Alle Jahre wieder. Auch dieses Jahr werfen wir einen Blick auf die aktuelle FedCon, im zweiten Teil bereits mit den Panels.
Wie immer gilt, dass wir hier nicht alles mitbekommen haben und das ganze eher als eine Art Querschnitt zu betrachten ist. Auch wurden wieder eher uninteressante Fragen (Wie, was ist dein Lieblingsmusiker?) herausgefiltert. Wie immer gilt, es wurde nach bestem Wissen und Gewissen “übersetzt”.
Jess Bush (Schwester Chapel / Strange New Worlds)
Vor ihrem Rollenantritt bei Star Trek hatte Jess keinerlei Erfahrung mit dem Franchise. Wie bei jedem Casting wurde ihr beim Vorsprechen ihre Rolle nicht genannt. Diese war nur Dr. Miller genannt worden und auch die Serie war streng geheim gehalten worden. Weitere Vorsprechen liefen über Zoom ab. Im Anschluss sah sie sich einige Folgen von TOS an, um ein Gefühl für Chapel zu bekommen. Allerdings wurde ihre Rolle komplett anders angelegt, als die von Majel Barrett gespielte, ängstliche Version (Majel Barrett war mit der Rolle von Chapel angeblich nie zufrieden).
Auch beim Kostüm konnte sie mitreden und sie überlegten sich einige Designs, bis es letztlich bei dem weißen Overall (inklusive Haaren, denn Jess’ Haare sind eigentlich braun) geblieben ist. Die Idee, Chapel bereits zu Beginn zu einer Doktorin zu machen, wurde allerdings fallen gelassen.
Das sie in “Weltraumabenteuerstunde (3×04)” auftrat, war eher Zufall, denn eigentlich war ihr Auftritt gar nicht vorgesehen. Es waren jedoch einige Leute krank und Jonathan Frakes suchte jemanden, der einspringen würde und so meldete sich Jess. Die Dialogzeilen der Episode sind zu einem Teil daher auch improvisiert gewesen.
In der vierten Staffel wird möglicherweise Chapels Bisexualität weiter erforscht. Ihr nächstes Projekt wird ein Film in Australien sein.
Sandro Rosta (Caleb / Starfleet Academy)
Sandro ist ein voller Sci-Fi und Fantasy-Fan. Herr der Ringe, Star Wars, Star Trek, steht alles bei ihm hoch im Kurs. Er würde sich sogar zuhause ein Bat’leth aufhängen.
Mit Star Trek ist er quasi aufgewachsen. Dank seinem Opa hatte er einige Spock-Aufkleber, die an seinem Schrank hingen und mit denen er aufgewachsen ist, noch bevor er wusste, wer Leonard Nimoy war. Bei seinem Onkel hat er die Serie dann immer geguckt. Daher freut es ihn natürlich besonders, Teil der Star Trek-Familie zu sein.
Zur zweiten Staffel, und wo Caleb enden wird, darf er natürlich nichts verraten. Wie alle Darsteller aus SFA ist er mit 26 Jahren noch relativ jung, hat aber von Holly Hunter beispielsweise auch viel gelernt. Natürlich war der Größenunterschied etwas befremdlich und die beiden haben sich einen Spaß daraus gemacht, immer miteinander zu flüstern und die Regisseure konnten nicht hören, was geschah. Tatiana Maslany sei ein ähnlicher Spaßvogel am Set, aber auch professionell, wenn es darauf ankommt.
Und ja, sein Oberkörper sieht wirklich so aus wie in der Serie, Sandro hatte bereits Anfang der 2020er fleißig trainiert.
Paul Wesley (Kirk / Strange New Worlds)
Paul ist nun schon seit 25 Jahren im Geschäft und kam gerde aus Italien direkt zur Con. Als er die Rolle von Kirk erhalten hat, war er genauso aufgeregt wie seine anderen Schauspielkollegen. Allerdings hat er von vorneherein seine eigene Herangehensweise gewählt und sich nicht zu sehr von seinen Vorgängern inspireren lassen. Anders als etwa bei seiner Stefan-Rolle in den Vampire Diaries war ihm aber durchaus bewusst, dass Kirk eine ikonische Rolle ist, in deren Fußstapfen man treten müsse.
Auch die Zukunft von ihm und Spock wird in den nächsten Staffeln thematisiert. Das erste Aufeinandertreffen war ja schon gezeigt worden, das haben die beiden (Ethan Peck/Spock) auch versucht, völlig unvoreingenommen zu spielen, da die Charaktere ja noch nichts von ihrer Zukunft wissen.
Dementsprechend wird auch das in den nächsten zwei Staffeln ausgebaut, sprich, der Weg zur Freundschaft von Kirk und Spock. Bisher war es ja eher so, das sie sich bis jetzt wie zwei normale Menschen getroffen hatten und man wollte da eher in eine neue Richtung gehen, wie sie J.J.Abrams in den Kelvin-Filmen gezeigt hat. Sprich: Es kann durchaus sein, das Kirk und Spock sich erstmal feindlich gegenüberstehen, bis sich die tiefe Freundschaft entwickelt. Hier dürfen wir auf jeden Fall gespannt sein, wie sich alles entwickelt, aber am Ende wird natürlich die Freundschaft stehen.
Auch Kirks Entwicklung wird in den kommenden beiden Staffeln weiter erforscht und auch bei ihm werden wir sehen, warum er lieber allein ist und nur für sein Schiff da. Es wird also eine Entwicklung hin zu TOS geschehen. Das wäre auch eine Entwicklung, der er gern in einer potentiellen “Year One”-Serie weiter nachgehen würde. Immerhin kommen Ende Staffel 5 auch Sulu und McCoy an Bord, und es wäre ja schade, wenn man da nicht weiter machen würde. Allerdings haben die Schauspieler keinen Einfluss darauf, diese Entscheidungen werden an anderer Stelle gefällt.
Was aber passieren wird ist, dass es bereits in Staffel 4 mehr Episoden geben wird, die eher wie TOS aufgebaut sind. Also die Crew bzw. einige Charaktere auf Planeten und dann ein paar Actionsequenzen. Derartige Szenen sind ihm auch am Liebsten, obwohl er auch Sachen wie “Weltraumabenteuerstunde” genossen hat. Er würde übrigens auch gerne mal mit seinem Kirk Charakter auf Riker und Picard treffen – einfach, weil er mal mit Patrick Stewart arbeiten möchte.
Bella Shepard (Genesis / Starfleet Academy)
Auch für Bella war es eine der ersten Cons, aber wie Sandro hat sie sogleich auf der Bühne einen selbstbewussten Eindruck gemacht.
Sie erzählte unter anderem vom Casting Prozess, der recht schnell vonstattenging. Sie hat ein paar Testaufnahmen eingesandt und wurde bereits wenige Tage später angerufen. Die Szenen, die sie spielen musste, waren das erste Aufeinandertreffen von Genesis und Darem sowie Genesis und Sam. Natürlich wusste auch sie nicht, dass es um Star Trek ging, da alles geheim gehalten wurde, aber sie hatte so eine Ahnung.
Nach einem Zoom-Meeting ging es dann gleich weiter mit einem Online-Zusammenspiel zwischen Kerrice (Sam), Darem (George) und ihr. Und wenige Zeit später hatte sie die Rolle.
Mit Star Trek ist sie aufgewachsen, da ihr Opa Fan war, allerdings hat sie erst wirklich ein paar Folgen geschaut, nachdem sie die Rolle hatte. Es hielt sich aber in Grenzen, da sie auch völlig unvorbelastet an die Rolle herangehen und die Figur selber entwickeln wollte. Dies betrifft etwa auch Szenen wie in Staffel 1, als sie Tarima aufpäppelte. Diese Szene wollten die beiden auch etwas realistischer gestalten, denn nur weil zwei Frauen auf denselben Kerl abfahren, machte das Tarima und Genesis ja nicht zu Feinden.
Sie hatte sogar Einfluß auf die Haare ihres Charakters, da sie mit einem Buch voller Frisuren beim Style-Department auftauchte, aus denen dann eine gewählt wurde. Die Sache mit den Babyfotos in den Endcredits von Season 1 kam von den Autoren. Jeder sollte ein paar Babybilder einschicken und es war dann für alle recht überraschend, welche es am Ende wurden.
In Season 2 wird es auch einen etwas größeren Fokus auf Genesis geben, denn sie wird eine Folge haben, die sich um sie und ihre Vergangenheit dreht (ein anderer Charakter ist da wohl auch dabei). Hier wird auch Genesis’ Vater in irgendeiner Form eine Rolle spielen. Weitere Details wollte sie nicht nennen bzw. durfte sie nicht.
Mit Holly Hunter hat sich sogar eine Art Kameradschaft entwickelt, da sie beide klein und blond sind und daher zusammenhalten müssen. Auf den Impact bzw. das Fandom, das ihr entgegenschlagen würde, wurde sie indirekt vom Studio vorbereitet. Ähnlich wie Paul Wesley hält sie sich aber von Kritiken (und auch dem Internet im allgemeinen) eher fern, auch wenn sie die negativen Reviews mitbekommen hat. Trotzdem sollte die Arbeit der Schauspieler aber gewürdigt werden.
Zoe Steiner (Tarima / Starfleet Academy)
Auch Zoe wusste nicht, für welche Rolle sie vorsprach, ähnlich wie bei ihren Kollegen. Sie sollte für einen Charakter namens Talia vorsprechen und sandte wie alle zunächst Aufnahmen ein, bevor dann in Zoom-Meetings die finalen Entscheidungen fielen. Das dauerte bei ihr aber über eine Woche, bis die Zusage kam. Ursprünglich hatte sie den Genesis-Part spielen wollen, bevor man ihr dann sagte, man wolle sie für Tarima haben.
Ihre Vorbereitung umfasste ein Rewatch von TNG. Tatsächlich hat sie sogar Marina Sirtis getroffen, denn sie war letztes Jahr bereits auf der Star Trek Cruise zu Gast. Ansonsten zählt sie im Cast zu den professionellen Sängern.
Celia Rose Gooding (Uhura / Strange New Worlds)
Celia kommt eigentlich von der Bühne, wohin sie auch nach 6 Jahren Strange New Worlds irgendwann wieder mal hin will. Leider hatte sie nie das Vergnügen, Nichelle Nichols zu treffen, aber sie studierte einige Interviews von ihr, um ein Gefühl für die Rolle zu kriegen. Zwar war auch ihr Vorsprechen unter einem Tarnnamen (Oboa), aber sie wusste immerhin, dass sie für einen Offizier für eine Star Trek-Serie vorsprach. Sie war natürlich ganz aus dem Häuschen, als sie erfiuhr, dass es Uhura war.
Auch bei ihren Haaren wurde es ihr selber überlassen, den Stil auszuwählen und so wählte sie, im eben erwähnten Geist von Nichelle, den natürlichen Look. Da sie es liebt, viele Knöpfe auf der Konsole zu drücken, ging immer viel zu Bruch (z.B. bei einem Gespräch zwischen Rebecca/Una und Anson/Pike, so dass es die Szene störte) so das man ihr schließlich verbot, eben das zu tun. In den späteren Seasons sitzt sie daher im Hintergrund und starrt eher nur auf ihre Knöpfe (da kann man drauf achten).
Neben Christina Chong ist sie eine der professionellen Sängerinnen in der Serie.
Christina Chong (La’an / Strange New Worlds)
Christina ist nicht nur Sängerin, sondern auch Tänzerin, denn daher kommt sie eigentlich Ausbildungstechnisch. Sie verbrachte sogar anderthalb Jahre in Essen, aber von ihrem Deutschkurs ist nichts hängen geblieben.
In den letzten beiden Seasons wird man mehr zu La’an und Spocks Beziehung erfahren (ihr Favorit), aber natürlich durfte sie hier nicht weiter spoilern. Wäre es nicht Spock, könnte sie sich sogar mit Ortegas anfreunden (Melissa Navia bemängelte in ihrem Panel, dass sie in Liebesgeschichten irgendwie komplett außen vor gelassen wurde in der Serie).
Christina spielte auch in britischen Produktionen mit, wo die Arbeitszeit mit 10 Stunden “human” ist, während man bei US-Produktionen, auch wenn sie in Torono gedreht werden, mit einem Minimum von 14 Stunden rechnen muss. Auch der Make-up-Prozess ist anders. In den USA gibt es zuerst das allgemeine Make-Up, Dauer: 30-60 Minuten, dann das Haar, ebenso in derselben Zeit (auch wenn man es irgendwann auf ca. 14 Minuten runterdrücken konnte). In Großbrittannien macht man alles auf einmal und das in 30 Minuten. Deswegen wird vielen britischen Produktionen, auch mangels geringerem Budget, ein etwas schäbigerer Look vorgeworfen, dabei ist es halt nur anders.
George Hawkins (Darem / Starfleet Academy)
“You guys know how to party”. Damit reicht sich George in die Meinung vieler anderer (Magic Con)-Schauspieler ein. Ein “Kindernotfall” verhinderte das weitere Mitdokumentieren des Panels. Aber er rockt auf jedenfall ebenso wie seine Kollegen aus SFA die Bühne und jeder sollte ihn sich ansehen, wenn man die Gelegenheit dazu hat.
Strange New Worlds Cast
Ein Großteil des Panels bestand ehr aus witzigen Fragen, über schottische Akzente oder mit welchen Tieren man sich vergleichen würde. Insgesamt hatten die Darsteller eine Menge Spaß dabei. Am interessantesten war zweifellos die Anmerkung von Melissa Navia, dass man über die Uniformunterschiede von SNW zu TOS geredet habe und dafür noch eine Erklärung kommen wird.
Starfleet Academy Cast
Auch der Academy-Cast hatte sichtlich Spaß, auch hier wieder mit dem “Tierspiel”. Zu Starfleet Academy gab es eher wenig Neuigkeiten, das Panel lebte vom lebhaften Talk und der Interaktion mit den Fans – und war durchaus unterhaltsam. Der Cast kann sich aber vorstelle, auch künftig an weiteren Star Trek-Projekten zu arbeiten. So fände Sandro es spannedn, wen Caleb zwar weiter den Statuen der UFP folgt, aber vielleicht mit ihnen bricht, um wieder zurückzukehren. Tarima sollte ihr diplomatisches Geschick ausbauen, während Darem und Genesis in der Kommandoebene landen würden. Und mehr Betazed geht natürlich auch immer.
Tim Russ (Tuvok / Picard)
Tim Russ präsentierte unter anderem seine musikalische Seite. Bei “Voyager” hatte er das Glück, eine gute Episode (Living Witness) für seine Regiearbeit zu bekommen. Er tritt generell in Projekten, bei denen er Regie führt, nicht zuzätzlich vor der Kamera auf, da er das ganze zu kompliziert findet.
Tim ist sehr an Astronomie interessiert und hat auch bereits der NASA mit Beobachtungen durch ein Teleskop geholfen.
Frühere FedCon Artikel im Archiv:
FedCon 33 (2025) – Die fluffige Con
FedCon 32 (2024) – Die ruhige Con
FedCon 31 (2023) – Die überladene Con
FedCon 30 (2022) – Die Anniversary-Con











