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Martin Ackermann (ac)15.04.09

REVIEW: Ein neues "Star Trek", ein anderes

TZN-Bericht von der "Star Trek XI"-Galapremiere in Wien

Das TrekZone Network berichtet von der "Star Trek"-Galapremiere in Wien. Nahezu spoilerfrei können Sie Eindrücke vom Film und vom Drumherum bei uns lesen. "Star Trek XI" ist ein guter Film, der das Fandom aber erneut spalten wird, meint Martin Ackermann.

Das war sie also, die vierte der weltweit stattfindenden "Star Trek"-Galapremieren. Sie fand am 14. April in Wien statt und ich war einer der wenigen Auserwählten, welcher den neuen Film schon vor dem offiziellen Kinostart sehen konnte.

Nachdem wir unsere Karten abgeholt hatten, warteten wir noch einmal 30 Minuten auf den großen Moment, als Karl Urban (Dr. McCoy) und John Cho (Mr. Sulu) das Foyer des Kinos betraten. Für mich war es ein Moment der Faszination, als die beiden heroisch über die Rolltreppe gefahren kamen. Fotos und Videos davon habe ich machen lassen, die werden in Kürze nachgeliefert.

Wenige Minuten später ging es dann in den Saal, wo es eine kurze Moderation gab, die beiden Stars dazukamen und etwas gescherzt wurde. Karl Urbans Vater ist Deutscher und daher war es ihm auch möglich, in etwas gebrochenem Deutsch die Fragen der Moderatorin zu beantworten. Als die beiden dann den Saal verließen, sang John Cho die "Star Trek"-Fanfare ins Mikrophon, was für heiteres Gelächter im Kino sorgte. Die beiden kamen sehr sympathisch rüber. Bedauerlicherweise musste das geplante Interview mit den beiden aus Termingründen entfallen.

Die neuen Schauspieler erwecken die alten Figuren eindrucksvoll zum Leben
Dann ging es los, die Aufregung stieg in mir hoch, nach mehr als fünf Jahren kam "Star Trek" als weiterer Kinofilm zurück. Eindrucksvoll, wenn ich anmerken darf.

Zunächst muss ich sagen, "Star Trek" ist anders. Anders, als ich erwartet habe. Der Film hat nicht mehr viel von dem "Star Trek", welches ich oder Sie kennen, aber auch wiederum viel, was "Star Trek" ausmacht. Fangen wir am Anfang an. Keine Sorge, ich werde nicht zu viel verraten, aber von der ersten Minute an ist dieser Film Action pur. Aber die Emotion kommt ebenso nicht zu kurz. Ich war äußerst positiv überrascht, (Kleiner Spoiler) dass Abrams die Geburt von Jim Kirk und den Tod von George Kirk so eindrucksvoll zeigte. (Spoiler Ende) Genau hier zeigt der Film, welches Potenzial in ihm steckt.

Auch im späteren Verlauf der Geschichte waren es die kleinen Dinge, die ins Auge stachen. Zum Beispiel ist hier die Musik zu erwähnen. Vergessen Sie die reine klassische Musik, die Sie aus den Serien und Filmen kennen. Es wird Rock- sowie auch Dance-Musik gespielt. Auch das Product Placement kam dieses Mal zur Genüge zum Einsatz. Sie werden, wenn Sie den Film sehen sollten, auch eine Freisprecheinrichtung eines großen Mobilfunkherstellers in der Corvette von Jim Kirks Onkel sehen.

Die vorigen Filme hatten dies meiner Meinung nicht nötig, jedoch wirkt dieses "Star Trek" frischer, frecher, aber nicht wesentlich moderner. Kein Zweifel, die Effekte sind absoluter Wahnsinn. Industrial Light and Magic hat eindrucksvolle Arbeit geleistet, dennoch hatte ich oft das Gefühl, dass man an den Sets gespart hat. Vieles sieht aus, als wäre es in einer Fabrik gedreht worden. Einen typischen Maschinenraum mit einem großen Warpkern wie in den Serien oder in den Filmen werden Sie nicht zu sehen bekommen.

Die Enterprise an sich sieht wirklich so aus wie das Schiff aus den Sechzigern. Wenn Sie den Film sehen, werden Sie verstehen, was ich meine, wenn Sie das Schiff in voller Aktion zu sehen bekommen. Viele Klänge sind vertraut, zum Beispiel das Geräusch des Transporters aus der Classic-Serie blieb im Film erhalten.

Das gibt ein gewisses Retro-Feeling, man fühlt, wie respektvoll die Produzenten mit dem Stoff teilweise umgingen. Sehen Sie sich das Zusammenspiel der Charaktere an, Sie werden bemerken, wie sehr diese alten Figuren durch die neuen Schauspieler wieder zum Leben erwachen. Das macht glücklich, das macht froh und erinnert an tolle "Star Trek"-Zeiten.

Leonard Nimoy als Spock
Das Aufregendste jedoch für mich war es, Leonard Nimoy wieder in seiner Paraderolle zu sehen. Der Film wurde durch ihn zu einem wirklich tollen Highlight. (Kleiner Spoiler) Wenn Sie die Gedankenverschmelzung sehen, werden Sie wissen, was ich meine. Ich frage mich, ob wir Mr. Nimoy noch einmal sehen werden, schließlich bleiben gewisse Fragen am Ende offen. (Spoiler Ende)

Was ich in dem Film äußerst vermisst hatte, war Nero. Sicher, er war ein paar Mal zu sehen, aber als den hauptsächlichen Gegenspieler hätte ich ihn nicht so bemerkt, (Spoiler) auch als er einen sehr bekannten Planeten vernichtet hat und eine Spock nahestehende Person ebenso dran glauben musste. Und dieser Tod wurde meiner Meinung nach zu schnell abgehandelt. (Spoiler Ende) Der Film dauerte zwei Stunden, dennoch kam er mir stellenweise viel zu schnell vor. Diese zwei Stunden waren äußerst schnell vorbei.

Zum Abschluss möchte ich sagen, das typische "Star Trek"-Flair, welches ich aus den Serien und Kinofilmen kenne, war einerseits da und andererseits wiederum nicht. Fans, welche auf den Kanon setzen, sollten hier bitte nicht so streng sein. Sie werden wissen, was ich meine, wenn der Film seine Handlung für kurze Zeit auf Delta Vega setzt.

Dieser "Star Trek"-Film wird ein weiteres Mal nach "Star Trek: Nemesis" die Fangemeinde spalten. Vielen Fans (wie mir) wird der neue Film sehr gefallen, andere wiederum werden bitter enttäuscht werden, weil sie ihr "Star Trek" nicht mehr erkennen werden. Dieser Film ist für Einsteiger in die "Star Trek"-Welt wie gemacht, für "Star Trek"-Fans natürlich ein Muss, aber seien Sie sicher, es ist nicht mehr das "Star Trek", was wir kennen.

(ac - 07.05.09)

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