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    Zweitrezension: Picard 2×07 – “Monster”

    In unserer Zeitreview sehen wir uns die siebte Picard-Folge an und klären, was drin steckt in der Seelenreise. Achtung, Spoiler!

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    In unserer Zeitreview sehen wir uns die siebte “Picard”-Folge an und klären, was drinsteckt in der Seelenreise. Achtung, Spoiler!

    Wie bereits in der Vorwoche befürchtet, kommt es diese Woche zum berühmten Abtauchen in Picards Verstand. Und wie ebenfalls befürchtet, ist das leider auch der schwächste Part der Geschichte. Dabei spielt der Fakt, dass mich das alles eigentlich gar nicht interessiert, nur eine untergeordnete Rolle.

    Vielmehr ist halt auch diese Folge inzwischen merklich dazu da, die Handlung zu strecken, was leider immer offensichtlicher wird. Hinfort sind die guten Momente des Staffelstarts und es zeigt sich zusehends, dass man sich immer mehr verzettelt. Immerhin gibt es noch ein paar Nebenhandlungen, welche die Story vor einem Totalausfall bewahren. Doch der Reihe nach.

    Von Monstern und Kellern

    Wie erwähnt begibt sich Laris…äh…Tallinn in Picards Geist und sieht dem sich dort entfaltenden Kindheitstrauma zu. Das ist leider nicht sonderlich interessant, es ist vor allem auch unglaubwürdig. Über Sachen wie die Monster (die offenbar bei sowas immer auftauchen müssen) kann ich ja noch hinwegsehen. Aber will man uns allen Ernstes verkaufen, dass Picard mit 96 Jahren noch immer nicht über Sachen hinweg ist, die vor 86 Jahre passiert sind? Dass er immer noch nicht gecheckt hat, was mit seiner Mutter los war?

    Zumindest geht man hier nicht den Weg, Patrick Stewarts Leben zu zeigen, dessen Vater ja bekanntermaßen auch gewalttätig war. Vielmehr zeigt man auf, dass es hier die Mutter war, die ihre Probleme hat. Trotzdem passt es halt leider hinten und vorne nicht; auch nicht zu der Figur, die wir inzwischen kennen.

    “Ich bin dein Vater Luc.” – “NOOOOOO, that’s impossible!”. “Star Wars”-Hommage in “Star Trek”? (Bild: © Paramount +)

    Und wo ist überhaupt Picards Bruder? Wenn der bei den ganzen Vorfällen schon außer Haus war, muss er ja mindestens 15 Jahre älter als Jean-Luc sein. Da hat man halt offensichtlich wieder geschlampt.

    Immerhin hat man daran gedacht nachzufragen, warum Picard in dieser “Seelenschleife” gefangen ist. Denn das habe ich mich auch gefragt. Warum gerade jetzt? Vermutet wird ein Spiel von Q, was natürlich insoweit passen würde, als dass dieser auch Picards Trauma ausgelöst haben könnte. Meine Vermutung ist aber eher, dass wir darauf nicht wirklich eine Antwort erhalten werden und dieser Arc einfach links liegen gelassen wird. Auch in der zweiten Staffel (und eigentlich bei allen Live-Serien bislang) scheint man nämlich langsam den Faden zu verlieren.

    Hanebüchen ist auch die Tatsache, dass Tallinn eine Romulanerin ist und damit eine Vorfahrin von Laris. Ich hatte ja bereits vor zwei Folgen bemängelt, dass alle Soongs immer gleich aussehen (auch wenn die Fans Brent Spiner in der Rolle zu mögen scheinen). In “Star Trek” sehen scheinbar ALLE Vorfahren gleich aus. Soji, Soong, Laris… sorry, aber für mich ist hier halt Schluss. Das ist einfach nur Beschäftigungstherapie für die Schauspieler…

    Und auch wenn man wohl noch eine Auflösung von Picards Trauma wird sehen können (Stichwort: Schlüssel), muss ich leider auch hier sagen, dass mich das halt absolut nicht interessiert. Zudem scheint Tallinn sich mit dieser Folge auch wieder aus dem Ensemble zu verabschieden, was ebenso für die Abwesenheit von Soong und Kore gilt und natürlich auch für Renée Picard. Viel Lärm um nichts also. Oder wird man die noch einmal sehen (hoffentlich Erstere nicht in einem Retcon der Eugenischen Kriege)? Die Zukunft wird es zeigen…

    Wir suchen Agnes

    Etwas besser, wenn auch nicht sehr, ergeht es Raffi und Seven, die nach Agnes suchen (und sich nach meinem Dafürhalten etwas zu viel Zeit lassen). Hier gibt es ein halbgares Gespräch über ihre Beziehung (die halt leider auch nicht sonderlich interessant ist, da man davon schlicht nichts gesehen hat), bevor es ans Eingemachte geht.

    Dieses Eingemachte sieht leider derart aus, dass man Agnes in einen Nachtclub folgt und herausfindet, dass die Königin die Transformation beschleunigen will. Aus, fertig, das war’s. Nur leider ist das eben nicht sehr überzeugend, denn eigentlich wissen wir, dass Assimilation anders geht. Aber auch hier hat man scheinbar wieder etwas gebraucht, um diesen Handlungsbogen zu strecken (oder um Patrick Stewarts Frau Sunny Ozell im Club auftreten zu lassen). Insgesamt bleibt man hier leider hinter den Möglichkeiten zurück, auch wenn man der Folge sicher anrechnen kann, dass es nach Picards “Koma” noch ein gutes Stück weitergeht und man nicht bei den 30 Minuten der Vorwoche verharrt.

    Alison Pill (Agnes Jurati) in “Monsters” (Bild: © Paramount +)

    Besser schneidet hier der Handlungsstrang um Rios und Teresa ab. Okay, der ist an manchen Stellen (das Teil für Teresa wird hergebeamt, weil es genau in dem Moment nicht anders geht und die Replikatoren noch funktionieren – ja, is klar!) auch ziemlich konstruiert, aber irgendwie musste Teresa ja hinter das Geheimnis kommen. Auch wenn viele jetzt wegen der Temporalen Direktive unken werden, so gefällt es mir durchaus, dass Teresa mitgenommen wird. Liebe macht halt manchmal blind und die Chemie der beiden Darsteller stimmt einfach. Von daher ein kleines Highlight, auch wenn ich an der Stelle nicht verstehe, warum er dem Jungen dann alles erzählt hat.

    Aber sei es drum. Mal sehen, wohin dieser Weg noch führt. Bleibt Rios zurück oder fliegt Teresa mit?

    Bezaubernde Guinan

    Ein weiterer Gastauftritt wird uns dann diese Woche noch präsentiert, denn Picard sucht erneut Guinan auf. Hier kann die Folge dann immerhin nochmal punkten, denn die Erwähnung eines Krieges mit den Q ist durchaus interessant und passend.

    Okay, man hat auch hier wieder einen dieser konstruierten Zufälle, nämlich den, dass Guinan die Flasche der Friedensverhandlungen hat (oder hat jeder El Aurianer eine?) und dass ihr “Trinken” etwas merkwürdig ist (was ist, wenn die Flasche leer ist? Wieder Krieg mit den Q?). Aber das Ganze wurde hier mit einer gewissen Mystik umgesetzt, dass es interessant bleibt.

    “Oh Geist der Lampe, erfülle mir drei Wünsche.” – “Ich will Q, ich will Q und äh.. ich will Q?” Leider geht keiner der Wünsche in Erfüllung. (Bild: © Paramount +)

    Zumindest checken auch Guinan und Picard langsam, dass mit den Q etwas im Argen liegt. Ist Q vielleicht schon der letzte seiner Art?

    Der Darsteller des FBI-Agenten Wells (Jay Karnes) trat übrigens bereits prominent in “12 Monkeys” auf, der anderen Serie von Showrunner Telly Matalas. Die Anwesenheit hier auch wieder so ein Zufall… aber immerhin in gewisser Weise noch plausibel. Übrigens gab es bei Folge 6 bereits die Inhaltsangabe zu Folge 8 zu lesen, worüber ich mich letzte Woche schon bei Amazon gewundert hatte, denn vom FBI war keine Spur zu sehen. Auch wird dort Folge 6 noch mit “Gnade” betitelt, obwohl die kommende Folge 8 den englischen Titel “Mercy” trägt. Da hat wohl einer nicht aufgepasst. Mal sehen, ob das noch korrigiert wird.

    Bewertungsübersicht

    Bewertung

    Fazit

    Nur drei Wochen vor dem Start von "Strange New Worlds" (zu dessen internationalem Start es IMMER noch keine Infos gibt, was einfach schwach ist) scheint sich "Picard" zu verzetteln. Zwar gibt es einige schöne Szenen, welche die Folge vor dem Totalabsturz retten, so langsam drängt sich aber leider der Verdacht auf, dass man auf Gedeih und Verderb die Handlung in die Länge ziehen musste. Das deutet daraufhin, dass man sich zum Staffelende hin wieder verzetteln wird. Ob es tatsächlich so kommt, wird man sehen. Diese Folge hier bewegt sich aber allenfalls auf dem Niveau der Vorwoche.
    Deutscher TitelMonster
    OriginaltitelMonsters
    SeriePicard
    Staffel2
    Episodennummer7
    Produktionsnummer17
    RegisseurJoe Menendez
    DrehbuchJane Maggs
    GastdarstellerJames Callis (Therapeut/Maurice Picard), Sunny Ozell (Club-Sängerin), Dylan Von Halle (Picard als Kind), Madeline Wise (Yvette Picard)
    US-Erstausstrahlung14.04. 2022
    DE-Erstausstrahlung15.04. 2022
    Sternzeit / Missionsdatum2024
    Dauer46
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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