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Christoph Hühn (ch), Florian Gallandt (fg), Julian Wangler (jw), Manrico Tenner (te)06.11.05

"Träumen Kometen?"

S.P.Somtow

Inhalt

Alle 5.000 Jahre kommt eine seltsame Macht über den Planeten Thanet und löscht die gesamte Zivilisation dort aus, sodass aus der Asche eine neue Welt entsteht. Dieser Kreislauf der Schöpfung bildet die Grundlage der thanetischen Gesellschaft und Religion und sorgt für ein sehr starres Denken und ein genauso starres Kastenwesen auf der Welt. Doch seit der letzten großen Zerstörung hat sich das Universum im Umkreis von Thanet verändert, denn die Föderation ist in die Nähe gekommen und hat mit der Entdeckung des Warpantriebs nun auch mit diesem Volk Kontakt aufgenommen.

Und Untersuchungen der Sternenflotte ergeben sehr schnell, dass der "Todesbringer", auf den die Thaneter warten, nichts weiter als ein Komet zu sein scheint, dessen Zerstörungswerk sich sehr leicht abwenden ließe - eine Idee, die von einem zunächst nicht genannten religiösen Führer der Thaneter an die Föderation heran getragen wurde. Da es keine offizielle Bitte um Hilfe gibt, würde ein solcher Eingriff in die thanetische Kultur eine Verletzung der Ersten Direktive bedeuteten, sodass der Föderationsrat Captain Picard mit den notwendigen Informationen nach Thanet schickt, aber ohne einen konkreten Auftrag, damit man sich zur Not darauf berufen kann, dass hier der Captain eines ihrer Raumschiffe einmal wieder eigenmächtig gehandelt hat. Picard ist entsprechend pikiert über diesen Auftrag.

Auf Thanet selbst wird ein Mann, der eigentlich kein Diplomat ist, als Liaison zur Enterprise eingesetzt, was diesen überaus stört, da er das Gefühl hat, damit in die Nähe der Häresie zu kommen. Als ein sehr gläubiger Thaneter kann ihm das nicht recht sein. Aber aufgrund der Stellung seines Befehlsgebers kann er auch nicht ablehnen. Er nimmt seine Tochter mit auf die Enterprise, die sich - anders als er - nicht mit dem baldigen Tod des Planeten abgefunden hat und sich darum große Mühe gibt, an Bord der Enterprise Kontakte zu knüpfen - ja sogar ihre Jungfräulichkeit zu verlieren - und politisches Asyl zu bekommen. Beides gelingt ihr im ersten Anlauf nicht, und sie kehrt mit ihrem Vater auf den Planeten zurück, um Bericht zu erstatten. Als Ergebnis auf die Aussage, dass die Föderation höchstwahrscheinlich wirklich den Untergang von Thanet abwenden kann, wird der unwillige Botschafter wegen Häresie zum Tode verurteilt. Wahlweise darf er auch auf die Enterprise zurückkehren, um weiteren häretischen Handlungen beizuwohnen. Auch die Obersten der Thaneter scheinen sich von einer offiziellen positiven Verhinderung des kommenden Unglücks distanzieren zu wollen, falls etwas schief geht.

Als die Enterprise sich darauf vorbereitet, den Kometen zu zerlegen, empfängt Counselor Troi plötzlich Bewusstseinsströme aus dem Innern des Kometen, der sich schließlich als eine Art Doomsday-Waffe herausstellt, die vom Planeten Thanit - einer Art Zwilling von Thanet - vor ewigen Zeiten gestartet wurde und in die ein kleiner Junge kybernetisch eingebunden ist. Nun versucht die Besatzung der Enterprise den Jungen zunächst aus seiner Jahrtausende währenden Gefangenschaft zu befreien, während ein Landetrupp Dailongs erkundet, eine Art Seedrachen, der sich schließlich ebenfalls als ein kybernetisch gesteuertes Schiff erweist. In den Datenbänken eines dieser Drachen stößt Data auf Aufzeichnungen, die wesentlich älter als 5.000 Jahre zu sein scheinen. Durch jene Aufzeichnungen können verschiedene Mitglieder der Besatzung die letzten Tage des Jungen im Kometen miterleben.

Kritik

Picard muss entscheiden, ob er ein Leben zerstören muss, um eine Kolonie zu retten.
1. Christoph Hühn

Der Autor liefert mit diesem Buch sein Debüt als "Star Trek"-Autor ab. Ist dieses Debüt gelungen? Die Antwort lautet: teilweise.

Wohlwollend habe ich zunächst schon einmal bei der Lektüre des Klappentextes feststellen können, dass der Autor nicht versucht, sich den heute gängigen Publikumswünschen nach einfachen action- und sexhaltigen Plots anzubiedern, sondern eine relativ anspruchsvolle Geschichte mit interessanten Fragestellungen sowie faszinierend fremdartigen Handlungsschauplätzen und Figuren abliefert.

Bereits die Grundprämisse, nämlich die Philosophie, dass die Welt in Zyklen immer wieder neu entsteht und vernichtet wird, ist für uns Europäer schon mal eine sehr ungewöhnliche Idee. Rund um diese Philosophie entwickelt der Autor eine fremdartige, theokratisch dominierte und vom Kastenwesen geprägte vielschichtige Zivilisation, die sich nun am Beginn eines neuen Zeitalters, kurz nach der Entdeckung des Warpfluges vor einem Dilemma ungeahnten Ausmaßes wieder findet. Einerseits glauben die Bewohner Thanets daran, dass ihre Welt in wenigen Tagen untergehen wird, ein Ereignis, auf das ihre gesamte Zivilisation ausgerichtet ist, auf der anderen Seite stehen die rätselhaften Außerirdischen, mit ihren ketzerischen Behauptungen, dass der "Thanopstru", der Vernichter der Welt, nur ein harmloser Komet ist, der ohne Probleme zerstört werden kann.

Trotz der Bedenken der Thanetianer entschließt sich Picard, den Kometen zu zerstören. Im letzten Moment greift Deanna Troi allerdings ein, als sie entdeckt, dass sich auf dem Kometen eine Intelligenz befindet. Die Enterprise beamt ein Außenteam in die Hohlräume im Inneren des Kometen. Dort entdecken sie einen kleinen Jungen, eingebaut in ein kompliziertes Lebenserhaltungssystem. Als es dem Team von der Enterprise endlich gelingt, mit dem Jungen Kontakt aufzunehmen, erzählt ihnen dieser eine unglaubliche Geschichte: Vor Jahrtausenden bevölkerten die Vorfahren der heutigen Thanetianer zwei Welten, die Zwillingsplaneten Thanet und Tahnit. Irgendwann begannen beide aus unbekannten Ursachen sich gegenseitig zu bekämpfen. Der Junge wurde quasi als Bordcomputer in den Kometen eingesetzt, um diesen wie ein Kamikazeflieger auf den Feind zu stürzen. Doch der Konflikt ist schon seit Jahrtausenden beendet, Tahnit wurde vernichtet. Und auf Thanet erinnert sich niemand mehr an diesen Krieg, der bereits seit 5000 Jahren vorbei ist.

Captain Picard steht nun vor einem gewaltigen Problem: Soll er zulassen, dass der Junge sich und die gesamte Bevölkerung Thanets vernichtet, oder soll er den Jungen opfern, um die Bevölkerung eines ganzen Planeten zu retten, wobei er aber gleichzeitig deren gesamte Kultur und Religion vernichten würde, was sich vermutlich genauso katastrophal auswirken würde wie der Einschlag des Kometen?

Somtow erzählt diese Geschichte mit sehr viel Phantasie und Enthusiasmus. Es gelingt ihm, trotz des relativ bescheidenen Umfanges von gerade mal 234 Seiten, eine komplexe und sehr facettenreiche Kultur zu entwerfen, bei deren Beschreibung man dem Autor seine indische Abstammung deutlich anmerkt, was dem Buch aber keineswegs schadet. Die höchsten Wertungsweihen erreicht das Buch dann aber leider doch nicht, denn man muss leider anmerken, dass die Handlung teilweise doch etwas sehr zähfließend ist. Der Autor beschreibt passagenlang die Kultur der beiden Zwillingswelten, verzettelt sich darin aber, so dass der Schluss leider etwas zu kurz kommt.

Fazit: Klassische "Star Trek"-Geschichte, bei der die Handlung aber teilweise etwas zu sehr vor sich hinplätschert.

2. Florian Gallandt

Der Autor lieferte mit diesem Buch sein Erstlingswerk als "Star Trek"-Autor ab. Deshalb kann man noch gerne darüber hinwegsehen, dass er sich mit dem Trek-Universum noch nicht allzu gut auskennt und einige kleine Fehler begeht. Zum Beispiel findet man im gesamten Buch nicht, um welches Schiff es sich handelt (Cover ausgenommen). Dies wäre eigentlich Pflicht gewesen. Des Weiteren stört es mich, dass er die Hauptfiguren nicht genug in seine Handlung einfädelt. So haben Will Riker und Worf eine Erwähnung im Buch von vielleicht drei bis vier Sätzen.

Aber weiter zur Grundidee. Die Geschichte ist endlich mal wieder eine philosophische. Es geht nicht, wie momentan modern, um Action, Action, Action. Die Geschichte könnte man als "klassisch 'Star Trek'" beschreiben, denn es geht in der Grundidee darum, ob ein Volk untergehen sollte, um ihren Glauben nicht zu verlieren, oder gerettet werden sollte, aber dadurch ihren Glauben verliert, auf dem ihre Zivilisation aufbaut.

Aber wie gesagt, die Grundidee war sehr gut. Aber was wurde daraus gemacht? Leider viel zu wenig, wie ich finde. Die Zivilisation der Thanetianer ist in einem strengen Kastensystem aufgebaut, indem jeder spezielle Kleidung sowie nur spezielle Speisen zu sich nehmen darf. Der Autor verliert sich etwas in der Beschreibung der Kultur der Thanetianer. Denn das Buch hat nur 234 Seiten, und durch diese Passagen wirkt das Buch am Anfang sehr langatmig und der Schluss viel zu eilig. Ich frage mich auch zum Beispiel, was dieser Tormod Engvig im Buch verloren hat; das weiß, glaube ich, so wirklich niemand. Er ist ein Mensch, der in einem Wettbewerb mitgemacht und daher für die Mission den Rang eines Ensign und den Aufenthalt auf der Enterprise gewonnen hat.

Zu diesem Handlungsfaden gehört noch die Figur Simon Tarses. Simon Tarses? Ja, genau, in der "The Next Generation"-Folge "Das Standgericht" kam heraus, dass er nicht vulkanische, sondern romulanische Gene in sich trägt. Er verschleierte Starfleet gegenüber seine wahre Identität und gab an, Halbvulkanier zu sein. Nun gut, dieser Simon Tarses verliebt sich in die Tochter des Botschafters, die sich auf der Enterprise befindet. Aber die Frage bleibt, was hat der Tormd Engvig in diesem Nebenhandlungsstrang verloren? Denn bis auf ein paar Auftritte steht die sich entwickelnde Beziehung zwischen Tarses und der Tochter des Botschafters im Vordergrund.

Zurück zum Hauptfaden. Wie schon in der Inhaltsangabe steht, will die Enterprise den Kometen zerstören. Dabei wird von Troi entdeckt, dass dieser Komet lebt. Data, der sich mit einem Team auf dem Planeten befindet, findet heraus, dass vor Jahrtausenden die Vorfahren der heutigen Thanetianer zwei Welten bevölkerten, die Zwillingsplaneten Thanet und Tahnit. Irgendwann begannen beide aus unbekannten Ursachen sich gegenseitig zu bekämpfen. Doch dieser Konflikt ist schon seit fast 5000 Jahren zu Ende, dadurch, dass Tahnit vernichtet wurde.

In dem Kometen findet das Außenteam der Enterprise einen kleinen Jungen, der dort als Bordcomputer agiert, um den "Thanopstru" auf den Planeten stürzen zu lassen. Captain Picard steht nun vor einem gewaltigen Problem. Wie soll er verhindern, dass der Junge sich und die gesamte Bevölkerung Thanets vernichtet, ohne den Kometen und damit den Jungen zu töten? Und wie will er es schaffen, dass die Bevölkerung von Thanet nicht ihren Glauben verliert?

Fazit: Das Buch ist in der Grundidee her eine klassische "Star Trek"-Geschichte. Doch der Autor hält sich am Anfang mit zu vielen Dingen auf, so dass die Geschichte, als sie in Fahrt kommt, schon zu Ende ist. Des Weiteren ist mein großer Kritikpunkt, dass er mit den Figuren noch nicht genug vertraut ist.

3. Julian Wangler

Dieser Roman ist durch seinen Bezug auf denkende Schiffe und Drachenreiter und auch durch den Namen der beiden Planeten sowie den Kreislauf der Geschichte, der hier die Gesellschaft steuert, eine deutliche Verbeugung gegenüber der großen Science-Fiction-Autorin Tanith Lee, die ihre beiden größten Romanzyklen über eben jene Themen verfasst hat.

Ausgesprochen originell, sehr erfrischend - und mit einem etwas ungewöhnlichen Fantasy-Einschlag.

4. Manrico Tenner

Der Autor kann sich nicht richtig entscheiden, präsentiert er dem Leser Drama, Katastrophe, Krieg, Fantasy oder eine Liebesgeschichte mit Happyend. Eine Mischung dieser Zutaten ist nicht ungewöhnlich, allerdings sollte Somtow den Fokus auf ein Genre konzentrieren und nicht versuchen, allen zu gleichen Teilen gerecht zu werden. Herausgekommen ist nun ein Gemisch, das keinen Anspruch auf Tiefgründigkeit erheben kann und in seiner philosophischen Betrachtungsweise blass wirkt. Der Autor zeichnet eine Zivilisation zwischen technologischem Fortschritt und mittelalterlicher Inquisition, die vor allem durch die sehr ausführlich geratene Ausschmückung des Kastensystems und der Lebensumstände auf Thanet nicht zu fesseln vermag. Vor diesem strengen Hintergrund vollzieht sich der politische und religiöse Wandel auf Thanet viel zu schnell, wobei die Begründung für das Überleben aller als Neugeburt recht einfallsreich ist.

Unglaubwürdig gestaltet sich die identische Entwicklung der beiden Planeten. Die totale Vernichtung jeglicher Technologie aller 5.000 Jahre ermöglicht eine Kommunikation zwischen den zwei Welten frühestens kurz vor einer weiteren Vernichtungswelle. Somit können sich beispielsweise Sprache oder Religion nicht identisch entwickelt haben. Der Beginn des Krieges ist ungeklärt - beide Völker haben scheinbar mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Rätselhaft bleibt auch der Zusammenhang zwischen den "Seeschlangen" und dem Kometen. Mit großem Bedauern lernt der Leser den historischen Hintergrund von Thanit kennen, nur um dem schrecklichen Ende allen Lebens dort beizuwohnen.

Die Eingangsszene, in der Picard mehr oder weniger freie Hand und ebenso die volle Verantwortung gegeben wird, hinterlässt ein ungutes Gefühl beim Lesen. Kann sich die Föderation nicht hinter einen so verdienstvollen Mann stellen und sich auf sein Urteilsvermögen verlassen, ohne ihm ein "egal welche Entscheidung Du triffst, es ist bestimmt die falsche" mit auf den Weg zu geben?

Die Figuren werden recht gut charakterisiert, gelungen ist die Einbindung von Simon Tarses, wobei die schnelle Liebesbeziehung zu Kio ein eher jüngeres Publikum anspricht und an die Foto-Love-Story aus der Bravo erinnert.

Fazit: Alles was man hier liest, hat man so oder besser schon mal gelesen. Mit der Mischung verschiedener Genres tut der Autor weder sich, noch dem Leser einen Gefallen. Der flüssige Schreibstil, einige nette Ideen und die mit Ausnahmen recht gelungenen Charaktere sichern dem Roman einen Platz im Mittelfeld. Wenn Kometen träumen, dann wahrscheinlich von besseren Büchern.

Bewertung

1. Christoph Hühn
2. Florian Gallandt
3. Julian Wangler
4. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Träumen Kometen?"

Originaltitel "Do Comets dream?"

Buchreihe The Next Generation

Autor S.P.Somtow

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
8,95 Euro

Antiquarisch:
4 bis 6 Euro

Umfang 234 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5779

ISBN 3-453-88016-1

(ch, fg, jw, te - 01.05.07)


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