Nicht nur Warhammer liegt auf Toms Pile of Shame, auch einen Haufen Star Wars-Bücher. Zeit für eine zweite Runde an Kurzrezensionen.
Mace Windu – Der Glasplanet
Vermutlich einer der schlechtesten Star Wars Romane überhaupt. Grundsätzlich ist ein Roman zu Mace Windu sicher nicht verkehrt, hier wird seine letzte Reise für Qui-gon aber schon sehr in die Länge gezogen, was zu ebenso viel Langeweile führt.
Kampfszenen machen auch einen Großteil des Buches aus, die sind aber recht kurz und schnell vorbei – und daher leider ebenso langweilig, wie der Rest. Auch die Handlung hat jede Menge Lücken. So wird Mace einmal etwa gefangen genommen und flieht auf dieselbe Weise, mit der er nur wenige Seiten vorher andere Gefangene befreit hat – gähn.
Die Bösewichter haben immer Scheu davor, einander anzugreifen, als es aber doch soweit ist, sind die Kampfhandlungen wieder sehr kurz und die Sache gleich vorbei – da hätte man das alles auch schon früher und effektiver tun können, zumal Mace’ Plan dann so eh nicht fruchtet. Hinzu kommen Anwandlungen von Untoten und anderen Genres, die nicht so recht passen wollen. Und der Hauptbösewicht bleibt sowieso blass und regiert nur irrational.
Immerhin: ein Klischee wird nicht bedient. Mace verliebt sich und die Frau überlebt, statt zu sterben. Ein Happy End gibt es nur nicht, weil Mace’ Verpflichtung gegenüber den Jedi schwerer wiegt. Naja… bloß die Finger weg davon!
The Acolyte: Die Suchende
Die Vorgeschichte zur Serie, Take 2. Diesmal gehts um Vern und Indara, deren Rollen ja nicht so gross waren. Dementsprechend spielt die Vorgeschichte auch einige Jahre vor der Serie und ist von Veteranin Justina Ireland. Dementsprechend gibt es eine Menge Anspielungen auf die Hohe Republik. Die sind aber etwas enttäuschend, denn über den Ausgang wird kein Wort verloren, wohl auch um die anderen Romane nicht zu spoilern.
Leider verliert die Story sich im Verlauf auch etwas. Zunächt treffen Indara und Vern ja aufeinander, und beide sind offensichtlich schnell scharf aufeinander, was sich aber sogleich wieder verliert, fast als wäre von oben ein Riegel vorgeschoben worden.
Auch die Detektivgeschichte um neue Anti-Jedi-Waffen verliert sich nach einiger Zeit in Belanglosigkeiten. Am Ende wirkt es fast so, als wären die Seiten ausgegangen. Das Finale ist überhastet, es wird noch ein finaler Oberbösewicht aus dem Ärmel geschüttelt, von dem man nichts gehört hatte bis dato und der nach drei Seiten dann auch schon wieder erledigt ist. So kann man natürlich auch die spannenden Ansätze abwürgen.
Erwähnenswert ist noch, dass die Kapitel um Vern in der Ich-Perspektive geschrieben sind, was uns tiefere Einblicke gewährt. Das reißt die Story aber auch nicht mehr rum, denn die Story kann man unterm Strich getrost auslassen.
Die Prüfungen der Jedi
Das Finale der Hohen Republik. Gut ist, das man eigentlich keine Vorkenntnisse braucht, da alles zu Beginn nochmal erklärt wird. Wenn man die ganzen Ergänzungsbände kennt (mir fehlen noch zwei Adventures-Bände) gut, ansonsten aber nicht schlimm.
Das wars dann aber auch schon mit dem Positiven. Okay, es muss in diesem Band alles zuende gebracht werden, aber das, was vorher aufgebaut wurde, endet hier nunmal recht unspektakulär. Die Nihil werden nicht besiegt, weil man sie im Kampf stellt, sondern weil Marchion Ro entscheidet, sie zu vernichten.
Kann man machen und es gibt Wahnsinnige, die die ganze Galaxis brennen sehen wollen (Joker lässt grüßen), ist aber nach dem, was aufgebaut wurde, eine eher enttäuschende Wendung.
Damit könnte man vielleicht noch leben, wenn nicht die Auflösung der Sache um die Namenlosen und die Verderbnis in derart mystische Gefilde abdriftet, das es schon eher Akte X denn Star Wars ist. Ja, es gab auch virher Machtphänomene, aber eine Art Zwischenwelt (die Essenz der Macht, wenn man so will) in der alles zusmamenläuft und die im Gleichgewicht gehalten werden muss… das ist einfach zuviel des Guten. Das hat man in den Legends mit Abeloth (und Mortis) schon besser hingekriegt.
Da lässt es einen dann halt auch kalt, dass sich zwei bekanne Charaktere am Ende opfern, um eben jenes Gleichgewicht zu wahren. Hinzu kommen Nebenschauplätze mit Charakteren, die man nicht kennt und die halt aufzeigen sollen, was mit der Verderbnis so abgeht (bzw. diese geheilt wird), leider zünden auch die nicht, da man zu diesen keinerlei Bezug hat und sie eher als Füller gesetzt sind, um zu zeigen, was in der Galaxis sonst so passiert – und das merkt man halt.
Vor allem bleibt einiges so, dass man es wieder aufgreifen könnte. Vernichtung der Galaxis in Zukunft irgendwer? Gerne. Klar, es wird alles super geheim gehalten und es wissen am Ende nur noch eine handvoll Personen davon, aber wenn man es braucht, wirds halt wieder hervorgekramt. Palpatine in Episode IX lässt grüßen.
So bleibt unterm Strich leider ein sehr enttäsuchendes Ende, das in keiner Hinsicht den hohen aufgebauten Erwartungen gerecht werden kann. Scheinbar hat man selbst nicht genau gewusst, wie man die überlegenen Nihil am Ende besiegt und greift deswegen in mythisches Machtgeschwurbel hinab. Schade, vor allem, da die Hohe Republik wirklich mal sehr gut gestartet war.
Die letzte Ordnung
Ein Roman, der mal nach Episode IX spielt – oder zumindest teilweise, denn schnell springt man einige Jahre zurück, um die Ausbildung der Sturmtruppen zu zeigen. Die große Rahmenhandlung ist also nur Makulatir – und leider erhält man auch keinerlei Ansatzpunkte, wann genau nun die Ereignisse spielen.
Immerhin sehen wir aber so, wie Finn und Jannah an der Ersten Ordnung zu zweifeln beginnen, dabei ist Jannahs Kampf bzw. Weigerung, sich an Massakern zu beteiligen, noch der interessantere und nachvollziehbarste. Finn agiert über weite Strecken etwas dämlich und man hat fast den Eindruck, einer Art Komödie beizuwohnen oder wie er so durchs Leben stolpert.
Das wird gegen Ende etwas besser, trotzdem bleibt die Geschichte weit hinter der anderen zurück, zumal ich mir bei den ständigen Wechseln zwischen den drei Zeitebenen schon etwas schwer tat.
Das Ende, dann wieder ind er Haupt-Rahmenhandlung angesiedelt, bringt eine nette Erkenntnis, nämlich das man auch Bösewichter zum Umdenken (und letztlich Verzeihen) bringen kann – mehr aber auch hier nicht.
Unterm Strich bleibt ein “ganz nett”, aber auch dieser Roman bringt halt keine große Geschichten hervor oder die Galaxis groß voran,w eswegen er sich schon irgendwie in den Einheitsbrei der letzten Jahre einreiht. Aber für die schnelle Unterhaltung zwischendurch okay.
Bad Batch – Die Zuflucht
Ich bin kein Fan der Schadencharge, wie die Bad Batch auf Deutsch heißt, und auch die Animationsserie hat mich, trotz einiger guter Folgen, weitgehend kalt gelassen. Nun also ein Roman, der zum Glück eine eigenständige Story erzählt und davon handelt, wie man die Basis auf Pabu wieder repariert.
Leider hat man hier das Gefühl, irgendwie dann doch in der Zeichentrickserie verankert zu sein. Wrecker schmeisst weiterhin mit Speedern um sich und auch sonst schießen die Bösewichter aus nächster Nähe grundsätzlich immer vorbei, während die Helden treffen. Und hier zeigt sich wiedermal: was auf der Mattscheibe funktioniert, tut es nunmal nicht unbedingt auch schriftlich. Ähnliches gab es ja schon mal in einem Comic, in dem ein Devarionianer ein ganzes Schiff hochhob…
Immerhin, die Story fängt ja noch ganz gut an, verliert sich dann aber in der üblichen Katz- und Maus-Hatz. Ja, es ist bezeichnend, dass die beiden hier eingeführten Bösewichter, die ständig miteinander im Clinch liegen und sich streiten, interessanter sind, als die Story um das Bad Batch an sich. Da man von denen nichts weiter gehört hat, ist natürlich klar, welches Schicksal die beiden letztlich ereilen wird.
Immerhin hat man bei Sohi darauf verzichtet und sie nicht über die Klippe springen lassen. Das verfehlt zwar den dramatischen Höhepunkt, umschifft aber immerhin dieses Klischee. Am Ende gelingt den Bad Batch alles allerdings fast schon wieder zu leicht. Eher was für sehr seichte Berieselung zwischendurch.
Outlaws – Low Red Moon
Die Vorgeschichte zum Spiel, okay, zumindest in gewisser Weise, da es nur um die Begleitcharaktere und nicht um den Main-Charakter aus dem Spiel geht. Das macht abr nichts, denn die Geschichte reißt vom ersten Moment an mit.
Das liegt vor allem daran, dass es diesmal nicht um die Jedi oder das große Ganze in der Galaxis geht, sondern vorrangig um eine kleine Firma, die quasi beim Aufstieg des Imperiums unter die Räder gerät. Jaylen wird quasi ein Verbrecher und das schlägt sich auch in der Geschichte nieder. Hier geht es schmutziger zu, als in anderen Teilen des Universums, denn auch vor Mord schreckt er nicht zurück.
Dabei kommt die besondere Dynamik zwischen ihm und ND-5 sehr gut zum Tragen und es kommt zu einigen guten Buddy-Momenten – das kennt man ja. Fast schon schade, dass sich die Beziehung der beiden am Ende dreht (und es letztlich wohl erst im Spiel selbst aufgelöst wird).
Und ja, dass der böse Bruder hinter allem steckt, ist für jeden Leser nach mehreren Seiten offensichtlich, immerhin wird er massiv gemobbt. Es ist zudem auffällig, wie jedesmal, wenn Jaylen herauszufinden droht, wer hinter dem Massaker steckt, “zufällig” etwas anderes passiert, dass ihm die Identität des Bösewichts dann eben doch nicht enthüllen lässt. Das kommt erst wenige Seiten vor Schluss und ist gerade deswegen der am wenigsten gelungene Part (auch diese Story wird dann erst final im Spiel aufgelöst). A
Ansonsten gibt es noch Gastauftritte einiger bekannter Star Wars-Charaktere aus der neuen Ära. Eindeutig eines der besseren Bücher.
Bonus: Perry Rhodan 1-5
Und weils so schön ist, gibt es an der Stelle eine Bonusrezension der ersten 5 Perry Rhodan-Bände (bzw des ersten Silberbandes). Während meine Frau die Geschichten ja häufiger liest (wenn auch nicht regelmäßig) habe ich mich immer gesträubt, damit anzufangen. Zumindest bis jetzt. Und als Komplettist will ich natürlich wenn dann von vorne anfangen und… nun was soll ich sagen, die Geschichte hat auch heute noch eine gewisse Relevanz. Vor allem ist die Story immer noch mitreißend geschrieben.
Klar, über ein paar Sachen, die man sich damals in der Zukunft so vorgestellt hat, muss man heute den Kopf schütteln und die Mondlandung war halt nunmal nicht 1971, aber darüber kann man hinwegsehen, es ist eben das Perryversum. Was aber viel interessanter ist, und weswegen diese Rezi hier auftaucht: Nicht nur Perry arbeitet an einer vereinten Welt, er erhält auch Hilfe von unterschiedlichen Menschen, die alle an eine Vision einer vereinten Menschheit glauben. Und das 5 Jahre, bevor Star Trek erschienen ist! Irgendwie spüre ich hier mehr als sonst wo den alten Geist von Trek, den wir solange vermisst haben (ob Roddenberry aus PR Inspirationen zog?).
Okay, die Mutantensache hätte ich jetzt nicht gebraucht, vor allem, da Atomkraft nicht SO funktioniert, aber auch das gehört halt zu den Eigenarten der damaligen Zeit. Auf jeden Fall werde ich hier am Ball bleiben!











@Thomas Götz: Du solltest es unbedingt mal mit Neo versuchen! Die Version gefällt mir pers. tatsächlich um längen besser, weil moderner konzipiert und auch irgendwie besser geschrieben. Zeitweise hab ich die Hefte tatsächlich regelrecht hintereinander weg verschlungen und ich würde sagen, die Portion ST die da mit unter drin steckt, könnte dir eventuell, wenns dir annähernd so geht wie mir, das Herz aufgehen lassen! Wäre definitiv eine Rezension hier wert!
Ja, Neo steht auch auf meiner Liste. Da wollt ich aber warten bis ich bei PR Classic ein wenig weiter bin, da ich die Handlungen gern der Reihe nach lese. (Ich weiss ist bestenfalls “ähnlich” aber trotzdem ;), da kommt der Komplettist bei mir durch.
Aber ich sehe schon, wenn ich alle 30xx Bände nachholen will bin ich beschäftigt.. Dabei liegen hier doch noch 80 W40K Bücher rum.. seufz.
Aber ich hab mir fast schon gedacht dass PErry eine eigene “Rezensionssparte” verdient hätte 🙂
Gruß
Tom