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Rezension: “Kann der Bordcomputer denken?”

Ein weiteres Sachbuch zu unserem Lieblingsfranchise, das sich mit der Technologie beschäftigt.

Inhalt (Klapppentext)

Roboter, Androiden und künstliche Intelligenzen – ohne sie wären die Reisen in die fernen Galaxien des Star Trek-Universums kaum vorstellbar. Als außerirdische Großrechner, fremde Sonden und Hologramme begegnen sie uns in unzähligen Varianten und spielen eine zentrale Rolle in den Abenteuern von Kirk, Picard und Co. Sie sind – wie der Android Data – unersetzbare Helfer, können aber auch – wie die Hyper-KI Control – zur großen Gefahr werden. Rebecca Haar, Expertin in der Betrachtung der Grenzen zwischen (Pop)Kultur und Technologie, betritt die ferne Galaxie des Transhumanismus bei Star Trek. Anhand ausgewählter Filme und Episoden beleuchtet sie das Leben, die Kunst und die kuriosen künstlichen Lebewesen, die uns zu Fragen über unsere Realität und das Menschsein an sich inspirieren.

Inhalt

„Kann der Bordcomputer denken?“ ist als ein Analysebuch zu verstehen und reiht sich in etwa ähnlich den letzten Reviews zu Julian Wanglers Büchern ein. Im Gegensatz zu erwähntem Buch, beschränkt sich dieses nicht auf eine Serie und nimmt diese auseinander, sondern stellt die gesamte Technikbandbreite dar.

Autorin Rebecca Haar kennt man vielleicht von ihren Vorträgen auf der Fedcon, in dem sie die hier dargelegten Themen bereits referiert hat. Oder aus Zeitschriften wie dem „Insider“, in dem die hier gezeigten Thematiken auch schon (teilweise) publiziert wurden. Man muss sich also, genau wie bei Kollegen Sülter und Wangler, die Frage stellen, ob sich das Buch noch lohnt, wenn man diese Sachen bereits kennt?

Persönlich war ich noch nie auf einem der FedCon-Vorträge, daher fehlt mir hier der „Live-Vergleich“. Das ist natürlich nicht schlimm und ja, in gewisser Weise ist eine Veröffentlichung als Buchform der eigenen Arbeit auch legitim. Daraus resultierende Implikationen kann ja jeder Selbst ziehen.

Doch zurück zum Topic des Buches. Wie erwähnt, werden hier zunächst die in Star Trek gezeigten, künstlichen Intelligenzen in den Vordergrund gestellt, gefolgt von den Androiden und anschließend den Holodecks. All diese Technologien behandeln auf gewisse Weise KIs bei Star Trek, wenn auch immer in anderer Form.

Der Übergang zwischen den einzelnen Abschnitten ist fließend, wobei vor allem der Bereich zu den Computern und Androiden etwa 200 Seiten einnimmt, der Holodeck-Part dann in den letzten 100 Seiten behandelt wird. Insgesamt wird jedem der drei Abschnitte also auch ein Drittel des Buches gewidmet.

Dadurch, dass man sich alle Serien zu Gemüte führt, ergibt sich ein anderer Ansatz als bei den eingangs erwähnten Kollegen. Hier kann man querbeet über alle Serien berichten und vergleichen, was auch genutzt wird. So stellt sich nie das Gefühl ein, eine Inhaltsangabe zu lesen. Das Buch ist dabei auf der Höhe der Zeit (sprich: Serien), denn es werden auch die Ereignisse der letzten Staffel „Picard“ oder die KI Zora aus „Discovery“ aufgegriffen. Aber auch andere Vergleiche werden herangezogen, wobei man natürlich bei den Androiden in TOS anfängt und sich dann weiter vorarbeitet. Ja, auch damals gab es schon Thematiken zur Empfindungsfähigkeit künstlicher Lebewesen.

Natürlich muss man auch hier etwas offen für derartige Analysen sein, die Thematiken KI und Roboter sind vielleicht nichts für jedermann. Das Buch ist im Schreibstil aber ebenso leicht zugänglich, wie die Analyse-Bücher des Kollegen Wangler. Wer also mit diesen etwas anfangen konnte, dürfte hier auch glücklich werden, wobei wir hier aber explizit NICHT direkt vergleichen wollen, dazu ist die Intention in beiden Büchern eine andere, weswegen wir es an dieser Stelle auch mit der Erwähnung der „Ähnlichkeiten“ bleiben lassen wollen. Allenfalls ein paar Absätze mehr hätten es schon sein dürfen, wirken die einzelnen Textabschnitte manchmal doch etwas viel bzw. überladen.

Die Thematiken selbst werden nachvollziehbar abgehandelt, regen aber mitunter nicht so stark zum Nachdenken an. Die herausgestellten Punkte, ab wann z.B. ein Hologramm empfindungsfähig ist, werden zwar dargelegt, aber das war es im Zweifel auch schon. Neue Impulse werden hier nicht gesetzt.

Dennoch, gelangweilt ist man nach der Lektüre auch nicht, da hier genau die richtige Dosierung des Analysegrads gefunden wurde. Das macht das Buch in sich rund.

Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

Die Betrachtung der einzelnen KI-Abschnitte der Star Trek-Serien funktioniert ganz gut, auch wenn es nicht ganz so zum Nachdenken anregt oder neue Impulse setzt, wie dies vielleicht beabsichtigt war. Unterm Strich muss man den Konzepten auch ein wenig was abgewinnen können, damit es interessant bleibt. Dann aber hat man mit dem Buch durchaus seinen Spaß.
Deutscher TitelKann der Bordcomputer denken?
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Die Betrachtung der einzelnen KI-Abschnitte der Star Trek-Serien funktioniert ganz gut, auch wenn es nicht ganz so zum Nachdenken anregt oder neue Impulse setzt, wie dies vielleicht beabsichtigt war. Unterm Strich muss man den Konzepten auch ein wenig was abgewinnen können, damit es interessant bleibt. Dann aber hat man mit dem Buch durchaus seinen Spaß.Rezension: "Kann der Bordcomputer denken?"
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