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Peter Schipfmann (ps), Markus Loosen (ma)02.06.02

"Schicksalspfade"

Jeri Taylor

Inhalt

Um die Vorräte des Schiffes aufzufüllen, befindet sich eine 14-köpfige Landetruppe auf einem Klasse-M-Planeten. Die Erkundung des Planeten wird jäh unterbrochen. Das gesamte Team wird mit einem Gas betäubt und in ein Gefangenenlager auf einem anderen Planeten verschleppt. Das Lager wurde von den barbarischen Subu eingerichtet, die mit den Rai' einen ewigen Krieg führen. Nicht nur die Krieger der Rai', sondern jeder, der auch nur im Verdacht steht, mit Rai' in Verbindung zu stehen, landet in einem der Kriegsgefangenenlager, für welche die Bezeichnung Konzentrationslager eher zutrifft: Essen und Trinken sind von miserabler Qualität, es gibt keine medizinische Versorgung, und wenn den Subu an dem Verhalten ihrer Gefangenen etwas missfällt, gehen sie mit äußerster Brutalität gegen die Häftlinge vor. Unter der Leitung von Chakotay richtet sich die Truppe im Lager so gut wie möglich ein und schmiedet sogleich Fluchtpläne.

Am ersten Abend ihrer Gefangenschaft will Harry Kim von Chakotay wissen, wie er von Starfleet zum Maquis gekommen ist. Da das nicht so einfach ist, erzählt der Erste Offizier der Voyager gleich seine ganze Lebensgeschichte. Daraus entwickelt sich ein Ritual: Jeden Abend erzählt ein anderes Crewmitglied seine Biographie von der Kindheit bis zu dem Zeitpunkt, als er oder sie auf die Voyager traf. So bekommt der Leser noch den Lebensweg von Harry Kim, B'Elanna Torres, Tom Paris, Neelix, Kes (als Traum von Neelix, denn der Roman spielt ein Jahr nach ihrem Abgang von der Voyager) und Tuvok.

Die Fluchtpläne nehmen unterdessen konkrete Formen an. Man schafft es tatsächlich, einen primitiven Transporter zu konstruieren, mit dem man sich aus dem Lager beamen kann. Und die Gefangenen erhalten überraschend Besuch von... Janeway. Sie tritt inkognito auf und schafft es, Chakotay mit einem genialen Trick, Borgtechnologie zu implantieren. Welchen Plan verfolgt sie mit dieser Aktion?

Kritik

Wie kamen die Führungsoffiziere zur U.S.S Voyager und damit in den Delta-Quadranten? Hier erfahren sie es!
1. Peter Schipfmann

"Schicksalspfade" ist der zweite "Voyager"-Roman von Jeri Taylor. Im ersten, "Mosaik" erzählte sie unter anderem die Lebensgeschichte von Kathryn Janeway. Der Teil des Buch, welcher sich mit dem Captain befasste, war sehr gut, nur leider gab es parallel zur Biographie noch eine miserable Science-Fiction-Geschichte um das Geheimnis eines Planeten. Beide Handlungsstränge waren so gut wie überhaupt nicht miteinander verknüpft, liefen ziemlich unmotiviert nebeneinander her. Deshalb hinterließ der Roman bei mir einen eher zwiespältigen Eindruck. Immerhin ist es der erste Roman, welcher zum "Star Trek"-Canon zählt, in Bezug auf Janeway mussten sich die Drehbuchautoren an die Fakten von "Mosaik" halten. Im vorliegenden Roman werden nun die Lebenswege der anderen Führungsoffiziere präsentiert. Die Rahmenhandlung kann zunächst überzeugen. Nichts sonderlich Originelles, aber die Schrecken des Gefangenenlagers werden recht plastisch und eindrucksvoll geschildert.

Da ist es nachvollziehbar, dass man sich abends Geschichten erzählt, um für kurze Zeit der harten Realität zu entkommen. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird es leider ziemlich hanebüchen. Ein Beispiel: Nachdem die Autorin dem Leser ein brutales KZ geschildert hat, in dem es schon schwierig ist, nur einen Tag zu überleben, gelingt es dem gefangenen Außenteam doch tatsächlich, einen Transporter zu konstruieren, mit welchem man sich aus dem Lager beamen kann. Nicht gerade glaubwürdig. Das Finale, in dem dann die Flucht gelingt, ist sehr überhastet und nicht besonders einfallsreich. Der ganze Plot ist rückblickend betrachtet nicht gut ausgearbeitet und durchdacht. Aber er soll ja nur der Anlass sein, um den Schicksalspfaden der Voyager-Crew zu folgen. Und diese Biographien machen die Lektüre des Romans lohnend.

Ein Nachteil der Serie ist es, dass einige Charaktere reichlich blass bleiben, sich überhaupt nicht entwickeln. Hier dagegen wird sogar Harry Kim zu einer faszinierenden Figur. Jeri Taylor entwickelt aus den Fakten, die man aus den Folgen kennt (Stand: Ende der vierten Staffel) interessante Biographien. Wie Chakotay zum Maquis kam, wie aus dem verwöhnten Musiker Harry Kim ein Mitglied von Starfleet wurde, die Beleuchtung des schwierigen Verhältnisses von Tom Paris zu seinem Vater, dem Admiral, oder was Kes motivierte, ihr sicheres Heim zu verlassen und die Planetenoberfläche aufzusuchen - das alles wird einfühlsam geschildert und sorgt bisweilen für ein fesselndes Leseerlebnis. Leider gilt das nicht für alle Lebensgeschichten.

Gegen Ende des Romans nimmt sich Jeri Taylor Tuvok vor. Der wollte zunächst nicht mit seiner Biographie rausrücken, lässt sich schließlich aber doch überreden. Nachdem ich seinem Lebenspfad gefolgt bin, habe ich nur gedacht: "Wenn er bloß geschwiegen hätte!" Die Autorin ist als ausführende Produzentin eine Expertin für "Voyager", mit Vulkaniern kennt sie sich überhaupt nicht aus. Sind die anderen Lebensgeschichten eine gute Ergänzung zur Serie, ohne Widersprüche und Fehler, gibt es nun eklatante Schnitzer. Die Classic-Folgen "Weltraumfieber" oder "Portal in die Vergangenheit" kennt sie offensichtlich nicht. So lässt sie Tuvok während einer Wanderung durch eine Wüste Tiere töten und deren Blut trinken. Auch wenn man diese Verstöße gegen die Kontinuität im "Star Trek"-Universum außer Acht lässt, missfällt mir die Geschichte immer noch. Tuvok ist hier, wie in der Serie, eine sehr klischeehafte Figur. Bisweilen ist sein Verhalten sogar recht lächerlich. Jeri Taylor kann mit dem "Mr. Vulkanier" einfach nichts anfangen.

Fazit: Nach sieben guten Biographien hat der Roman leider einen schlechten Ausklang. Weder die Flucht der 14 Gefangenen aus dem Lager, noch die letzte Bio können überzeugen. Trotz dieser Schwächen ein lesenswerter Roman für alle Fans der Serie.

2. Markus Loosen

Um eines gleich vorwegzuschicken, die Hauptstory ist nicht gerade die Stärke des Buches. Aber dazu später mehr. Denn hauptsächlich beschäftigt sich das Buch mit einem: die Schicksalspfaden von einzelnen Crewmitgliedern. Und durch die Geschichten bekommt man teilweise ein ganz anderes Verständnis für die einzelnen Personen. Besonders bei so Personen wie Chakotay, Kes oder Harry wird dieses überdeutlich, da ihre Entwicklung im Laufe der Serie doch nicht weit voran ging.

Weiterhin Positiv ist anzumerken, dass jeder Charakter für seine Geschichte wirklich so rund um die 100 Seiten bekommt, weswegen diese auch gut rüberkommen, da die Autorin viel Zeit für jede Figur hat. Lediglich Seven bildet hier die Ausnahme von der Regel, da ihre Geschichte nur in einigen Sätzen abgehandelt wird, wodurch Seven in diesem Buch auch für meinen Geschmack ein bisschen zu kurz kommt. Die einzige nicht so gut gelungene Geschichte ist die von Tuvok, da diese doch stellenweise recht langweilige wird und sogar kleinere Logikfehler gegenüber der Serie hat.

Taylor erzählt die Geschichten auf ungefähr derselben Weise wie sie schon Janeways Lebensgeschichte in "Mosaik" erzählt hat, nämlich aus der Ich-Perspektive der jeweiligen Person. Wobei hier, wie oben schon gesagt, nach und nach jeder Hauptcharakter zum Zuge kommt. Mit Ausnahme von Janeway, da ihr Schicksalspfad ja in einem extra Buch abgehandelt wurde.

Was dann im direkten Vergleich mit Janeways Geschichte in "Mosaik" auffällt, ist das Fehlen von Hauptcharakteren anderer Serien. Während in "Mosaik" beim Leser noch durch das Auftreten von Riker oder Data ein kurzes Gefühl von einem vereinten Trek-Universum aufkam, blieben solche Gastauftritte in "Schicksalspfade" vollkommen aus. Besonders bei Tuvoks Geschichte verspielt die Autorin förmlich einen Gastauftritt von Captain Sulu, da sie Tuvoks Dienstzeit unter ihm nur in ein paar Sätzen abhandelt, was zumindest mich doch ein bisschen enttäuscht, zurückließ.

Kommen wir, wie oben angekündigt, zur Hauptstory. Die ist leider so ziemlich vollkommen daneben und reißt das Buch nur so in die Tiefe. Die Charaktere werden auch hier weiterhin gut beschrieben. Doch leider gilt das nicht für alle anderen Aliens und dem Gefängnis. Besonders die bösen Hauptaliens lässt Taylor völlig schwarz. So werden diese einfach als die bösen, dummen dreibeinigen Viecher abgetan, die nichts besseres zu tun haben, als Leute, von denen sie glauben, dass diese gegen sie kämpfen, in ein Gefängnis zu sperren und dort zu quälen.

Auch sonst drücken sich die Logikfehler in der Haupthandlung geradezu die Klinke in die Hand und überbieten sich fast gegenseitig. Mit einigen dieser Fehler versucht die Autorin wohl am Ende ein bisschen Dramatik hineinzubringen, das wirkt aber im Nachhinein doch eher lächerlich als es nützlich ist. Auch verläuft diese Stellenweise einfach zu gradlinig.

Fazit: Ein Buch, das einigen Charakteren der Serie endlich mal eine verpasst, was diesen schon lange fehlt: eine ordentliche Backgroundstory. Doch leider verspielt das Buch seine Stärken einmal durch eine Hauptstory, welche völlig daneben ist, und durch eine etwas zu lange und etwas langweilige Lebensgeschichte von Tuvok. Weswegen zumindest ich leider mit einer geteilten Meinung über diese Buch zurückbleibe.

Bewertung

1. Peter Schipfmann
2. Markus Loosen

Weitere Infos


Titel "Schicksalspfade"

Originaltitel "Pathways"

Buchreihe Voyager

Autor Jeri Taylor

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
8,95 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 bis 10 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 647 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5820

ISBN 3-453-21360-2

(ps, ma - 02.06.02)


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