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StartLiteraturRezension: "Auroboros - Unter der Sonne"

Rezension: “Auroboros – Unter der Sonne”

Deutscher TitelAuroboros - Unter der Sonne
OriginaltitelAuroboros - Under the Sun
Buchautor(en)Micky Nielson
ÜbersetzerOliver Hofmann
VerlagPanini
Umfang (Seiten)538
Preis19
VerfügbarkeitRegulär erhältlich
Veröffentlichungsjahr2021
ISBN978-3-8332-4271-7

Der erste Roman zur neuen D&D-Welt.

Inhalt (Klappentext)

Es sollte ein einfacher Auftrag werden: Findet eine Gruppe vermisster Jugendlicher und zieht die Schuldigen zur Rechenschaft! Doch als die Mission tragisch scheitert, geraten der Hochelfen-Magier Xamus Frood und seine Gruppe hartgesottener Söldner mit den Behörden von Rechtbrand in Konflikt. Auf ihrer verzweifelten Flucht finden diese zerlumpten Gesetzlosen unerwartete Verbündete in Form eines trinkfreudigen Zwergs und eines eitlen menschlichen Barden. Dem Gesetz immer nur einen winzigen Schritt voraus und gejagt von einer geheimnisvollen Vampirorganisation nehmen sie den Kampf gegen die Kinder der Sonne auf, einem mächtigen neuen Kult, der Rechtbrands herrschende Kirche zu stürzen und die Handelsstädte durch Feuer zu reinigen sucht. Sie ahnen nicht, dass ein Weg voller persönlicher Opfer und schicksalhafter Begegnungen vor ihnen liegt. Am Ende ihrer Reise lauert der Konflikt mit einem urtümlichen Wesen, das zugleich am Anfang wie am Ende der Schöpfung steht …

Kritik

Nach dem Weltenbuch ist “Unter der Sonne” der erste Roman zur neuen D&D-Welt Auroboros. Nacherzählt wird dabei eine Kampagne aus den 90er-Jahren, welche Chris Metzen mit seinen Freunden gespielt hat. Quasi die erste Story, nun in Romanform.

Rezension: "Auroboros - Unter der Sonne" 1

Und mit diesem einleitenden Satz entspinnt sich auch sogleich das Ganze Problem an diesem Buch. Denn man merkt leider, das es eben dies ist: eine Nacherzählung, die sich eher wie eine Aneinanderreihung liest. Ich hatte ja eben vor diesem Buch erst das besagte Weltenbuch gelesen, weswegen mir die Orte noch vertraut waren. Für alle, die vielleicht nur den Roman lesen, mag sich das in Folge noch etwas abschwächen, die anderen Schwächen des Buches, zu denen wir gleich kommen, merkt man aber auch da.

Bezüglich der Orte wird leider ganz schnell der Eindruck erweckt, man hake einfach eine Checkliste ab. Theoretisch könnte man das Weltenbuch daneben legen und die Reise der vier Gefährten (zwischenzeitlich fünf) nachverfolgen. Wenn man die Hintergründe kennt weiß man, das es genau umgekehrt der Fall ist. Die Truppe um Chris Metzen hat damals die eigene Welt mit eben diesem Spiel erst ERSCHAFFEN, um sie nun eben fast 30 Jahre später wirklich aktiv umzusetzen. Das sieht man auch schon daran, das etwa das nahezu völlige Fehlen von weiblichen Charakteren hier auffällig ist. Nicht, das dies ein Kritikpunkt wäre, der Roman ist eben ein Produkt der damaligen Zeit und da waren starke Frauencharaktere nicht wie heute im Fokus. Hier handelt es sich um eine reine Männertruppe die mit Testosteron-Power daherkommt. Das wollte ich an der Stelle jetzt einfach mal nicht unerwähnt lassen, ohne diesem Detail jetzt zuviel Bedeutung beizumessen.

Aber auch wenn man auch DIESE Hintergründe kennt wird der Roman halt leider nicht besser. Um zu verdeutlichen, was ich meine, will ich jetzt mal eine Zusammenfassung der Handlung geben. Die geht nicht ganz ohne Spoiler, wer das Buch also noch lesen will, sollte eventuell ein paar Absätze überspringen. Zusammengefasst ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Der Roman beginnt damit, das sich die Heldentruppe in einer Bar kennenlernt bzw. sie alle für denselben Auftrag angeheuert werden: Zwei Jugendliche zurückbringen, die von den Kindern der Sonne entführt wurden. Unterwegs gabelt man dann noch zwei weitere Helden auf, die zufällig mit involviert werden oder ein ähnliches Ziel verfolgen. Die Befreiung gelingt, aber weil man es versäumt hat, den bösen Kultisten um die Ecke zu bringen, wird man gleich nochmal losgeschickt, das zu erledigen. Das ist auch schnell getan, aber bei der Rückkehr wird der Auftraggeber von der Inquisition… äh den heiligen Paladinen erledigt und den Helden das in die Schuhe geschoben. Schön ist, dass dies alles auf nichtmal 100 Seiten passiert und so eigentlich ein guter Ausgangspunkt der Story wäre.

Nun heißt es: Namen reinwaschen und den Sonnenkult aufhalten. Dazu geht es sogleich in die Zuflucht der Druiden in den Wäldern. Dort führt eine Vision die Gruppe aber wieder heraus, weil man ja zum Bardenfest will.

Dort wird man in die Aktivitäten der dortigen Verbrecher verwickelt, geht in deren Hauptquartier (in den Karten im Weltenbuch verzeichnet), trifft auf die Mönche, tötet die Anführer. Zurück in den Waldhain, nach weiteren Visionen gehts in die Wüste. Und weil man schon immer an dem großen Rennen in Lietsin teilnehmen wollte, macht man das auch gleich (und gewinnt natürlich) – womit die nächste Station im Weltenbuch abgehandelt ist. Dann wird man von den Kindern der Sonne gefangen und da man sich ihnen nicht anschließen will erstmal weggesperrt. Dann bricht man aus, besucht die Drow (nächste Station), reist zu den Zwergen und beseitigt da einen Tyrannen (nächste Station im Weltenbuch abgehakt) reist sogar zu den Ursprüngen von Alt-Sularia, nachdem man sprechende Tiere getroffen hat, findet den für den damaligen Sturm Verantwortlichen untot vor, erledigt den in zwei Seiten, zurück zu den sprechenden Tieren, denen man bei der Abwehr hilft. Dann geht es zurück um die Kinder der Sonne aufzuhalten, die just in dem Moment losmarschieren. Schnell noch die feindliche Gruppe durch eine Rede von den unlauteren Absichten ihres Anführeres Eisenburg überzeugt, bevor es zur letzten Station des Weltenbuchs geht: Fayonnas, der Elfenheimat (und wir dachten schon, das hätte man vergessen). Nachdem man sich dort die Sigillen abgeholt hat, geht es zur obligatorischen Endschlacht, die, wie alle Schlachten in diesem Buch, auf wenigen Seiten abgehandelt wird.

Ja, die Zusammenfassung liest sich leider so langweilig, wie das Buch auch ist. Das liegt auch daran, das die Charaktere nur wenig Profil erhalten. Ja, sie feixen auf typisch männliche Art miteinander rum, aber über ihre Motivationen und Hintergründe erfährt man nur wenig. Außer über Nicholas, der aber schnell das Zeitliche segnet. Der einzige Char, der also Emotionen und Sympathien beim Leser weckt, geht also über den Jordan. Auf der einen Seite ist es ja gut und unerwartet, wenn nicht alle Helden überleben, aber hier hat man halt den falschen Weg gewählt.

Auch zwischen den Orten fallen nur wenige Sätze, bevor die Helden dann an ihrem Bestimmungsort, manchmal Hunderte Kilometer weiter, angekommen sind. Klar, die obligatorischen Banditenüberfälle braucht man an der Stelle nicht, aber eigentlich sind solche Reisen immer ganz gut, um den Leser die Charaktere näher zu bringen. Dies entfällt hier leider völlig.

Gut ist aber immerhin, das die Welt nicht im Status Quo gehalten wird. Hier werden die Anführer der Verbrecher zur Strecke gebracht oder auch Städte ausgelöscht. Man sollte also wirklich das Weltenbuch vorher lesen, denn danach ist die Welt etwas anders – und eine sich weiterentwickelnde Kampagnenwelt ist mir immer noch am Liebsten, auch wenn es natürlich eigene Abenteuer einschränkt. Aber hier gibt es ja dann Abenteuerbücher – aber ich schweife ab.

Am Ende, auch das ein Megaspoiler, geht es nicht gut aus für unsere Recken… auch wenn es etwas unspektakulär eine Seite (!) vor Buchende passiert. Da wird dann halt auch der Bösewicht abserviert – und wie bei den Helden ist eben auch dort viel Potential verschenkt worden. Immerhin, die Jahresrechnung springt ein Jahr weiter, wir sind also nicht mehr wie im Weltenbuch im Jahr 250 sondern am Ende des Romans im Jahr 252. Genug Luft also, die Kluft mit eigenen Abenteuer zu füllen.

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Der Roman liest sich leider wie eine Checkliste an Schauplätzen der neu erschaffenen Welt, die nacheinander abgehakt wird. Die Charaktere bleiben blass und erhalten wenig Tiefgang, was auch für die Bösewichte gilt. Zwar wird die Story konsequent weiterentwickelt, man merkt allerdings, das man es hier mit einer 30 Jahre alten Story zu tun hat, die heutzutage in dieser Form halt einfach nicht mehr funktioniert. Da wäre mehr drin gewesen.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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Der Roman liest sich leider wie eine Checkliste an Schauplätzen der neu erschaffenen Welt, die nacheinander abgehakt wird. Die Charaktere bleiben blass und erhalten wenig Tiefgang, was auch für die Bösewichte gilt. Zwar wird die Story konsequent weiterentwickelt, man merkt allerdings, das man es hier mit einer 30 Jahre alten Story zu tun hat, die heutzutage in dieser Form halt einfach nicht mehr funktioniert. Da wäre mehr drin gewesen.Rezension: "Auroboros - Unter der Sonne"
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