Nach den diversen Kurzrezensionen gibt es diesmal eine vollwertige Rezension zu einem W40K-Roman.
Inhalt (Klappentext)
Entbehrung und harte Arbeit sind der Lohn für die Schwäche der Makropole. Niemand ist ohne Schuld. Der planetare Gouverneur ist gestürzt und nach einem skandalösen Verrat abgesetzt. Das Adeptus Arbites durchstreift die im Rauch erstickenden Zontalen und Vertiken, spürt Verräter auf und vollstreckt gnadenlos das Gesetz des Imperiums.
Als eine neue Gouverneurin von außerhalb ernannt wird, schwankt die Makropole zwischen Ordnung und Anarchie. Gerüchte über eine Rebellion verbreiten sich von den Höhen des Gürtels bis hinab in die Tiefen des Neg. Rivalisierende Gangs nutzen die Gelegenheit und kämpfen um Territorien, während sich verbotene Kulte aus den Schatten wagen.
Doch unbemerkt von allen lauert eine noch schrecklichere Gefahr in der Dunkelheit.
Möge dein Licht lange scheinen, Pilger. Wenn der Imperator beschützt, kommen wir vielleicht mit dem Leben davon.
Kritik
Dan Abnett hat ja schon einige Romane zu W40K geschrieben und selbst ich habe damals, vor 20 Jahren, mit seiner Gaunts Geister bzw. Eisenhorn-Reihe angefangen. Mir Makropole kehren wir nun also zurück in eine dunkle Stadt, die eben auch gut darstellt, wie das LEben im 41. (bzw. inzwischen 42.) Jahrtausend so ist. Denn storytechnisch begeben wir uns (wie üblich zu keiner vordefinierten Zeit) in eine Makropole (wer hätts gedacht!). Das sind riesige Mega Cities, die so ähnlich aussehen wie auf dem Bild. Im Grunde also Wolkenkratzer mit vielen unterirdischen Ebenen, in denen auch das meiste passiert (wir sind ja hier in der Dark Future). Also in etwa das Coruscant von 40K.
Dementsprechend ist die Sprache hier auch leicht anders als in anderen Büchern und es gibt noch mehr Fachbegriffe als zuvor. Das kann Neulinge schon leicht überfordern, aber man gewöhnt sich eigentlich recht schnell dran und muss auch nicht alles verstehen. Generell ist die Weiterentwicklung, auch der Sprache, aber durchaus gelungen und passt zum Setting. Nach einem 10-jährigen Krieg mit der Nachbarmakropole – ja, Menschen bekriegen auch Menschen, oder wie sagt es einer der Charaktere hier so treffend: es gibt eigentlich nur Krieg da draußen. Übrigens ist die Szene, in der dies gesagt wird, gut gelungen. Hier erzählt ein Soldat quasi, wie er ständig auf anderen Planeten aber immer nur gegen andere Menschen gekämpft. Xenos, also Aliens, seien ein Gerücht. Das ist nämlich durchaus zutreffend, das manche, welche Xenos gesehen haben, einfach erschossen werden, schon allein, weil man “Verseuchung” vermutet. Darüber hinaus gibt es für alle Eingeweihten weitere Easter Eggs, wie etwa Straßennamen wie “Primarchen-Chausee” – nett.
Wo war ich? Ach ja, nach 10 Jahren Krieg kommt eine neue Gouverneurin, nachdem der alte effektiv abgesetzt..äh erschossen wurde wegen eben jenes Versagens im Krieg. Dabei werden die Charaktere der Reihe nach vorgestellt und man springt von Schauplatz zu Schauplatz. Generell ist es gut, damit man in das Setting (das ja eh von Roman zu Roman wechselt) schnell hineingezogen wird, es werden hier aber fast schon zuviele Charaktere in den Ring geworfen. Vor allem: wer wird am Ende noch wichtig sein und wer nur eine Randfigur? Ein erster Kratzer an der Fassade also.
Die vielen Protagonisten legen sich im weiteren Verlauf der Handlung etwas, denn irgendwann hat man, zumindest die meisten, “intus” und kommt mit den vielen Sprüngen klar. Dann kann man die Verschwörung viel besser genießen und auch, dass Aphra (kommt die aus Star Wars?) als neue Domne der Stadt durchaus was drauf hat. Das ist dann auch positiv anzumerken, denn der Roman endet nicht im Warhammer-typischen Schlachtengemetzel, sondern beschreibt von vorne bis hinten quasi politische Intrigen (okay, das eher oberflächlich) und Hintergründe in der benannten Makropole. Das ist schön anders als die üblichen Warhammer-Bücher und immerhin muss man auf Action nicht verzichten, zumindest ein bisschen Ballerei gibt es in den später ausbrechenden Aufständen.
Auch das ist gut eingeflochten, vor allem, weil die Bewohner der Makropole halt keinerlei Einsichten darüber haben, was außerhalb ihrer kleinen Welt vorgeht. Ob da im zweiten Band mit großer Wucht etwas zuschlagen wird? Denn was hier auch noch in den Tiefen der Stadt vorgeht, riecht ganz nach einem Symbiontenkult und damit den Tyraniden. Nun, mal sehen, ob ich recht habe in Band 2, denn der Band endet hier etwas abrupt, fast so, als ob man für den deutschen Markt mal wieder zweigeteilt hätte. So oder so, das ist dann auch etwas das Manko der Geschichte, denn als Warhammer-Fan hat man sowas halt schon gelesen bzw. kann hier was ahnen.
Auch fehlt mir ein klein wenig mehr vom drumherum. Wir sind hier immer in der Makropole, in der “Kuppel”, und was ist mit der Welt außerhalb? Wie fliegt man in so eine Stadt eigentlich rein? Alles Sachen, die mich noch interessiert hätten, die hier aber links liegen gelassen werden, auch wenn das vielleicht Meckern auf hohem Niveau ist.





