StartLiteraturRezension: "DC Pride"

Rezension: “DC Pride”

Ein Beitrag zur LGBTQ+-Community in Comicform. Wir werfen einen Blick rein.

Deutscher TitelDC Pride
OriginaltitelDC Pride 1, Young Monsters in Love 1, Mysteries of Love in Space 1, New Year's Evil 1
Buchautor(en)James Tynion IV, Mariko Tamaki, Vita Ayala, Klaus Janson, Andrew Wheeler u.a.
ÜbersetzerCarolin Hidalgo
VerlagPanini
Umfang (Seiten)156
Preis19 Euro
VerfügbarkeitRegulär erhältlich
Veröffentlichungsjahr2022
ISBN978-3-7416-2753-6

Ein Beitrag zur LGBTQ+-Community in Comicform. Wir werfen einen Blick rein.

Inhalt (Klappentext)

Unsere Gesellschaft ist vielfältig und bunt! Und das gilt auch für die Welt der DC-Comics! Mit diesem Band feiern wir unsere Vielfalt! Ob homo-, hetero- oder bisexuell, nonbinär oder transgender so wie die Menschen in unserer realen Welt sind auch die Held*innen des DC-Universums! Neue Comic-Storys über die lesbische Batwoman, den schwulen Alan Scott, der die erste Green Lantern der Erde war, das Liebespaar Harley Quinn und Poison Ivy und viele andere LGBTQ+-Held*innen!

Kritik

Mit “DC Pride” startet ein etwas außergewöhnlicheres Comic (das Marvel-Pendant erscheint zur gleichen Zeit). Denn hier handelt es sich um ein LGBTQ+-Comic, was auch dadurch dargestellt wird, als der Buchrücken in Regenbogenfarben erstrahlt. In vielen kleinen Kurzgeschichten wird hier den queeren Charakteren des DC-Universums gehuldigt und ihnen je eine kleine Kurzgeschichte gegönnt.

Rezension: "DC Pride" 1

Da es sich um viele verschiedene Kurze Comicgeschichten handelt, sind natürlich auch die Zeichnungen unterschiedlich. Da haben wir von den üblichen sehr detaillierten Superheldenzeichnungen bis hin zu den eher gewöhnungsbedürftigeren halt wieder alles dabei. So erstrahlt etwa Batwoman in einer Art grauem Schwarz-weiß-Look (mit ihren roten Haaren als farbige Akzentuierung), der sicher nicht jedermanns Sache ist. Da gerade die Batwoman-Story der Einstieg ist, kann man davon schon abgeschreckt werden.

Von den Geschichten her verhält es sich ebenso divers (ja, okay, es ist ja auch der Sinn und Zweck des Bandes 😉 ). Die erwähnte Batwoman-Story etwa handelt davon, das man zu seiner Sexualität stehen soll, während andere Stories nur kleine Intermezzos mit den Charakteren beinhalten. Darunter sind auch Charaktere wie Poison Ivy und Harley, welche ja just erst durch ihre Animationsserie Auftrieb gewonnen haben.

Besonderes Augenmerk verdient hier auch noch die Geschichte um Dreamer, bei der Nicole Maines mitgeholfen hat, die ja die Figur auch in der Supergirl-Serie verkörperte. Auch dieser Figur wird eine Story spendiert, ebenso wie vielleicht noch die letzte Geschichte erwähnenswert ist, bei der eine LGBTQ-Parade angegriffen wird. Wobei es hier auch eher um eine Standard-Klopperei geht. Womit wir auch sogleich beim Haken an der Sache wären.

Denn hier in diesem Band wechseln sich Geschichten, welche eine Botschaft transportieren, mit jenen ab, die eben dies nicht tun. Die Geschichten mit Botschaft sind hier klar, eindringlich und gut, und stellen zum Beispiel dar, das man zu seinen Gefühlen respektive seiner Sexualität stehen soll. Dabei geht man in der Geschichte auch etwas weiter zurück und zeigt etwa die Probleme, die Homosexuelle Pärchen noch Anfang dieses Jahrhunderts hatten. Und da ist es natürlich wichtig, darauf hin zuweisen, das wir an dieser Stelle schon weiter sind und nicht mehr in diesem rückständigen Denken verfallen.

Dann sind da die Geschichten, die einfach nur solche Pärchen in ihrem Alltag darstellen, und die laufen halt nach Schema F ab: Ein Schurke kommt, wird verkloppt, böser Plan vereitelt und man kann mit seinem/ihrem Liebsten gen Sonnenuntergang marschieren. Für sich genommen sind diese Stories also eher etwas mau und wiederholen sich, wenn auch mit Variationen. Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, das die Autoren (übrigens selbst alle queer) auch damit eine Botschaft aufzeigen wollen. Nämlich die, das LGBTQ-Personen auch einen Alltag haben bzw. zu unserem alltäglichen Leben dazugehören, und eben genauso sind wie jeder andere. Und auch hier muss man sagen, das dies zweifellos eine wichtige Botschaft ist. So gesehen ist meine Bemerkung von vorhin etwas obsolet, denn eigentlich transportieren somit alle Geschichten eine Botschaft.

Natürlich kann man sich nun fragen, für wen diese Stories sind. LGBTQ- bzw. queere Personen werden sie sicher mit Freude lesen, DC-Fans wahrscheinlich auch. Diejenigen, die nicht so tief im Thema sind, sind vielleicht etwas abgeschreckt oder können die subtilen Botschaften nicht deuten. Als Nächstes steht übrigens die Marvel-Variante (Marvel Pride) zum Review an und wir werden sehen, wie sich der Konkurrenzverlag hier schlägt.

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Hinter den manchmal oberflächlichen Geschichten steckt durchaus ein System und der Band transportiert mit seinen Aussagen durchaus wichtige Botschaften für alle Gruppen von Menschen und nicht nur Mitgliedern der LGBTQ+-Community. Manche Zeichnungen mögen etwas abschreckend wirken, trotzdem zählt in diesem Fall auch der Gedanke, der hinter dem Band steckt, und dieser kann eigentlich nur positiv bewertet werden.

REVIEW OVERVIEW

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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