Nina Ruzicka (ru), Peter Schipfmann (ps)
30.08.02
"Gespensterschiff"
Diane Carey
Inhalt
Ein unerklärliches Energie-Phänomen zerstört einen sowjetischen Flugzeugträger, tötet die Besatzung und verschwindet spurlos.
Dreihundert Jahre später wird die Enterprise von einer unheimlichen Maschine angegriffen, die die gesamte Energie des Raumschiffs zu absorbieren versucht. Und Counselor Troi empfängt aus dem Inneren des Phänomens telepathische Nachrichten der gefangenen Seelen der russischen Seeleute. Picard bemüht sich verzweifelt, wenigstens einen Teil der Enterprise-Crew zu retten.
Kritik
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 Gespenster greifen die Enterprise an. |
1. Nina Ruzicka
Gleich vorweg: Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Mein persönlicher Vorspann lautet: "Die gesamte Crew muss sich einer halluzinogenen Drogenkur unterziehen. Das wird zwar nicht erwähnt, ist aber die einzige logische Schlussfolgerung für die Zustände der Offiziere."
Es ist unglaublich: Alle verfallen in tiefes Misstrauen dem anderen gegenüber. Riker hasst Data und Picard (wortwörtlich!). Geordi hasst Riker. Data hasst sich selbst und begeht aus Verzweiflung fast Selbstmord! Verblödete Formulierungen schiebe ich für gewöhnlich der deutschen Übersetzung in die Schuhe - in diesem Fall geht aber zumindest die Hälfte auf das Konto der Autorin ("er nickte mit seinem kakaofarbenen Kopf"). Davon abgesehen ärgert man sich aber krank über die vollkommene Falschdarstellung der Charaktere! Der einzige vertretbare Grund, der mir dazu einfällt, ist, dass es sich wieder mal um einen Roman handelt, der aufgrund früher Charakterskizzen der Figuren entstand, ehe die Serie überhaupt gedreht worden war.
Die mit Abstand erfreulichste Szene in dem Buch bildet eine zweiseitige Reklame für Instant-Suppen! Ich rate, den Roman gar nicht oder nur in Verbindung mit starken Beruhigungsmitteln zu lesen.
2. Peter Schipfmann
Die Qualität der "Star Trek"-Romane ist höchst unterschiedlich. Das "Gespensterschiff" ist leider ein höchst miserables Buch. Ich habe noch nie einen Roman von so schlechtem sprachlichen Niveau gelesen. Der Stil des Buches ist ungelenk und hölzern. Mit nahezu traumwandlerischer Sicherheit findet die Autorin immer ein unpassendes Adjektiv oder Adverb. Wenn Worf sich zu Wort meldet, muss er immer "donnern". Die klingonischen Stimmbänder müssen von einer außerordentlichen Qualität sein, dass sie das unbeschädigt aushalten.
Und wenn ein Autor an der Form, sprich Sprache, versagt, ist es um den Inhalt meist auch schlecht bestellt. So auch hier. Es geht um ein Weltraumphänomen, welches bestimmte Energieformen absorbiert, humanoides Leben tötet, aber die Gehirnmuster der Opfer konserviert. Der Plot wirkt auf mich wie ein zu Recht abgelehnter Drehbuchentwurf zur Originalserie. Außerdem gibt es noch eine sehr schwache, nur aus Lesefrüchtchen bestehende, Euthanasie-Diskussion. Und die Schluss-Szene ist reiner, billiger Kitsch. Von unfreiwilliger Komik sind die Konflikte der Mitglieder der Enterprise-Besatzung untereinander. Harmlose Bemerkungen werden vom Gegenüber seltsamerweise als Beleidigung aufgefasst, aber er gibt auch ruppige Entgegnungen und mir unverständliche beleidigende Äußerungen. Ein längerer Aufenthalt in einem Raumschiff scheint nach Meinung der Autorin zu schleichendem Wahnsinn zu führen. Die Autorin hat sich damit entschuldigt, dass sie den Roman vor dem Beginn von "The Next Generation" geschrieben hat, als die Charaktere noch nicht festlagen. Aber das Problem ist nicht, dass die handelnden Personen nicht denen in der späteren Serie entsprechen. Sie sind unabhängig von dieser Tatsache einfach lächerlich.
Lieferbar ist eine Einzelausgabe des Romans nicht mehr. Man bekommt ihn vielleicht noch in einem Sammelband zusammen mit "Planet des Untergangs" und "Die Augen des Betrachters". Diese beiden Romane sind Gott sei Dank erheblich besser.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Gespensterschiff" |
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| Originaltitel |
"Ghost Ship" |
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| Buchreihe |
The Next Generation |
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| Autor |
Diane Carey |
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| Übersetzer |
Norbert Stresau |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
10,90 DM

Antiquarisch: 1 bis 3 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
271 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/4757 |
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| ISBN |
3-453-04470-3 |
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(ru, ps - 22.10.06)