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Melanie Brosowski (mb)03.08.10

Leben zwischen Fantasy und Kinderbüchern

Carsten Zehm im TZN-Interview

Wieder einmal hatte Melanie Brosowski für das TZN Gelegenheit, einen Autor zu interviewen. Diesmal: Carsten Zehm.

TrekZone Network: Wer ist Carsten Zehm?

Carsten Zehm: In erster Linie ein ganz normaler Familienmensch, verheiratet, zwei Kinder, ein Hund, ein Lehmhaus in Deutschlands ältester Genossenschaftssiedlung (Eden bei Oranienburg). Ich bin einer, der im Brotberuf Berufsschullehrer ist, jemand, der seinen Garten genauso braucht wie das Joggen. Ich liebe Urlaube am Meer oder im Gebirge, fahre auch mal Kanu und angele, lese unwahrscheinlich viel und möchte viel mehr schreiben als ich zeitmäßig kann.

TZN: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Zehm: Ich hab kurz vor der zehnten Klasse angefangen zu schreiben. Mir fiel der "Menschen wie Götter"-Zyklus von Sergej Snegow in die Hand. Es geht dort unter anderem um eine Zivilisation, deren Vertreter andere Planeten überfällt und deren Bewohner entführt. Und da dachte ich: Was, wenn so etwas der Menschheit widerfahren würde? Also kaufte ich drei Schreibhefte für drei Teile und schrieb den Roman "Erde ohne Menschen". Der liegt noch immer irgendwo in den Tiefen meines alten Schreibtisches ... und da sollte er auch bleiben. Seitdem schrieb ich mehr oder weniger regelmäßig. Während des Studiums und meiner Armeezeit ruhte die Schreiberei. Später noch einmal, als die Aufgaben als Vater zweier kleiner Kinder sehr viel Zeit in Anspruch nahmen. Da konzentrierte ich mich mehr auf das Erfinden und Erzählen von Geschichten.

TZN: Du schreibst schon seit deiner Jugend. Was haben damals deine Eltern und Freunde gesagt und was sagen sie heute dazu?

Zehm: Von "Blödsinn" über "Mach doch, wenn du willst" bis "Finde ich toll. Haste was Neues geschrieben?" war alles dabei. Wobei mich meine Eltern hauptsächlich unterstützten, bei den Freunden war das Echo eher zweigeteilt.

TZN: Dein erstes Buch war ein Kinderbuch, dein jetziges Projekt "Die Chroniken der Reisenden" ist Fantasy. Wie kommt es zu diesem Wechsel?

Zehm: Der Wechsel erfolgte eigentlich eher von der Fantasy hin zum Kinderbuch. "Die Chroniken" lagen schon eine geraume Zeit als Datei vor, noch länger als Idee und sehr viel länger in Form einer Kurzgeschichte. Ich schrieb meist Fantasy, ein paar Horror-Geschichten und Krimis. Dann kamen Märchen, von denen ich drei in der Reihe "Märchenbasar" veröffentlichte. Zu den Geschichten von den Zauberblumenwiesen kam es, weil ich meiner Tochter die erste dieser Geschichten vor Jahren zu Weihnachten schenkte - es war übrigens auch meine erste in einem Buch veröffentlichte Geschichte.

Natürlich protestierte mein Sohn, völlig zu Recht. Also bekam er zu Ostern eine Fortsetzung der Geschichte. Zum nächsten Weihnachtsfest folgten zwei weitere Geschichten ... und so weiter. Irgendwann sagte meine Frau dann: "Die sind so toll, versuch es doch mal bei einem Verlag damit." Ich habe es bei einem Kinderbuchverlag probiert, und: Bingo. Da hatte ich allerdings den Vertrag für "Die Chroniken der Reisenden" schon in der Tasche.

TZN: Worum geht es in "Die Chroniken der Reisenden"?

Zehm: Die Ursprungsidee, die ich vor mehr als 20 Jahren in einer Kurzgeschichte entwickelte, ging von einer Parallelwelt der Erde aus, auf der intelligente Echsen lebten. Über eine Schwelle in Form einer Felswand konnten Reisende zwischen den Welten, zwischen den unterschiedlichen Ebenen der Erde, wechseln. Die Idee griff ich in dem Roman erneut auf und entwickelte sie weiter. Die intelligenten Echsen werden von einer Waffe bedroht, die irgendjemand auf ihrer Ebene "entsorgt" hat, dem Staub-Kristall. Nur Säugetiere gibt es nicht auf dieser Welt, und gerade die sind immun gegen die Wirkungen der Waffe. Die beiden Reisenden Karen und Mihai wechseln eher ungewollt von unserer Ebene auf die der Echsen und werden dort mit der Aufgabe konfrontiert, gegen den Staub-Kristall vorzugehen. Dabei habe ich mich nicht nur auf reine "Action" bezogen, von der es natürlich nicht fehlt. Mir kam es auch darauf an, das Zusammentreffen zweier so unterschiedlicher intelligenter Spezies zu hinterfragen. Und ein wenig Humor versuche ich auch einzubauen. Wenn Karen zum Beispiel versucht, einer der Echsen beizubringen, dass sie neue Hosen brauchen, oder wenn die anatomischen Unterschiede der Menschen die Echsen interessieren. Und selbstverständlich bringen Karen und Mihai ihre eigenen Probleme mit.

TZN: Wie vereinst du Beruf, Familie und Hobby?

Zehm: Das geht nur mit dem außergewöhnlich großen Verständnis meiner Familie. Nur weil alle drei akzeptieren, dass ich schreiben möchte, kann ich es auch. Immer wieder schießen mir meine Frau und meine Kinder den Rücken frei. Wobei sie aber auch nicht zu kurz kommen dürfen - ebenso wie mein Job. Das ist manchmal eine arge Gratwanderung. Wenn ich Abstriche machen muss, dann ist das in erster Linie am Schreiben. Ich sage immer ganz gerne: Ich habe viel mehr Ideen, als ich Zeit habe, sie aufzuschreiben.

TZN: Wenn du vergleichst, was verkauft sich besser? Kinderbücher oder Fantasy?

Zehm: Kann ich im Moment noch gar nicht sagen. Meine Kinderbücher bin ich bisher immer schnell vor allem bei älteren Kolleginnen losgeworden. Der Fantasy-Roman geht eher bei jüngerem Klientel. Aktuelle Verkaufszahlen aus dem Buchhandel habe ich noch nicht.

TZN: Für welches Genre war es leichter, einen Verlag zu finden?

Zehm: Für den Fantasy-Roman. Ich habe auf einer Internet-Plattform eine Mitarbeiterin des Acabus-Verlages kennen gelernt und die hat mich direkt nach einem Manuskript gefragt. Es lief so, wie sich das ein Autor nur wünschen kann. Übrigens auch in der Zusammenarbeit mit dem Verlag.

TZN: Wird man als Autor irgendwann von Verlagen/Lesern in eine bestimmte Schublade gesteckt, nach dem Motto "Ach, der kann eh nur gute Kinderbücher schreiben, aber Fantasy traue ich ihm nicht zu!"?

Zehm: Das kann ich bei Verlagen noch gar nicht sagen. Zu den Lesungen kommt - wie beim Buchverkauf - unterschiedliches Klientel. Bisher kommen nur wenige, die sagen "Toll, Carsten Zehm liest. Egal was er liest, den muss ich hören!". Einige haben mir schon gesagt: "Bleib bei Kinderbüchern und Kinderfantasy!" Andere meinten, ich solle mich auf Krimis konzentrieren. Ich habe auch Nachfragen nach Horror oder nach Fantasy. Meine Familie selber ist nicht so spezialisiert, obwohl ich da sehr genau gesagt bekomme, was gefällt.

TZN: Ich habe gelesen, deine Kinder sind die schärfsten Kritiker - was durchfällt, wird nie veröffentlicht. Stimmt das? Oder wird dann noch so lange an dem Werk herumgefeilt, bis es passt?

Zehm: Bei einigen Geschichten feile ich schon, bis es gefällt. So habe ich zum Beispiel ein Märchen mehrmals komplett überarbeitet, bis es meiner Frau gefiel. Ergebnis: Es wurde veröffentlicht. Zwei Horrorgeschichten dagegen, die in der Familie durchgefallen sind, fielen auch beim Verlag durch. So ähnlich ist es auch mit den Fantasy-Geschichten gelaufen. Und den Staub-Kristall hat meine Tochter als allererste Testleserin in den Händen gehabt. Ich achte schon darauf, was die Kinder und meine Frau sagen. Das ist für mich sehr wichtig. Und die sind lange darüber hinweg, dass sie alles einfach nur "cool" finden, was ich schreibe.

TZN: Du wohnst in einem Lehmhaus. Das hört sich idyllisch an. Lässt du dich für deine Werke durch deine Umgebung inspirieren oder sind es eher deine Kinder, die den Impuls geben?

Zehm: Idyllisch ist es auch. Ich brauche das zum Schreiben. Und unseren großen Garten ebenfalls. Wenn ich schreibe, brauche ich einen freien Blick und das entsprechende "Rundherum". Aber ohne den Input durch meine Kinder, meine Frau und auch Freunde und Kollegen geht gar nichts. Wer mich kennt und meine Bücher liest, dem kann es durchaus passieren, dass er in der ein oder anderen Figur jemanden Bekanntes wiederentdeckt.

TZN: Hast du ein schriftstellerisches Vorbild?

Zehm: Tolkien natürlich. Aber auf jeden Fall auch Tad Williams. Jules Verne, Stevenson, und Twain gehören genauso dazu, wie auch Felicitas Mayall und Cornelia Funke.

TZN: Hast du ein aktuelles Projekt?

Zehm: (lächelnd) Ja.

TZN: In Zeiten von E-Books und anderen technischen Spielereien, glaubst du, das gedruckte Buch hat noch eine Zukunft?

Zehm: Auf jeden Fall noch eine ganze Reihe an Jahren. Lesen ist mehr als das Aufnehmen von Buchstaben. Lesen ist auch ein Buch festhalten, eine Seite umblättern, das Rascheln des Papiers zu hören, das Buch in der Hand zu halten...

TZN: Einige abschließende Worte?

Zehm: Im Herbst ist eine größere Lesungsaktion im Raum Wiesbaden geplant, ein Freund hilft mir bei der Vorbereitung. Ich hoffe, das klappt alles so, wie wir das wollen.

TZN: Vielen Dank für das Interview!

Zehm: Bitteschön, gern geschehen.

(mb - 03.08.10)

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