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    StartPicardPicard - Season 2Rezension: Picard 2x06 - "Zwei von Eins"

    Rezension: Picard 2×06 – “Zwei von Eins”

    Picard versucht den Supervisor davon zu überzeugen, ihm bei der Reparatur der Zeitlinie zu helfen.

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    Wir werfen einen Blick auf die sechste Folge der neuen “Picard”-Staffel, in der es auf dem Galadinner zum Höhepunkt kommt. Achtung, Spoiler!

    Rückblick

    Wie zuvor beginnt auch diese Folge wieder mit einem Rückblick, in diesem Fall mit dem schwer verletzten Picard. Dann springt man in der Geschichte zurück und zeigt die Minuten davor. Hier erneut der Verweis darauf, dass ich diese Art des Erzählens nicht mag, eben weil man irgendwann später die gleichen Szenen nochmal sehen wird.

    In diesem Fall kommt hinzu, dass man dann eben schon weiß, wie der Abend ausgehen wird. Da die Folge nur 38 Minuten läuft (nach Abzug von Vor- und Abspann dürfte eine netto Spielzeit von ca. 34 Minuten übrigbleiben, womit sie eine der kürzesten Live-Action-Folgen ever ist), hatte ich schon die Befürchtung, dass man auch genau dort endet, wo die erste Szene einsetzt.

    Rezension: Picard 2x06 - "Zwei von Eins" 1
    Picard (Patrick Stewart) und Talinn (Orla Brady), Bild: © Paramount+ / Amazon Prime

    Ganz so schlimm kam es dann aber doch nicht und man erhält noch ein paar Klinik-Szenen, doch dazu kommen wir später noch. Für den Anfang befinden wir uns also wieder auf dem Ball und bekommen ein paar nette Szenen spendiert.

    Allerdings muss ich hier meinem Kollegen beipflichten. Die Folge fühlt sich stellenweise schon etwas gestreckt an und man wäre besser damit gefahren, wenn man diese und die letzte Folge zu einer zusammengeschnitten hätte. Denn so ein wenig beginnt man sich wieder in Belanglosigkeiten zu verzetteln.

    Zudem braucht man wohl diese Staffel nicht mehr auf große Weltraum-Action hoffen. Die nächste Folge wird vermutlich von der Aufarbeitung von Picards Kindheitstrauma handeln, während die anderen eher eine Randfigur bleiben. Leider interessiert mich Picards Kindheit halt an der Stelle nunmal überhaupt nicht.

    Dann muss man auch noch Jurati zurückbringen. Es würde mich sehr wundern, wenn wir – mal abgesehen vom Finale (sprich: die letzten Szenen von Folge 10) – nochmal etwas von der Zukunft sehen würden. Bleibt zu hoffen, dass die Auflösung des Cliffhangers aus Folge 1 nicht wieder überhastet daherkommt.

    Aber genug an der Stelle von den Spekulationen. Zurück zur Folge an sich.

    Die Nebenschauplätze

    Der Fokus liegt in dieser Episode ganz klar auf Picard und Reneé, weswegen die anderen etwas zurücktreten. So haben etwa Seven und Raffi zwar eine kleine Szene, in der über die Beziehung der beiden diskutiert wird. Aber das war es dann auch schon. Erneut darf Raffi dabei eine Vision von Elnor sehen, erneut kommt mir diese aber absolut unnötig vor.

    Rezension: Picard 2x06 - "Zwei von Eins" 2
    Agnes Jurati (Alison Pill, links) und die Borg-Königin (Annie Wersching, rechts), Bild: © Paramount+ / Amazon Prime

    Etwas netter ist da schon Rios Liebesleben. Zum einen sind da natürlich seine Gedanken um Teresa, die Ärztin. Und dann ist da natürlich noch Agnes, denn irgendwie hat es da auch geknistert in Folge 1. Hier nun greift die Königin ein und gibt Rios einen Kuss. Es bleibt aber etwas unklar, wie beide nun wirklich dazu stehen. Allerdings rechne ich es der Folge durchaus hoch an, dass man das Gespräch zwischen Rios und Teresa noch gezeigt hat. Hier entfaltet sich die Dynamik von vorher wieder. Dass es eine Art Liebesdreieck gibt, ist aufgrund des Endes aber eher unwahrscheinlich.

    Trotzdem steht hier natürlich die Frage im Raum, ob Rios in der Vergangenheit bleibt oder ob Teresa sogar mit in die Zukunft fliegen wird. Mal sehen, was die Serie noch draus macht.

    Bei der Königin und Jurati muss man diesmal leider wohlwollend ein paar Augen zudrücken. Zwar ist die Interaktion der beiden noch immer schön anzusehen, entwickelt sich aber stellenweise auch zu langsam. Das fängt von der Ausbruchsszene an (werden Personen nicht mehr durchsucht?) und endet bei der Gesangseinlage (woher wusste das Konzert denn, dass man in dem Moment dieses Lied für eine Wildfremde spielen muss?).

    Dass die Borg-Königin am Ende die Kontrolle übernimmt, war nicht ganz so schwer vorherzusagen und befeuert natürlich die Spekulationen darüber, ob es wirklich Agnes ist, die da unter dem Helm in “Die Stargazer” verborgen ist. Mal sehen, wie es hier weitergeht.

    Treffen sich zwei Picards…

    Highlight der Folge ist zweifellos das Gespräch zwischen den beiden Picards. Hier kann Jean-Luc wieder richtig auftrumpfen und seiner Vorfahrin die Unsicherheiten nehmen. Das weiß zu gefallen, auch wenn das Ende etwas merkwürdig daherkommt. Immerhin ist Picard grad angefahren worden und Reneé begibt sich just danach in die Quarantäne vor dem Start, wie Tallinn kurz darauf erwähnt.

    Ich weiß ja nicht, wie es euch dabei geht, aber irgendwie wäre ich nach so einem Vorfall nicht mehr ganz so locker flockig dahingegangen. Und irgendwie hat mir auch Tallinn auf der Gala etwas zu wenig getan. Zwar gibt es ein Gespräch zwischen ihr und Jean-Luc, richtig erhellend ist dieses nicht. Und auch bei der Verfolgungsjagd ist sie irgendwie gar nicht mehr da.

    Rezension: Picard 2x06 - "Zwei von Eins" 3
    Jean-Luc (Patrick Stewart) und Renée Picard (Penelope Mitchell), Bild: © Paramount+ / Amazon Prime

    Dafür taucht Adam Soong auf und das auch in sehr beeindruckender Weise. Hier gefällt mir die Figur besser als noch in der Vorwoche. Er scheint wirklich derart skrupellos zu sein und will Reneé ermorden. Aber hat Q ihm wirklich einen “Mordauftrag” erteilt? Die Frage bleibt an der Stelle spannend.

    Ebenso interessant ist, dass Kore Infos über ihre Vergangenheit erhält, denn sie ist offenbar eine künstlich erschaffene Lebensform. So richtig “zünden” mag das für mich allerdings nicht, denn es war irgendwie vorhersehbar. Zudem wird ziemlich prominent das Wort “eugenisch” (“eugenic”) in Szene gesetzt und ich hoffe wirklich, dass man nicht den ganzen Summs um Khan einfach retconnt (und damit womöglich ein paar gute Bücher mit tilgt).

    Lasst die “Eugenischen Kriege” doch da, wo sie waren, auch wenn sie in der realen Welt nicht stattgefunden haben. Nötig hat man das jedenfalls nicht…

    Und damit schlagen wir den Bogen zum Beginn, denn Picard landet in einer Klinik (samt einigen Androiden-Anspielungen, die sogar ganz witzig sind). Allerdings ist er auch kerngesund und offenbar in seiner eigenen Traumwelt gefangen. Also muss Tallinn reingehen und ihn da wieder rausholen…

    Das sehen wir zwar in dieser Folge nicht mehr, erinnert aber leider allzu sehr an Sachen, die man schon zu oft gesehen hat. Da man dort dann den jungen Jean-Luc zeigen kann, kann man Patrick Stewart in der nächsten Folge rein theoretisch sogar einsparen…

    Wie eingangs erwähnt, die Richtung überzeugt mich leider nicht wirklich. Ob es so schlimm wird, werden wir dann wohl nächste Woche sehen.

    INFO:

    Der ursprüngliche deutsche Episodentitel “Gnade” wurde am 23. April 2022 von Amazon Prime Video rückwirkend in “Zwei von Eins” geändert, da die achte Episode der zweiten Staffel den deutschen Titel “Gnade” (Original: “Mercy”) trägt. Hier lag scheinbar ein Fehler vor.

    Bewertungsübersicht

    Bewertung

    Fazit

    Zwar hat die Folge ihre Momente, diesmal glänzen etwa Picard & Picard oder auch Adam Soong. Aber irgendwie fühlt sich "Gnade" trotzdem wie ein Füller an, was auch der kurzen Laufzeit geschuldet ist. Das Gefühl, dass man hier langsam den Faden verliert, stellt sich an der Stelle leider ein und macht nicht gerade Mut auf die nachfolgenden Episoden. Ich bin daher zwischen 2.5 und 3 Sternen hin- und hegerissen.
    Deutscher TitelZwei von Eins
    OriginaltitelTwo of One
    SeriePicard
    Staffel2
    Episodennummer6
    RegisseurJonathan Frakes
    DrehbuchCindy Appel, Jane Maggs
    Sternzeit / Missionsdatum14.04.2024
    Dauer38
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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