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Henning Koonert (hk)10.11.13

Nach beleidigender Fan-Schelte: Orci reumütig

"Star Trek"-Drehbuchautor Roberto Orci zeigte sich vor kurzem äußerst dünnhäutig und reagierte öffentlich mit harschen Worten auf einen vielbeachteten Artikel aus dem Fandom. Inzwischen zeigt er sich geläutert.

"Ich lag falsch in meiner Beurteilung darin, wie die Zuschauer immer Recht haben. [...] Wenn dem Publikum ein Film nicht gefällt, hat es Recht." Zerknirscht gestand Roberto Orci vergangene Woche im Interview mit Moviepilot ein, dass er sich falsch verhalten hat. Was war passiert?

Die Geschichte nahm ihren Ausgang mit einem im Fandom viel beachteten Artikel von Joseph Dickerson. Der Leitartikel unter der Überschrift "'Star Trek' liegt in Trümmern" erschien im Original Anfang September auf TrekMovie.com und in deutscher Übersetzung hier beim TrekZone Network. In seinem Text legt Dickerson dar, wie "Star Trek" sich seiner Meinung nach mit der Ära der Abrams-Blockbuster-Filme weit von seinen Ursprüngen entfernt hat und er rechnet mit den Mängeln der beiden neusten Kinofilme ab.

In die daraus entstandene, kontrovers geführte Diskussion schaltete sich auch Roberto Orci direkt ein. Wie in der Vergangenheit schon des Öfteren nutzte er die Kommentarfunktion bei TrekMovie, um seine Meinung darzulegen – und die hatte es diesmal in sich:

"Ich denke, der Artikel hier entspricht einem Kind, das gegen seine Eltern aufbegehrt. Das macht das Zuhören für einige nicht leicht, aber da ich ein liebender Elternteil bin, lese ich diese Kommentare ohne Groll oder Ärger, wie fehlgeleitet sie auch daherkommen mögen. Dennoch kann man 'Star Trek' nach den beiden größten Filmen hintereinander, die die besten Kritiken bekommen haben, kaum als 'in Trümmern' bezeichnen. Ehrlich gesagt fällt es mir aufgrund deines Tonfalls und deiner Attitüde schwer, die möglicherweise ansonsten vernünftigen Vorschläge für die Zukunft ernst zu nehmen. Tut mir leid, Joseph. Wie ich so gern sage, es hat seinen Grund, warum ich die Filme schreiben darf und du nicht."

Auch den Einwand eines anderen Lesers, die Produzenten hätten nicht auf die Wünsche der Fans gehört, sondern nur die Erwartungen des Studios an einen Film mit mehr Action und weniger Anspruch erfüllt, ließ Orci nicht gelten. "Ich wünschte, du wüsstest, wovon du sprichst. Ich habe den Fans mehr zugehört als irgendeine andere Person hinter 'Star Trek' jemals zuvor. Und weißt du was? Bin froh darüber, weil es zu den größten zwei Treks überhaupt geführt hat. Du denkst, Action und Anspruch schließen sich gegenseitig aus. Ok, dann beschreib mir 'Into Darkness'. Beschreib mir die Handlung und dann lass uns das mit anderen Beschreibungen vergleichen. Los. Zeig, ob du den Film wirklich verstanden hast."

Die Website TrekToday hat zusammengefasst, was Orci als Beweis dafür anführte, dass er die Bedenken der Fans in den Film hat einfließen lassen:

  • Dass Kirk zu schnell befördert wurde, findet Eingang in den Text dieses Universums.
  • Maschinenraum neu gestaltet
  • Mehr aus Scotty gemacht als nur den Witzbold
  • Uhura stärker in die Action einbezogen
  • Die Oberste Direktive thematisiert
  • Mehr vom Schiff gezeigt
  • Pike zurückgebracht

Orcis Rage gipfelte im folgenden Kommentar als Reaktion auf einen weiteren Leser: "STID liefert unendlich viel mehr Kommentar auf die Gesellschaft als 'Jäger des verlorenen Schatzes' in allen Universen und das sage ich, obwohl Harrison Ford mein Freund ist. Du verlierst deine gesamte Glaubwürdigkeit, wenn du nicht darauf eingehst, wenn der VERDAMMTE AUTOR DES FILMS DIR EINE EHRLICHE FRAGE STELLT. Du erfüllst das Klischee der beschissenen Fans. Und dazu noch unhöflich. Also, wie Simon Pegg sagen würde. VERPISS DICH!" (Anm.: Großschreibung im Original)

Nachdem er sich einige Zeit später wieder beruhigt hatte, zeigte Orci sich reumütig und postete bei TrekMovie: "Nehmt mich nicht zu ernst. Wenn ihr (wie ich) seit fünf Jahren auf diesem Board seid, wisst ihr, dass ich zweimal im Jahr auf die Idioten losgehe. Heute haben die sich augenscheinlich versammelt, also schien die Zeit reif. Keinen Fans wird mehr zugehört als euch. Das bedeutet nicht, dass ihr immer das bekommt, was ihr wollt. Es bedeutet, was ich gesagt habe: Ich habe zugehört. Dann haben wir entschieden, nachdem wir uns so viele Meinungen wie möglich angehört haben. Um einen meiner großen und geliebten Helden, George W. Bush, zu paraphrasieren: 'Wir sind die Entscheider ...' Ich wisst, dass ich euch alle liebhabe. Ab und zu verliert sogar Spock seine Fassung."

Später entschuldigte Orci sich auch auf Twitter. "Nicht mein feinster Augenblick. Was kann ich sagen? Ich bin mehr als nur halb menschlich." Wer Orci derzeit auf Twitter sucht, wird allerdings nicht mehr fündig. Der Autor hat, ebenso wie sein Kollege Damon Lindelof, der dort jahrelang für das Ende von "Lost" kritisiert wurde, inzwischen sein Twitter-Konto gelöscht.

Mit etwas Abstand ging Roberto Orci nun noch mal ausführlich auf den Vorfall mit seinen rüden Äußerungen ein. Gegenüber Moviepilot sagte er jetzt: "Ich habe vor kurzem überreagiert. Ich habe einem Fan irgendwie gesagt, er soll sich verpissen. Ich denke, ich lag da auf zweierlei Art falsch. Erstens: Ich lag falsch in meiner Beurteilung darin, wie die Zuschauer immer Recht haben. So denke ich darüber. Das Publikum liegt, selbst wenn es nicht sein genaues Problem zum Ausdruck bringt, niemals falsch. Wenn dem Publikum ein Film nicht gefällt, hat es Recht. Es ist das Publikum."

"Zweitens: Ich bin ein Fan. Ich weiß seit langer Zeit, dass die Leute, die über diese Filme meckern, ehrlich gesagt eine kleine Minderheit sind. Man kann nicht bei Rotten Tomatoes auf 87 Prozent kommen und dann vorgeben, man habe es verbockt. Ich würde niemals sagen wollen: Hey! Wir haben gewonnen! Hurra! Wir sind die Könige! Aber wenn Sie über das Fandom sprechen, und ich weiß das, weil ich ein Fan bin, diese lautstarke Minderheit repräsentiert nicht immer die Mehrheit. Ich tue sie damit nicht ab. Ich will von dieser lautstarken Minderheit hören, weil die wie ich sind. Ich bin einer dieser Typen, der genauso von Anfang an über so Zeugs meckern würde."

"Ich weiß, dass es eine Tatsache ist, dass die Leute, die es mir richtig gegeben haben, nur drei bis sechs Prozent des Publikums ausmachen. Trotzdem respektiere ich ihre Meinung. [...] Ich habe auch deshalb überreagiert, weil das nicht die Reaktion der meisten Zuschauer war. Man kann nicht vorgeben, dass alle den Film hassen. Das stimmt einfach nicht."

Orcis markige Worte haben auch jenseits des Trek-Fandoms Widerhall gefunden. Mit der Frage, ob es inzwischen einen Bruch zwischen "Star Trek" und seinen Fans gibt und ob Roberto Orcis Fan-Schelte berechtigt war, beschäftigen sich unter anderem auch der "Hollywood Reporter" und das Internetportal Hollywood.com. Beide Artikel sind es wert, im Ganzen gelesen zu werden. Den Hollywood.com-Text mit dem Titel "'Star Trek' Has Lost Touch With Its Fans and Roberto Orci's Rant Proves It" findet man hier. Die Gegenposition, die der "Hollywood Reporter" einnimmt, ist hier unter der Überschrift "Why 'Star Trek' Fans Are Wrong and Roberto Orci Is Right" erschienen.

(hk - 10.11.13 - 13 Kommentare)

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Kommentare

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Kamin schrieb am 11. November 2013, 02:05 Uhr

Ich stelle es mir ziemlich schwierig vor ein Drehbuch für einen Star Trek - Kinofilm zu schreiben. Selbst wenn man eine großartige Idee für den Film hat, muss man den Spezialeffekten Raum schaffen, was den Erzählfluss unterbricht. Heutzutage soll das ganze auch noch in 3D erzählt werden, was etwas ganz anderes ist als eine Geschichte in 2D zu erzählen. Man darf meiner Meinung nach bei Star Trek nicht den Fehler machen, zu versuchen es den Fans recht zu machen und eine kultige Geschichte schreiben. Into Darkness hat sich einfach zu viel vorgenommen. Er ist sehr gut durchdacht, aber kein sehr guter Film. Wenn ich die Fähigkeit als Autor hätte würde ich mich für die Idee von dem inspirieren lassen, was einer der neuen Schauspieler bereits aus seinem Charakter gemacht hat und mich auch mit ihm austauschen, weiterentwickeln... Wie gesagt auf die Idee kommts drauf an...

J.Archer schrieb am 11. November 2013, 07:28 Uhr

Der Typ ist einfach großkotzig und arrogant. Wenn er meint, dass der Film gut sein muss, weil er ihn geschrieben hat und nicht ein Fan, dann muss man ihm entgegenhalten, dass seine beiden Stories dem Traum von einem durchgeknallten Fanboy entstammen können. Der 2013er Film war BESSER als der von 2009. Aber besser als Scheiße bleibt Scheiße! Es ist doch vollkommen latte, ob beide Filme ein kommerzieller Erfolg waren. Die erfolgreichsten Star Trek Filme waren sie deshalb nicht, weil sie kein Star Trek waren! Das muss sich der Herr einmal sagen lassen. Ich weiß nicht, wem er zugehört hat, aber den Fans auf keinen Fall. Der Film hatte viele Fanboy-Stellen, die einfach bescheuert waren, wovon die Enterprise unter Wasser unter anderem den Vogel abgeschossen hat. Wenn jemand den Film NICHT mag, dann darf es ihm gestattet sein, auch zu kritisieren!!! Wir leben nicht in einer Diktatur, auch nicht die Amerikaner. Aber wenn einer schon George W. Bush für seinen Freund hält, dann lässt das TIEF BLICKEN!!!

Uhurababe schrieb am 11. November 2013, 08:23 Uhr

Wie mein Vorredner bereits sagte: der Film war nicht ein Erfolg, weil es hervorragendes Star Trek war, sondern weil es überhaupt kein Star Trek war. Das hat Herr Orci nicht verstanden. Das Studio verlangt von ihm nichts anderes, als eine Marke auszubeuten, aber den Wiedererkennungswert auf Null zu reduzieren. Wer finanziellen Erfolg mit Qualität verwechselt, hat den Fans überhaupt nicht zugehört.

Der RvD schrieb am 11. November 2013, 13:20 Uhr

Grandios, das ist es also, zu was unser geliebtes Franchise verkommen ist: Hochglanz-Trek mit Arschloch-Attitüde, perfekt repräsentiert von den Machern selber. Aber hey, Scheiße würde an den Kinokassen keine hunderte Millionen machen, oder?

Oder?

PP schrieb am 11. November 2013, 15:23 Uhr

Es wäre vielleicht hilfreich, den Artikel zu lesen, bevor jetzt schon wieder das penetrante gebashe los geht.
Die Äußerung "mein freund George w. Bush" ist übrigens eine rein ironische gewesen. Wenn man Orci aufgrund dieser äußerung kritisiert, sollte man vielleicht beachten, dass er ein Anhänger diverser Verschwörungstheorien und absoluter Bush-Gegner ist.

Und noch was: mir hat der Film gut gefallen. So und nun erwarte ich die steinigung...

Kathy schrieb am 11. November 2013, 17:08 Uhr

Wie alt ist Orci eigentlich? 14? Und... Zitat: "Ich will von dieser lautstarken Minderheit hören, weil die wie ich sind."
Echt jetzt? Der ist auch so ein oller verbohrter, engstirniger, kompromissloser, sektenartig organisierter und Star- Trek- in- den- Himmel- hebender Fan wie ich? Staun. Sorry... der Typ geht gar nicht. Aber überraschen tut es mich nicht. Wer nicht begreift, dass es nicht ausreicht, Star Trek nur auf die Dose zu schreiben...

voyager_1 schrieb am 11. November 2013, 18:01 Uhr

neue autoren müssen her, wer George W. Bush seinen held nennt, dann weis man auch nich mehr weiter...

Q_Quinn schrieb am 12. November 2013, 13:14 Uhr

Richtig. Neue Autoren müssen her und Leute wie Roberto Orci und Alex Kurtzman müssen 100 prozent weg, dass selbe gilt für Abrams ( der als Produzent bleibt) und Orcis Entschuldigung klingt genauso falsch wie die von Damon Lindelof und so steht der Typ auch kaum besser als Simon Pegg.Zitat: "Ich will von dieser lautstarken Minderheit hören,, Woher will er wissen, dass diese Leute eine Minderheit sind oder kennt er alle Fans auf dieser Welt ? und klar, denn glaube ich sofort das er ein Fan ist, dass er als alle anderen vorher auf die Fans eingegangen ist usw. ähnliche aussagen wie Abrams selber und kaum Glaubwürdiger als er selber und seine Bespiele, wo er die bedenken der Fans enfließen lässt, also da braucht man echt nichts mehr dazu zusagen und besonders die Sache mit der Oberste Direktive, denn das war in Vergleich zur der TNG Folge,, der Gott der Mintakanier,, einfach schlecht dagegen.

Admiral Nogura schrieb am 12. November 2013, 16:49 Uhr

Ich halte Roberto Orci nicht für den talentiertesten Drehbuchautoren, was nicht heißen soll, dass er völlig Talent frei ist. Aber ich kann vollkommen sein Reaktion verstehen, vor Allem nachdem ich Joseph Dickersons inkompetenten Artikel gelesen habe, dessen deutsche Übersetzung hier trekzone.de dankeswerter Weise verlinkt hat. Denn was Dickerson dort geschrieben hatte, war an Überheblichkeit und Ahnungslosigkeit kaum zu überbieten. Da kann einem schon mal die Sicherung durchbrennen. Und wie Roberto hier auf seine eigene heftige Reaktion Stellung nimmt, finde ich sehr sympathisch.
Ich selber halte J.J.Abrams’ beide Star Trek Filme ebenfalls für NICHT besonders gelungen. Und den Grund dafür finde ich vor allen Dingen im Drehbuch. Aber trotzdem will ich diesbezüglich den Drehbuchautoren nicht allein die Schuld für die Mängel in der Stoffentwicklung geben.
Denn wenn man sich die Berichterstatttung während der Preproduction zu Star into Darkness anschaut, ergibt sich ein Bild, in der Geschichte auch von Produzenten- und Studioseite in eine ganz bestimmte Richtung gepuscht wurde. Man gewinnt den Eindruck, dass Star Trek typische Elemente zurückgefahren werden sollten, um sich stärker auf Superhero-Action-Aspekte à la Avengers zu konzentrieren. Damit man auch die Trekkies zufrieden stellt, hat man dann noch ordentlich „Star Trek-Momente“ hinzugegeben, als ob es sich bei diesem „Fanservice“ um ein Gewürz handele, mit dem man nach Belieben nachwürzen kann. Deshalb war man im Schreibprozess gezwungen, auf alle möglichen Aspekte Rücksicht zu nehmen, ohne überhaupt sich noch Gedanken zu machen, worum es eigentlich in dem Film überhaupt gehen solle.
Die Entscheidung, den Bösewicht nachträglich in Khan zu verwandeln, nachdem bereits die grundsätzliche Storyline feststand, damit man für die Enterprise-Crew eine Nemesis hat, wie Batman den Joker, spricht da eine deutliche Sprache. Da ist es kein Wunder, dass aus Star Trek into Darkness so ein nicht in sich konsistenter Flickenteppich geworden ist, in dem es nur noch darum geht, von einem Punkt zum nächsten kommt, ohne dass es irgendeinen dramaturgischen Überbau gebe. Man hat den Eindruck, dass am Anfang bereits die Setpieces detailliert geschrieben wurden, und man anschließend lediglich noch überlegt hat, wie man diese verbindet.

Allerdings bin ich Meinung, dass man aus dem Material durchaus ein gutes Drehbuch hätte zaubern können, welches auch genügend Action geboten hätte. Dann gute Ansätze waren in der Geschichte durchaus erkennbar. Allerdings wurden diese gleich im nächsten Moment fallen gelassen. Damit der Zuschauer dies nicht merkt, wurde mit dem schnellen Pacing des Films abgelenkt.

Jedoch will zu denken geben. dass, wenn man sich z.B. die unterschiedlichen Fassungen des Plots zu Star Trek II –The Wrath of Khan anschaut, wird deutlich, dass diese Entwürfe auch noch etwas substanzlos waren, und erst in der Synthese zu einem kraftvollen Skript wurden.

Deshalb gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass der Plot bei den letzten Filmen im Grunde völlig egal war, und dass stattdessen mit assoziativen Mustern und Wiedererkennungseffekten aus Star Trek und anderen populären Referenzen, vor allem aus dem Super-Hero-Genre, gearbeitet wurde, ganz nach dem Motte, der Zuschauer weiß doch sowieso, worum es in diesen Popkorn-Kino geht, Gut-gegen-Böse-Blablabla.

Admiral Nogura schrieb am 12. November 2013, 16:53 Uhr

Ein Meister des Geschichtenerzählens, ohne eigentlich eine Geschichte zu haben, ist schließlich J.J. Abrams selber. Das hat er schon des Öfteren bewiesen.

Kamin schrieb am 12. November 2013, 22:26 Uhr

Die meisten Kommantare die hier zu "Star Trek liegt in Trümmern" und "Star Trek liegt nicht in Trümmern" abgegeben wurden sind klüger als die Ausgangstexte. Vielleicht kann man das ja zusammenfassen und übersetzen. Nach dem Motto:"Germany's Opinion". Einfach analytisch. Und vielleicht auch lösungsorientiert und mit einer Frage wie Star Trek erfolgreich sein kann.
Ich zitiere mal Berman: "Ich bin nur an einem Punkt angelangt, an welchem diese großen Actionfilme, gefüllt mit computergenerierten Animation von Anfang bis Ende, sich ein wenig dahinziehen."

Tal_Ylar schrieb am 18. November 2013, 14:02 Uhr

Ich glaube nicht, dass man den Lauf der Dinge bei den Herstellern der Star Trek Filme so leicht beeinflussen kann. Es stehen mittlerweile zu starke Kapitalinteressen dahinter, was meiner Ansicht nach einen Zielkonflikt mit anspruchsvollem Inhalt darstellt, weil dieser erstmal verstanden werden muss und sich somit schwerer "verkauft". Das Drehbuch ist schwerer herstellbar, weil man über jede andere, bessere Entwicklung der Story länger nachdenken müsste als bei einem einfacheren Drehbuch für das Fließband. Die Kosten steigen also während die Einnahmen weniger sein dürften. Das sind rein logische Erwägungen.

Früher führte sehr wenig Budget und ständige Angst vor Absetzung der Serie bei Star Trek zu sehr guten Stories, die aber nicht den Mainstream erreichten. Heute ist es viel Budget und eine Angst davor, mit dem einen Schuss nicht die besten Einspielergebnisse mit einem Film zu treffen. Das sind andere Ausgangspositionen, die den Fokus verschoben haben. Die Rückkehr zur Serie würde den einen Schuss auf viele kleinere verteilen und damit das Risiko reduzieren, aber auch bei einer Serie unterliegt man heute stärkerem Kapitaldruck, wie man an der Absetzung von vielen Serien, auch im Science Fiction Bereich, sehen kann. Es sind also logische Folgen, die diese Voraussetzungen bringen.

Eine Kritik somit auf die Minderheitsposition zu reduzieren, die sie wohl auch ist, ist da die einfachste Lösung. Aber es ist oft auch diese mehr fordernde, vorausdenkende Minderheit, die uns in der Entwicklung vorantreibt. Diese Kapitalhörigkeit, die zur vermehrten Inhaltsleere in einer wunderschönen Verpackung führt, betrifft aber auch viele andere Bereiche unserer Gesellschaft. Zentrale Fragen, die sich im Zeitalter der Globalisierung stellen sind daher: Ist der Wert eines Produkts, was es an Geld einbringt oder was es für unsere Welt schafft? Ist der Wert eines Menschen, was er an Geld verdient oder an Vermögen besitzt? Wohin führt es, wenn wir nur noch nach Kapital streben (müssen)? Star Trek hat dieses Thema mal angerissen, z.B. bei Voyager "Kritische Versorgung", aber viel mehr ist da wohl nicht zu erwarten. Wer kritisiert schon seine Geldgeber?

Letztlich bleibt es daher wohl nur den anspruchsvollen Fans vorbehalten, noch inhaltsvolles Star Trek zu liefern, z.B. in Projekten wie Rollenspielen, Fan-Fictions oder Fan-Filmen. Nicht für den Mainstream, aber für die anspruchsvolle Minderheit.

TALOS IV schrieb am 22. Mai 2014, 14:58 Uhr

1979 - Times have changed = Star Trek changed
1987 - Times have changed = Star Trek changed
1993 - Times have changed = Star Trek changed
1995 - Times have changed = Star Trek changed
2001 - Times have changed = Star Trek changed
2009 - Times have changed = Star Trek changed
2013 - Times have changed = Star Trek changed

werdet toleranter oder hängt an Altem fest, Star Trek war schon immer einem Wandel unterlegen und hat sich seiner Zeit angepasst!

Wer das nicht annimmt ist in meinen Augen kein echter Fan...


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