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    Section 31: Schwerer Stand unter Fans und in der Presse

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    Die Nerven sind offenbar nicht nur im Fandom recht angespannt. Nach einigen Fan-Blogs hat nun auch die Wochenzeitschrift Newsweek eine beißende Kritik an der angekündigten “Sektion 31”-Serie mit Michelle Yeoh veröffentlich – obwohl zur Handlung bislang nichts bekannt ist.

    Dass Neuankündigungen nicht immer von allen Beobachtern mit unkritischem Optimismus begrüßt werden, ist eine Konstante in der Seriengeschichte von “Star Trek”. Der “Next Generation” wurde bei ihrer Erstausstrahlung 1987 auch nicht der rote Teppich ausgerollt.

    Was sich seit der Ankündigung der noch namenlosen neuen Serie rund um “Sektion 31” mit Michelle Yeoh abspielt, ist dennoch beachtenswert. Den Kritikern geht es diesmal nicht um die kontroverse Neubesetzung lieb gewonnener Charaktere sondern um ganz Grundsätzliches.

    Seit der Ankündigung gibt es viele Unmutsäußerungen unter den Fans. Eine massenmordende Ex-Imperatorin aus dem Spiegeluniversum im Dienste des zum Völkermord neigenden Spezialgeheimdienstes der Föderation – das passt nicht in jedermanns Vorstellung einer idealen neuen Serie.

    Ur-Gestein der deutschen “Star Trek”-Szene Bernd Schneider schreibt:

    Das ist wie der schlimmst Albtraum. Als ob Discovery nicht schon schurkisch, gewalttätig und kriegsartig genug wäre, konzentriert sich das neue Projekt jetzt genau auf diese Aspekte. Selbst ohne irgendetwas über die Handlung zu wissen, ist doch offensichtlich, dass hier eine völkermordende Diktatorin und eine zweifelhafte Organisation außerhalb des Gesetzes verherrlichen werden. Ist es das, wofür wir früher mal Star Trek geliebt haben?

    […]

    Ich weiß, dass man mich einen Kellerbewohner, einen Türsteher oder toxischen Fan nennen wird (wie immer, wenn ich gegen den Strom schwimme). Vielleicht verdiene ich es diesmal, da ich im Vorhinein sage, dass ich die Serie nicht brauche und ablehne.

    Schneider ist nicht alleine, wie man u.a. in den sozialen Netzwerken und Kommentarspalten nachlesen kann.

    Agent Georgiou (Photo: CBS Television Studios)
    Agent Georgiou (Photo: CBS Television Studios)

    Was eher außergewöhnlich ist, dass auch die erste Mainsteam-Publikation auf den Zug aufspringt, und “Section 31” in der Luft zerreißt, obwohl über das Projekt noch praktisch nichts bekannt ist. Die Wochenzeitung Newsweek schreibt auf ihrer Homepage:

    Auch wenn die Serie aus Star Trek: Discovery hervorgeht, und Georgious verdeckter Arbeit für Sektion 31 folgt, repräsentiert sie auch den Endpunkt einer von langer Hand vorbereiteten philosophischen Wende für Star Trek, weg von der Utopie hin zum Militarismus.

    Der Artikel zeichnet hierbei nach, dass unter anderem schon 2015 Marc Evans von einem “Star Trek Dark Zero Thirty” zur Erweiterung des Film-Franchises fabulierte.

    Agenten der Sektion 31 (Photo: CBS Television Studios)
    Agenten der Sektion 31 (Photo: CBS Television Studios)

    Überhaupt steht Autor Andrew Wahlen der Idee einer skrupellosen Geheimdienstorganisation der Föderation sehr kritisch gegenüber, da sie das Fundament der Zukunftsutopie aushöhle:

    Die Einführung von Sektion 31 hat schon immer die Utopie untergraben. Sie zeigt, dass eine bessere Zukunft unmöglich ist, wenn sie nicht durch die Gewalt und Brutalität unserer Zeit gestützt wird. Während dies als realitätsnahe Extrapolation getarnt wurde – auch die Zukunft braucht Realpolitik! – ist es in Wirklichkeit doch nur eine zutiefst phantasielose Lösung für Probleme, die der Aufbau einer wirklich besseren Gesellschaft aufwirft.

    Und so schließt Wahlen auch mit einem vernichtenden Urteil:

    In einer Welt, die unter dem Klimawandel leidet, in der soziale Ungerechtigkeit und ungebremster Militarismus zunehmen, hat eine der letzten Bastionen für Zukunftsoptimismus entschieden, die Hände in die Luft zu werfen und uns zu erzählen, dass es halt nicht anders geht.

    Ausführende Produzentin und Autorin Bo Yeon Kim antworte auf Twitter knapp auf den Artikel.

    Uff. Das ist NICHT, was wir vorhaben.Wir werden niemals aus dem Blick verlieren, wofür Star Trek steht.

    Oof. That is NOT what we are aiming to do. We will never lose sight of what Star Trek represents.

    — Bo Yeon Kim (@extspace) January 17, 2019

    Es darf sicherlich die Frage gestellt werden (wie es Bernd Schneider auch selbst einräumt), ob eine solche Verurteilung noch vor Produktionsbeginn fair ist. Allerdings zeigt es beispielhaft, welche Sorgen über den Zustand des Franchise sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten bei einigen Fans und Beobachtern aufgestaut haben.

    christopher.kurtz
    Christopher Kurtz
    Seit den frühen 2000ern ist Christopher Redakteur im TrekZone Network. Wenn er nicht in den unendlichen Weiten nach kritisch rationalem Humanismus Ausschau hält oder sich über die Plausibilität fiktiver Technologien und Gesellschaftsformen den Kopf zermartert, findet man ihn meistens in der Nähe von Spielen der geselligen Art, egal ob analog oder digital, ob als Mitspieler oder Gelegenheitsautor.

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    Im Internet urteilen Menschen auch über Artikel obwohl sie nur die Überschrift & den Teaser gelesen haben, da wundern mich diese harschen & ungerechten Urteile über eine Serie, welche sich noch in der Entwicklungsphase befindet nicht. Ich jedenfalls werde ihr eine Chance geben.

    Ich bin mir sicher, das SECTION 31 nicht so wird, wie sich das alle jetzt denken! Diese Serie kann ein wunderbarer Spiegel für unsere jetzige Welt mit Kriminalität, Korruption, Verschwörungen, usw. sein. Sie kann das Beste und Schlechteste der Föderation und der Menschen zeigen und kann Kontroverse Themen zeigen, die bei anderen TREK-Serien so nicht möglich wären. Außerdem kommt Spiegel-Georgiou ja aus einem anderen Universum, wo es normal war andere zu töten und jetzt muß sie sich an ein Universum anpassen, in dem alles anders ist. Das wird bestimmt interessant. Desweiteren waren in STAR TREK die Charaktere nie nur gut… Weiterlesen »

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