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Julian Wangler (jw)22.09.08

Der "Deep Space Nine"-Relaunch

Sieben Jahre sind mindestens zwei Jahre zu wenig

"Star Trek: Deep Space Nine" gehört mit zu den beliebtesten "Star Trek"-Serien und hat einen bleibenden Eindruck in der Science-Fiction-Landschaft hinterlassen. Für viele Fans endete die Serie zu abrupt, ohne ein befriedigendes Ende. Der sogenannte DS9-Relaunch schafft dort Abhilfe...

The More Things Change...

"Kreativ sein heißt, die Welt zu umarmen", soll einmal jemand gesagt haben, dessen Element alles war, nur nicht die Welt des Science-Fiction. Interessanterweise demonstriert gerade "Star Trek" eine besondere Flexibilität, bis in den Alltag der Leute vorzustoßen, womit es nicht Wunder nimmt, dass der Spruch doch irgendwie passt. Und zwar geradewegs mustergültig auf den dritten Spross der Saga: "Deep Space Nine". Bloß warum? Gehen wir der Sache nach.

Die Abenteuer auf der Station gehen weiter...
Zunächst entstammt DS9 einer Zeit, in der sich eine "Star Trek"-Serie noch den Luxus erlauben konnte, sich auszutesten - bei einer relativen Sicherheit, die siebte Staffel zu erreichen. Die Abenteuer der "Next Generation" um Picard und Konsorten flimmerten gerade über die Schirme, da kamen die Macher des Franchise auf die Idee, ein neues Pflänzchen heraufkeimen zu lassen. Spätestens als Benjamin Sisko sich die Haare abschnitt, wurde klar, dass es sich um eine Geschichte handelte, die ihre eigenen Wege beschritt. Und dabei ging es nicht nur um einen großen Krieg, um komplexe Handlungsbögen und ein ganzes Bataillon an wiederkehrenden Gastcharakteren - DS9 umarmte die Welt tatsächlich, und das in vielerlei Hinsicht. Zum einen die Welt der Realität, weil die hypertechnisierte Utopie angereichert wurde mit den Themen unserer Zeit, allem voran Glauben und Hoffnung. Zum anderen die Welt von "Star Trek" selbst, weil sich in der Serie das Franchise in ungekannter Weise verdichtete, was sich nicht zuletzt in den heterogenen Charakteren niederschlug, von denen so manche aus TNG überführt worden waren. Kurzum: DS9 war eine Hommage auf zwei große Wirklichkeiten, die hier zueinander fanden. Das brachte der Serie unter Kennern die Bezeichnung "Star Trek with an edge" ein.

Noch während DS9 gedreht wurde, kündigte sich der Verdacht auf, dass ein Projekt, welches in derartigem Maße von Stoff und Bezügen zehrt, fast zum Selbstläufer erwächst. Und so kam es dann auch: Die abschließende TV-Episode "Das, was du zurücklässt" ließ im wahrsten Wortsinn etwas zurück, nämlich einen Haufen Ungeklärtheiten. Da das Dominion besiegt wurde, wie geht es jetzt weiter im verwüsteten Alpha-Quadranten? Odo, Worf, O'Brien - welche Wege schlagen sie und die anderen Charaktere ein? Und: Kommt Sisko irgendwann aus dem Reich der ominösen Propheten zurück? Diese Reihe ließe sich beinahe ins Unendliche treiben - eine offene Frage jagt die andere.

Kein Wunder, dass Pocket Books bereits 2001 - ein Jahr nach Drehschluss - den fantastischen (und auch marktwirtschaftlichen) Segen erkannte, der auf das Finale von DS9 gefallen war. Angesichts der Fanrufe nach Antworten: Was war verlockender als eine Fortsetzung der Serie in literarischen Gefilden? Ganz unaufgeregt begann man, einige separate Romane aus der Feder renommierter Autoren zu veröffentlichen, die das bestehende DS9-Epos stilvoll ergänzten. Zu nennen wären die bewegten Lebensgeschichten des Cardassianers Garak und der Dax-Wirte, auf die eine Studie des Martok-Charakters folgte, eingebettet in die Wirren eines neuen Zeitalters auf der klingonischen Heimatwelt. Erst mit der Zeit und mit einsetzendem Erfolg der Werke begannen die Pocket-Books-Verantwortlichen um Marco Palmieri den Grund dafür zu erkennen, warum es seinerzeit so schwer fiel, literarisches Futter zu DS9 zu kreieren, während die Serie lief: Im Gegensatz zum eher gewohnheitsverwöhnten TNG-Vorläufer änderte sich die Story einfach viel zu schnell, als man in den Büchern dynamisch darauf hätte eingehen können. Es war nicht vorherzusehen, dass Odo eigentlich ein Mitglied der Gründer ist, ebenso wenig wie Julian Bashirs dunkles Geheimnis, und von Siskos Zeugung wollen wir erst gar nicht reden. Aber jetzt lagen die Karten endlich offen für einen "Deep Space Nine"-Relaunch.

Als die Autorin S.D. Perry den Auftrag zugesprochen bekam, einen Auftaktzweiteiler für die literarische achte Season aufs Papier zu bringen, ahnte niemand, dass jener Relaunch wenige Jahre später bereits Dutzende von Werken umfassen würde, allesamt untereinander sowie mit den interessanten Punkten der Serie vernetzt. Noch viel weniger konnte man wissen, dass DS9 auf diesem Wege zum Vorreiter für eine ganz neue Generation von "Star Trek"-Romanen werden würde, die einerseits deutlich mehr Freiheit genossen und eben dadurch auf ganz wundersame Weise neue Querverbindungen zum Canon knüpften. Es kam hier erstmals eine Dynamik zum Tragen, die der "Star Trek"-Literatur gegenüber der TV-Ebene ein Alleinstellungsmerkmal verlieh und sie nicht mehr lediglich begleitete.

Herausgeber Marco Palmieri sieht die Fortführung der Serie als "zweiten Akt einer größeren Erzählung", nachdem ja der erste Akt mit der Aufnahme Siskos in den Himmlischen Tempel und mit dem Weggang zahlreicher Stammcharaktere ein dramatisches Ende gefunden hatte. Der Relaunch führt die roten Linien von DS9 konsequent weiter: Neben dem Werdegang der Protagonisten, die nun teilweise durch neue, interessante Figuren gestellt werden, stehen die Frage nach Bajors Föderationsbeitritt im Vordergrund, natürlich die Propheten, aber genauso das sich aus seiner Asche erhebende Cardassia, das im Gamma-Quadranten sich wandelnde Dominion und viele andere wiederkehrende Elemente der Serie.

Der DS9-Relaunch ist ein neuer Abschnitt für die Serie; ein sorgsam vorbereitetes Potpourri sich befruchtender Teile einer ganzheitlich angelegten und überaus komplexen Geschichte. Charaktere und Handlungen helfen mit, die fortlaufende Geschichte zu tragen und die allgemeinen Themen von "Star Trek" sowie die DS9-Spezifika zu verwirklichen. Es gibt neue und alte Storybögen, neue und alte Gesichter, und doch schmücken die Qualitäten, welche die TV-Serie auszeichneten - die Graustufen, die nuancierte Dramaturgie, die fortlaufende Erzählung - auch die Seiten des DS9-Relaunchs. Wie Quark im Serienfinale schon zum Besten gab: "Je mehr sich die Dinge ändern, desto mehr bleiben sie gleich." Über die Sequel-Belletristik von "Deep Space Nine" kann man Ähnliches behaupten.

Große Vorsätze und neue Unübersichtlichkeit

Wagen wir also den Blick in die Kulissen dieses Neuanlaufs von "Deep Space Nine". Bereits ein flüchtiger Blick auf die Cover der Buchreihe wird dem Serienkenner zu verstehen geben, dass hier wirklich nicht einfach nur eine weitere TV-Staffel in ein anderes Medium gepresst wurde, sondern der Sprung größer ausfallen dürfte. In formaler Hinsicht spricht ein auffälliges Redesign des gewohnten DS9-Schriftzugs dafür und - gleich auf dem allerersten Roman deutlich erkennbar - die Ankündigung eines kleinen Crossovers mit Jean-Luc Picards Enterprise-E. Spätestens jetzt sollte es klingeln. Denn wir erinnern uns: Derartige Cameo-Auftritte wurden - abgesehen vom jüngsten Vertreter "Enterprise" - liebend gerne von den Produzenten genutzt, um den Staffelstab von der einen zur anderen Serie zu übergeben. Wir alle haben die Konfrontationsszene zwischen Picard und Sisko aus der TV-Episode "Der Abgesandte" noch im Kopf. Und nun gibt es innerhalb einer einzigen Serie gleich zwei Cameos - oder besser gesagt: eine Rückkehr des Cameo. Und das kann nur Indikator dafür sein, dass tatsächlich so etwas wie eine Wiedergeburt von DS9 ins Haus steht.

Kira Nerys übernimmt das Kommando über die Station
Der schöne Nebeneffekt einer Romanfortsetzung der Serie ist, dass man nun produktionshistorische Aspekte unauffällig in die DS9-Anthologie hineinflechten und damit für reizvolle Querverbindungen sorgen kann. Ein Beispiel: Der Abstecher der Enterprise zur Station infolge eines ominösen Drehkörperfunds dient nicht nur der Einführung eines neuen Protagonisten, den sie an Bord führt, sondern mindestens genauso sehr der Wiederzusammenkunft von Picard und der Bajoranerin Ro Laren. Letztere hatte sich am Ende von TNG mit großer Leidenschaft dem Maquis angeschlossen, war plötzlich auf und davon. Gleichzeitig bestand die ursprüngliche Idee der DS9-Macher darin, Michelle Forbes für die Rolle des bajoranischen Verbindungsoffiziers zu gewinnen. Daraus wurde nichts, weil die Ro-Schauspielerin andere Pläne hatte, aber die Überführung von DS9 in die literarischen Weiten kann echte Wunder wirken: Mit einigen gekonnten erzählerischen Griffen gelingt es, die Geschichte der Maquisadin an Bord der Raumstation am Wurmloch fortzuführen - und sie nebenbei zur Sicherheitschefin, zu Odos Nachfolgerin zu machen.

Ro Laren und Sicherheitschef? Wer sich nun verwundert die Augen reibt, dem sei Folgendes gesagt: Mehr noch als in der TV-Serie macht es sich der DS9-Relaunch zueigen, die entstandenen Lücken in der Crew mit Personal zu schließen, die auf den ersten Blick so gar nicht hineinzupassen scheinen. Eines der großen Wunder der kommenden Erzählungen besteht zweifellos darin zu beweisen, dass sie es doch irgendwie tun. Und dass diese neuen Protagonisten sich durch vielfältige Interaktion miteinander und neue Erfahrungen weiterentwickeln.

So wird die Fortführung des TV-Epos nicht bloß mit der Herausforderung konfrontiert, neue Personen und Personenkonstellationen verdauen zu müssen - genauso verändern sich im Angesicht der neuen Zeiten nach dem Krieg auch die altgewohnten Charaktere, die nach dem "Kassensturz" von DS9 in "Das, was du zurücklässt" auf der Station verblieben. Zweifellos ist es bestechend zu verfolgen, wie Kira - ihres Zeichens nun Befehlshaberin der Station - ein neues Verhältnis zu ihrem Glauben entwickelt, wie die einst unsichere Ezri Dax im Rahmen eines grundlegenden Emanzipationsprozesses aus dem Schatten ihrer Vorwirtin heraustritt oder Julian Bashir mit den dunklen Seiten seiner genetischen Aufwertung konfrontiert wird.

Es sind diese neuen Perspektiven, die den großen Reiz einer Fortsetzung bekräftigen und DS9 tendenziell weiter in die dunkleren Gefilde des Sci-Fi rücken, ohne dabei die gute "Star Trek"-Tradition um Lichtblicke und Hoffnung zu vergessen. In diesem Sinne ist es wohl nur angebracht, mit Elias Vaughn - dem frischen und übrigens hundertjährigen XO - einen ehemaligen Vorzeigeintriganten des Sternenflotten-Geheimdienstes an Bord zu holen, der ganz anders als Kira mit ihrer offenen, zuweilen brüsken Art für Irrungen und Wirrungen, für Licht- und Schattenspiele auf den Wänden und Schotts von DS9 sorgen wird. Im Schlepptau hat er eine nicht immer lupenreine Vergangenheit, was sich an dem schwierigen Verhältnis zu seiner Tochter Prynn Tenmei zeigt. [Prynn ist übrigens nach der Vulkaniern T'Prynn benannt, die im 23. Jahrhundert Erster Offizier auf der Raumstation Vanguard war.] Beim neuen Wissenschaftsoffizier, dem Andorianer Tirishar ch'Thane, werden die Familienprobleme ganz auf die Palme getrieben - und mit einer völlig neuen Sicht auf das andorianische Volk verwoben.

Eine wohl kleine Revolution in Sachen Düsternis - oder zumindest vermeintlicher Düsternis - finden wir im Jem'Hadar Taran'atar. Dieser Dominion-Krieger, der aufgrund einer Mutation nicht abhängig ist von der Droge Ketracel-White und für Jem'Hadar-Verhältnisse geradezu salomonisch alt, wurde Kira von Odo aus dem Gamma-Quadranten geschickt, um eine erste Brücke zu schlagen. In guter "Star Trek"-Manier, alte Feindbilder zu relativieren, ist Taran'atar als kulturellerer Beobachter nach DS9 entsandt worden, weil er Informationen über das Zusammenleben der Solids sammeln und ein erstes Verständnis für sie entwickeln soll. Odo hofft, damit einen ersten Schritt zu tun, um eines Tages der Großen Verbindung das chronische Misstrauen der Föderation gegenüber zu nehmen.

Neben - wie sollten wir es nennen? - neuem Alten und Brandneuem finden wir auf DS9 nach wie vor Ruhepole, die die Geschichte gewiss nötig hat. Deshalb steht allem voran Quark - trotz einiger persönlicher Neuausrichtungen - wie immer in seiner Bar mit markigen Sprüchen und Aktionen bereit, und auch die alte Jungenfreundschaft zwischen Nog und Jake erhält eine neue Chance. Wir sehen also: Das Pocket-Books-Team um Marco Palmieri hat sich wirklich etwas vorgenommen. Und wenn man die Antritte zum DS9-Relaunch so betrachtet, dann lässt sich erahnen, dass Schicksale immer vom Unerwarteten geschmiedet werden. Und von Hoffnungen.

Apropos Hoffnung: Was dürfen wir uns eigentlich von den Handlungsbögen ersehnen? Ohne zu viel zu verraten, so lässt sich doch andeuten, dass auch hier eine gute Wahl getroffen wurde. Nämlich einerseits die Auslese der spannenden Fäden aus sieben Jahren DS9 weiterzuspinnen und andererseits neues Futter für den lesefreudigen Fan zuzulassen, das seinerseits nicht scheut, abgebrochene Erzählungen beispielsweise aus TNG im größeren Kontext zu reaktivieren. Wo wir schon dabei sind: Genehmigen wir uns doch einen Schweinsgalopp durch die Regalreihe - garantiert spoilerfrei, versteht sich...

Erwartetes und Exotisches

Der "Deep Space Nine"-Relaunch setzt an im März 2376, gute drei Monate nach "Das, was du zurücklässt". Ohne an dieser Stelle auf jedwede Sonderwerke, Einflechtungen oder Comics zu dem Thema einzugehen, weil es den Rahmen schlichtweg sprengen würde, wollen wir nun die Hauptlinie des Relaunch verfolgen. Worum geht es in den neuen Abenteuern von Kira, Bashir & Co., worauf laufen sie hinaus?

Band 1 und 2: "Avatar" - S.D. Perry

Die Enterprise-E findet in den stürmischen Badlands einen weiteren vermissten Drehkörper, eine sogenannte Träne der Propheten, und begibt sich nach DS9, um ihn abzuliefern. An Bord befindet sich auch Commander Elias Vaughn. Indes erhält Ro Laren von Kira die einmalige Chance, im Dienste der bajoranischen Miliz einen Neuanfang zu wagen - und Sicherheitschefin auf DS9 zu werden. Ja, vieles verändert sich. Die Station befindet sich derzeit im Überholungsstadium und ist deshalb nur minimal einsatzfähig. Es scheint alles zwar etwas chaotisch nach dem Ende des Kriegs, aber unter Kontrolle.

Auftakt zum Relaunch: DerRoman "Avatar 1" von S.D. Perry
Plötzlich öffnet sich das Wurmloch, drei Jem'Hadar-Raider tauchen auf und greifen wider Erwarten an. Es gelingt ihnen, ein angedocktes Raumschiff der Nebula-Klasse zu vernichten und DS9 schwer zu beschädigen. Unter anderem findet auch Kiras neuer Erster Offizier Tiris Jast den Tod. Mit großen Mühen gelingt es der ebenfalls durch Umrüstungsmaßnahmen gehandicapten Defiant, den Angriff abzuwehren und die Schiffe zu zerstören. Dabei erfährt Ezri Dax ganz unerwartet eine Feuertaufe als kommandierender Offizier. Kurz nach dem Zwischenfall taucht ein Jem'Hadar auf der Station auf und behauptet, von Odo persönlich entsandt worden zu sein. Als direkte Reaktion auf den Angriff mobilisiert die Allianz unter Admiral Ross' Befehl eine Flotte in den Gamma-Quadranten, um vom Dominion eine Erklärung für den unprovozierten Angriff zu erhalten.

Zu guter Letzt sorgt eine unheimliche Prophezeiung, welche im Zusammenhang mit dem ungeborenen Baby des Abgesandten unter Kasidy Yates-Siskos Herz steht, für Furore. Es ist eben jene Prophezeiung, die Jake Sisko im weiteren Verlauf dazu bringen wird, Reißaus zu nehmen und nach seinem Vater im Himmlischen Tempel zu suchen. Noch ahnen Kira und ihre Leute nicht, dass hinter dieser neuen Herausforderung eine allumfassende Entwicklung steht, die die Verhältnisse dauerhaft zeichnen wird - und ihr durch ein Wunder einen neuen XO an Land schwemmt...

Band 3: "Der Abgrund" ("Abyss") - David Weddle & Jeffrey Lang

Obwohl es von Jake keine Spur gibt, Kira ihren kürzlichen Ausschluss aus der bajoranischen Glaubensgemeinschaft noch zu verkraften hat und nach der zurückliegenden Krise viele unbeantwortete Fragen übrig geblieben sind, duldet die Lage keine Verschnaufpause. DS9 benötigt einen neuen Fusionskern - und bekommt ihn mithilfe des S.C.E. und Nog frei Haus von der verlassenen Schwesterstation Empok Nor geliefert, mit allen Problemen, die dazugehören.

Parallel ist Julian Bashir kurz davor, eine Art freiwilligen Zwangsurlaub anzutreten, als er Besuch von Sektion 31 bekommt: Er soll einen außer Kontrolle geratenen Agenten zur Strecke bringen, welcher nun in seinem Größenwahn versucht, den halben Quadranten zu unterjochen. Dieser Agent namens Ethan Locken ist selbst genetisch verändert und sieht sich als legitimier Nachfolger von Khan Noonien Singh. Auf einem Planeten in den Badlands hat er begonnen, eine eigene veränderte Jem'Hadar-Armee aufzustellen.

Etwas widerwillig macht sich Bashir zusammen mit seiner frischen Liebe Ezri, Ro und Taran'atar auf den Weg zu dem besagten Planeten. Doch kaum treten sie mit ihrem Runabout in den Orbit ein, werden sie beschossen - und stürzen ab. Bashir und Ezri geraten in die Gefangenschaft Lockens, während Ro und Taran'atar das Leben in den Wäldern Sindorins kennen lernen dürfen. Nicht nur eine brisante Agentengeschichte, sondern auch eine persönliche Verlockung für Bashir mit den Machtoptionen eines "Augments"...

Band 4: "Demons of Air and Darkness" - Keith R.A. DeCandido

Das vierte DS9-Buch und sein separat veröffentlichter Anhang (siehe "What Lay Beyond") sind Teil einer serienübergreifenden Erzählung von Pocket Books um die rätselhaften Portale der Iconianer, wobei es problemlos ist, das Werk nur für sich zu lesen. Alles beginnt damit, dass irgendjemand die Portale aktiviert hat - und die Galaxis plötzlich im Chaos versinkt.

Auf der autarken menschlichen Kolonie Europa Nova, zehn Lichtjahre von Bajor entfernt, kommt es zur Katastrophe, nachdem ein Malon-Frachter aus dem Delta-Quadranten, bedingt durch eine iconianische Raumöffnung, hochgiftigen Antimateriemüll ablädt. Nun droht der Welt die tödliche Kontamination. Kira und Vaughn sehen sich mit einer Evakuierungsmission unvorstellbaren Ausmaßes konfrontiert und nehmen dabei selbst die Hilfe der Cardassianer in Anspruch.

Indes scheinen die Iconianer aus ihrem Nirwana zurückgekehrt, um ihre Portale zu versteigern. Quark hat es geschafft, sich als Unterhändler des Orion-Syndikats zu etablieren, um Einfluss auf die Versteigerung zu nehmen. Dabei wird er nicht nur mit seinem Cousin Gaila konfrontiert, sondern auch mit einigen Verhängnissen, die seine Geheimmission mit sich bringt. Auf DS9 hat Ezri große Probleme, die Massen evakuierter Menschen unterzubringen. Und Tirishar ch'Thane wird von seiner Mutter, einer Föderationsbotschafterin, fortwährend unter Druck gesetzt, nach Andoria zurückzukehren, um dort für den Fortbestand seines von einer Fertilitätskrise heimgesuchten Volkes einzustehen.

Eine etwas durchgeknallte Geschichte mit jeder Menge Action und bunten Bildern...

Band 5, 6, 7 und 8: "Mission Gamma" - David R. George III, Heather Jarman, Michael A. Martin & Andy Mangels und Robert Simpson

Die in vier Romane unterteilte "Mission Gamma"-Anthologie stellt das Zentrum des DS9-Relaunchs dar und führt die Thematik nach Ende der Serie fort.

Endlich ist es soweit: Die umgerüstete U.S.S. Defiant unter Elias Vaughns Kommando erhält den Auftrag, als erstes Sternenflotten-Schiff nach dem Krieg eine dreimonatige Explorationsmission in den Gamma-Quadranten zu unternehmen. Dabei werden sie auf eine Reihe ungewöhnlicher Welten und Bedrohungen stoßen, die auch und vor allem die Crew der Defiant mit ihren eigenen Dämonen konfrontieren wird.

Der zweite Handlungsbogen dreht sich im Alpha-Quadranten um DS9, Kira Nerys und die Vorbereitungen für die Aufnahme Bajors in die Föderation - ein Vorgang, dem beileibe nicht jedermann lächelnd entgegenblickt...

Band 9: Rising Son; S.D. Perry

Nach haarsträubenden Abenteuern und Intrigen im Alpha- und Gamma-Quadranten in der vierteiligen "Mission Gamma"-Story möchte sich Paramount wieder aufs Schicksal einer Einzelperson konzentrieren, die seit dem Startband nicht mehr in Erscheinung getreten ist.

Dieses Buch ist ein kleiner Abstecher und gleichsam eine Fortführung der Suche Jake Siskos nach seinem Vater. Die Geschichte beginnt mit einem Logbucheintrag von Jake, der, von der mysteriösen bajoranischen Prophezeiung geleitet, in das Wurmloch geflogen ist. Doch plötzlich wurde er in den Gamma-Quadranten geschleudert, tausende Parsecs vom Wurmloch entfernt. Kurz bevor Jake in seinem schwer beschädigten Shuttle erfriert, wird er von einem seltsamen Schiff mit einer kuriosen Crew von Glücksrittern gerettet. Auf die Hilfe dieser Kleinkriminellen angewiesen, die auf der Fahndungsliste des Dominion ganz oben stehen, erlebt Jake eine mehr als atemberaubende Reise durch einen unbekannten Teil des Gamma-Quadranten - und findet auf einem abgelegenen Planeten jemanden, den die Geschichte noch nicht aufgegeben zu haben scheint...

Band 10: "Unity" - S.D. Perry

Relaunch-Roman "Unity" von S.D. Perry
Die Ereignisse auf DS9 streben gleichzeitig mehreren Höhepunkten entgegen. Als Commander Vaughn mit der Defiant nach der dreimonatigen Forschungsmission durch das Wurmloch in den Alpha-Quadranten zurückkehrt, findet er nichts mehr so vor, wie er es verlassen hat. DS9 steht nach einem Zwischenfall auf der Beitrittskonferenz Bajors unter Quarantäne: Genetisch eng mit den Trill verwandte Parasiten hatten zuvor den Ersten Minister Shakaar befallen, der anschließend getötet worden war. Nun stellt sich heraus, dass ein ehemaliger Symbiosepartner von Dax bereits einmal Kontakt mit diesen Parasiten gehabt hatte, die dann später von Captain Picard und der Enterprise-D-Crew aus dem Herzen des Sternenflotten-Hauptquartiers vertrieben werden konnten.

Doch nun sieht es so aus, als wenn auf DS9 und Bajor selbst mehrere Leute befallen worden sein können. Nur mithilfe der Cardassianer gelingt es, der großen Gefahr auf den Grund zu gehen, bevor sie die Föderation übernehmen und Trill zerstören kann.

Das Ende des Buches wartet mit einem schönen Bild auf, das auch schon das Cover andeutet: Mit der Integration der bajoranischen Miliz in die Sternenflotte wird Kira zum Captain ernannt. Und ein verstorben geglaubter Abgesandter kehrt, leicht verändert zwar, nach Bajor zurück.

"Unity" ist der Abschluss der ersten großen Weitererzählung der DS9-Saga. Danach folgt eine kleine Reihe von Übergangsromanen, die unter dem Titel "Worlds of Star Trek: Deep Space Nine" subsumiert wird. Diese Bücher nehmen die in DS9 entscheidenden Welten und ihre Kulturen verstärkt unter die Lupe, was sie zweifellos besonders macht, und erzählen ganz nebenbei die persönliche Geschichte der betroffenen Protagonisten weiter. Sie kennzeichnen das Ende der literarischen achten Staffel und gleichsam einen Übergang zu einem neuen Thema, das erst im Buch "Warpath" beim Namen genannt wird.

Die neunte Season, die hier nicht separat vorgestellt wird, beschäftigt sich dann hauptsächlich mit dem Spiegeluniversum. Ein wenig schade mag es sein, dass sich der Blick auf ein in DS9 letztlich sehr kleines Nebenthema versenkt und reihenweise Romane füllt, doch das mag dem derzeitigen Trend zu Spiegeluniversumsgeschichten geschuldet sein, den Pocket Books fährt. Nichtsdestoweniger haben wir es beim DS9-Relaunch mit einer komplexen Weitererzählung zu tun, die nachhaltige Auswirkungen auf die Serie hat und nach ihrer grandiosen achten Staffel mit Spannung weiter verfolgt werden darf.

Wem der Einstieg in das neue Bücheruniversum um die Raumstation trotz dieses Überblicks erst einmal zu schwierig erscheint - es könnte reizvoll sein, sich mit Einzelwerken wie "A Stich in Time" oder "The Left Hand of Destiny" in Stimmung zu bringen. Und wenn schließlich doch Lust auf mehr entsteht: Mittlerweile hat Pocket Books damit begonnen, die Geschichte der achten DS9-Staffel in einige schöne Anthologie-Bücher zusammenzupacken. Bereits erschienen sind "Twist of Faith" und "These Haunted Seas", die alle Hauptwerke bis zur zweiten Hälfte der "Mission Gamma"-Reihe enthalten...

(jw - 29.12.09)

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