Cox in "Captain to Captain" liefert, wecken exotische Bilder. Die paranoide, teilweise irrationale und vor allem ausgesprochen fremde Verhaltensweise der Jatohr trägt stark dazu bei, dass dieser Abschnitt sehr überzeugend ist.

Auch die zweite Hälfte des Romans lebt von Cox simplen und doch verbindlichen Schreibstil, dem es immer wieder gelingt, spannende Situation herauszuarbeiten. So wird Una von den Einwohnern Usildes auf dramatische Art festgehalten und Kirk und Spock müssen sich auf dem Planeten heftige Gefechte mit Klingonen stellen. In dieser zweiten Hälfte wird jedoch auch deutlich, dass die Charaktere zu platt konzipiert sind. Vor allem Una scheint in den 18 Jahren zwischen den beiden Erzählsträngen nur wenig Entwicklung durchlaufen zu haben. Ihr Vorgehen auf ihrer "Rettungsmission" erinnert an ihr Vorgehen während ihrer ersten Außenmission. Hier hätte man eine deutliche Entwicklung beschreiben müssen. Immerhin beschreibt Cox Unas Probleme mit Unterdrückung und der Veränderung der Umwelt Usildes. Zudem lässt er seine Protagonistin ein großes Opfer für ihre Kameraden bringen – auch wenn diese Aktion sehr extrem und nicht wirklich passend zu Unas Charakter erscheint. Auf die Gefühle der anderen Protagonisten geht Cox gar nicht erst ein.

Außerdem klärt Cox nicht wirklich auf, warum sich Una erst jetzt um die Rettung ihrer Kameraden kümmert. Gerade bei einem vertrauensvollen Verhältnis zu Captain Pike hätte sie dies bereits viel früher angehen können. Dieser Punkt wirft einen großen Schatten über die kurzweilige Handlung. Der Roman endet zudem mit einem 0185-Cliffhanger, der "überraschenderweise" auch noch die Romulaner in das Spiel um den Dimensionsschlüssel einsteigen. Für die erste Trilogie der Classic-Serie seit vielen Jahren hätte man sich eine etwas komplexere und überzeugendere übergreifende Handlung gewünscht.

Fazit: "Captain to Captain" ist ein guter Roman, der von der Unkenntnis über die Hintergründe des Dimensionsschlüssels lebt. Vor allem die lange Rückblende ist sehr spannend dargestellt und bietet mit den Jatohr und ihrer Unterdrückung des Planeten Usilde interessante Konzepte. Im weiteren, durchaus kurzweiligen Verlauf der Handlung vernachlässigt Cox jedoch seine Charaktere und lässt vor allem die Rahmenhandlung der mit diesem Roman gestarteten "Legacies"-Trilogie konstruiert wirken. Zwar hinterlässt der Roman noch immer einen kurzweiligen Eindruck, doch bleibt dabei viel Potential ungenutzt.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Captain to Captain"

Buchreihe Classic

Autor Greg Cox

Preis 7,30

Umfang 348 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781501125294

(wc - 09.07.16)


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