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StartLiteraturRezension: "Violet Made of Thorns"

Rezension: “Violet Made of Thorns”

Deutscher TitelViolet Made of Thorns
OriginaltitelViolet Made of Thorns
Buchautor(en)Gina Chen
ÜbersetzerIsabelle Core
VerlagCross Cult
Umfang (Seiten)439
Preis16
VerfĂŒgbarkeitRegulĂ€r erhĂ€ltlich
Veröffentlichungsjahr2022
ISBN978-3-98666-322-3

Ein Fantasy-Roman um eine Seherin. Die ganze Rezension geht nicht ohne einige Spoiler, also seid gewarnt 🙂

Inhalt (Klappentext)

Violet ist Prophetin und LĂŒgnerin, die den königlichen Hof mit ihren raffiniert formulierten – und nicht immer zutreffenden – Weissagungen beeinflusst. Ehrlichkeit ist fĂŒr Verlierer, wie den gar nicht so mĂ€rchenhaften Prinzen Cyrus, der Violet ihres offiziellen Postens berauben will, sobald er am Ende des Sommers den Thron besteigt – außer Violet unternimmt etwas dagegen. Doch als der König sie bittet, fĂŒr einen bevorstehenden Ball Prophezeiungen bezĂŒglich Cyrus’ Liebesleben zu fĂ€lschen, erweckt Violet einen gefĂŒrchteten Fluch zum Leben, der das Königreich entweder verdammen oder erlösen wird – je nachdem, fĂŒr welche Braut sich der Prinz entscheidet. Auch Violet steht vor einer Wahl: entweder die Gelegenheit nutzen, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, egal was es kostet, oder der wachsenden Anziehung zwischen ihr und Cyrus nachgeben. Violets scharfer Verstand mag sie bisher am intriganten Hof geschĂŒtzt haben, doch auch er kann ihr Schicksal nicht Ă€ndern. Und wĂ€hrend die Grenze zwischen Hass und Liebe bei Cyrus und ihr immer weiter verschwimmt, muss Violet ein teuflisches Netz der TĂ€uschung entwirren, um sich selbst und das Königreich zu retten – oder fĂŒr immer zu verdammen.

Kritik

Rezension: "Violet Made of Thorns" 1

Mit “Violet Made of Thorns” ist ein neuer Fantasy-Roman erschienen, in dem es diesmal nicht darum geht, die Welt zu retten, sondern um eine Seherin, die eigentlich eine LĂŒgnerin ist. Ja, einen Bösewicht gibt es auch und es muss immerhin ein Königreich gerettet werden, der Roman ist aber weit von epischen Gefilden oder Schlachten entfernt, die in den letzten Jahren das Genre dominiert haben.

Doch der Reihe nach. ZunĂ€chst einmal sollte festgehalten werden, das es sich bei dem Buch um eine klassische Liebesgeschichte handelt. Da geht es eben um Violet und Cyrus, die sich am Hofe kennenlernen. Und wie uns der Klappentext verrĂ€t, ist Violet eben eine LĂŒgnerin, die sich bei Hofe durchmogelt. Allerdings offenbart sich hier schnell, das man auch dem Klappentext nicht unbedingt trauen sollte, denn in Wahrheit ist Violet nĂ€mlich durchaus eine Seherin, ihre FĂ€higkeiten sind nur verkĂŒmmert bzw. nicht ausgebildet. Und hier muss man auch gleich zum ersten Mal einhaken, denn die Geschichte hĂ€tte an der Stelle eine andere Dynamik erhalten, wenn sie wirklich eine Hochstaplerin gewesen wĂ€re, und sich mit Lug und Trug durchgebissen hĂ€tte (vergleiche andere Werke wie die “Belagerungstrilogie” oder “Ardor Benn“).

So wird durch die Kabbeleien unserer Helden halt leider schnell deutlich, das sie sich am Ende doch irgendwie kriegen werden. Eigentlich lieben sie sich ja und eigentlich sind all die Hinweise auf des Prinzen große Liebe in Wahrheit gen Violet gemĂŒnzt. Diese Konstellation fĂŒhrt dann auch dazu, das vor allem in spĂ€teren Szenen einiges schon etwas konstruiert wirkt. So werfen sie sich immer lieber erstmal Beleidigungen an den Kopf, wobei man sich als Leser des Öfteren denkt, wenn sie miteinander geredet hĂ€tten, hĂ€tten sie das viel leichter auflösen können. Selbst am Ende, als die beiden quasi schon von ihren GefĂŒhlen wissen und sich angenĂ€hert haben, fahren sie diese Schiene noch (und verdammen sich dabei fast zum Tode). Das ist etwas schade, hat man so doch bis kurz vor Schluss etwas das GefĂŒhl, die Charakterentwicklung geht nur langsam vonstatten.

Hinzu kommt, das gerade beim Worldbuilding auch ein großes Defizit herrscht. Ja, man erfĂ€hrt ein paar HintergrĂŒnde, es gibt Magie und Feen und einiges mehr, aber auch das lĂ€uft, wie die politischen StrĂ€nge und die Verwicklungen mit anderen Königreichen, eher nebenher ab. Man mag nun einwerfen, es ist eben ein Liebesroman und man braucht oder sollte hier keinen Politthriller im Fantasygewand lesen. Das ist so gesehen auch richtig, wĂ€ren an dieser Stelle nicht viele der erwĂ€hnten Punkte etwas Klischeehaft und vorhersehbar. Das mag fĂŒr Leute, die einen derartigen Roman zum ersten Mal lesen, noch gut funktionieren – und man muss zugute halten es sind druchaus schöne Szenen dabei – aber wenn man mal 5000+ BĂŒcher gelesen hat (wie ich) fĂ€llt einem so etwas leider verstĂ€rkt auf.

Durch die Fokussierung auf die beiden Hauptcharaktere leider allerdings auch die anderen Protagonisten. Klar, es gibt da noch einige andere, wie etwa Camilla, die ab und an im Rampenlicht stehen, aber man erfĂ€hrt ĂŒber sie und ihre HintergrĂŒnde halt zu wenig, um eine emotionale Bindung zu ihnen aufzubauen. Bestes Beispiel ist ein Charakter, ĂŒber den es am Ende eine kleine ĂŒberraschende EnthĂŒllung gibt. Und auch wenn besagte Person öfter mal zumindest “prĂ€sent” war, so hat man halt leider keinen Bezug zu ihm und die EnthĂŒllung verpufft wirkungslos.

Da ist der echte Bösewicht schon etwas anders (sprich: besser) aufgebaut, auch wenn auch sie im Großen und Ganzen etwas blass bleibt. Dennoch geht die Autorin hier den Schritt und wĂ€hlt ein bestenfalls nur “halbes” Happy End und lĂ€sst große Teile des bösen Plans aufgehen. Das ist in der Tat mal erfrischend anders, auch wenn es am Ende halt auch noch ein Ticken zu wenig ist. Trotzdem zieht die Geschichte auf den letzten Seiten merklich an.

Must Read

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Hier erhĂ€lt man eine Liebesgeschichte, worĂŒber man sich bewusst sein sollte, wenn man sich das Buch zulegt. Es ist jetzt keine Story auf Soap-Niveau und es gibt durchaus auch schöne Szenen zwischen den Kabbeleien der Protagonisten, allerdings ist die Geschichte halt auch nichts fĂŒr jedermann. Wer aber mal einen etwas leichtgĂ€ngigeren Roman lesen will, bei dem man nicht groß nachdenken und mitfiebern muss, der ist hier richtig.

BewertungsĂŒbersicht

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek BĂŒchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kĂŒrzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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Hier erhĂ€lt man eine Liebesgeschichte, worĂŒber man sich bewusst sein sollte, wenn man sich das Buch zulegt. Es ist jetzt keine Story auf Soap-Niveau und es gibt durchaus auch schöne Szenen zwischen den Kabbeleien der Protagonisten, allerdings ist die Geschichte halt auch nichts fĂŒr jedermann. Wer aber mal einen etwas leichtgĂ€ngigeren Roman lesen will, bei dem man nicht groß nachdenken und mitfiebern muss, der ist hier richtig.Rezension: "Violet Made of Thorns"
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