StartProdigyProdigy - Season 1Rezension: Star Trek: Prodigy 1x13 - "Die ganze Welt ist eine Bühne"

Rezension: Star Trek: Prodigy 1×13 – “Die ganze Welt ist eine Bühne”

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Wir sehen uns die (vorerst) letzte Free TV-Folge von “Prodigy” an. Wie immer gilt: Achtung: Spoiler!

Rezension: Star Trek: Prodigy 1x13 - "Die ganze Welt ist eine Bühne" 1
© Paramount

Neue Folgen nur noch auf Paramount+ ?

Mit der 13. Folge beendet “Prodigy” vorerst seinen Run im deutschen Free TV, zumindest was Neuausstrahlungen betrifft. Man wird hierzulande wohl den Start von Paramount+ abwarten müssen, um zu erfahren, wie es danach weitergeht. Dann aber könnten zumindest drei bis vier weitere Folgen erscheinen. Und der Rest wird dann womöglich im wöchentlichen Turnus nachgeliefert. Wie genau der Veröffentlichungsrhythmus von “Prodigy” auf Paramount+ aussehen wird, das steht derzeit noch in den Sternen. Die derzeitige Sendeplanung von Super RTL / Toggo Plus listet bis Anfang Dezember jedenfalls nur noch bereits ausgestrahlte Episoden auf.

Was wir bereits wissen: Nahezu alle “Star Trek”-Inhalt sollen ab 8. Dezember auf Paramount+ zur Verfügung stehen, Ausnahme stellen lediglich die alten “Animated Series” (TAS), sowie “Lower Decks” und “Picard” dar. An letzteren beiden hält bekanntlich Amazon Prime Video noch die Ausstrahlungsrechte. Demnach war eigentlich auch abzusehen, dass diese Serien zunächst einmal auch dort bleiben werden. Was jedoch immer noch fehlt, das ist eine Aussage zu den “Short Treks”. Nun, in drei Wochen werden wir es dann sehen.

Mit “Strange New Worlds”, welches mit zwei Folgen pro Woche erscheint, kann man sich dann wenigstens die Zeit bis zum Start der dritten Staffel “Picard” im Februar überbrücken. Und hoffentlich kommen auch zusätzlich die neuen Folgen von “Prodigy” oben drauf, genauso wie in den USA.

Doch kommen wir nun zur Episodenkritik.

Die Nebenhandlungen: Diviner & Murf

Haken wir zunächst die Nebenhandlung um den Diviner mal eben schnell ab. Der wird weiterhin von Admiral Janeway betüddelt. Aber wenigstens lässt er sich die Information entlocken, dass Captain Chakotay gefangen genommen wurde.

Dieser kleine Hinweis – ebenso wie die Tatsache, dass auch das Schicksal des Denobulaners Barniss Frex aus der vorletzten Episode erwähnt wird – machen mir Hoffnung, dass es womöglich doch noch vernünftige Erklärungen zu Chakotay, der Protostar und auch Dal und Co. geben wird. Wenn auch vielleicht nicht mehr in dieser Staffel.

Allerdings habe ich mich schon gefragt: Sollte Janeway hier nicht langsam mal stutzig werden, was diesen mysteriösen Fremden betrifft? Immerhin hat der Diviner die Protostar hier als “sein Schiff” bezeichnet. Nun, wir werden es sehen…

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Der Diviner schleimt sich weiter bei Janeway ein. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×13, Paramount+)

Eine zweite Nebenhandlung ist die Krankheit von Murf. Hier ging ich zu Folgenbeginn irgendwie noch davon aus, dass sie sich am Ende als Heilmittel für den Planeten entpuppen wird. Nun, in dieser Hinsicht wurde ich dann allerdings positiv überrascht, denn Murf scheint sich wohl in irgendeiner Weise weiterzuentwickeln. Aber in was genau? Nun, das werden wir sehen. Ansonsten läuft dieser Strang erstmal “unter ferner liefen”.

Die Protostar auf Bewährung

Blicken wir nun aber auf die Hauptstory. Ich hatte ja schon vor einigen Folgen vorausgesagt, dass man die weitere Handlung so konstruieren würde, damit man die Protostar weiterhin mit den “Kids” an Bord umherziehen lassen kann. Und so ist es dann auch gekommen.

Dal und seine Crew sind nach den Geschehnissen in “Asyl” von der Sternenflotte als Verbrecher eingestuft worden, was auch logisch nachvollziehbar ist. Immerhin haben sie – zumindest aus der Sicht von Barniss Frex – die Protostar gestohlen und eine Relais-Station der Föderation zerstört. Und deswegen jagt ihnen jetzt die Sternenflotte hinterher. Also muss die Crew nun den Beweis antreten, dass man die Werte der Föderation vertritt und einen wertvollen Teil der Flotte darstellt. Und so fliegt die Crew der Protostar auf sich alleine gestellt durchs All, um ziemlich “sternenflottige” Dinge zu tun. Bei dieser “Bewährungsmission” wird es jedenfalls gleich sehr nostalgisch.

Zu Gast bei den Enderprizianern

Der wahre Clou der Folge – der das Fan-Herz höher schlagen lässt – ist nämlich ein empfangener Notruf, dem unsere Helden sogleich auf den Grund gehen. Der Ursprung findet sich auf dem Planeten 0042692. Dort trifft die Protostar-Crew auf eine Zivilisation, die sich die Sternenflotte als Beispiel für ihre Kultur genommen hat. Jedenfalls ist deren ganzes Leben auf den “Sternenflug” ausgerichtet.

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Neu-Ender-Prize.. ihr wisst schon… (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×13, Paramount+)

Auf der einen Seite wird dadurch natürlich mal wieder die Bedeutung der Obersten Direktive belegt. Auf der anderen Seite ist es aber auch ein bisschen witzig zuzuhören, wie die Planetenbewohner, die sich “Enderprizianer” nennen, von Sulu und Kirk sprechen.

Ich dachte zunächst sogar, die Statue in der Kolonie könnte womöglich Kirk darstellen. (Das wäre allerdings eine Verbalhornung von Shatners Ego gewesen. 😉) Aber das Monument scheint wohl eher Garrovick gewidmet zu sein. Denn Garrovick war es scheinbar, der im 23. Jahrhundert dort abgestürzt und gestorben ist. Nochmal zur Erinnerung: Ensign Garrovick (Stephen Brooks) kennen wir aus der Originalserie, genauer gesagt aus der Episode “Tödliche Wolken” / “Obsession” (TOS 2×18). Aber war das wirklich vor 100 Jahren? Denn dann müssten wir eigentlich schon in der TOS-Movie-Ära sein. Und dann wäre Garrovick also – wie Harry Kim – ein ewiger Ensign geblieben. Und auch die Movie-Shuttles hatten eigentlich ein leicht anderes Aussehen.

Nostalgisch, aber auch glaubwürdig?

Das bringt mich auch sogleich zum (einzigen) großen Kritikpunkt an dieser Folge: Die Enderprizianer haben sich also alles nachgebaut. Okay, die Uniformen und Namen kriegen sie vielleicht noch durch die Erzählungen von Garrovick hin. Und auch Kommunikator etc. hatte er sicher dabei, als er abstürzte, sodass sie diese nachmachen konnten. Bei der Kolonie in Form eines Raumschiffes wird es dann schon etwas kritischer, was die Glaubwürdigkeit betrifft. Aber: klassische Konsolen bis hin zur Fähigkeit, ein Föderationsraumschiff dieser Ära fliegen können? Uff!!! Ich mag vielleicht noch so weit gehen, dass sie es durch Logbücher usw. soweit gebracht haben, alles einigermaßen nachzubauen. Aber wirklich fliegen und kämpfen?

Dahingegen gefällt das Holo-Interface, das man über die Brücke der Protostar legen kann. Das nehme ich der Serie nämlich durchaus ab (“Doctor Who” kann schon seit 2008 sein TARDIS-Desktop-Theme ändern). Von daher geht das auch voll in Ordnung! Und natürlich ist Fans sofort klar, dass es sich bei der sogenannten “Galeone” um das Enterprise-Shuttle “Galileo” (1701/7) handelt.

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Die Folge strotzt nur so an TOS-Referenzen. (“Star Trek: Prodigy” 1×13, Paramount+)

Das Galileo-Wrack vergiftet allerdings den Planeten. Die Rettung ist dann aber vergleichsweise simpel, zumindest wenn man mal weiß, was dahintersteckt.

Wie erwähnt, kommen hier die Enderprizianer ganz gut weg. Ob sie sich am Ende dann wieder nach der Protostar orientieren? Auf jeden Fall wäre es schön, vielleicht kurz zu erwähnen, dass auch Janeway und Konsorten hier vorbeischauen und feststellen, dass Dal und Co. Gutes getan haben.

Aber das ist natürlich alles noch Zukunftsmusik.

Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

Auch hier wieder ein paar Schnitzer in der B-Note, im Großen und Ganzen ist die Folge aber in Ordnung. Sie bietet eine Menge Fanservice, ist so gesehen aber auch kein großes Highlight. Die Kategorie "guckbar" trifft's eher.
Deutscher TitelDie ganze Welt ist eine Bühne
OriginaltitelAll The World's A Stage
SerieProdigy
Staffel1
Episodennummer13
RegisseurAndrew L. Schmidt
DrehbuchAaron J. Waltke
US-Erstausstrahlung10.11. 2022
DE-Erstausstrahlung16.11. 2022
Sternzeit / Missionsdatum61296.9 (18. April 2384)
Dauer24
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Danke für die Rezensionen.

Ich habe mir gerade überlegt, wie wohl die Bewertung anderer neuer Trek-Serien wäre, wenn wir den selben Massstab wie hier anwenden würden. Ein paar Schnitzer in der B-Note? Bei Discovery und Picard gibt es massive Schnitzer in der A-Note 😀

Zur Folge:

Ich bin mir nicht sicher, ob Kinder diese Folge wirklich verstehen. Für Erwachsene und Eltern, welche TOS kennen, ist sie eine tolle Folge.

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