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Jörn Podehl (jp)13.09.09

"The Buried Age"

Christopher L. Bennett

Inhalt

Captain Picard kommandiert seit über 20 Jahren das Raumschiff Stargazer - bis zu dem schicksalshaften Tag im Jahr 2355, an dem das Starfleet-Schiff in der sogenannten Schlacht von Maxia von einem Raumer unbekannter Bauart angegriffen wird. Mit einem genialen Schachzug gelingt es Picard, den überlegenen Angreifer zu vernichten, muss dabei aber mit seiner Crew die Stargazer sich selbst überlassen. Er rettet fast die gesamte Mannschaft und treibt wochenlang in Rettungskapseln durch das All, bis er gefunden wird. Das anschließende Verfahren, welches zur Aufklärung des Angriffs ins Leben gerufen wird, hinterlässt an Picard deutliche Spuren, und er sieht sich bei Starfleet fehl am Platz. Er verlässt seine "Heimat", bleibt jedoch Reserveoffizier.

Drei Jahre später: In der Archäologie sieht Picard seine neue Berufung und lehrt an einer Universität sein Lieblingsfach. Als ihm seine langjährige Freundin Guinan eines Tages einen Besuch abstattet und von Gerüchten einer verschwundenen Superkultur erzählt, muss sie ihn nicht lange zu einer Forschungsmission überreden. Picard bricht mit einem Forschungsteam auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Für eine derart aufwändige und womöglich gefährliche Mission benötigt er jedoch die Hilfe von Starfleet. Ein alter Freund bei Starfleet stellt ihm eine kleine Flotte von Schiffen zur Verfügung - natürlich mit dem Hintergedanken, Picard wieder in den aktiven Dienst zu locken. Somit kann die Reise beginnen.

Picard stößt bei seiner Suche auf einen Planeten, auf dem eine Art Stasisfeld scheinbar Milliarden Jahre alte Lebewesen gefangen hält. Als Picard das Feld öffnen lassen will, kommen alle bis auf ein eingeschlossenes Lebewesen ums Leben. Picard nimmt die einzige Überlebende, die unter Amnesie leidende Ariel (so nennt er sie, bis sie ihr Gedächtnis wiedergewonnen hat) mit an Bord. Sie ist tatsächlich ein Abkömmling der alten Superkultur, die vor Milliarden Jahren verschwunden sein soll. Bei ihrem Anblick und ihren ersten unsicheren Schritten, in der neuen Zeit Fuß zu fassen, verliebt sich Picard in sie. Ariel gibt Picard Einblicke in ihre Kultur - und in das Wissen, das ihr Volk kurz vor seinem Verschwinden im Ereignishorizont von Schwarzen Löchern gespeichert hat. Jahrmilliarden alte Daten warten darauf, gelesen und ausgewertet zu werden - und die Föderation hat die Technik, diese Daten zu bergen.

Für Picard ist klar: Die Föderation muss sich die Daten sichern, bevor sie andere Völker in die Hände bekommen. Er ist sogar bereit, dafür wieder zur Starfleet zurückzukehren. Allerdings bemerkt Picard nicht, dass Ariel ein doppeltes Spiel spielt und nicht die zu sein scheint, die sie wirklich ist. Nur ein Androiden-Lieutenant namens Data findet heraus, dass Ariel ganz andere Pläne hat, als der Föderation das ewige Wissen zu überlassen..

Kritik

Captain Picard ist womöglich der Captain der Sternenflotte. Wie kam es, dass er das Kommando der U.S.S. Enterprise übernommen hat - und noch wichtiger: Wie hat er sich von dem Stargazer-Zwischenfall erholt? "The Buried Age" von Christopher L. Bennett beschreibt Picards schwerste Zeit.
"The Buried Age" ist das siebte Buch der "The Lost Era"-Reihe und beschreibt die Ereignisse zwischen den Jahren 2355 bis 2364 und somit die Zeit zwischen dem Ende der U.S.S. Stargazer und Picards Kommandoübernahme der U.S.S. Enterprise-D. Die zehn Jahre sind verteilt auf vier Teile, 28 Kapitel und einem Epilog. Im ersten Teil verliert Picard die Stargazer und im Epilog übernimmt er das Kommando der Enterprise-D. Dazwischen führen viele Wege nach Rom und erklären das Wieso und Warum.

Meinungen zu Bennetts Geschichten und seiner Erzählweise gehen weit auseinander. Die einen lieben ihn, weil er Geschichten von Fans für Fans schreibt. Andere hassen ihn, weil er in seinen Geschichten Äpfel mit Birnen und Kartoffeln kreuzt. Sein erster Roman "TOS - Ex Machina" war in meinen Augen eine Reizüberflutung, "Titan – Die Hunde des Orion" eine Ökogeschichte mit Zwischenszenen, die dem Buch mehr als nur Überlänge verschafften.

Und "The Buried Age"? Weniger ist mehr, sage ich immer zu Bennetts Büchern. Und tatsächlich ist in diesem Buch mehr Weniger zu finden. So viel Weniger, dass zu fragen ist: Hat diese Story einen großen historischen Nutzen? Die Handlung um die Superhochkultur der Manraloth ist für die "Star Trek"-Geschichte irrelevant, Bennett hat mit diesem Volk eine künstlich wichtige Kultur geschaffen, mit der die Dramatik stehen und fallen soll. Die Manraloth werden von einer Pseudomoral beflügelt, die alles andere als originell ist. Die wissenschaftlichen Informationen der Manraloth in dem Ereignishorizont von Schwarzen Löchern zu speichern, ist natürlich eine Versuchung für die Föderation, obwohl dem Leser klar ist, dass die Manraloth ein doppeltes Spiel spielen. Scheinbar sind viele "Star Trek"-Autoren nicht mehr in der Lage, andere Geschichten als die nach dem Schema F zu verfassen. Natürlich soll "The Buried Age" den Werdegang von Picard während seiner schlimmsten Zeit darstellen, jedoch ist dieser Werdegang derart künstlich aufgebauscht, dass er einfach nicht interessant ist, geschweige denn Spaß macht.

Etwas Positives sei vermerkt: Neben der mehr oder weniger wichtigen Handlung lebt das Buch von guten Dialogen, archäologischem Hintergrundwissen und Charakterszenen, besonders zwischen Picard und Lieutenant Data, der als Picards untergebener Offizier am Ende des Buches den Machenschaften der Manraloth auf die Schliche kommt. Kein Wunder also, dass ihn Picard schätzen lernt und auf die Enterprise übernimmt. Auch die Beziehungen zwischen Picard und Guinan sowie zu Ariel sind schön beschrieben. Aber auch der Auftritt von Lieutenant Kathryn Janeway als überragende Wissenschaftlerin, die dafür sorgt, dass Ariel ihr künstliches Gefängnis in Form der Stase verlassen kann, ist ein Leckerli für Fans.

Leider reicht das nicht, um dem Buch ein "gut" oder "sehr gut" zu geben, sondern nur ein "befriedigend". Die Handlung ist hanebüchen. Dazu kommen das "legendäre" Ende der Stargazer und das pompöse Tribunal gegen Captain Picard. Phillipa Louvois, bekannt aus der TNG-Episode "Wem gehört Data?" und Hetzerin gegen Picard, ist zu einer unglaubhaften, unwichtigen Randfigur degradiert worden, auch wenn in "The Buried Age" ja gerade das Ende der Stargazer das gewisse Etwas ausmachen sollte. Ihr nimmt man die Rolle der Verräterin nicht ab, das gesamte Kapitel um die Erforschung des Stargazer-Vorfalls ist langweilig und verkommt zur unnötigen Farce.

Fazit: Das Buch schwankt zwischen guten Charakterisierungen und unnötiger Story hin und her. Schade, dass im Gegensatz zu den ersten "Lost Era"-Romanen der Fokus von "The Buried Age" nicht auf wichtigen historischen Ereignissen der "Star Trek"-Geschichte liegt. Somit wird dieses Buch ein besserer Lückenfüller mit netten Dialogen. Nicht mehr.

Bewertung

Weitere Infos


Originaltitel "The Buried Age"

Buchreihe The Lost Era

Autor Christopher L. Bennett

Preis 5,99 Euro

Umfang 400 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 1-4165-3739-2

(jp - 13.09.09)


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