Julian Wangler (jw)
07.10.05
"Progenitor"
Michael Jan Friedman
Inhalt
Nachdem das erste Abenteuer der Stargazer nur wenig zu überzeugen wusste,
lässt sich Friedman keineswegs einschüchtern und entfaltet seine neue
Buchreihe über den zweiten Roman "Progenitor". Dieser knüpft unmittelbar an
die Entwicklungen von "Gauntlet" an und zeigt daher eingangs den Werdegang
einiger Mannschaftsmitglieder der Stargazer; so verabschiedet sich Picard
von Kameraden, die nun im Zuge einer Beförderung den Posten auf einem
anderen Schiff erhalten haben und begrüßt neue Kadetten. Bei den
Hauptcharakteren tut sich auch so einiges: Commander Wu, Zweiter Offizier
der Stargazer, bekommt plötzlich die Stelle des Ersten Offiziers auf ihrem
alten Schiff, der U.S.S. Crazy Horse, angeboten und gerät in ernsthafte
Entscheidungsbedrängnis - und zu Anfang sieht es sogar danach aus, als würde
sie dieses Angebot nicht abschlagen können.
Wu - sie steht in diesem Roman ganz besonders im Vordergrund - wird
allerdings auf eine harte Probe gestellt, als Picard und ein großer Teil der
restlichen Führungscrew den Chefingenieur der Stargazer Simenon auf dessen
Heimatwelt Gnala begleiten, wo er ein haarsträubendes Ritual zu bestehen
hat. Als nämlich ein andorianisches Passagierschiff in die Fänge eines
hochgradig gefährlichen interstellaren Phänomens gerät, muss sie all ihr
Können aufbringen, um dieses, aber auch die Stargazer, vor einer
Katastrophe zu bewahren. Darüber hinaus muss sie äußerst eng mit mehreren
Besatzungsmitgliedern zusammenarbeiten und entdeckt sich schließlich selbst
dabei, wie sie mit dem ein oder anderen eine Freundschaft knüpft.
Währenddessen müssen Picard und seine Begleiter Simenon helfen, das Ritual
zu bestehen. Schnell finden sie jedoch heraus, dass es hierbei um nichts weniger als
um Leben und Tod geht.
Im Hintergrund versucht Admiral McAteer nach wie vor, Picard mit allen ihm
möglichen Mitteln vom Posten des kommandierenden Offiziers der Stargazer zu
entbinden. Dies ist aber plump und langweilig, weil der Admiral bereits im
ersten Buch vergebens versuchte, Picard durch irgendeine Aktion
bloßzustellen; doch auch hier gelingt es dem Captain der Stargazer aufs
Neue, dem griesgrämigen Admiral ein Schnippchen zu schlagen und sein
Kommandopatent zu behalten.
Kritik
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 Picard und seine Kollegen müssen Simenon bei einem Ritual auf seiner Heimatplaneten helfen. |
Unterm Strich ist schnell alles zu diesem Roman gesagt, und auch das Fazit
ist schnell gefunden: ein stinknormales Abenteuer mit - zumindest das ist
nach dem sehr oberflächlichen ersten "Stargazer"-Roman erfreulich - Fokus
auf die Person der Wu und des Simenon. Ansonsten macht Friedman nach wie vor
dieselben Fehler wie im Vorgängerband; viel zu oft tauchen völlig unwichtige
Charaktere und Crewmen auf, die nicht minder unwichtige, kaum an der
Oberfläche kratzende Dialoge führen und nach Ende des Absatzes (der oft
kaum länger als eine Seite dauert!) wieder in der Versenkung verschwunden
sind. Dadurch wird das Buch selbst unnötig in die Länge gezogen. Und an den
Stellen, wo man eigentlich ein wenig Spannung und Überraschung erwartet,
enttäuschen simplifiziertes Techno-Gebabbel und ermüdend-lineare
Lösungswege.
Alles in allem ein Roman, der - aufgrund seines von vorneherein stark
geschmälten Potentials - nicht unbedingt dauerhaft hinter seinen
Möglichkeiten zurückbleibt, aber dem Leser immer wieder die Frage vor Augen
führt: Wozu schreibt ein Autor 270 Seiten, wenn nicht einmal die Hälfte
davon wirklich handlungsrelevant ist?
Bewertung
Weitere Infos
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| Originaltitel |
"Progenitor" |
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| Buchreihe |
Stargazer |
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| Autor |
Michael Jan Friedman |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
6,49 Euro

Antiquarisch: ca. 2 bis 3 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
263 Seiten |
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| Verlag |
Simon & Schuster Pocket Books |
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| ISBN |
0-7434-2794-7 |
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(jw - 03.02.07)