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Peter Schipfmann (ps)13.07.03

"Star Trek Erinnerungen"

William Shatner

Inhalt

In diesem Buch will Shatner mit seinem Co-Autor Kreski nicht nur von seinen persönlichen Erinnerungen an "Star Trek - Die Originalserie" erzählen, sondern er versucht die Geschichte der ersten Serie von ihren Ursprüngen bis zu ihrem Ende nach der dritten Staffel zu schildern. Dazu hat er mit den wichtigsten Darstellern (mit Ausnahme von James Doohan) und Mitarbeitern in der Produktion (insofern sie noch leben) Gespräche geführt und fügt auch Ausschnitte aus diesen Interviews in sein Buch ein. Er beginnt mit einem kurzen Abriss des Lebens von Gene Roddenberry vor "Star Trek". Roddenberry arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg als Pilot bei einer Fluggesellschaft. In seiner Freizeit schrieb er Geschichten.

1949 zog er nach Kalifornien, um in der Filmindustrie als Autor Fuß zu fassen. Nach einer Durststrecke schaffte er es, sich als Drehbuchautor für TV-Serien zu etablieren. Um auch eigene Ideen zu verwirklichen, begann er Bücher für Pilotfilme zu schreiben und diese produzieren zu lassen. Nur aus einem Film wurde eine Serie entwickelt: "The Lieutenant". Als die Serie nach nur einem Jahr abgesetzt wird, fing Roddenberry an, eine Science-Fiction-Serie zu entwickeln. Das angeschlagene Studio Desilu produzierte für NBC den Pilotfilm "Star Trek: Der Käfig". Das Network war von der Qualität beeindruckt, hielt den Film aber nicht geeignet für das durchschnittliche amerikanische Fernsehpublikum. Deshalb wurde Desilu beauftragt, einen zweiten Pilot herzustellen, der publikumswirksamer sein sollte.

Mit verändertem Konzept und zum Teil neuen Schauspielern entstand "Die Spitze des Eisberges". NBC war nun zufrieden und "Star Trek" ging in Serie. Ausführlich schildern Shatner und Kreski den Prozess des Zustandekommens einer TV-Serie. Breiten Raum nimmt die Darstellung der Tätigkeit der Mitarbeiter im Hintergrund (Autoren, Produzenten, dem Art-Director, den Ton- und Tricktechnikern und andere) ein. Dem Autoren und Co-Produzenten Gene Coon wird gleich ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Schauspieler und ihre Figuren werden, mit Ausnahme von Leonard Nimoy alias Spock, vergleichsweise stiefmütterlich behandelt.

Den Abschluss des Buches bildet das "Capitan's Epilog" genanntes Kapitel, in dem Shatner kurz auf das, seiner Meinung nach nur angeblich, gestörte Verhältnis zu seinen Schauspielerkollegen bei "Star Trek" und zu Gene Roddenberry eingeht. Das Buch ist reichlich mit schönen Fotos aus dem Produktionsalltag, sowie mit Entwurfszeichnungen des Art-Direktors Matt Jefferies bebildert.

Kritik

William Shatner erinnert sich an "Star Trek"-Classic.
William Shatner ist als Schauspieler und Mensch eine zwiespältige Figur. Genauso zwiespältig ist auch dieses Buch. In einem lockeren Plauderton erzählt er die Geschichte (oder vielmehr: Er lässt sie von Chris Kreski erzählen) der ersten und wichtigsten "Star Trek"-Serie.

Dabei werden in dem Text zur Auflockerung öfters die kleinen Anekdoten eingestreut, welche Shatner auch auf Conventions immer wieder gerne von sich gibt. So die Geschichte von Leonard Nimoys Fahrrad, oder wie während der Dreharbeiten ein Wespenschwarm das ganze Team zur Flucht zwang. Sehr gelungen sind meiner Ansicht nach die Passagen, in denen die beiden Autoren über den Weg von der Grundidee Gene Rodenberrys zur endgültigen Serie schreiben. Ebenfalls ganz ordentlich ist die Schilderung des Produktionsalltages der drei Staffeln und des Niedergangs der Serie während der dritten Staffel, insofern es dabei nicht um das Verhältnis der beteiligten Personen untereinander geht. Es wird gut deutlich, dass "Star Trek" nicht das Produkt eines "großen Machers" (Gene Roddenberry) ist, sondern, dass der Anteil anderer Mitarbeiter der Serie damals mindestens genauso wichtig war. Äußerst interessant sind die abgebildeten Zeichnungen von Matt Jefferies, der auch für das Design der Enterprise verantwortlich war.

Anders sieht es aus, wenn es um persönliche Dinge geht, vor allem um das Verhältnis zu seinen Schauspielerkollegen. Im einleitenden Kapitel beschreibt Shatner ein gemeinsames Treffen anlässlich von "Star Trek: Das unentdeckte Land". Dabei macht er sich über das angeblich dumme und lächerliche Verhalten von Takei, Doohan und Kelley lustig. Sein Resümee: "Es war wundervoll." Im Kapitel über den zweiten Pilotfilm gibt er mit einer Anekdote den Gaststar Gary Lockwood der Lächerlichkeit preis. Für die Fechtszene der Episode "Die Implosion in der Spirale" nahm George Takei extra Fechtunterricht, und er machte diesen Sport später sogar zu seinem Hobby. In Shatners Version agiert Takei bei den Dreharbeiten mit dem Schwert wie ein tollpatschiger und wildgewordener Dilettant, der mit seinem Verhalten die Gesundheit und das Leben der gesamten Filmcrew gefährdet. Andere Schauspieler werden hier immer im schlechten Licht gezeigt, Mitarbeiter der Produktion werden durchweg gelobt. Gene Coon verließ "Star Trek" wegen der großen Arbeitsbelastung. Shatner hält als Ausstiegsgrund ein Zerwürfnis mit Roddenberry für möglich - ohne dafür Indizien oder Beweise liefern zu können.

Nicht korrekt ist seine Darstellung der Gründe, die fast zu dem Ausstieg von Nichelle Nichols geführt haben. Unerwähnt bleibt der offene Rassismus einiger Desilu-Mitarbeiter ihr gegenüber, welches der Hauptgrund für ihre später zurückgenommene Kündigung war. Im letzten Kapital geht er dann in sehr schönfärberischer Weise auf die Beziehung zu seinen Schauspielerkollegen bei "Star Trek" ein. Die Interviews, die er mit ihnen für dieses Buch geführt hat, seien immer in einer angenehmen Atmosphäre verlaufen, nur Nichelle Nichols habe am Ende des Gesprächs seine starke Selbstfixierung und das daraus resultierende Fehlverhalten kritisiert, woraufhin er sich dann bei ihr entschuldigt habe. Nur James Doohan habe ein Interview strikt abgelehnt, er [Shatner sei aber jederzeit zu einem Gespräch bereit und würde sich jede Kritik geduldig anhören.

Sein Fazit:

"Nach den Gesprächen mit meinen Kollegen ist es mir ein Rätsel, wieso gemeinsame Erfahrungen, die einen Zeitraum von fünfundzwanzig Jahren betreffen, nicht zu festeren Freundschaften geführt haben."

William Shatner über seine Kollegen.

Nun an anderer Stelle haben seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter deutlich gesagt, was sie von ihm halten:

"Bill Shatner machte allen anderen immer wieder deutlich, dass er der große Boss war und wir anderen nur zur Kulisse gehörten. Alles, was nicht ausschließlich auf ihn konzentriert war, bedrohte sein Territorium, und er ließ es uns immer wieder sehr deutlich spüren."

Nichols über Shatner
"Nicht nur Uhura"

George Takei ärgerte sich über hinterlistigen Machtspiele und Jimmy Doohan sagte gar:

"Hätte ich gewusst, dass er sich zu so einem Schwein entwickelt, hätte Scotty ihn nicht so oft aus der Patsche geholfen."

George Takei über William Shatner

Mein Fazit: Ein zwar durchaus interessantes Buch, das man jedoch äußerst kritisch lesen sollte. Wer Informationen über den Menschen William Shatner sucht, sollte lieber die Biographie von Dennis Hauck ("William Shatner - Der Captain") lesen, wer sich für Fakten und Geschichten um die Originalserie interessiert, wird mit "Star Trek: Die wahre Geschichte" von Herbert Sollow und Bob Justman besser bedient.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Star Trek Erinnerungen"

Originaltitel "Star Trek Memories"

Buchreihe Sachbücher

Autor William Shatner mit Chris Kreski

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
19,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 399 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5188

ISBN 3-453-07957-4

(ps - 18.03.07)


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