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Die Assassin’s Creed-Odyssee (Teil 20): Eine neue Erfahrung – “Assassin’s Creed: Nexus VR” (2023)

Es ist mal wieder soweit, der Assassin’s Creed-Marathon geht weiter.

Im mittlerweile 20.Teil der Assassin’s Creed-Reihe machen wir wieder einen kleinen Sprung und wagen uns in die VR-Welt. Es geht nämlich um “Nexus” – und zwar mit Spoilern.

Ja ich weiß, ich unterschlage an der Stelle ganze 4 Spiele, nämlich die Origins-Trilogie sowie Mirage, das erst letztes Jahr erschienen ist. Allerdings bin ich auf den VR-Zug aufgesprungen und habe mir eine Meta Quest 3 geholt – und das unter anderem wegen diesem Spiel.

Grund genug also, Nexus vorzuziehen und dem Teil eine Chance zu geben. Und keine Sorge, die anderen Spiele kommen natürlich auch noch irgendwann… versprochen.

Es ist VR!


Was zunächst auffällt, ist die verflucht gute Immersion. Kaum im Spiel, fühlt man sich wirklich in den Roben von Ezio heimisch. Sieht man an sich herunter, spürt man förmlich das Gewicht des Assassinenanzugs. Und dann ist da noch die versteckte Klinge – einfach wow. Wenn alle VR-Spiele so sind, ist da wirklich ein Mehrwert vorhanden.

Und ja, macht wirklich Pause, wenn das Spiel euch dazu auffordert. Die Dinger sind nicht für Langzeitspielen gedacht, das kann in der Tat schädlich sein.

Sogleich muss man ausprobieren, wie es ist, sich als Ezio zu bewegen – und da bekomme ich dann sofort die volle Portion Motion Sickness ab und hätte beinahe ad hoc gekotzt. Okay, also doch lieber auf die Teleportationssteuerung umgeschalten. Die funktioniert auch ganz gut und da gibt es die Probleme nicht. Zu meiner Verteidigung: Es wird mit jeder Sitzung besser.

Und ja, man muss es an dieser Stelle ganz klar sagen: Die Landschaften, durch die man sich bewegt, sind einfach atemberaubend. Gut, am Ende wiederholt sich alles, aber die immersive VR-Erfahrung sucht so sicher ihresgleichen. Grafikfehler oder Flimmern sucht man vergeblich (meist kommt das, wenn überhaupt, nur beim Laden vor). Okay, die Posen mancher besiegter Feinde sind auch noch witzig … aber diese kleineren Grafikfehler stören gar nicht.

Steuerung


Auch die VR-Steuerung läuft ganz gut von der Hand. Man interagiert mit den Gegenständen oder kämpft mit seiner Waffe oder der versteckten Klinge. Zumindest bei mir war das aber nicht so schnell, wie mit dem Gamepad am PC. Das ist an und für sich zwar kein Problem, da auch mit der Teleportationssteuerung ein schnelles Rennen möglich ist.

Allerdings gehören sich die Designer der Kletterpassagen durchaus teilweise geprügelt. Manche Wände kann man nur mit einer Kombo aus Sprung- und Griffpassagen überwinden. Eine Teleportation ist nicht möglich. Und wenn man halt etwas langsamer unterwegs ist, eben auch weil man wegen der Motion Sickness langsam klettert, wird das ganz schön schweißtreibend. Oder Trial and Error-Fluchend, um genau zu sein.

Hinzu kommen teils etwas nervige Minispiele, wie das Knacken von Schlössern, die viel zu lange aufhalten. Immerhin, die Objekte sind teilweise, etwa bei Kassandras Passagen, schön in die Interaktion eingebaut und dienen hier etwa als Schild. Im Großen und Ganzen ist es also schon in Ordnung. Überhaupt sind die Klettereinlagen auch wieder Serientypisch und funktionieren auch in der virtuellen Realität einfach super. Ein paar Abschnitte sind so gestaltet, das man mit Anlauf rennen muss. Da man in den Komfortfunktionen die Rennen-Funktion ausstellt, gibt es an solchen Stellen aber auch immer Kletterpassagen oder ähnliches, so das man auch so an diesen Stellen vorbeikommt.

Es wurde also viel dafür gemacht, das man sich in der VR-Umgebung wohl fühlt, was dem Spiel hoch anzurechnen ist (aber mitunter auch in anderen VR-Spielen vorkommt).

Sammelwut


Eines gleich vorweg: Die Sammelwut bisheriger Teile ist hier extrem abgeschwächt. Es gibt zwar noch in jedem Level Datenfragmente, die man suchen kann und die teilweise Verbesserungen oder die obligatorischen Texttafeln bringen, die Hintergrundinfos aufzeigen. Sie halten sich aber pro Level erfreulicherweise in Grenzen und sind selten mehr als fünf.

Wer nicht den ganzen Level durchsuchen will, um die Dinger abzugrasen, verpasst nicht viel. Man kann die ganze Geschichte auch ohne diese Bonusziele genießen – die sind hier also wirklich eher für Komplettisten gedacht. Große weitere Geheimpassagen gibt es also nicht. Auffallend wird das ganze im weiteren Spielverlauf dadurch, das in vielen Kisten einfach nur unnützer Plunder ist, den man durch die Gegend schmeißen kann, mit dem man aber nur wenig anfangen kann. Ein paar Charakterverbesserungen gibt es zwar, die sind aber eigentlich völlig unerheblich. Ihr verpasst also nichts, wenn ihr an den meisten Kisten, die Storytechnisch nicht notwendig sind, einfach vorbeischleicht.

Auch das Schlösser-Knacken-Minispiel ist zurück. Das ist zwar VR-technisch ganz gut umgesetzt, ist aber am Ende auch etwas nervig.

Die Story


Die Geschichte schlägt zunächst auch vertraute Bahnen ein. Es gilt mal wieder Isu-Artefakte zu jagen, dabei ist erneut ein Söldner diesmal (also du, der Spieler) bei Abstergo eingeschleust und macht im Animus rum. Dabei sind die seit Teil 2 vorhandenen Helden Shaun und Rebecca wieder mit dabei, welche quasi als Mentor dienen. Alte Hasen fühlen sich sofort heimisch und auch Neulinge werden gut herangeführt.

Auf Templer-Seite führt diesmal Dominika Wilk durch die Level (ist der Name Programm?). Wer die Dame erkennt: Im englischen Original ist das stimmlich Morena Baccarin und auch das CGI-Modell ist ihr nachempfunden. Ein durchaus netter Coup.

Im Animus schlüpft man zunächst in die Haut von Ezio, später noch Kassandra und Connor, wobei hier einige Lücken in der Story der Helden ausgenutzt werden. Während Ezio und Connor ja schon auserzählt sind, gibt es in der Reihenfolge, in der ich spiele, natürlich noch keine Berührungspunkte mit Kassandra aus Odyssey. Aber auch das ist nicht schlimm.

Der Kassandra-Part spielt zwar nach den Ereignissen des Hauptspiels Odyssey und es wird erwähnt, das Kassandra ihren Speer erhalten hat, aber das sind schon die einzigen kleineren Spoiler. Die Geschichte kann davon abgesehen unabhängig genossen werden. Das ist insofern gut, da sich Nexus auch wie die Fortsetzung der alten Reihe anfühlt und nicht wie der Sprung auf den Origins-Zug (von Kassandra eben mal abgesehen). Insofern war es gar nicht mal so verkehrt, als 20.Spiel der Reihe mit diesem hier weiterzumachen.

Aber machen wir uns nichts vor: Die eigentliche Story ist an der Stelle nicht neu oder innovativ. Wir begleiten alle drei Helden beim Kampf gegen Templer-Derivate und andere Gauner. Vor allem am Ende ist es dann doch etwas repetitiv und langweilig, wenn man immer wieder das Gleiche macht und halt einfach nur den Helden wechselt. Zugegeben, eigentlich macht man bisher auch immer in allen AC-Teilen das Gleiche (Rache an den Templern), aber es ist eben immer wieder gut und anders verpackt. Auch der Isu-Part. Durch den Wegfall der Sammelaufgaben spielt sich dieser Teil zwar deutlich flüssiger, man merkt aber auch schneller, wann der Story die Puste ausgeht.

Am Ende gibt es diesbezüglich zwar noch ein paar Abwechslungen, die durchaus was für sich haben, aber eben das Fett auch nicht mehr Wett machen. Wer sich noch an Assassin’s Creed III erinnert, der wird sich in der Animus-Struktur gleich wieder zurecht finden. Der Kampf gegen die Jäger ist dabei auch recht flott gemacht, im Gegensatz zu den leidlichen Bosskämpfen.

Zu denen kommen wir gleich. Die Kämpfe an und für sich sind dann doch recht einfach. Okay, man kann den Schwierigkeitsgrad anziehen, aber im Grunde läuft es auf Blocken und Zustechen hinaus, auch wenn es Attacken gibt, bei denen das nicht so einfach geht. Aber auch gegen etwas besser ausgerüstete Gegner kann man einfach schnell zustechen und punkten. So war es für mich überhaupt kein Problem, Reihen von Gegnern auszuschalten. Lediglich wenns dann doch zuviele sind, die mit Schusswaffen ankommen, wirds problematisch.

Anders sieht es bei den Bosskämpfen aus. Hier bekommt jeder der drei Helden, Ezio, Kassandra und Connor, einen spendiert. Während der von Ezio noch relativ leicht um die Ecke zu bringen ist, ist vor allem Kritias bei Kassandra ein derart schwerer Brocken, das ich den Designer öfter verflucht habe. Da hing ich wirklich tagelang dran und da muss dann auch jeder Block und jeder Treffer sitzen. Auch der bei Connor schlägt in die gleiche Kerbe. Ein schnelles Nachforschen im Internet bringt die Lösung: Nimm einfach Pfeil und Bogen und Schieß sie über den Haufen. Nett gedacht, leider waren die Bosse so schnell, das ich sie trotzdem im Waffenkampf besiegen musste. Entweder wurde das gefixt oder ich werde zu alt— äh langsam für solche Games.

Worauf ich an der Stelle hinaus will: Schleichen ist zwar schön, aber wer es kann, darf auch metzeln – was natürlich etwas an die Anfänge der Reihe erinnert, wo man einfach alles niedermähen konnte. Aber hey, wir wollen ja hier auf der klassischen Schiene fahren, von daher passt das schon.

Das Ende bietet darüber hinaus auch noch einen kleinen Twist, oder sagen wir es so: kein Happy End. Ja, an dieser Stelle wird gespoilert, ihr seid also hiermit gewarnt. Denn der Spieler überlebt das Spiel nicht und wird am Ende umgebracht. Und ob man von Domenika und der Maschine zur Weissagung der Zukunft nochmal was hört? Das wird die Zukunft zeigen…

Fazit

Das Spiel bietet eine einzigartige VR-Erfahrung. Man fühlt sich wirklich, als wäre man in der Haut eines Assassinen, wenn man mit der versteckten Klinge von oben auf seine Gegner springt. Schleichen gibt es zwar auch, man kann sich aber einfach auch durchmetzeln. Die Story beinhaltet eine altbekannte Isu-Artefaktjagd, ist vielleicht auch nicht das Gelbe vom Ei, vor allem, da die Passagen – Ziele ausschalten, in Häuser eindringen – am Ende repetitiv sind. Aber hier geht es um die virtuelle Erfahrung und die ist einfach grandios.

Und wie geht es weiter? Leider hat Ubisoft weiteren VR-Titeln eine Absage erteilt, da die Verkaufszahlen nicht so berauschend waren. Das ist schade, aber liegt vermutlich auch an der wenigen Verbreitung von VR-Titeln. Bleibt zu hoffen, dass sich das noch ändert und es auch künftig weitere AAA-Titel für VR-Brillen gibt.

Bewertung

Wertungsspiegel

Im Wertungsspiegel schlägt sich “Nexus” gar nicht schlecht, aber VR ist ja auch eine besondere Erfahrung.

Die Assassin's Creed-Odyssee (Teil 20): Eine neue Erfahrung - "Assassin's Creed: Nexus VR" (2023) 1

Von der Spielzeit her liegen wir mit 14 Stunden 47 Minuten (aufgerundet: 15) im normalen Mittelfeld. Aber es ist ja auch kein großer Open World-Storyteil wie einer der Anderen Teile. Es geht aber eindeutig wieder aufwärts nach den Chronicle-Teilen.

Die Assassin's Creed-Odyssee (Teil 20): Eine neue Erfahrung - "Assassin's Creed: Nexus VR" (2023) 2

Reiserouten

Hier haben wir gleich drei Charaktere, deren Reiserouten wir uns anschauen müssen:

Ezio reist von Florenz nach Monteriggioni, weiter nach Venedig und San Michele. Das sind etwa 50 Stunden via Pferd und 365 km.

Connor hat es da leichter, da sich seine Szenen nur an zwei Locations abspielen: Boston und Newport. Das sind mit dem Pferd etwa 4-5 Stunden und eine Entfernung von 107 km.

Kassandra reist von Delos nach Athen und dort weiter nach Munychia. Das sind etwa 10 Pferdesstunden und eine Entfernung von 187 km – wenn man viel Zeit als Schwimmer einberechnet.

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Insgesamt macht das 659 Kilometer. Nach “Russia” geht es also wieder abwärts.

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Hier die weiteren Assassin’s Creed-Artikel in unserer Rückblick-Reihe:

Teil 19: Chronicles – Russia
Teil 18: Mittelteil – Chronicles: India
Teil 17: Zurück zum Mobilen – Rebellion
Teil 16.5: Intermezzo – Die verlorenen Spiele
Teil 16: Zurück zu alten Stärken – Syndicate
Teil 15: Mal was Neues – Chronicles: China
Teil 14.5: Intermezzo – Die Filme
Teil 14: Das schlechteste Assassin’s Creed – Unity
Teil 13: Schiffbruch im Fahrwasser des großen Bruders – Rogue
Teil 12: Das beliebteste Assassin’s Creed – Black Flag
Teil 11: Wir schnuppern zum ersten Mal warme Seeluft – Pirates
Teil 10: Mobiles Metzeln – Identity
Teil 9: Eine weibliche Heldin – Liberation
Teil 8: Aufbruch in die neue Welt – Assassin’s Creed 3
Teil 7: Ein erster Knick – Revelations
Teil 6: Es wird weiter perfektioniert – Brotherhood
Teil 5: Assassin’s Creed 2
Teil 4: Auf den Spuren von Sonic – Discovery
Teil 3: Auf dem Weg zur Ubisoft-Formel – Bloodlines
Teil 2: Vor dem Spiel, ist nach dem Spiel – Prequel-Wahn mit Altair’s Chronicles
Teil 1: Ein holpriger Start – Das erste Assassin’s Creed

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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