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    StartLiteraturRezension: "Star Trek - Picard: Schwarze Schafe"

    Rezension: “Star Trek – Picard: Schwarze Schafe”

    Der inzwischen dritte Picard-Roman von Cross Cult ist bei uns in der Rezi gelandet.

    Deutscher TitelSchwarze Schafe
    OriginaltitelRogue Elements
    Buchautor(en)John Jackson Miller
    ÜbersetzerStephanie Pannen
    VerlagCross Cult
    Umfang (Seiten)575
    Preis15 Euro
    VerfügbarkeitRegulär erhältlich
    Veröffentlichungsjahr2021
    ISBN978-3-98666-108-3

    Der inzwischen dritte Picard-Roman von Cross Cult ist bei uns in der Rezi gelandet.

    Inhalt (Klappentext)

    Die Vorgeschichte einer der beliebtesten Figuren der Serie Die Sternenflotte war alles für Cristóbal Rios – bis zu einem schrecklichen, unerklärlichen Tag, an dem alles schiefging. Ziellos und orientierungslos ergreift er die Chance auf eine Zukunft als unabhängiger Frachterkapitän in einem von der Föderation verratenen Gebiet, der Grenzregion zum ehemaligen Romulanischen Imperium. Sein größter Wunsch: in Ruhe gelassen zu werden. Doch an Einsamkeit ist für den Captain der La Sirena nicht zu denken, denn er gerät in die Schuld einer umherziehenden Ganovenbande von einem Planeten, dessen Gesellschaft sich an der Erde der Prohibitionszeit orientiert. Gegen seinen Willen muss sich Rios mit Ledger, seinem hinterhältigen Aufpasser, auf eine Odyssee quer durch die Sterne begeben, die ihn in Konflikt mit Gesetzlosen und Glücksrittern, Machtmaklern und Reliquienjägern bringt. Exotische Liebschaften und Schauplätze warten auf ihn – ebenso wie Gefahren in Hülle und Fülle – und Rios lernt auf die harte Tour, dass gute Besatzungsmitglieder schwer zu finden sind, selbst wenn man sich seine eigenen erschaffen kann. Und obwohl sein Treffen mit Jean-Luc Picard noch Jahre entfernt ist, greift Rios auf die Erfahrungen der Sternenflottenlegende zurück, als er einem Geheimnis auf die Spur kommt, das an einem der wichtigsten Tage der Galaxis begann …

    Kritik

    Mag man von der Serie ja halten was man will, so muss man zugestehen, das die Bücher zu “Picard” bislang richtig gut waren. Über den ersten Band mag man vielleicht etwas geteilter Meinung sein (wie bei uns in der Redaktion), der zweite war aber überaus gut und, soviel sei vorab verraten, auch der vorliegende Dritte Band ist wieder mehr als gelungen.

    Das John Jackson Miller sein Handwerk versteht, wissen wir ja, immerhin hat er nicht nur schon überragende Star Wars Romane abgeliefert, sondern mit der Prey-Trilogie eine der besten Star Trek-Trilogien (neben “Destiny”) des Buchsektors. Das kommt ihm in diesem Band natürlich zugute, der ein wenig komödienhaft aufgebaut ist, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften. Leider zeigt allerdings auch dieser Band wieder, wieviel Potential in der Picard-Serie steckt und was hier so alles auf der Strecke bleibt. Denn aus dieser Geschichte könnte man auch gut eine Serie machen, die ein wenig die Unterwelt des Trek-Universums beleuchtet. Laune macht das alles auf jeden Fall, auch wenn es vielleicht nicht jedermanns Sache ist.

    Die Story setzt 2391 an, ein Jahr nach den Vorfällen um Rios auf der Ibn Majid, aufgrund derer er die Flotte verlassen musste. Und dabei zeigt Miller auch gleich auf, wie man gute Referenzen einbringt, ohne das Buch damit zu überladen. So tauchen die Sigma Iotianer aus TOS auf und auch Kivas Fajo gibt sich ein Stelldichein. Letzterer gibt sich übrigens derart reumütig, das man ihm seinen Sinneswandel als Leser sogar abnimmt. Eigentlich wären die kurzen Gastauftritte von Raffi und Picard selbst an der Stelle nicht nötig gewesen, aber sei es drum.

    Wie erwähnt ist das Buch eher etwas lustiger aufgebaut. Rios findet sich in einem klassischen Gangsterdrama wieder und da passen die Sigma Iotianer eben auch perfekt hinein. Und was sich zunächst als Gangsterdrama entpuppt, erweist sich am Ende als Schatzsuche der besonderen Art, bei der man sogar stellenweise ein klein wenig miträtseln kann. Dabei ist es schon spaßig zu erleben, wie Rios im Händlermarkt (oder besser: Schwarzmarkt) Fuß fassen will und dabei, vor allem zu Beginn, immer wieder auf die Schnauze fällt. Da ist das Finale am Schluß, als er das “Spiel” endlich draufhat, natürlich noch befriedigender.

    Darüberhinaus werden hier auch einige Sachen der LaSirena erklärt, wie etwa die vielen Hologramme, und auch das fügt sich natürlich ein und nicht wie die Adhoc-Lösungen aus der Serie. Selbst die Weiterentwicklung der Replikatoren kommt hier glaubhafter rüber als in selbiger. Wenn man dieses Buch also vor der Serie liest, wirkt der Techniksprung nicht mehr ganz so abrupt sondern viel natürlicher. Ihr merkt schon, von der eigentlichen Handlung spoilere ich an dieser Stelle nicht zu viel, hier sollte man einfach selber reischnuppern. Rios als Frauenschwarm á la Kirk ist an der Stelle aber vielleicht ein klein wenig zu viel des Guten.

    Aber so gut das “drumherum” auch ist, lebt ein Roman nunmal auch von seinen Charakteren, und auch hier wird wieder gute Arbeit geleistet. So wächst nicht nur Rios im Verlauf der Handlung vom Neuling zum erfahreneren Händler, auch die Iotianerin, Ledger, mit der er zusammen arbeiten muss, ist gut getroffen. Das Knistern zwischen den beiden ist auf jeder Seite spürbar und man nimmt ihnen hier ab, das sich da was anbahnt. Das es anders kommt, weiß man als Serienschauer zwar (der Status Quo muss immer noch gehalten werden), trotzdem sind am Ende noch sechs Jahre bis zum Serienstart übrig. Eine Buchserie mit Ledger und Rios und wie sie sich im Gangsterland behaupten würde nach der Lektüre auf jeden Fall Laune machen. Insofern etwas schade, das man Rios nach der zweiten Staffel nicht mehr sehen wird und man als deutscher Leser diese Story quasi nach dem Abgesang der Figur erstmalig zu lesen bekommt.

    Auch die Nebenfiguren, mit denen Rios es in diesem Band zu tun bekommt, überzeugen und bekommen vielleicht nicht die ganze Tiefe der beiden Protagonisten ab, aber immer noch genug, um ihre Motivationen und Hintergründe zu verstehen (inklusive überraschendem kleinen Twist am Ende). Befreundete Archäologen, Gangsterbosse und sogar eine Enthüllung zu einer lange zurückliegenden Vergangenheit runden an der Stelle gekonnt die Geschichte ab und schaffen ein sehr stimmiges Ganzes, das gut in das Trek-Universum passt.

    Ja, in gewisser Weise ist es die Hintergrundstory von Rios und der La Sirena, das ist aber eher zweitrangig.

    Must Read

    Wie bereits die anderen Bücher zur Serie so erweist sich auch dieser Roman als (kleines) Highlight. Das haben die Bücher der Serie voraus, denn sie zeigen auch das viele Potential, das in "Picard" schlummert. Selbst diejenigen, die mit Rios nicht so viel anfangen können, dürften hier viele Anknüpfungspunkte an vergangene Trek-Zeiten finden und eine harmonische Geschichte vor sich haben, die einfach Spaß macht. Hier gibt es in der Tat nur wenig zu meckern.

    REVIEW OVERVIEW

    Bewertung
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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    Ich habe dazu zwar keinen Kommentar, aber wie hieß den der zweite Picard Roman? Der ist komplett an mir vorbei gegangen.

    danke für die schnelle Antwort

    Rezension: "Star Trek - Picard: Schwarze Schafe"Wie bereits die anderen Bücher zur Serie so erweist sich auch dieser Roman als (kleines) Highlight. Das haben die Bücher der Serie voraus, denn sie zeigen auch das viele Potential, das in "Picard" schlummert. Selbst diejenigen, die mit Rios nicht so viel anfangen können, dürften hier viele Anknüpfungspunkte an vergangene Trek-Zeiten finden und eine harmonische Geschichte vor sich haben, die einfach Spaß macht. Hier gibt es in der Tat nur wenig zu meckern.

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