Manrico Tenner (te)
18.10.06
"Imzadi II"
Peter David
Inhalt
Die Handlung setzt kurz nach der Notlandung der Enterprise-D auf Veridian III in "Treffen der Generationen" ein. Deanna Troi erhält "Komplimente"
zu ihrem Landemanöver, und die Crew wartet auf die Rettungsschiffe. Etwas abseits
befinden sich Worf und Alexander wieder einmal im Streit, den selbst Deanna nur
mit Mühe schlichten kann. Später führt sie mit Riker, der die Rettungsaktion
koordiniert, ein recht intimes Gespräch, woraufhin er sich auf der Farragut
entschließt, Deanna seine wieder entdeckte Liebe zu offenbaren. Hierbei beweist
er jedoch äußerst schlechtes Timing: Worf und Deanna geben gerade ihre Verlobung
bekannt. Auf der Erde besucht das Paar Worfs überglückliche Pflegeeltern,
während sich ein weniger glücklicher Riker privat mit Picard trifft, der ihm von
seiner verlorenen Liebe berichtet, was Rikers Stimmung nicht gerade hebt.
Zeitgleich zu den Ereignissen auf, beziehungsweise neben der Enterprise und auf der Erde,
steckt Tom Riker in einem cardassianischen Gefängnis in großen Schwierigkeiten:
Sein Aufseher will ihn töten, und auch sonst hat er nicht allzu viel Grund zur
Freude. Das ändert sich, als er sich mit einem romulanischen Häftling
anfreundet, der kurz darauf in einer spektakulären Aktion aus dem
Gefangenenlager befreit wird. Er nimmt Riker mit auf sein Schiff, da er davon
überzeugt ist, Commander William T. Riker vor sich zu haben. Und den Ersten
Offizier des Flaggschiffs der Föderation können die Romulaner für die Umsetzung
ihrer Pläne gerade gut gebrauchen.
Aber das Schlimmste kommt erst noch: Deanna besucht mit Worf Betazed...
Kritik
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 Die Fortsetzung zum allseits beliebten Roman "Imzadi". |
Mit der Quasi-Fortsetzung der Love-Story um Deanna Troi und Will Riker versucht der
Autor Handlungsstränge aus dem Ende der "The Next Generation"-Serie sowie nachfolgendem Kinofilm
"Treffen der Generationen" fortzuführen. Wer immer wissen wollte, was zwischen
der "netten Landung" durch Deanna und dem Einsatz in "
Der
Erste Kontakt"
geschieht, hat mit diesem Buch den richtigen Griff gemacht, wobei das jedoch
keine Bewertung der Qualität sein soll.
Insgesamt gesehen gelingen dem Autor wunderbare Szenen. Die Verknüpfungen zu
Episoden und Figuren aus der Fernsehserie "Deep Space Nine" und auch Davids
Werken "Imzadi" und der
"Neuen Grenze" funktionieren durchweg sehr gut und bauen
ein umfangreiches Gesamtbild auf, über welches der Autor glücklicherweise nie
den Überblick verliert. Die Nebenfiguren aufzuzählen wäre schon ein Roman für
sich, hier nur einige: Sela, Tom Riker, Gowron, Odo, Alexander... Leider ist
auch Picard nur zur Nebenfigur degradiert, andere Crewmitglieder der Enterprise
werden nur sporadisch erwähnt.
Selbstverständlich kommen die Hauptfiguren Worf, William Riker, Thomas Riker,
Deanna und Lwaxana Troi nicht zu kurz. Und daran krankt, ähnlich dem Vorgänger,
auch dieser Roman. Die Interaktion zwischen Worf, Alexander und Lwaxana Troi
kennt der Leser bereits aus diversen Fernsehfolgen, dort sind sie allerdings um
ein Vielfaches besser. Der Thematik kann der Autor nichts Neues abgewinnen, im
Gegenteil: Der Humor erweist sich als äußerst erzwungen und flach. Ebenso
langatmig gestaltet sich das Ringelreihen zwischen Riker und Deanna: Er will,
sie nicht, weil sie will Worf. Dann will Worf nicht mehr, also will sie doch,
nun hat aber Riker Bedenken. Klingt schwülstig, ist es auch. Die unvermeidlichen
"Klingonen = Gewalt"- und "Betazoiden = wehrlose Opfer"-Klischees werden nicht
ausgelassen, und wer denkt, nach zahllosen Diskussionen zwischen Worf, Alexander,
Deanna und Lwaxana, ob Betazoiden und Klingonen zusammenpassen, kann es nicht
schlimmer kommen, hat sich getäuscht: Riker und Worf diskutieren, wer denn mehr
Anspruch auf Deanna hat und wer sie mehr liebt und warum und wann und wo und ...
- die anschließende Prügelei kommt leider zwei Dialogseiten zu spät.
Wer zwischen Worfs Malstunde, Rikers Gemäldeinterpretation und Lwaxanas "Der ist
nicht der Richtige" nicht einschläft, wird mit einer leidlich spannenden, jedoch
nicht klischeefreien Agentenstory belohnt. Wie eingangs erwähnt, machen alle
Nebenfiguren einen sehr gelungenen Eindruck und retten den Roman vor dem
gänzlich Unlesbaren.
In der kurzen Rahmenhandlung lernt Worf den Begriff "Imzadi" verstehen, was
jedoch durch den Verlust von Jadzia auch beim Leser ein bedrückendes Gefühl
hinterlässt.
Fazit: Die gravierendste Änderung zum ersten Buch: Der schwülstige Teil
ist nun in die Gesamthandlung integriert, wodurch der Leser gezwungen ist, alles
oder nichts zu lesen. Letzteres wäre schade aufgrund der vielen Bezüge zu den
Fernsehserien und den teilweise wirklich gelungenen Nebenfiguren, welche für die
äußerst gnädige Bewertung verantwortlich sind.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Imzadi II" |
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| Originaltitel |
"Imzadi II" |
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| Buchreihe |
The Next Generation |
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| Autor |
Peter David |
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| Übersetzer |
Bernhard Kempen |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
14,90 Euro

Antiquarisch: ca. 2 - 3 Euro
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| Umfang |
472 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/5767 |
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| ISBN |
3-453-17105-5 |
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(te - 24.10.06)