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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)30.01.15

"Erbsünde"

Kirsten Beyer

Inhalt

Captain Janeway ist zu der Flotte im Delta Quadranten zurückgekehrt und hat das Kommando übernommen. Hier erwartet sie eine heikle diplomatische Mission. Die Voyager hat jüngst die Konföderation der Welten des ersten Quadranten entdeckt. Auf den ersten Blick handelt es sich hierbei um ein föderationsähnliches Gebilde: Verschiedene Völker haben sich hier zu einem gemeinsamen politischen Gebilde zusammengeschlossen. Aus diesem Grund hofft die Admiralität mit der Konföderation einen zuverlässigen und ideologisch nahen Verbündeten im Delta-Quadranten gefunden zu haben. Es liegt nun an Janeway und ihrer Flotte, die diplomatischen Verhandlungen so zu führen, dass ein langfristiges Bündnis entsteht. Rasch stellt sich jedoch heraus, dass es doch deutliche Unterschiede zwischen der Föderation und der Konföderation gibt. Vor allem in Fragen des Wirtschaftens und der sozialen Gleichheit trennen die beiden Staaten sprichwörtlich Welten. Und natürlich wendet eine kapitalistischer orientierte Volkswirtschaft auch ganz andere politische Methoden als die Föderation an.

Neben dem zunehmend wachsenden Misstrauen ob unterschiedlicher Werte werden die Verhandlungen noch von einem zweiten Problem überschattet: An der Grenze der Konföderation, hinter einer natürlichen Barriere, sammeln sich eigentlich verfeindete Völker, die der Voyager auf ihrer ersten Reise durch den Delta-Quadranten begegnet sind. Sie alle eint, dass sie auf die eine oder andere Art mit Kathryn Janeway einen Konflikt ausgetragen haben. Nun formen sie eine Allianz, um gemeinsam gegen die Konföderation vorzugehen. Doch Janeway bezweifelt, dass es tatsächlich Ressourcenfragen sind, die diese unwahrscheinlichen Verbündeten produziert hat. Hinter der Formation müssen andere Motive stecken.

Auf der Erde stellt sich Seven of Nine den medizinischen Forschungen gegen die sich weiter ausbreitende, tödliche und auf Caeliar-Catomen beruhende Seuche zur Verfügung. Dies stellt sich als emotional schwierig heraus, da sie von ihrem ehemaligen Unimatrix Zero Partner Axum daran gehindert wird, aktiv an den Forschungen teilzunehmen. Auch ihr Begleiter, Doktor Sharak, der die Quarantänezone anders als Seven nicht betreten darf, hat bald das Gefühl, dass etwas in der Forschungseinrichtung nicht mit richtigen Dingen läuft. Derweil muss sich Tom Paris vor einem Familiengericht mit seiner Mutter über das Sorgerecht für sein Kind streiten.

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

Während die Flotte im Delta-Quadranten diplomatische Beziehungen mit der Konföderation aufnimmt, versucht Seven an der Forschung zur Caeliar-Seuche im Alpha-Quadranten teilzunehmen.
"Acts of Contrition" bietet viele Handlungsstränge und ein dichtes Erzähltempo. Dabei kommt es in der Charakterzeichnung jedoch nie an die dichte Janeway-Beschreibung des Vorgängers heran. Zudem kranken einige ordentlich ausgearbeitete Erzählelemente an grundsätzlichen Unstimmigkeiten. Vor allem wird mit diesem Roman endgültig deutlich, dass der "Voyager"-Relaunch den Anschluss an die "Haupthandlung" im 24. Jahrhundert, der mit Full Circle mühsam erarbeitet wurde, bereits wieder verloren hat.

Immer abwechselnd erfährt der Leser, was im Delta-Quadranten und auf der Erde vor sich geht. Die Ereignisse in der Konföderation der Welten des ersten Quadranten entwickeln sich gemächlich. Das bietet die Möglichkeit, die Gesellschaftsform dieses politischen Gebildes aus den Augen der verschiedenen Sternenflottenbesatzungen kennenzulernen. Dies ist beeindruckend und spannend. Denn bereits auf der Eröffnungsfeier der diplomatischen Verhandlunge wird deutlich, dass die Konföderation weder mit einer Stimme spricht, noch mit offenen Karten spielt. Die politische Führung, die der Föderation und ihren Idealen gegenüber durchaus offen eingestellt ist, bildet keineswegs das einzige Machtzentrum in der Konföderation. Stattdessen ist ein Wirtschaftskonsortium mindestens so mächtig, in zentralen Politikfeldern sogar noch einflussreicher als die zivile Führung. Alles in allem ist die Konföderation eine strikt meritokratische Gesellschaft, es wird also danach gestrebt, dass jeder genau das erhält, was er auch leistet. Dies führt nicht nur zu einem enormen Druck auf jedes arbeitende Mitglied der Gesellschaft, sondern auch zu massenhafter Armut unter denjenigen, die nicht Arbeiten (können). Medizinische Versorgung wird zum Beispiel nur denjenigen zur Verfügung gestellt, die dafür bezahlen können. Aus den Augen der an eine kapitalfreie Gesellschaft gewöhnten Sternenflottenoffiziere erscheint dies absolut unwürdig für intelligente Lebensformen. Darüber hinaus führt ein brutales Konkurrenz- und Profitdenken in der Wirtschaft dazu, dass nicht ausreichend Lebensmittel hergestellt werden, um die gesamte Bevölkerung zu ernähren. Für die Botaniker in der Flotte ist es zudem unerträglich, wie die Natur auf den Konföderationswelten durch die übertriebene Landwirtschaft (im Bereich einiger Luxusgüter) langfristig geschädigt wird. Fast alle diplomatischen Begegnungen sind daher negativ. Zu allem Überfluss gibt es deutliche Anzeichen, dass nicht alle Konföderationsmitglieder freiwillig in dem Verbund sind.

Die Konföderation wirkt dementsprechend zunächst wie ein Spiegel der menschlichen Gesellschaft heutzutage. Geld ist das einzige was zählt, Freiheit und Natur müssen sich dem unterordnen. Überraschend ist jedoch, dass dies tatsächlich ausschlaggebende Gründe für die Sternenflottendiplomatie sind. Natürlich ist ein Abkommen immer ein bedeutungsschwerer Schritt. In anderen Fällen agiert die Föderation jedoch deutlich realistischer: Es ist wenig davon bekannt, dass den Klingonen ihre gewalttätige Lebensweise oder gar ihre imperialistischen Annektierungen fremder Welten vorgeworfen werden. Aus dieser Sicht ist es geradezu traurig, dass dies nur die zivilen Vertreter der Konföderation, die – im Machtkampf mit den mächtigen Monopolverbänden – versuchen ihre eigene Position mithilfe der Föderation zu stärken und die Lebenssituation der Konföderationsbewohner zu verbessern, ansprechen. Es hätten auch selbstkritische Stimmen aus der Sternenflotte selbst kommen können. Beyer würgt diese Diskussion letztlich ab, indem sie die Monopolverbände der Konföderation einen technischen Vertrauensbruch begehen lässt und ihre wahre Motivation – das Erlangen von Föderationstechnologien – überdeutlich zutage treten lässt. Damit ist die Konföderation, die diese Technologie lediglich zum Wohl einiger weniger, nicht aber für die ganze Bevölkerung einsetzen würde, als Vertragspartner für die Föderation weitgehend uninteressant. Wenn man sich schon dazu entscheidet, eine Art Anti-Föderation zu skizzieren, hätte man wenigstens eine etwas differenziertere Form der Auseinandersetzung wählen können.

Angesichts der Kaltblütigkeit der Konföderation geht der Leser von Anfang an davon aus, dass die ungewöhnliche Allianz vor den Toren der Konföderation nach Vergeltung strebt. Dafür spricht, dass die Konföderation nicht einmal gewillt ist, mit aggressiv wirkenden Fremden zu sprechen. Es ist somit eine große Leistung Janeways, die wiederum sehr gut den Föderationscharackter darstellt, dass sie nach dem gescheiterten Abkommen wenigsten Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien initiiert. Die sorgt am Abschluss für die wohl größte Überraschung des Romans: Die Allianz ist keinesfalls daran interessiert, der Konföderation zu schaden. Vielmehr geht es darum, alte Rechnungen mit der Voyager-Besatzung zu begleichen. Obwohl dies etwas konstruiert wirkt, hält Beyer am Ende des Romans noch eine logische, auf vorherigen Büchern des Voyager-Relaunches aufbauende Erklärung bereit. Dies ist zwar kein grandioses, aber immerhin ein überraschendes Ende des Romans.

Die Nebenhandlungen auf der Erde sind weitestgehend unterhaltsam. Vor allem Paris Sorgestreit mit seiner Mutter sind gut und überzeugend geschrieben. Auch diese Handlung krankt aber an dem Grundproblem, dass sie zwar gut ausgearbeitet, im Kern aber sinnlos ist. Dass Paris und Torres sich bei all ihren, durchaus kontroversen, Entscheidungen immer nur von ihrer Interpretation des Kindeswohls haben leiten lassen, steht außer Frage. Aus diesem Grund ist der Ausgang des Prozess weit vor Ende dieser Nebenhandlung klar. Paris Mutter ist unglaublich eindimensional gezeichnet, dies wird auch am Ende des Prozesses nicht korrigiert. Hier hätte man einfach auf die gesamte Handlung verzichten müssen.

Seven wiederum gerät in ein merkwürdiges Verwirrspiel um die medizinische Arbeit an einem Seuchenschutz. Während sich die Krankheit immer weiter ausbreitet, kommt Seven nicht einmal der richtigen Forschung näher. Erst am Ende erfährt der Leser, nach einigen überraschenden Kehrtwenden, die alle etwas mit Illusionen zu tun haben, warum dies so ist. Diese wirre Art der Handlung verhindert, dass wirkliche Spannung aufkommt. Dabei deuten die Andeutungen auf einen riesigen Skandal hin: Das nämlich willentlich nicht nur mit Seuchenerregern sondern auch mit Lebewesen experimentiert wird – und zwar innerhalb der medizinischen Abteilung der Sternenflotte. Dadurch wird auch deutlich, dass sich der Voyager-Relaunch, der mit Full Circle in einer tour de force an die Handlung der anderen Relaunche angeschlossen wurde, zeitlich wieder von diesen entfernt hat. Mittlerweile liegt man zwei Jahre hinter der aktuellen Handlung zurück. Das ist deshalb enttäuschend, weil weder Handlungen zum Beispiel aus der Cold Equations-Trilogie in den Voyager-Romanen aufgegriffen werden, noch bewegende Ereignisse wie zum Beispiel diese Seuche in den anderen Relaunchen Erwähnung finden. Dabei dürfte eine Seuche, ob skandallös künstlich verursache oder auf natürliche Art entstanden, nicht spurlos an der Föderation vorüber gehen. Diese mangelnde Koordinierung der Relaunche, die hier zutage tritt, ist enttäuschend.

Alles in allem liest sich "Acts of Contrition" trotzdem flüssig und weitestgehend unterhaltsam. Vor allem das Erkunden der Konföderation aus den Augen der Sternenflottenoffiziere und die Charakterdarstellungen sind häufig gelungen. Trotzdem kann der Roman nicht verbergen, dass er in erster Linie eine Vorbereitungsarbeit auf das Finale der Trilogie, die mit Protectors begonnen hat, ist und dass fast alle Handlungsebenen an signifikanten Grundproblemen kranken.

Fazit: "Acts of Contrition" ist ein guter Roman, der eine solide und vielschichtige Geschichte unterhaltsam erzählt. Gleichzeitig weisen alle seine (vielen) Handlungsebenen gewisse Grundprobleme auf, die auch durch eine überzeugende Umsetzung nicht kaschiert werden können. Trotzdem bereitet der Roman einen guten Nährboden für den Abschluss der Trilogie im kommenden September.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

„Erbsünde“ ist der zweite Roman in Kirsten Beyers Trilogie und macht vieles besser, was im Vorgänger noch etwas holprig war.

So ist der allzu überbordende Fanservice endlich vom Tisch. Mag sein, das viele es als gut empfinden mögen, das die Entwicklungen genau in die Richtungen gehen, die in der Serie angedeutet wurden – also Janeway wieder auf Gedeih und Verderb als Anführerin der Flotte im Delta-Quadranten und etwa Seven mit Axum vereint – dabei vergisst man aber leicht, das dies die Entwicklungen der Charaktere in den letzten Büchern immer ab asurdum führt.

Im ersten Teil wurde dies noch etwas überstrapaziert. Auch im Seven-Handlungsstrang dieses Romans sieht es zunächst so aus, als würden diese Entwicklungen wieder auf Biegen und Brechen in die entsprechende Richtung gezerrt. Zum Glück wird hier am Ende aber noch einmal die Kurve gekriegt und Seven erkennt, welchen Fehler sie gemacht hat. Trotzdem bleibt dieser Handlungsstrang der uninteressanteste von allen.

Als Leser merkt man schnell, nicht nur durch Doktor Sharak von draußen, das etwas bei Seven nicht stimmt. Sie selbst braucht aber den ganzen Band, um herauszufinden, was der Leser schon weiß. Da ist sogar die Geschichte um Sharak und Samantha Wildman viel interessanter und verspricht viel Potential. Bleibt an der Stelle zu hoffen, das die Auflösung nicht ein weiterer korrupter Offizier ist, der hinter allem steckt.

Das wahre Highlight ist aber natürlich nicht die Handlung im Alpha-Quadranten sondern die Erstkontaktsituation mit der Erden Konföderation. Diese war bereits im Erstling eingeführt worden und die Hoffnung, nun endlich mehr über dieses Volk zu erfahren, wird mit diesem Band sehr gut bedient. Dabei kommt eine ähnlich gute Atmosphäre wie im letzten Classic-Band auf.

Die kulturellen Unterschiede werden sehr deutlich herausgestrichen und wieder einmal muss die Föderation zusehen, wie Kinder sterben und sie dank der Ersten Direktive nichts dagegen tun kann – Star Trek in Reinkultur. Das man trotzdem immer noch an das Gute glaubt, zeichnet ebenso die Ideale der Föderation aus. Und das es auf der Seite der Konföderation Leute gibt, die ihren Vorteil aus der Voyager-Crew ziehen wollen ist ebenso gelungen.

So kann der Roman auf fast ganzer Länge überzeugen auch ohne sich auf Action zu stürzen. Diese kommt erst zum Schluss in Form eines fulminanten Raumkampfes, der einige der alten Voyager-Feinde zurück ins Felde führt. Auch hier wünscht man sich fast, noch mehr erfahren zu können, aber wie bereits mehrfach angedeutet, endet der Band in einem Cliffhanger, bei dem man sich fast wünscht, man könne sofort weiterlesen.

Ein paar weitere Nebenhandlungen gibt es auch noch, etwa die Sache mit dem Doktor oder Paris‘ Sorgerechtsstreit. Fast schon ist es etwas zuviel, da man meist immer in spannenden Situationen von einem Handlungsstrang heraus- und zu einem anderen gerissen wird. Dies ist einer der wenigen Negativpunkte der Geschichte, stört den Gesamtwindruck aber nicht weiter, da einfach das Gesamtbild mehr als stimmig ist.

Fazit: Der zweite Teil der Geschichte zieht nochmal kräftig an und vermag vor allem durch grandiose Charakterszenen zu überzeugen. Aber auch die neue Zivilisation wird gut dargestellt. Lediglich die Nebenhandlungen hätten vielleicht etwas weniger sein können – dennoch bleibt ein sehr guter Gesamteindruck von diesem Roman zurück.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Erbsünde"

Originaltitel "Acts of Contrition"

Buchreihe VOY-Relaunch

Autor Kirsten Beyer

Preis 16.- Euro

Umfang 511 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-204-7

(wc, tg - 27.05.17)


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