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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)14.06.15

"Misstrauen"

Una McCormack

Inhalt

Die Einweihung der neuen Deep Space Nine Station wurde durch das gAttentat auf die Präsidentin Bacco und seine Nachwirkungen erschwert. Langsam entsteht jedoch so etwas wie Alltag auf der Station. Beverly Crusher hat sich nach einem kurzen Aufenthalt dazu entschieden, für eine Weile auf der Station zu bleiben, um den aus der Sternenflotte ausgeschiedenen Bashir zu ersetzen. Gleichzeitig beginnt der Handel mit dem Gamma-Quadranten wieder zuzunehmen und die Station wird immer ausgelasteter. In dieser Situation tauchen die "People of the Open Sky" auf. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe interstellarer Reisender mit unbekanntem Ziel. Sie bringen eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Kindern mit sich, denen sie eine wahrhaft kosmopolitische Erziehung angedeihen lassen wollen. Sie erbitten, auf Deep Space 9 für eine Weile Unterschlupf erhalten zu dürfen. Angesichts der entspannten Lage gewährt Captain Laren ihnen das.

Derweil bereitet Doctor Pulaski eine Mission der besonderen Art vor. Nach langen Verhandlungen hat sie die medizinische Abteilung der Sternenflotte davon überzeugen können, ihr nicht nur ein Forschungsschiff, mit dem Namen Athene Donald, zu überlassen, sondern dies auch mit einer äußerst heterogenen Crew auszustatten. Die Crewmitglieder setzen sich aus den verschiedensten Föderationsspezies zusammen, außerdem sind einige Mitglieder der Kithomer-Mächte vertreten. Darüber hinaus konnte Pulaski durchsetzen, dass auch Wissenschaftler der Typhon Pakt-Mächte an Bord vertreten sein dürfen. Aus diesem Grund befindet sich sogar eine Wissenschaftlerin der rätselhaften Tzenkethi auf dem Schiff. Dies weckt das Interesse des Geheimdienstoffiziers Peter Alden, dem es einst als erstem Föderationsbewohner gelang, eine Tzenkethi zum Überlaufen zu überzeugen. Er versucht nun – mit der übergelaufenen Tzenkethi – ein Teil der Crew zu werden. Dies gefällt der betont um Ausgleich bemühten Pulaski überhaupt nicht.

Die Situation spitzt sich zu als Informationen des noch immer nicht restlos erforschten und äußerst gefährlichen Meta-Genom der Shisheni von Crushers Computer abgerufen werden. Diese Daten unterliegen absoluter Geheimhaltung und sowohl zur Heilung seltenen Krankheiten als auch zur Herstellung grausamer Waffen genutzt werden. Sie befinden sich lediglichr auf Deep Space Nine da Doktor Bashir sie sich wiederrechtlich besorgt hat (was zu seinem Ausscheiden aus der Sternenflotte führte). Es handelt sich bei dem Zugriff also um einen ernsten Spionage-Akt.

Die Ereignisse spitzen sich zu als die Suche nach den Tätern keine Ergebnisse bringt und Pulaskis Schiff, die U.S.S. Athene Donald, auf ihrer ersten Erkundungsmission einem mächtigen Volk begegnet, dass auf der Suche nach den Reisenden auf Deep Space Nine ist.

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das englische Original.

Eine Gruppe interstellarer Reisender mit vielen Kindern erreicht Deep Space Nine. Bald darauf kommt es zu einem Spionagefall – wer sind die Täter?
Pocket Books bietet mit "The Missing" zum ersten Mal seit der katastrophalen neunten Staffel wieder einen reinen "Deep Space Nine"-Roman an. "Rein" heißt dabei lediglich, dass der Stationsname auf dem Cover steht. Denn die Station wurde in einer Auseinandersetzung mit dem Typhon Pact zerstört, dies ist der erste Roman der auf der neuen Station spielt ohne dabei in eine übergeordnete, galaktische Handlung eingebunden zu sein (wie in der Miniserie "The Fall"). Una McCormack gelingt es dabei, einen durchgehend lesenswerten Roman vorzulegen ohne eine große Geschichte zu erzählen.

"The Missing" wird zusammengehalten durch die Geschichte um die interstellaren Reisenden, die sich um eine Vielzahler vernachlässigter Kinder kümmern und ihnen auf der Reise ein besseres Leben und eine bessere Bildung zukommen lassen möchten als es auf den Heimatwelten der Kinder mögliche gewesen wäre. Um diese Gruppe entwickelt sich die Spionagegeschichte und sie sorgt für die Konfrontation zwischen der U.S.S. Athene Donald und einem fremden Raumschiff. Letztlich nimmt diese Geschichte jedoch nur einen kleinen Teil des Romans ein. Stattdessen baut McCormack auf den knapp 300 Seiten eine Vielzahl an Handlungen auf. Doktor Pulaski verteidigt ihr Forschungsprojekt und zieht mit ihrer Crew in den Weltraum; Odo bemüht sich darum, cardassianische Kriegsgefangene zurückzuholen; Doktor Crusher reflektiert über ihre Entscheidung vorerst auf Deep Space Nine zu bleiben und die Tzenkethi Corazame leidet unter ihre Entscheidung ihre Heimatwelt zu verlassen. All diese Geschichten sind für sich allein kaum eine Grundlage für einen Roman. McCormack gelingt es aber mit einem ruhigen, und klaren Schreibstil das Interesse des Lesers dennoch aufrechtzuerhalten.

Dazu zählt auch, dass McCormack trotz all der Handlungsstränge die Charaktere der Serie nicht aus den Augen verliert. Sei es eine cardassianische Mutter, der innere Zwiespalt der Tzenkethi Corazame oder aber die Anführerin der Reisenden, sie alle werden von McCormack mit überzeugenden und in der Regel gelungenen Szenen bedacht. Gleichzeitig gibt es auch für die Stammcrew des Deep Space Nine Relaunches und für Doktor Crusher Momente, die zur Charakterbildung beitragen. Das mag ein Moment zwischen Captain Ro Laren und Quark sein, Doktor Pulaskis äußerst engstirniges Streiten für eine kosmopolitische und offene Forschungsmission oder aber Doktor Crushers Überlegungen, ihrem Mann zu verzeihen, dass er eher sie als die Präsidentin der Föderation retten würde. Diese Ebene steigert die Qualität der Erzählung und erhöht den Unterhaltungsfaktor des Romans.

Zuletzt strahlt der Roman an vielen Stellen wieder den typischen "Star Trek"-Flair aus, der in den spannenden und bewegenden Großereignissen der letzten Jahre manchmal fehlte. Die Befreiung von Kriegsgefangenen, die Frage ob das Kindeswohl über gesellschaftliche Traditionen gestellt werden kann sowie natürlich das Ideal viele, teilweise verfeindete Völker und Individuen unter dem Banner der Wissenschaft auf eine Mission zu schicken – McCormack berührt all diese Fragen und diskutiert sie in Fernsehserienmanier auf oberflächliche aber unterhaltsame Art und Weise. Dabei wird der "Geist" der Serie durch moralisch klare Positionen erweckt, ohne dass der Text dabei selbst belehrend und moralisierend wird (die Ausnahme ist hier die Handlung um Doktor Pulaski).

All diese Punkte können letztlich aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass "The Missing" wenig substantielle Handlung anbietet. Teilweise hätte die Autorin sich ein oder zwei Handlungsstränge sparen können und die existierenden dafür in epischer Breite, in einer tiefen Auseinandersetzung wie in The Never-Ending Sacrifice behandeln können. So unterhält der Roman zwar gut bietet aber keine bewegende Erzählung, die den Leser noch lange begleiten würde.

Fazit: "The Missing" bietet eine durchschnittliche Erzählung, die mit vielen Nebenhandlungen gespickt ist und in einen außerordentlich guten Stil verpackt ist. Dadurch unterhält der Roman, der dem Leser die neue Station Deep Space Nine sowie ihrer derzeitigen Bewohner endlich wieder etwas näher bringt, knapp sehr gut.

2. Thomas Götz

Una McCormack ist im Star Trek-Umfeld keine Unbekannte und hat schon einige recht gute Romane geschrieben. Vor allem die Ausarbeitung der andorianischen Geschlechter geht zu einem Großteil auf ihre Arbeit zurück. Ihre Romane zeichneten sich meist dadurch aus, Verständnis für ein fremdes Volk zu erschaffen und dessen Kultur näher zu beleuchten. In letzter Zeit hatte sie allerdings etwas geschwächelt und leider setzt sich der Trend auch in diesem Roman fort.

Dabei ist die Grundprämisse recht ordentlich: Ein friedlicher Erstkontakt nach den Wirrungen der „The Fall“-Reihe. Es passiert nicht groß etwas und es geht fast ausschließlich um das menschliche Miteinander und den Folgen der letzten Ereignisse. Ein „Ruhepol“-Roman also, der vom Prinzip her in der in letzter Zeit etwas gebeutelten Star Trek-Landschaft sicher eine Existenzberechtigung hat.

Leider war es das auch schon mit den positiven Eigenschaften, denn der Roman schafft es zu keiner Zeit, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Dies beginnt schon mit der etwas konstruierten Handlung. Beverly Crusher etwa ist an Bord von Deep Space Nine, um als Chefärztin auszuhelfen. Das ist sie aber nur für diesen Roman, denn hinterher verlässt sie die Station wieder. Ein ganz klarer Kniff, um sie und Pulaski zusammenzubringen. Zugute halten muss man, das die Szenen zwischen den beiden Frauen mit zum Besten gehören, was der Roman zu bieten hat. Leider sind sie auch recht schnell wieder vorbei, denn dass das jeweilige Gegenüber gar nicht so unsympathisch ist haben die beiden nach wenigen Seiten herausgefunden.

Zum Glück bleibt ihnen aber das Schicksal wie einigen anderen Stichwortgebern erspart. Garak und O’Brien etwa tauchen nur für wenige Sätze auf, um bei großen Problemen auf die Sprünge zu helfen. Dies tun sie meist in recht kurzen Passagen, die auch weggelassen hätten werden können, bieten sie doch überhaupt keinen Mehrwert, außer Fanservice. Dies überträgt sich leider auch auf andere Charaktere und ein richtiges Charakterfeeling oder gar große Charakterszenen kommen eher nicht auf.

Dabei wäre durchaus Potential dafür vorhanden gewesen. Allein die Tzenkethi, die hier wieder einmal angekratzt werden, bieten Raum für genügend Stoff, werden aber eher stiefmütterlich behandelt. Auch Pulaski und ihre Crew haben einiges an Konfliktpotential, das allerdings auch nicht ausgeschöpft wird. Aber mit der Titan hat man ja bereits ein multikulturelles Schiff – ein zweites wirkt da wohl eher störend, weswegen man diese Szenen auf ein Minimum beschränkte.

Minimalistisch sind eigentlich auch viele Szenen des Buches. Wichtige Szenen werden in kurzen Sätzen abgehandelt (Stichwort: Verhaftung des Mörders) und auch das neue fremde Volk vermag nicht so recht zu zünden. Dabei kommt hier zum Tragen, das die Fremden vom Beginn des Buches an quasi schon da sind, man aber recht wenig über sie weiß. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, den Erstkontakt wirklich von Grund auf aufzubauen und in die fremde Kultur einzuführen. Immerhin ist das ja Cormacks Stärke – aber gerade hier scheitert sie in diesem Fall. Zu kaum einer Zeit kommt beim Leser wirkliches Interesse an der Handlung über die Fremden auf. Auch der Mord lässt einen kalt, hat man doch recht wenig Berührungspunkte mit diesem Volk bis dato geschaffen (und es bleibt am Ende eigentlich auch unklar, was genau der Mord dem Bösewicht nun gebracht hat. Eine Racheaktion? Unzufriedenheit?). An diesen Stellen merkt man leider, dass das neue Volk ein bisschen wie ein Versatzstückchen erscheint.

Und auch die B-Handlung ist nicht besser: Verschwundene Cardassianische Kriegsgefangene und ihre Rückführung. Hier darf Odo zwar ein wenig glänzen und es gibt den ein oder anderen moralischen Dialog, wer Star Trek kennt weiß aber recht schnell, wie der Hase läuft und wie die Auflösung des Ganzen vonstatten gehen wird. Da wirkt es eher störend, wenn die unkooperativen Romulaner mit fadenscheinigen Argumenten alles in die Länge ziehen wollen.

Man sieht also schon, das auch diese Handlung eher konstruiert wirkt. Insgesamt bietet das Buch zwar gute Ansätze, richtig verfolgt wird aber keiner davon. Da sind wir von Mrs. Cormack Besseres gewohnt.

Fazit: Ein etwas halbgares Buch, das zwar von der Idee und den Ansätzen her gut ist, aber eher sehr zusammengestückelt wirkt und zu keiner Zeit Charaktertiefe aufweisen kann. Da gibt es Besseres.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Misstrauen"

Originaltitel "The Missing"

Buchreihe DS9-Relaunch

Autor Una McCormack

Übersetzer Christian Humberg

Preis 14 Euro

Umfang 285 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-174-3

(wc, tg - 21.02.17)


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