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BBS Watcher06.12.03

Eintrag 2: Weltpolitik

Was geschieht in der TrekBBS? Nichts bleibt dem BBS Watcher verborgen!

"Star Trek" zog diese Woche den Kürzeren. Elf Foren laden in der TrekZone-Network-Community zum Gespräch über Roddenberrys Erbe ein - und alle zusammen werden sie seit dem 4. Dezember weniger frequentiert als ein einsames Gegenstück: das so genannte "Outer Trek"-Forum. Im Focus der BBS-User steht das Verhältnis Türkei und EU; eine Wertediskussion. Selbst die Schreie meiner Geburt überhörte man. Aber ich bin kein nachtragendes Wesen. Beginnen wir also mit dem zweiten Eintrag meines Tagebuchs. Wieder reihe ich kommentarlos markante Zitate aneinander.

"Ich stehe einem Beitritt der Türkei äußerst skeptisch gegenüber, vor allem wegen der dort vorherrschenden Kultur, des Glaubeneinflusses in den Staat und fehlender Rechtsstaatlichkeit und anderer europäischer Traditionen."

"Ich halte es für gefährlich, die Werte der EU anhand unserer deutschen Werte zu definieren. Nach der Erweiterung sind wir eines von 27 Ländern und jedes ist anders. Wir können nicht erwarten, dass sich alle so verhalten, wie wir es uns wünschen."

"Allerdings!!! Das wäre echt das Letzte!! Noch mehr Deutschtum?? Noch mehr Spießerei?? Noch mehr Schubladendenken?? Nein! Die Deutschen sind die schlimmste Geißel der Welt!! Ein Staat voller Deutscher reicht vollkommen aus... Noch mehr davon verträgt die Spezies Homo Sapiens nicht!"

"Es ist wohl keine Übertreibung, zu sagen, dass die Idee, alle nichteuropäischen Vorstellungen müssten von Europäern nicht akzeptiert werden, mehr Leid über diesen Planeten gebracht hat als alles andere. Darauf beruht nämlich der Kolonialismus, der mit der Entvölkerung Amerikas begonnen hat und später in Afrika und Asien fortgesetzt wurde. Unter diesem Motto hat Europa fast alle nichteuropäischen Kulturen zerstört, Zahl der Todesopfer im dreistelligen Millionenbereich. Umso schlimmer finde ich es, dass auch heute noch sehr viele Menschen nichts daraus gelernt haben. [...] Wir sollten dringend anfangen, andere Kulturen zu achten, selbst wenn sie andere Werte und ein anderes soziales System haben als wir."

"Gerade durch Vielfalt kann und soll in der europäischen Union Stärke entstehen."

"[Ich merke] ja hier in Berlin, dass die Türken absolut nicht integrationswillig und -fähig sind. Ich wurde in drei Monaten noch von keinem Deutschen angepöbelt oder auf offener Straße beleidigt, nur von Türken, im Schwimmbad, im Kino Zoopalast und bei Burger King. Abgesehen davon, dass deren Vorstellungen von Mann und Frau uneuropäisch und damit inakzeptabel sind, finde ich deren aggressive Verhaltensweise asozial, besonders bei den männlichen jüngeren Türken. Im Endeffekt bleibt von den Türken in Berlin ein fader Nachgeschmack aus Integrationsunwilligkeit, Eigenbrötelei und teilweise Einfältigkeit und bei der Türkei selbst die bereitwillige Mitmischung im Irak-Krieg und das Kurdenproblem. Daher also Nein zu einem EU-Beitritt. Das Land sollte die nächsten sieben Jahre nutzen, sich zu reformieren, besonders im Bereich Rechtstaatlichkeit und europäische Liberalität und Rechtsauffassung."

"Das sind die Erfahrungen einer einzelnen Person. Daraufhin willst du ein komplettes Volk aburteilen? Nur weil einige türkische Jugendliche Probleme mit dem Klarkommen haben, sollen alle anderen dafür büßen?"

"Man darf jetzt nicht von pöbelnden Jugendlichen auf das gesamte türkische Volk schließen."

"Das Türken-Problem in Berlin stellt sich noch ganz anders dar. Was macht eine Mutter, deren Kind in der dritten Klasse nicht richtig Deutsch schreiben und sprechen kann, weil in der Klasse nur Türken sind? Verzweifeln. Die türkischen Eltern indoktrinieren ihren Kindern nämlich nur Türkisch, die komplette türkische Kultur und alles, was zu Abgrenzung zum europäischen (respektive Deutschen) noch erforderlich ist. In der Berliner Politik wurde der Vorschlag gemacht, Türken generell nicht mehr zur Schule zuzulassen, wenn diese kein Deutsch können, diese müssen stattdessen auf 'ne Sonderschule, um Deutsch zu lernen. Das halte ich für sehr richtig, um die Strategie der Eltern zu durchkreuzen. Wir leben in Deutschland, und da spricht man Deutsch."

"Ich stimme [...] voll und ganz zu. Wer nicht richtig Deutsch kann, muss dies erst lernen. Ansonsten leiden alle anderen Schüler in der Klasse darunter, weil dadurch der normale Unterricht erheblich behindert wird, das Lerntempo muss sonst gedrosselt werden, um es den schlecht Deutsch sprechenden Schülern noch einigermaßen zu ermöglichen, dem Stoff folgen zu können."

"Hey, voll krass, eure Argumentation: Nur weil die deutsche Bildungspolitik versagt und wir es nicht schaffen, unseren Unterricht so zu organisieren, dass unsere Kinder Deutsch lernen, darf die Türkei nicht in die EU? Ob die Türkei in der EU ist oder nicht wird an den Zuständen in Berlin nichts ändern."

"Dass die türkischen Kinder Deutsch können sollten, ist klar... Aber wird dadurch nicht noch mehr gefördert, dass die Türken unter sich bleiben? Sollte man sich nicht viel eher bemühen, die türkischen Kinder in die Gesellschaft zu integrieren?"

"'Staatsangehörigkeitsvergabe an Sprachtests koppeln' heißt das Zauberwort."

"Okay... Werden wir mal konkreter. Wie weit dürften denn Ausländer hier deiner Meinung nach ihre Kultur öffentlich pflegen? Ab welchem Punkt legen sie uns als Gastgebern die kulturellen Füße auf den Tisch?"

"Ab dem Moment, wo die Ausübung der ausländischen Kultur die Ausübung der einheimischen Kultur behindert."

"Wir reden über verschiedene Dinge. Du redest über 'sollen', ich eher über 'müssen'... Dass man sich in einem fremden Land so verhalten sollte, dass man die Einheimischen nicht ständig vor den Köpf stößt, sehe ich auch so. Das ist aber eher 'ne moralische Frage, keine rechtliche. Wenn du aber Abschiebung forderst, wenn sich Ausländer nicht integrieren, 'wie sich das für einen Gast gehört', dann ist das kein 'sollen' mehr, sondern ein 'müssen'."

"Ich sehe es nun mal so, dass die Verständigung wichtig ist. So wichtig, dass man einen staatlichen Zwang (eben beispielsweise die drohende Abschiebung) verwenden sollte, um zu garantieren, dass Kommunikation möglich wird. Denn auch wenn es der Einzelne nicht einsieht, es nützt ihm ungemein, wenn er die Sprache des Gastgebers spricht. Andersherum, und genau da liegt die Legitimation für den staatlichen Zwang, schadet es dem Gastgeber, wenn der Gast nicht in der Lage ist, sich zu verständigen."

"Das Problem mit der Gastgeber/Gast-Idee liegt darin, dass sie sehr weit interpretierbar ist. Das reicht von minimaler Anpassung bis zur Gleichschaltung, von 'nicht stören' über 'Deutsch lernen' bis 'Deutsch denken'. Ersteres wird durch unsere Gesetze sowieso schon garantiert: Wenn mich ein Ausländer verprügelt, wird das genauso bestraft, wie wenn ein Deutscher mich verprügelt. Was sich übrigens in der Regel verhindern lässt, indem man rücksichtsvoll auftritt."

"Der Begriff Tradition ist schon von zentraler Bedeutung. Wenn es keine einheitliche deutschen Traditionen gibt, wie kann man von einem Ausländer/Kulturfremden überhaupt fordern, sich daran zu halten? Sollen Türken nun Schuhplatteln oder doch lieber Shanties singen? Oder beides, falls sie von einem Dorf ins nächste ziehen?"

"Warum führen wir nicht ein, dass alle, die in die Europäische Union wollen, zuerst einen Ariernachweis erbringen müssen?"

"Die Überspitzung ist vollkommen unangebracht. Hast du schon mal gesehen, wie Türken auf offener Straße mit Frauen/Mädchen umgehen? Wahrscheinlich nicht, es ist nämlich teilweise entwürdigend. Die Rolle der Frau in der Türkei widerspricht europäischen Grundsätzen und der Charta der Europäischen Union. Was wollen wir denn mit einem Mitgliedsstaat, in dem es keine Gleichbehandlung von Mann und Frau gibt, wo Frauen de facto den Männern unterstellt sind? [...] Es geht um die menschenverachtende Einstellung der Türken."

"Als Student der Politikwissenschaften solltest du wissen, dass Pauschalisierungen der Anfang von Fremdenfeindlichkeit sind. Es waren ja auch "die Juden" das Unglück des deutschen Volkes von 1932 bis 1945. Du kannst dich über das Verhalten von einer Gruppe der Türken in Deutschland aufregen. Du kannst vielleicht etwas gerade so noch verallgemeinernd über die türkische Minderheit in Deutschland sprechen. Aber du kannst nicht behaupten, "die Türken" hätten eine menschenverachtende Einstellung. Das ist Stammtischniveau."

"Du hast mein Post nicht richtig gelesen und absichtlich falsch interpretiert. [Selbstzitat:] 'Darum geht es doch nicht, es geht um die menschenverachtende Einstellung der Türken, diese ist mitnichten einfach hinzunehmen als Relikt übersteigerter Religionsausübung. Tritt die Türkei der Union bei, wäre sie an die Verfassung gebunden. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Artikel 1, Grundrechte-Charta der EU."

"Ich finds 'unerhört', von der von dir erlebten berlinschen Version einer deutschen Bevölkerungsgruppe ausgehend ein ganzes Kulturbündel (ja ja, gebt Acht, in der Türkei gibts nicht nur eine Kultur) gleichsetzend zu beäugen (denn etwas anderes ist dein Gedankensprung von Berlin zur Türkei nicht) und das dann als Urteilsskala für einen Diskussionsbeitrag weltpolitischen Themas (so Sätze schaffen nur Deutsche) anzuführen."

"Die EU ist ein westliches Staatenbündnis, daher müssen die Antragsteller auch gewisse Bedingungen nach unseren Normen erfüllen. Außerdem stellt sich die Frage, inwieweit die Türkei zu Europa zu zählen ist... Fakt ist, dass sie der wohl gemäßigste islamische Staat ist, trotzdem kann man sie nicht nur aus dem Grund aufnehmen, weil sie strategisch günstig liegt (bei der NATO war das ja der eigentliche Grund). Auch wenn wir die Lebensweise in den islamischen Staaten merkwürdig finden, so haben wir nicht das Recht, diese für ihre Lebensweise zu verurteilen."

Mitdiskutieren können Sie hier in der Deutschen TrekBBS.

Ende meines aktuellen Eintrags.

Ihr BBS "Subjectivo" Watcher

(20.12.07)

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