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Martin Weinrich (wc), Julian Wangler (jw)30.09.11

"Children Of The Storm"

Kirsten Beyer

Inhalt

Während die Flotte der Sternenflotte sich von den Ereignissen aus "Unworthy" erholt, wartet sie auf die Schiffe Quirinal, Planck und Demeter. Diese haben sich zuvor in das Gebiet der "Children of the Storm" begeben. Dieses Volk wurde in der "Destiny"-Trilogie von der U.S.S. Aventine entdeckt. Captain Ezri Dax wurde damals auf das Volk aufmerksam, weil die Kinder des Sturmes eine große Borg-Flotte vernichtet hatten. Die Kinder des Sturmes baten damals Ezri, ihr Gebiet sofort zu verlassen und nie wieder zurückzukehren. Die Sternenflotte, von Neugierde getrieben, hofft jedoch noch immer, diplomatischen Kontakt zu dem fremden Volk aufzunehmen. Während die Hauptflotte rätselt, warum die drei Schiffe, die mit den Kindern des Sturms Kontakt aufnehmen sollten, nicht zurückkehren, erfährt der Leser in Rückblenden, wie die Kontaktaufnahme mit dem fremden Volk abgelaufen ist ...

Kritik

1. Martin Weinrich

Die Voyager sucht nach drei Schiffen, die in das Gebiet der "Children of the Storm" eingedrungen sind und sich jetzt nicht mehr melden.
Die größte Schwäche des Romans ist der Aufbau. Abwechselnd werden in der Erzählzeit die Ereignisse in der Flotte erzählt und ein paar Tage zuvor die Erlebnisse der drei Schiffe Quirinal, Planck und Demeter. So ein mit Rückblenden arbeitender Aufbau kann funktionieren, hier tut er es nicht. Denn der Leser weiß ja bereits, dass etwas nicht ordnungsgemäß abgelaufen ist, sonst würde die Hauptflotte nicht auf die drei Schiffe warten. Er kann sich aber auch denken, dass nicht alle Schiffe vernichtet werden, denn sonst hätte der Roman schnell keine Handlungsmaterie mehr. Da Beyer relativ schnell die Vernichtung eines der drei Schiffe beschreibt, kann man sich als Leser frühzeitig sicher sein, dass die anderen beiden Schiffe relativ geschützt vor der Vernichtung sind. Dadurch gelingt es der Autorin nicht wirklich, Spannung im Romanverlauf aufzubauen.

Obwohl der Roman die meiste Zeit vor sich hin plätschert, ist er nicht komplett schlecht. Das liegt daran, dass die Voyager-Familie überzeugt, es auf der U.S.S. Demeter eine interessante Crew gibt und die Konzeption der "Children of the Storm" recht interessant ist.

Tom Paris und Harry Kim hatten sich im letzten Roman der Serie zerstritten. Dank einer Therapie des neuen Counselor an Bord der Voyager, Cambridge, finden sie gleich zu Beginn des Romans wieder zueinander. Schon diese erste recht gelungene Szene zeigt, dass die "Voyager"-Stimmung in diesem Roman durchaus getroffen wird. Im Verlauf des Romans erhalten fast alle Charaktere, die sich noch an Bord der Voyager befinden, zumindest eine gelungene Szene. Es ist gut, dass der "Voyager"-Relaunch seine Charaktere nicht vergisst. Besonders erwähnenswert sind dabei B'Elannas Probleme, Arbeit und Kind zu vereinen. Das ist nicht nur ein größerer Stress, als sie gedacht hat, sie trifft zudem auch noch auf Personen, die sie dafür abwerten, dass sie mit einem Kleinkind arbeitet. Wie dieses auch heute bekannte Problem in der Sternenflotte gelöst wird, ist interessant zu verfolgen. Neben B'Elanna müssen aber zum Beispiel auch noch Admiral Eden und Seven mit einigen zum Teil gravierenden persönlichen Problemen fertig werden. Leider sorgen gute Charakterszenen nicht dafür, dass der Roman spannender wird, sondern lediglich dafür, dass er angenehmer vor sich hin plätschert.

Die U.S.S. Demeter ist ein Versorgungsschiff, das in erster Linie Pflanzen und Pflanzensamen zur Ernährung der Flotte mit sich trägt. Aufgrund der Fehlentscheidung eines jungen Offiziers wird sie ebenfalls in das Gebiet der Kinder des Sturms gerufen.

Die Hierarchie auf der Demeter ist sehr merkwürdig. Commander Liam O'Donnell ist der kommandierende Offizier. Er ist Biologe und interessiert sich nicht für das Amt des Captains. Daher lässt er alle Brückenarbeit seinen Ersten Offizier Fife machen, während er selbst lieber in seinen Labors forscht. Diese Arbeitsteilung geht lange gut und kommt dem ambitionierten Fife entgegen. Während der Krise mit den Kindern des Sturms offenbart sich jedoch, dass die beiden Offiziere ganz andere Methoden zur Problemlösung haben. Der militärisch sozialisierte Fife scheut sich nicht, eine Meuterei vorzubereiten, um seine Sichtweise durchzusetzen. Die Autorin beschreibt zudem, dass O'Donnell regelmäßig Selbstgespräche führt. Dadurch ist man vernunftmäßig näher an Fife, weiß jedoch, dass O'Donnells friedfertige Vorschläge gegenüber einem so übermächtigen Gegner wie den Kindern des Sturms angebrachter sind. Der Konflikt zwischen den beiden sorgt jedoch dafür, dass die Szenen auf der Demeter beinahe etwas Spannung in den Rückblenden aufbauen.

"Star Trek"-Romane kranken häufig daran, dass es nicht gelingt, genügend Fremdartigkeit bei Erstkontakten aufzubauen und gleichzeitig realistisch zu bleiben. Das gelang in "Die Hunde des Orion" und ging in "Indistinguishable From Magic" grandios schief. "Children Of The Storm" gelingt diese schwierige Gradwanderung beinahe. Die Kinder des Sturms sind faszinierend und sehr fremdartig, das Rätsel ihrer Herkunft wird dann auf plausible Weise gelöst. Obwohl die Antwort etwas fantastisch wirkt, hat man doch das Gefühl, dass sie im Bereich des Möglichen liegt. Das einzige Manko an den Kindern des Sturms ist, dass sie zwar fremdartig denken und aufgebaut sind, aber nicht interessant genug sind, um ohne eine vernünftige Handlung einen Roman zu tragen.

Letztendlich können diese drei gelungenen Punkte an dem Roman nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung sehr schwach ist. Zum Startpunkt des Romans ist fast alles bereits passiert. Das merkt man aber erst zum Schluss, wenn man noch einmal reflektiert, wie viel eigentlich in Rückblenden erzählt wurde. Die Voyager löst zum Schluss das Rätsel um die Herkunft der Kinder des Sturms und rettet die beiden Schiffe, die von den Kindern behelligt wurden. Das ist etwas mau für einen 400-seitigen Roman.

Fazit: Obwohl die "Children Of The Storm" interessant sind, trägt die Handlung nicht den ganzen Roman, der zudem kaum Spannung aufbaut. Gerettet wird der Roman dadurch, dass die meisten Voyager-Charaktere recht gut getroffen wurden, die neuen Charaktere nicht vergessen wurden und mit den Nebenhandlungen auf der Demeter und um B'Elanna zumindest zwei interessante Themen angerissen werden.

2. Julian Wangler

Ich komme nicht umhin, es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Die Rückkehr der Voyager in den Delta-Quadranten war für mich eine Enttäuschung. Gemessen an den Erwartungen an eine neue, unkonventionelle Reise weit abseits der Sternenflotten-üblichen Geschichten, die noch "Full Circle" in mir weckte, führte uns spätestens "Unworthy" auf den Pfad einer mehr oder minder gewöhnlichen Erforschungsgeschichte zurück, der Serie gar nicht unähnlich. Mit dem wesentlichen Unterschied eben, dass nun eine ganze Flotte im Delta-Quadranten agiert und die Voyager einen neuen Captain hat, der abgesehen von einer leicht mysteriösen Ader Kathryn Janeway allerdings in vielem gleicht. Die Revolution blieb demnach aus. Stattdessen erleben wir nun Abenteuer, die mehr oder weniger mit den Auswirkungen des Verschwindens der Borg in diesem Teil der Milchstraße zu tun haben, letztlich aber auch als separate Alien-of-the-Week-Geschichten gesehen werden können.

"Children of the Storm" greift eine äußerst fremdartige Spezies wieder auf, die in "Destiny" zu kurz kam. Die Art und Weise der Darstellung dieses Volkes ist gut gelungen und überwindet die häufige Schwäche von "Star Trek"-Romanen, uninspirierte Außerirdische zu behandeln, bei denen man irgendwie das Gefühl bekommt, das alles schon mal gehabt zu haben. Dennoch reicht dies meiner Ansicht nach längst nicht aus, um den unglücklichen Aufbau der Erzählung und die langweilige Handlung zu kompensieren.

Fangen wir mit dem ersten Punkt an: dem Aufbau. Zu Beginn spekuliert die Hauptflotte, wo die drei Schiffe, die mit den "Children of the Storm" Kontakt herstellen sollen, abgeblieben sind. Das ist eigentlich eine ominöse Sache und würde Spannung erzeugen - würde Kirsten Beyer nicht alles dadurch kaputtmachen, dass sie im B-Plot (der rund zwei Wochen früher spielt) die komplette Mission der Quirinal, Planck und Demeter lang und breit erzählt. Dadurch weiß der Leser schnell viel mehr als die Voyager-Crew, und die Geschichte wird leicht vorhersehbar.

Was hinzukommt und weiter auf das Lesevergnügen drückt, ist eine streckenweise in die Länge gezogene und sogar stockende Handlung. Diese ist häufig überfrachtet mit belanglos wirkenden Charakterszenen, die genauso gut aus der dritten Voyager-Staffel hätten stammen können. Häufig wird es umso schlimmer dadurch, dass wir angesichts der vielen Mannschaften auf den unterschiedlichen Schiffen mit zahlreichen Akteuren konfrontiert werden, zu denen der Voyager-Liebhaber jedoch nicht den geringsten Bezug hat. Was interessieren uns irgendwelche neuen, blassen Gestalten auf der Curie oder der Planck? Stattdessen werden zeitweise die Stammcharaktere ziemlich vernachlässigt. Diese latente Gefahr eines Abdriftens vom Kernteam zeichnete sich bereits in "Unworthy" überdeutlich ab. So gesehen empfinde ich die zahlreichen anderen Schiffe nun eher als Einfallstor für eine Verwässerung und Verfremdung des Voyager-Markenkerns, weniger als Vorteil.

Gibt es denn trotzdem etwas Erfreuliches zu berichten? Nun, Kirsten Beyer gelingt es wie immer, die zentralen Figuren zu treffen. So erleben wir, wie Tom Paris und Harry Kim sich fetzen, Neelix sich wieder unter seine alten Freunde mischt, B'Elannas Schwierigkeiten, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, aber auch persönliche Probleme von Admiral Eden und Seven of Nine (wobei mich gerade bei letzterer stört, dass viele der durch "Full Circle" aufgeworfenen Fragen bis hierher nicht beantwortet wurden). So authentisch jede der genannten Figuren herüberkommt, so schlecht sind diese Szenen gleichwohl in die Gesamtgeschichte eingebettet und sorgen dafür, dass "Children of the Storm" sich oftmals wie Kaugummi zieht.

Neben der Voyager steht die U.S.S. Demeter prominenter im Vordergrund des Romans. Das Versorgungsschiff der Flotte ist, wie sich rasch herausstellt, ein ungewöhnlicher Kahn, was auch für seine Mannschaft gilt. Obgleich ich einige Abläufe, Hierarchien, Mannschaftskonstellationen und Persönlichkeiten auf der Demeter sehr unrealistisch finde, ist sie trotzdem eine gute Möglichkeit, die Sternenflotte von einer anderen Seite zu zeigen und ihr so eine Facette hinzuzufügen. Nichtsdestotrotz ist sie letztlich ein schlechtes Beispiel für ein erfolgreiches Sternenflotten-Schiff, weil sie selbst in die Fänge der "Children of the Storm" gerät und sogar eine Meuterei auf ihr vorfällt.

Am langen Ende reicht das bisschen Licht jedoch nicht, um die vielen Schatten im Roman zu vertreiben. Insgesamt finde ich, dass "Children of the Storm" das Qualitätsniveau des Vorgängerromans "Unworthy" eindeutig unterbietet- wahrscheinlich am ehesten deshalb, weil irgendwie die originelle Idee fehlt. Das war bereits etwas, was streckenweise in der "Voyager"-Serie auffiel, doch jetzt gibt es (aufgrund des neuen Antriebszeitalters) nicht einmal mehr das Odysseethema. Sich nur mit der Klärung der Frage, wo die Borg geblieben sind, und gelegentlicher Forschung herumzuschlagen, führt sehr rasch zu allzu austauschbaren Einzelepisoden, von denen uns "Star Trek" bereits genug bietet.

Fazit: Das mit Nebenstorys und teilweise belanglosem Charaktergedusel uninteressanter Figuren beladene zweite Delta-Quadrant-Abenteuer der Voyager hat jetzt - nach einem ursprünglich grandiosen Auftakt mit "Full Circle" - bereits zwei wenig inspirierte Romane gesehen. Das liegt nicht an den schreiberischen Fertigkeiten Kirsten Beyers, die ihre Vorgängerin Christie Golden als Autorin deutlich übertrumpft, sondern vielmehr an den Leitlinien, die ihr Pocket Books vorgibt. Die Handlung ist ausgesprochen dürftig und zudem vorhersehbar.

Soll es jetzt so eintönig-langweilig mit dem "Voyager"-Relaunch weitergehen? Vielleicht gibt es ja noch Hoffnung. Rettung könnte der für den Spätsommer angesetzte Roman "Eternal Tide" versprechen, über den gemunkelt wird, Janeway könnte zurückkehren. Wie bitte? Ist sie nicht eigentlich tot? Ich schlage also vor, wir schlucken die "Children of the Storm"-Kröte und geben uns gespannt auf das, was hoffentlich noch kommen mag.

"Children Of The Storm" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Julian Wangler

Weitere Infos


Originaltitel "Children Of The Storm"

Buchreihe VOY-Relaunch

Autor Kirsten Beyer

Preis 5,90 Euro

Umfang 432 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 978-1451607185

(wc, jw - 28.06.12)


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