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incoming message

"Die Frage, ob wir sterben oder nicht, ist ein altes philosophisches Thema. Meine Antwort darauf: Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, und mir ist die Vorstellung der Reinkarnation eben am angenehmsten."

 − TZN-Redakteur Marco Langknecht †
 − August 2010

November 2012

 

ISSN 1684-7385

Volume VI

Ausgabe 121 (#174)

 features

 

CBS soll über Trek-
Web-Serie entscheiden

"Star Trek: Renegades"

Ethan H. Calk spricht im TZN-Interview über seine Pläne

Oh Tannenbaum...

Trek-Merchandise

Wir verraten Ihnen, was dieses Jahr unter den Weihnachtsbaum muss

Highlights und Tiefpunkte

SF im Kino und auf DVD

Kritiken zu "Looper" und "The Watch" plus diverse Vorschauen

 

Vorwort

Das Ende − oder der Anfang?


Liebe Leserinnen und Leser,

im letzten Monat haben Sie an dieser Stelle Worte von Redaktionskollege Marco Langknecht gelesen, der Melanie Brosowski für eine "Incoming Message"-Ausgabe als Chefredakteur vertrat. Wie wir Ihnen letzte Woche in der "TrekZone Weekend" mitteilen mussten, ist Marco am 22. Oktober nach kurzer Krankheit verstorben.

Großer Einsatz, Teamwork, Zuverlässigkeit. Mit diesen Worten lässt sich die Arbeit von Marco für das TrekZone Network am besten beschreiben. Seit 2007 hat er nicht nur Dutzende Artikel zu verschiedensten "Star Trek"-Themen geschrieben und als Abschlussredakteur der "TrekZone Weekend" gewirkt, sondern sich vor allem auch stets kritisch mit der gesellschaftlichen Entwicklung oder dem Menschen an sich in der heutigen Zeit auseinander gesetzt. Gene Roddenberrys Zukunftsideale hatten es ihm angetan. Dementsprechend hart fiel sein Verdikt für aktuelle Geschehnisse auf unserem Planeten regelmäßig aus. Der Weg war weit, und er ist es immer noch, wie er uns immer wieder in Erinnerung rief.

Bezeichnend für seinen großen Einsatz war die letzte "Incoming Message"-Ausgabe, für deren Organisation er verantwortlich war. Marco war bestrebt, die Gestaltung der Ausgabe nicht einfach möglichst rasch über die Bühne zu bringen, sondern nahm Artikel auch nach Redaktionsschluss noch entgegen und sorgte so für eine abwechslungsreiche, aufwändig zusammengetragene "Incoming Message". In Erinnerung bleibt uns seine letzte Mail, in der er das Zepter wieder Melanie Brosowski überreichte und er den Mitarbeitern schilderte, wie gerne und genau er stets all ihre Artikel lese, die da so Woche für Woche oder Monat für Monat in einem der beiden TZN-Letters auf dem Bildschirm auftauchen.

Marco hatte sich mit vielen Themen beschäftigt, die "Star Trek" mit Blick auf die Gegenwart verarbeitete: mit bittersüßen Nachwehen eines Lebens für das Militär, der Utopie als Gegenteil von Demokratie (?), der bürokratischen Union oder Föderation?, der (wirtschaftlichen) Würde eines Menschen, mit der Philosophie der Interpretation, oder in Artikelform mit dem menschlichen Lebens(t)raum der Zukunft.

Auch mit Religion in "Star Trek" und dementsprechend mit dem Tod hatte sich Marco auseinander gesetzt (siehe obiges Zitat aus einer Leserbrief-Antwort in "TrekZone Weekend #2514"). Dem möchten wir nichts mehr beifügen. Und nur noch Captain Picard zu Wort kommen lassen, der auf Datas Frage "Was ist der Tod?" differenziert antwortet, wie man hier sehen kann.

Marco hinterlässt eine große Lücke in unserem Team, die wir nicht schließen können, aber auch nicht schließen wollen. Seine Gedanken über die gesellschaftliche Entwicklung werden ihn nicht vergessen lassen.

Im Namen der ganzen Redaktion:
Melanie Brosowski, Michael Müller


PS: Die heutige Ausgabe beschäftigt sich mit "Star Trek: Renegades" und der Frage, ob daraus die erste offizielle Trek-Web-Serie werden könnte, wir liefern Ihnen Tipps, was Sie sich Trekkiges zu Weihnachten kaufen könnten, wir berichten über Trek-Comics und die RingCon oder auch über das Neuste aus dem Kino.

 
   

Inhalt

Die ganze Ausgabe auf einen Blick

Exklusiv: So könnte eine neue "Star Trek"-Serie entstehen

Im Gespräch mit Ethan H. Calk von "Star Trek: Renegades"

Was dieses Jahr unter dem Tannenbaum liegen könnte

"Star Trek"-Merchandise − Teil 2

Von Mr. Mudd und Scotty bis zu Q

"Star Trek"-Comics: Es geht weiter

Warum zu viel Bier auf der Bühne schadet...

RingCon: Die Welt der Fantasy in Bonn

"Die Legenden von Andor"

Ein Spiele-Geheimtipp

Bruce Willis auf Zeitreise

"Looper" unter der Lupe

Nachbarn der 3. Abartigkeit

"The Watch"

Prädikat "besonders gruselig"

"Gruselkabinett"-Folge "Der Schatten über Innsmouth"

Teil 5 unterbietet alles

"Resident Evil: Afterlife" ...oder "Alice im Zombieland − Die Fünfte"

Was passiert, wenn man die Kiste öffnet...

Kino-Guide November

Die Entstehung des Mondes

Eine unendliche Geschichte

Impressum

Redaktion, Abonnement und Copyrights

Wussten Sie, dass...

... Wesley in der Folge "Prüfungen" zu seinem 16. Geburtstag eigentlich eine Torte in Form des Sternenflottensymbols anschneiden sollte? Aber die Episode wäre damit zu lang geworden und deshalb wurde die Szene geschnitten.

... in der Folge "Der Wächter" im Tisch des Konferenzraums zum ersten und letzten Mal ein Holoprojektor zu sehen ist? Diese Idee wurde nach der Folge offenbar verworfen.

... Jeannie Malone (auch unter dem Namen Jeannie Shepard bekannt) mehrere Hintergrundcharaktere in TOS spielte? So ist sie insbesondere über alle drei Staffeln hinweg in vielen Episoden als Yeoman zu sehen. Darüber hinaus arbeitete sie auch als Stand-in für Schauspielkolleginnen wie Grace Lee Whitney und Celia Lovsky.


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Exklusiv: So könnte eine neue "Star Trek"-Serie entstehen

Im Gespräch mit Ethan H. Calk von "Star Trek: Renegades"

Das Team um Tuvok-Darsteller Tim Russ und Produzent Sky Conway hat sich sechs Jahre nach ihrem Film "Star Trek: Of Gods and Men" wieder zusammengetan. Ihr Ziel diesmal: eine neue "Star Trek"-Serie. "Star Trek: Renegades" soll die Geschichte im 24. Jahrhundert weitererzählen und eine neue Seite der Föderation zeigen. Den Pilotfilm wollen sie CBS als Grundlage für eine neue (Web)Serie vorlegen. Finanzieren wollen sie den Film über Crowdfunding.

Das TrekZone Network sprach mit Ethan H. Calk, der gemeinsam mit Jack Treviño das Drehbuch zu "Renegades" verfasst hat. Er gehörte zum "Deep Space Nine"-Autorenteam und schrieb an den Folgen "Der Visionär" und "Kinder der Zeit" mit.

TrekZone Network: Erzählen Sie uns bitte ein wenig über die Ursprünge und die Entwicklung von "Renegades". Von wem stammt die Idee, hat sie sich mit der Zeit verändert und wie hat sie sich zu dem endgültigen Konzept entwickelt?

Ethan Calk: Die Idee ist am letzten Drehtag von "Star Trek: Of Gods and Men" entstanden. Wir waren auf den Laurel Canyon Stages und haben die Szenen in der Relaystation mit Ethan Phillips und auf der Brücke von Gary Mitchells Schiff gedreht. Laurel Canyon hat stehende Kulissen, die wie ein heruntergekommenes Raumschiff aussehen, daher haben wir sie als Kulissen für mehrere Schiffe genutzt.

Die drei Autoren (ich, Jack Treviño und Sky Conway) unterhielten sich zwischen den Aufnahmen und Jack machte eine Bemerkung darüber, ein "Star Trek" zu drehen, in dem die Crew außerhalb der normalen Schranken der Sternenflotte agieren muss − und daraus hat sich dann die Idee entwickelt.

Es gab so einige Änderungen − mögliche Charaktere, die wir verwenden könnten, unterschiedliche Handlungsbögen, aber das Gesamtkonzept blieb das gleiche: "Star Trek", aber nicht unbedingt eine Sternenflottencrew.

Wir hatten auch die Idee fürs Crowdfunding, obwohl es diesen Begriff damals noch gar nicht gab. Wir wollten einfach Newsletter an die Abonnenten unserer "Of Gods and Men"-E-Mail-Liste schicken und schauen, wie viel wir einwerben könnten. Dann kamen Websites wie Kickstarter auf und wir wussten, dass der Zeitpunkt gekommen war ...

TZN: Was sind Ihre Beweggründe dafür, diese Serie zu verwirklichen?

 
 

"Wir finden, dass der Zeitpunkt für eine neue Serie auf jeden Fall gekommen ist und dass wir das richtige Team sind, um das zu bewerkstelligen."


Calk: Hauptsächlich sind das unsere Liebe zu und unser Respekt vor "Star Trek". Das, und wir lieben es, Geschichten zu erzählen und Filme zu produzieren!

TZN: Warum, denken Sie, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Trek-Serie?

Calk: Wie wir auf unserer Kickstarter-Seite und der Website schon sagen, ist es sieben Jahre her, dass "Enterprise" abgesetzt wurde, und obwohl wir den großen Trek-Kinofilm hatten und es im nächsten Jahr einen weiteren gibt, gehört Trek wirklich ins Fernsehen. Wir finden, dass der Zeitpunkt auf jeden Fall gekommen ist. Sieben Jahre Wartezeit für die Fans sind lang genug. Und wir finden, dass wir das richtige Team sind, um das zu bewerkstelligen. Wir sind auf der einen Seite Fans, auf der anderen Seite erwiesene Fachleute.

TZN: Hält man sich das begrenzte Budget vor Augen, liegt die Vorstellung nicht fern, dass zumindest die etablierten Schauspieler auf Arbeitsbedingungen, einschließlich der Gage, treffen werden, die sie so nicht gewohnt sind. Wie ist es Ihnen angesichts dessen gelungen, die bekannten Gesichter aus "Star Trek" zu verpflichten?

Calk: Die Schauspieler werden nach den Tarifen der Screen Actors Guild bezahlt. Es gibt verschiedene Abstufungen, die wir mit unserem Finanzrahmen nutzen können, und wir bieten ihnen so viel an, wie das Budget unserer Meinung nach erlaubt. Was die Überzeugungsarbeit angeht: Viele sind Freunde von Tim Russ und einige sind nur dabei, weil er sie angerufen hat!

TZN: Aus dem Trailer und der Zusammenfassung für den Pilotfilm wissen wir, dass sowohl Walter Koenig als auch Tim Russ ihre Rollen als Chekov und Tuvok wieder aufnehmen werden. Werden die anderen Trek-Schauspieler ebenfalls ihre bekannten Charaktere spielen oder werden sie neue Rollen verkörpern? Und können wir darauf hoffen, dass in der Zukunft noch weitere ehemalige Trek-Stars angekündigt werden?

Calk: Einige werden das, andere nicht. Garrett Wang wird Harry Kim spielen, aber nicht so, wie man ihn bisher kennt. Da Neelix am Ende von "Voyager" im Delta-Quadranten geblieben ist, wird Ethan Phillips einen anderen Charakter spielen − ohne Maske, daher erkennt man ihn nicht so gut (als Neelix, meine ich). Robert Picardo wird eine seiner Rollen aus "Voyager" wieder aufnehmen. Gary Graham wird nicht als Soval aus "Enterprise" zurückkehren. Die Vulkanier leben zwar lang, aber nicht so lange... Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit weiteren Schauspielern für andere Rollen, aber da ist noch nichts unterschriftsreif.

TZN: Chekov wie Tuvok sind vertraute Charaktere, aber Ihr Trailer zeigt sie auf neuem Terrain als Chef des Sternenflottengeheimdienstes und als Leiter von Sektion 31. Ist das eine neue Entwicklung für Tuvok oder war er in Ihrer Version schon während seiner Zeit auf der Voyager ein Mitglied von Sektion 31?

Calk: Da sowohl Chekov als auch Tuvok bei der Sicherheit gearbeitet haben (Chekov in den späteren Kinofilmen), halten wir das für eine logische Entwicklung. Wir haben noch nicht darüber gesprochen, ob Tuvok schon im Delta-Quadranten zur Sektion 31 gehörte ...

TZN: Das offizielle Exposé beschreibt "Renegades" als "mutig, kantig und ein wenig düster". Warum haben Sie sich für diese Richtung entschieden? Roddenberrys Idee zu "Star Trek" wird schließlich häufig für ihren optimistischen Blick auf die Zukunft gerühmt, in der die Sternenflotte und die Föderation eine besondere Moral auszeichnet. Von dem, was wir bisher wissen, scheint es so, als distanziere "Renegades" sich ein Stück weit von diesem Konzept und dieser Idee.

 
 

"Drecksarbeit gibts immer und irgendwer muss sie nun mal erledigen. Wir wollen ein paar dieser Geschichten erzählen ..."


Calk: Wir lieben Gene Roddenberrys positiven und hoffnungsvollen Blick auf die Zukunft und wir respektieren seine Vision für "Star Trek". Jedoch liegt es nicht außerhalb des Vorstellbaren, dass einige Leute sich dazu gezwungen sehen, Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht tun würden, um diese Vision der Zukunft zu bewahren. Drecksarbeit gibts immer und irgendwer muss sie nun mal erledigen. Wir wollen ein paar dieser Geschichten erzählen ...

TZN: Was können Sie uns über "Renegades" erzählen, das wir noch nicht wissen?

Calk: Es gibt drei hinreißende Frauen im Cast − eine Romulanerin, eine Betazoidin und eine Andorianerin. Wir sprechen gerade mit Schauspielerinnen, aber die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen.

TZN: In Ihrer Kickstarter-Kampagne erwähnen Sie die Möglichkeit, dass CBS die Serie kauft. Für wie wahrscheinlich halten Sie das? Es gibt immer wieder Vermutungen, dass CBS "Star Trek" J.J. Abrams für die Zeit seiner Filmtrilogie überlassen möchte, und in der Vergangenheit ist aus mehreren Serienideen ehemaliger Trek-Schauspieler oder -Autoren nichts geworden.

Calk: Es gibt natürlich überhaupt keine Garantie dafür, aber wir bemühen uns, den bestmöglichen Pilotfilm fertigzustellen und hoffen, dass sie Interesse daran haben.

TZN: Können Sie uns ein wenig über das Veröffentlichungsschema berichten? Sollte die Kickstarter-Kampagne Erfolg haben, wann wollen Sie dann den Pilotfilm veröffentlichen? Und wird er Spielfilmlänge haben? Wie schaut es mit zukünftigen Folgen aus?

Calk: Wir planen, im Frühjahr 2013 zu drehen und den Pilotfilm hoffentlich im kommenden Herbst zu veröffentlichen. Er wird tatsächlich Spielfilmlänge haben. Weitere Folgen hängen davon ab, wie diese aufgenommen wird.

TZN: Wie sieht es mit Kulissen für "Renegades" aus? Erwartet uns hauptsächlich Greenscreen wie im Trailer, haben Sie vor, feste Sets zu bauen oder Außendrehs einzufügen?

Calk: Wir hoffen, dass wir ohne Greenscreen auskommen. Der Trailer ist aus den Zwängen der Not so entstanden. Wir mussten etwas zusammenschustern, praktisch ohne dafür Geld aufzuwenden. Ein paar Stunden Miete fürs Studio, geliehene Kameras, und so weiter. Das war nur, um den Trailer fertigzubekommen, damit wir die Kickstarter-Kampagne beginnen konnten. Wir haben die Möglichkeiten für Bühnen − wir haben die Laurel Canyon Sets im Auge −, und wir haben vor, andere Kulissen zu bauen, sollten wir sie brauchen. Außendrehs sind auch gut möglich.

TZN: Ganz herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben und viel Erfolg mit "Renegades"!

Calk: Ich danke Ihnen! Wir möchten auch allen Fans danken, die uns bereits über Kickstarter unterstützt haben. Und an diejenigen, die erst jetzt davon erfahren: Bitte helft uns, diesen Film Wirklichkeit werden zu lassen!

Anm. d. Red.: "Star Trek: Renegades" wird verwirklicht, wenn sich bis zum 26. November über Kickstarter.com finanzielle Unterstützer gefunden haben, die zusammen 200.000 Dollar investieren. Abhängig von der Höhe der zur Verfügung gestellten Summe erhalten die Investoren verschiedene Belohnungen. Der Mindestbeitrag liegt bei 10 Dollar.

Weiterführende Links

  • Die "Renegades"-Website
    Offizielle Website mit Infos zu Schauspielern, Regie und mit dem Trailer zum Film.

  • Kickstarter zu "Renegades"
    Die Crowdfunding-Aktion für den Pilotfilm.

  • TZN Daily Trek: Handlung von "Renegades" bekannt
    Zusammenfassung des Exposés zu "Star Trek: Renegades".

  • YouTube: "Of Gods and Men"
    Der vollständige erste "Star Trek"-Film des "Renegades"-Teams auf YouTube.

  • Trek-Interview

    Das Interview mit Ethan H. Calk, Co-Producer und Co-Autor von "Star Trek: Renegades", führte Henning Koonert.


     

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    Was dieses Jahr unter dem Tannenbaum liegen könnte

    "Star Trek"-Merchandise − Teil 2 ...

    Es ist ja schon einige Monate her, dass ich einige Kleinode, Krimskrams (und totalen Schrott) für jede Geldbörse in Sachen "Star Trek" gepostet habe. Jetzt kommt ja demnächst Weihnachten und für den Trekker, der schon alles hat, gibt es natürlich noch weitere Utensilien... Schauen wir doch mal rein, was uns der Weihnachtsvulkanier dieses Jahr alles bringen könnte... Merchandise, Teil 2...

    Blu-rays
    Unendliche Pleiten. Ist Paramount noch so dreist, den Fan für eine ältere Serie mehrere Euros aus der Tasche zu ziehen und empfanden es die Fans noch als gerechtfertigt, 70 Kröten für die Box hinzulegen, fielen ihnen die Kinnladen herunter, als Paramount mal wieder gepfuscht hat. Die erste Staffel hatte so ihre Probleme (das TZN berichtete). Und als wenn es nicht schon traurig genug wäre, haben die genialen Hersteller die Steelbooks mit einem Pin ausgestattet, der natürlich die Box beschädigt hatte... Mal sehen, wie es mit Staffel 2 weitergeht. Melinda Snodgrass hat schon getwittert, dass "The Measure of the Man" einen Extended Cut erhält, der noch nie zu sehen gewesen war. Kaum ist TNG an den − extrem schlampigen − Start gegangen, beginnen schon die Mutmaßungen über die Serie "Enterprise" als Blu-ray.

    Bücher

    Deutschland

    Die deutschen Leser haben dieses Jahr bei Cross Cult mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbracht. CC hat wegen mieser Verkaufszahlen sowohl "Enterprise" als auch die "Starfleet Academy"-Bände eingemottet. Neue Cover wurden aber von den Bänden "Excalibur: Renaissance", "The Soul Key", "Dark Allies" und "Restauration" veröffentlicht. Außerdem gibt es erstmalig ein Sachbuch, das TrekZone Network wird berichten. Was Cross Cult versäumt, ist des Tschechen Freund. "Kobayashi Maru" erscheint dort mit einem anderen, weitaus besseren Cover. Außerdem wurden aus dem Hause Cross Cult die "Typhon Pact"-Cover vorgestellt.

    USA und anderswo


     
     

    Was Lustiges: "Stuck On 'Star Trek'". Spielen Sie doch Ihre eigenen Szenen nach.


    "Federation The First 150 Years" ist so ziemlich eines der teuersten Sach-/Artbücher von "Star Trek" der letzten Jahre. Der "Star Trek"-Vault hat damit ein weiteres Buch mit seinem Erfolg legitimiert. Das liegt vermutlich daran, dass das Teil mit einem elektronischen Standbein daherkommt und der Erzähler George Takei ist. Außerdem gibt es mehrere herausziehbare Dokumente. Weitere Sachbücher werden sein: "Star Trek: The Visual Dictionary" (reich illustriert). Außerdem: "Klingon Bird of Prey Haynes Manual", "TNG Classic Quotes" und "Stuck on Star Trek". "TNG 365" ist bereits erhältlich und hat so einige seltene Sonderfotos, auch vom Bereich hinter den Kulissen. Ich habs mir schon gesichert, zu empfehlen. Greg Cox wird den TOS-Roman "The Twilight Realm" schreiben. Es gab einen neuen "Typhon Pact"-Zweiteiler: "Plagues of Night" und "Raise the Dawn". Ein weiteres Cover wurde für "Brinkmanship" veröffentlicht. Nach Langem traute sich dann Simon and Schuster an dem Cover für "The Assassination Game". Neue Romane werden sein: "Allegiance in Exile", "Devil's Bargain", "The Weight of Worlds" und "The Folded World". Und es gab sogar einen neuen "Titan"-Roman.

    "On Board the USS Enterprise" (Hardcover) soll vielleicht eine Buchform der eingestellten "Build the Enterprise"-Reihe werden (wir hatten ja schon einmal darüber berichtet, dass diese in Japan ihren Anfang und ihr Ende nahm). Der Band soll mit einer 3D-CD-Rom erscheinen. Was Lustiges: "Stuck On 'Star Trek'". Spielen Sie doch Ihre eigenen Szenen nach. Dreißig wiederverwendbare Aufkleber liefert dieses Werk, alle aufklebbar auf verschiedene Hintergründe wie Brücke, Krankenstation, Aufenthaltsraum, Transporter, Maschinenraum, private Quartiere und Alien-Umgebungen. Als Roman erschien dann von "Voyager" "The Eternal Tide". William Leisner arbeitet gerade an einem Roman, der nächstes Jahr zu fünf TOS-Romanen führen soll. Der fünfte Band heißt schon mal "A Conflict of Strangers". Nach dem Ende der "Vanguard"-Reihe gibt es das eBook "In Temptest Wake". Die TNG-"Cold Equations"-Reihe, die auch bei Cross Cult erscheinen wird, hat in den USA schon einmal ein Gesicht bekommen.

    Comics

    IDW und kein Ende? Der Verlag hat ja derzeit mehrere Pferdchen im Stall. So läuft das Crossover TNG/"Doctor Who" mit diversen Cover-Variationen. Außerdem gab es dieses Jahr wieder eine 100-seitige "Spectacular"-Ausgabe, dieses Mal mit Comics aus dem Wildstorm Verlag und nicht mit IDW-Ausgaben. "The Last Generation" bekam ein "Star Trek VI"-angehauchtes Cover. "Assimilation 2 #3" bekommt dafür ein "First Contact"-angehauchtes Cover. Als einzige derzeit laufende Reihe ist "Ongoing" nunmehr bei den Tribbles angelangt. So hat Ausgabe 12 den zweiten Teil der Tribbleogie beinhaltet. Band 13 enthält dann mal einen eigenständigen Comic, "The Redshirts Tale". Auch #14 soll eine neue Ausgabe enthalten. Ausgabe #15/16 enthält dann die Ausgabe über das Spiegeluniversum. Das erste Heft erscheint im November. Verschiedene Omnibus-Bände von IDW sind angekündigt, so TOS für die Tschechen und eine TNG-Ausgabe in den USA.

    Im November kommt dann der dritte Sammelband. Die Borg kommen nicht nur im "Doctor Who"-Crossover, sondern auch im Borgtakel "Hive". Wirklich erwähnenswert ist aber der Sammelband "The Newspaper Strips Volume 1", der im November erscheint und die Zeitungsstrips beinhaltet. Außergewöhnlich: Es sind vier Bände in Planung, zwei für die USA und endlich auch zwei für die UK-Strips! Wer es noch nicht hat, kann dann bei der "Romulans Treasury Edition" von John Byrne eingeben. Der Omnibus enthält 72 Seiten. Stattdessen kann man sich lieber mit 'nem 480 Seiten Ziegelstein zufrieden geben, der dann alle vier Miniserien von TNG enthält, die bis dato erschienen waren.

    Hörbücher

    "Destiny" hat es bei Audible jetzt auch als Hörbuch geschafft.

    Kalender

    Rückwirkend betrachtet war das Kalenderjahr ein Beschiss. Der 365-Tageskalender hatte KEIN EINZIGES FOTO. Der deutsche Panini-Kalender brachte lediglich die Filmposter. Schnarch. Und so ging es dann auch weiter.

    Kartenspiele

    Im November kommt ein neues Building-Game raus. Bei Preorder erhält man fünf Karten der Standardbesatzung. Die Werbung und eine der fünf Karten sprechen für etwas Tribbliges.

    Kinofilm

    Nichts zu zeigen wäre intelligenter gewesen als diese Drei-Frame-Lächerlichkeit, die Abrams den Fans vor die Füße geworfen hat und die Orci noch verteidigt hatte. Wahrscheinlich hilft es, den Fans Spannung einzureden, bevor man vergessen hat, dass es noch einen Film gibt, der fast ein Jahr nach Schluss der letzten Klappe im Archiv schlummert.

    Klamotten


    T-Shirts im Herbst/Winter? Eigentlich gibts die schon länger beziehungsweise seit Mai. Der Trekker, der schon alles hat, kann sich entscheiden zwischen Gold-Key-Covern, vulkanischen Grüßen mit asiatischen Schriftzeichen, retro-gezeichneten Spocks, Promotion-Fotos als Zeichnung mit den Figuren in den Uniformfarben sowie Abzeichen kommen vom australischen T-Shirt-Hersteller Totally Irreverent. Das erste von drei Rad-Jerseys sieht schon mal top aus. Zum 25-Jährigen gibt es eine Reihe TNG-T-Shirts. Auch die weibliche Bevölkerung versieht her Universe mit Trekker-Shirts für die holden Fanninnen...

    2012 war ein T-Shirt-Jahr. So häuften sich auch bei einer Convention im August die Shirts und Caps. Beliebt als Themen waren mal wieder das 25-jährige TNG-Jubiläum sowie psychedelisch angehauchte Drogentrips durch die TOS-Reihen...

    Modelle und Props

     
     

    DST vertreibt sich die Zeit mit einem Spock, den man auseinander und wieder zusammen basteln kann, der vor Horta kniet.


    Eine neue Kadetten-Reihe ist unterwegs. Sprich einfache Snap-Together-Modelle aus der Movie-Ära Reihe: ein Klingonen-Kreuzer, die Reliant, die Enterprise. Haben es die Briten nicht gut? Kleine Modellschiffe mit einem Magazin! Und wir hatten die popeligen Fakten und Infos! Nur in GB gibt es "Star Trek: The Official Starships Collection". Da ist der Name Programm. Die Enterprise-D gibt es zum Preis von £1,99, dann kommt die Enterprise-A für £5,99 und schließlich erst mal ab Ausgabe 3 £9,99. Die 12 bis 14 Zentimeter langen Schiffe werden fast jedes Schiff enthalten, und wer sein Abo dort macht, bekommt die Future Enterprise und anderes Gedöns! DAgostini: Hört auf mit euren Taxen und Elvis und bringt gefälligst das auf den Markt für den gebeutelten Trekker!!! Seit 2010 sollte es von DST den klingonischen Disruptor geben. Jetzt soll er erscheinen. Vermutlich benötigte man so lange, um zu sehen, in welchen Klamotten man überall die Einzelteile versteckt hatte. Er soll nach dem neuen Bird of Prey von DST erscheinen.

    Titan Merchandise bringt Büsten von Scotty, Worf und Uhura raus. DST vertreibt sich die Zeit mit einem Spock, den man auseinander und wieder zusammen basteln kann, der vor Horta kniet. Außerdem gabs da noch einen Kirk gegen Khan... Und DST veröffentlicht die Enterprise-B.

    Wer Papiermodelle hasst, hat demnächst was Neues auf seiner Abschussliste: Build the Enterprise. Mit den Formen aus Papier gestanzt und zusammenzukleben dürfte einem bis zur Fertigstellung des Modells die Anstalt demnächst etwas näher bringen. DST ist fleißig. Nicht nur das Modell der Enterprise-B, eines klingonischen Bird of Prey, nein, es soll − mal wieder − die Ausrüstungsgegenstände aus TOS geben (Phaser, Tricorder, Kommunikator). Außerdem ist ein Shuttleschiff im Maßstab 1:32 geplant.

    Poster

    Bye Bye Robot veröffentlicht ein Poster von Cestus III mit Shuttle. Und damit es einem nicht langweilig wird, gibt es zu dem Retro-Poster auch die passenden Sticker vom Shuttle! Cestus III hat es dem Verlag angetan. Schließlich gibt es noch ein Retro-Poster des Gorn gegen Kirk. Mondo hat ein weiteres Poster für den "Zorn des Khan" veröffentlicht. Retro scheint hier zu heißen: Rate mal, aus welchem Film das stammt... Stünde es nicht dran, würde man es nicht wissen. Auch gibt es neue Poster über das "Corbomite Maneuver". Wenn man sich die Dinger so ansieht, stellt man fest, dass man eigentlich auch mal selbst aus Sch... Geld machen sollte.

    Ähnliches stelle ich bei weiteren Retro-Postern aus September über einzelne Episoden fest. Iron Guts TOS-Trio macht es nicht anders. Ihre kunstdruckartigen Poster gibt es nur 95 Mal. Das wird teuer... Bye Bye Robots setzt auch auf Kunst... Wer diese Bilder mag, ist dort gut aufgehoben... Schemenhafte Warbirds, Enterprise-D und Borg-Kuben sowie mal wieder ein Enlist-Poster...

    Soundtracks

    Der "Star Trek I"-Soundtrack ist zum x-ten Mal neu aufgelegt worden, auch dieses Mal wieder in einer super-duper-edlen 3-Disc-Aufmachung von La La Land Records.

    Spiele und Spielzeug


    Das PC-Spiel zur neuen Filmreihe von Abrams nimmt auch Formen an. So gab es bereits mehrere Screenshots und einen Trailer. Retrofiguren von Picard und einem Borg (und demnächst wohl auch Data und einen Klingonen), die wie aus Ken und Barbie aussehen, wird es mal wieder auch geben. Mal schauen, wer darauf gewartet hat... Lego, na ja, eigentlich Kre-O von Hasbro, sehen aber aus wie Lego-Minifiguren, die jedoch nur noch schlechter sind. Allerdings stammen sie aus dem letzten Kinofilm. Dafür bringt Diamond Select die Enterprise aus TOS. Da passen dann keine 430 Mann Lego-Besatzung rein, sondern nur Kirk in der Saugglocke oben...

    Verrücktes

    Vulcan Tourism verkauft doch tatsächlich bunte Halskettchen in den TOS-Uniformfarben mit den passenden runden Insignien dazu... Hatte man damals noch die TOS-PEZ Reihe gekauft, gibt es jetzt zum 25-Jährigen die TNG-PEZ-Reihe, limitiert auf 150.000, erhältlich seit September. Aber keine Sorge, es gibt auch eine neue kitschige TOS-Uhr − und noch kitschiger die TOS-Besatzung als Salz- und Pfefferstreuer, oder auch die TOS-Enterprise, und den Pfeffer kann man ja aus dem klingonischen Schiff schütteln. Na, wenn das kein perfektes Dinner für Spinner wird?

    Nichts Verrücktes, sondern eher aus der Rubrik zum Kotzen niedlich ist "Captain Precious" von Bradford Exchanges. Na ja, wer zum Vorstellungsgespräch muss, kann ja die Kommunikator-Manschettenknöpfe nehmen... Da es der TOS-Kommunikator ist, fällt er wohl kaum auf...

    Es gibt fünf relativ lieblose Trek-Gläser, eines für jede Serie. "Star Trek Geek" hat auch wieder zugeschlagen. Jetzt gibt es wirklich "Tea. Earl Grey. Hot". Zwar nix zum Erwerben, aber zum Erleben und einer der Gründe, 2018 London zu besuchen. Einer der dortigen geplanten Theme Parks enthält "Star Trek"...
    So. Das wars wieder. Wer das alles hat, kann gleich eine Grundschuld fürs nächste Jahr aufnehmen.

    Trek-Weihnachten

    Suchen Sie noch ein Weihnachtsgeschenk? Christian Freitag sagt Ihnen, was es dieses Jahr alles für den Fan Neues gibt ... Höhepunkte und Tiefpunkte.


     

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    Von Mr. Mudd und Scotty bis zu Q

    "Star Trek"-Comics: Es geht weiter

    Und es geht nach kurzer Pause weiter mit der Reise in die bunte Welt der "Star Trek"-Comics. Seit Februar 1984 hatte DC das Ruder übernommen. Der DC-Verlag benötigte trotz seiner exzellenten Storys, die häufig den Ton der Serie trafen, zwei Anläufe. Meines Erachtens gehören die DC-Reihe und ihre Ableger zu DEN Comic-Ereignissen in Sachen "Star Trek".

    Erwähnenswert ist, dass in der ersten DC-Reihe, die selbstverständlich nur von der "Star Trek"-Movie-Reihe ab "Star Trek II" handelte, häufig Augenmerk auf die Lower Decks gelegt wurde, die hierfür neu erschaffenen Ensign William Bearclaw, Ensign Nancy Bryce, Dr. Chu-Sa, Lt. Cmdr. Maria Morelli, Ensign Sherwood und erstmalig lange vor Worf den Klingonen Konom und Bernie! Außerdem hat man Charaktere wie Arex und MRess aus der "Animated"-Reihe genommen, und anders als so manch anderer hatte DC sogar versucht, Pocket-Charaktere einzuführen (Ausgaben 24 und 28)!

    Die Geschichten waren Ausgaben-übergreifend. So lernte man bereits in der ersten Ausgabe den friedliebenden Klingonen (!) Konom kennen. Kirk bekam regelmäßig die Auswüchse seiner "Auslegungen" der ersten Direktive zu spüren, da die Reihe ganz intensiv auf TOS verwiesen und Geschichten weitergeführt hat. So hatten nicht nur Kor und Captain Stiles ("Star Trek III") wiederkehrende Auftritte, sondern auch die Herkunft von Saavik wurde geklärt, die häufig noch das Aussehen in "Star Trek II" hatte. Besondere Erwähnung sollte der Achtteiler um die Geschichte des Movie-Spiegeluniversums (Ausgaben 9 bis 16) finden, der auch in Deutschland zwei Mal veröffentlicht wurde, einmal als Hardcover-Ausgabe des ersten Teils und dann als Softcover komplett durch den Carlsen-Verlag.

     
     

    Harry Mudd durfte in den Ausgaben 39 und 40 Unfrieden stiften.


    Auch wenn die Serie der ersten DC-Reihe interessant und durchaus lesenswert ist, hatte man Probleme, die zeitliche Zuordnung zu schaffen, da die Filme "Star Trek II" bis IV in die Entstehungsgeschichte der Comics fielen und so an die erzählerischen Vorgaben der Filme gebunden war, die teilweise ganz anders abliefen als zunächst gedacht.

    So war es nicht anders zu erklären, dass Kirk das Kommando über die Excelsior und Spock das Kommando über die Surak bekam. Sogar Walter Koenig schrieb − selbstverständlich eine Chekov-Story. "Der Wolf im Schafspelz" bekam genauso eine Fortsetzung in den Ausgaben 22, 23 wie "Morgen ist gestern" (Ausgabe 33). Harry Mudd durfte in den Ausgaben 39 und 40 Unfrieden stiften, und in den Ausgaben 43 bis 45 bekam Kirk für die Episode "The Apple" eine auf die Mütze. Von Ausgabe 48 bis 55 hatte Peter David das Sagen, dem einfach alles gelungen war, was er in Sachen "Star Trek" anpackte. Mit seinen witzigen, aber auch nachdenklichen Storys hat er auch mit DC Furore gemacht. In Ausgabe 52 erschaffte er eine Hölle, wie sie in die "göttliche Komödie" dargestellt wurde.

    Mit Ausgabe 56 im November 1988 endete der erste DC-Versuch − zu seiner Zeit als die Ausgabe erschien war das aber noch nicht bekannt. Es erschienen drei Annuals, die sowohl den Anfang als auch das Ende der Fünf-Jahres-Mission zeigten sowie in der letzten Ausgabe den Grund, warum Scotty es so schwer mit den Frauen hatte... Auch hier schlug Peter David zu.

    Doch DC hatte glücklicherweise einen zweiten Versuch. Knapp ein Jahr später haute Peter David dem Leser eine witzige und interessante Story um die Ohren, die im berühmten "Trial of Captain Kirk" gipfelten. In den Ausgaben #13 bis 15 hatte er mit Bill Mumy sogar ein "Lost in Space"-Tribut geschrieben. Auch der "Babylon 5"-Erschaffer (!) hat Ausgabe 16 zu "Star Trek" beigetragen. Howard Weinstein, ebenfalls kein Unbekannter in Sachen "Star Trek" lieferte dann in drei Ausgaben Mr. Mudd. In den Ausgaben 53 bis 57 hatte der Wächter der Ewigkeit einen großen Auftritt, da die Romulaner die Zeitlinie veränderten (klingt bekannt???).

    Leider flachten die Zeichnungen dann relativ ab und man setzte auf schemenhafte Zeichnungen ohne große Details. Davon wich man kurz vor Einstellung der Serie mit teurerem Papier wieder ab, aber es half alles nichts. Mit Ausgabe 80 endete im Februar 1996 die "Star Trek: TOS"-Reihe. Es ist schade, da kurz vor Einstellung der Reihen noch gemutmaßt wurde, ob DS9 und "Voyager" noch an DC fallen sollten. Vor allem gab es auch ein Crossover mit DS9, der mit Malibu (der Verlag, der letzten Endes den Zuschlag für DS9 erhalten hatte) durchgeführt wurde.

    DC hat außer den regulären Ausgaben Annuals, Specials und Miniserien veröffentlicht. Darunter eine, die auch heute noch in Deutschland erhältlich ist: die Modala-Reihe, von denen die ersten vier Ausgaben zur TOS-Zeit, die nächsten vier zur TNG-Zeit spielten. Besonders erwähnenswert sind die zwei Graphic Novels "Debt of Honor" und "Ashes of Eden", die auch beide ihren Weg nach Deutschland fanden (Feest bzw. Carlsen). Insbesondere "Ashes of Eden" war ergreifend, war er doch von William Shatner (und hehe Reeves-Stevens) derart in Szene gesetzt worden, dass er nur zu Zeiten der Post-Movie-Ära spielte. Es gab diverse Sammelbände und zwei Ausgaben des Whos Who in "Star Trek" mit diversen enzyklopädischen Einträgen und Zeichnungen.

    Auch TNG fand bei DC Zuflucht. Die sechsteilige Miniserie traf allerdings weder Ton noch Charaktere der Serie. Dies lag daran, dass sie fast zeitgleich zu den ersten Episoden erschienen. Im zweiten Anlauf begann man dann mit der zweiten Staffel von TNG und traf sowohl Charaktere und auch Zeichnungen. Friedman hatte einen interessanten Mehrteiler geschaffen, der auch seinen Weg nach Deutschland fand (Condor-Verlag), allerdings dort, wie so häufig, nicht beendet wurde. Interessant war insbesondere ein Borg-Mehrteiler. Auch hier ließen in den 60er-Ausgaben die Zeichenqualität nach um viel stärker auf besserem Papier mit einem Tholianer-Abenteuer wiederzukommen. Es half aber nichts. Die letzten beiden Ausgaben, in denen Q die Crew zu Androiden verdonnerte, war nichts Weiteres als eine bereits zuvor erzählte Geschichte, in denen Q die Crew zu Klingonen machte. Februar 96 fiel die letzte Ausgabe. Auch hier gab es Specials, Annuals und Miniserien. Erwähnenswert war ein Oneshot der Adaption "All Good Things...". Ferner hatte DC die Adaptionen von "Star Trek" III, IV, V, VI und VII veröffentlicht!

    Meines Erachtens ist die Qualität der DC-Comics noch bis heute unerreicht.

    Trek-Comics

    Und weiter geht es mit der "Star Trek"-Comicreihen-Betrachtung − von Christian Freitag.


     

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    Warum zu viel Bier auf der Bühne schadet...

    RingCon: Die Welt der Fantasy in Bonn

    Erstaunt waren sicher diejenigen, die sich nichtsahnend in der Zeit vom Freitag, 5. bis Sonntag, 7. Oktober 2012 ins Maritim Hotel Bonn verirrt hatten: Hobbits, Hogwarts-Schüler und eine Reihe von Khaleesis tummelten sich im Foyer. Es war wieder RingCon-Zeit!

    Für uns begann der Freitag erst einmal mit der Pressekonferenz. Neben Sean Astin (u.a. Samwise "Sam" Gamschie in "Herr der Ringe"), Billiy Boyd (Peregrin "Pippin" Tuck in "Herr der Ringe"), Kristin Bauer (Pamela "Pam" in "True Blood"), Joe Dempsie ("Games of Thrones"), Craig Parker (u.a. Haldir in "Herr der Ringe sowie Darken Rahl in "Legend of the Seeker"), Craig Horner (Richard Cypher in "Legend of the Seeker") waren noch Thomas Robbins (Deagol in "Herr der Ringe"), Lori Dungey ("Herr der Ringe"), Mark Ferguson ("Herr der Ringe" sowie Master of Ceremonies) sowie drei Mitglieder des Team Starkid (später mehr) anwesend. Für Jason Mamoa stand zwar ein Namensschild und ein Stuhl bereit, da sein Hinzukommen geplant war, jedoch schaffte er es wohl nicht mehr rechtzeitig. Fotos der Pressekonferenz finden Sie hier.

    Anschließend verschafften wir uns zunächst einen Überblick über das Con-Gelände. Es gab zahlreiche Ausstellungs- und Verkaufsräume. So konnte man eine großflächige Miniatur der Schlacht um Helmsklamm bewundern, sich über Reisen nach Neuseeland informieren und unter anderem Notiz- respektive Schreibbücher mit besonderen Ledereinbänden kaufen. In einem extra Raum waren die Kunstwerke der Besucher für den Wettbewerb ausgestellt, über die man in verschiedenen Kategorien abstimmen konnte. Immer wieder ging man an sehr gut gemachten Kostümen vorbei. Ein Highlight war ein Captain Jack Sparrow, der nicht nur ein authentisches Kostüm trug, sondern auch perfekt die typischen Bewegungen des Leinwand-Piraten nachahmte. Fotos der Besucher und der Verkaufsräume können Sie hier sehen.

    Im Hauptsaal begannen inzwischen die Panels, in denen sich die Gaststars den Fragen der Besucher stellten, von den Dreharbeiten sowie über neue Projekte erzählten und auch mal Szenen nachspielten oder sangen. Bilder der Panels sowie der Opening und Closing Ceremony gibt es hier. Es würde zu weit gehen, über jeden Stargast und jedes Panel zu schreiben. Dennoch sollen einige Begebenheiten hervorgehoben werden:

    Noch am Freitag stellte Lori Dungey − die als "Mini-Mark" den Master of Ceremonies unterstützte respektive assistierte − Thomas Robbins eine Frage, die zur allgemeinen Erheiterung führte, aber auch die Besucher auf die Unsinnigkeit einiger Fragen aufmerksam machen sollte: "If you could be a sandwich... which sandwich would you want to be...?...And Why?" (übersetzt: Wenn Sie ein Sandwich sein könnten, welches würden Sie dann sein? Und warum?)

    Amüsant war, als Mark Ferguson Daniel Gillies mit einer Anekdote vor der Schwierigkeit in der deutschen Sprache warnte: Als er einmal seine Publikumsbegrüßung in Deutsch sprechen wollte, sagte er "Damen, Herren und Jungfrauen (Anmerkung: er meinte "Young Women")!" und wunderte sich, warum der Saal tobte vor Lachen. Darauf fragte Daniel Gillies, was "Jungfrauen" bedeuten würde. Und der Saal lachte wieder. Natürlich wurde er dann aufgeklärt.

    Milton Yeronemous gab in seinem Panel zu, dass er die Bücher nicht kannte. Als er von der Verfilmung hörte, ging er in einen Laden und als er die Bücher sah, dachte er: Es ist ein großer Deal. Zudem gab er den Tipp, bei einem Vorsprechen nie an die Möglichkeit zu denken, dass man die Rolle auch bekommen würde.

     
     

    Sollten Sie Jason Mamoa einmal begegnen, sprechen Sie ihn NIE auf seine Zeit bei "Baywatch" an!


    Sean Astin zeigte in seinem Panel seine gefühlvolle Seite. So erzählte er, dass sie nach Neuseeland gegangen sind, als seine Tochter zwei Jahre alt war, und als die Dreharbeiten endeten, war das Mädchen sieben Jahre. Wie sollte seine Tochter die Veränderung verkraften? Also sprach er ein Jahr vor Drehschluss mit Ihr: "Schau, in einem Jahr wird keiner dieser Menschen mehr hier sein." Seine Tochter sah ihn an und antwortete: "Aber JETZT sind sie da!" Seine Tochter wusste damals schon, worauf es ankommt.

    Als Jason Mamoa die Bühne bestieg, tobte das Publikum. Sein Äußeres entsprach den Erwartungen seiner Fans: groß und muskulös. Trotz seiner Alltagsklamotten sah man sofort Khal Drogo ("Games of Thrones") vor sich. Erst beim zweiten Blick stolperte man über das Bier in seiner Hand. Leider legte er in seinen Panels ein plumpes Verhalten an den Tag und demonstrierte stets, dass er von sich selbst im hohen Maße überzeugt ist. Umso überraschender ist es, dass die Con-Besucher dies mit Jubel honorierten. Während seines Panels rülpste er beispielsweise ins Mikrofon. Ein weiteres Bespiel begann eigentlich sehr nett: Auf die Frage hin, wie sein favorisiertes Ende von "Games of Thrones" aussehen würde, ließ er ein Mädchen in Khaleesi-Verkleidung auf die Bühne kommen. Dort stand ein Replik des Thrones. Dort setzte Jason Mamoa sich hin, ließ den Fan auf seinem Schoß Platz nehmen. Soweit, so gut. Doch dann nahm er einen kräftigen Schluck Bier und prustete es über den Fan hinweg quer über die Bühne. Der Saal tobte.

    Doch Mamoa zeigte bei einigen Fragen, dass er auch anders sein kann. Er erzählte etwa von dem Dreh der Sexszene mit Emilia Clark (Khaleesi). Dabei war er der Einzige, der am Set nackt war. Dies war ihm unangenehm, weswegen er eine rosafarbene Socke über sein "Wienerschnitzel", wie er es nannte, zog. Als Emilia Clark dies sah und daraufhin zu kichern begann, war die Szene natürlich ruiniert. Am Ende schafften sie es dann doch. Positiv festzuhalten bleibt, dass Jason Mamoa auch mal ohne Begleitung durch die Händlerräume streifte und abends an der Bar und im Foyer noch (mehr) Bier trank (nicht als Einziger der Stargäste).

    Als Letztes betreffend Jason Mamoa, werte Leserinnen und Leser, einige warnende Worte! Wenn Sie einmal in die Gelegenheit kommen und ihn im echten Leben begegnen, fragen Sie ihn NIE nach seiner Zeit bei "Baywatch". Das mag der Schrank von einem Mann überhaupt nicht!

    Billy Boyd legte den Besuchern seinen neuen Film "Space Milkshake" ans Herz, den er unter anderen mit Amanda Tapping ("Stargate: SG1") gedreht hat und der Ende des Jahres veröffentlicht wird. Zusammen mit Sean Astin las er aus einem englischen "Herr der Ringe"-Buch vor und sang zum ersten Mal auf einer Convention "Edge of night" (Pippins Song), womit er bei den Besuchern für Gänsehaut sorgte.

    Ein Running Gag bildeten über dieses Wochenende Anspielungen und Seitenhiebe auf das Buch "Shades of Grey". So wurde Craig Horner beispielsweise gefragt, ob er die Rolle des Christian Grey spielen würde. Doch er kannte es nicht. Daher fragte er das Publikum, ob es ein gutes oder schlechtes Buch ist. Die deutliche Mehrheit war sich einig: schlecht! Anschließend gestand er, dass seine Freundin ihn eher als Dorian Gray sehen würde.

    Ein Highlight dieser RingCon war der Auftritt von Tommy Krappweis, der nicht nur über seine Recherchen zu seinem Fantasy-Roman "Mara und die Feuerbringer" erzählte, sondern sich auch zum Stand der Verfilmung äußerte und dazu einen Clip mitbrachte. Dann holte er auch noch einen Überraschungsgast auf die Bühne: Bernhard Hoecker. Zusammen erzählten sie eine amüsante Geschichte über den Dreh eines Werbefilms für Neuseeland. Am Samstagabend heizte er zudem mit seiner Band "Harpo Speaks" und einem Gastauftritt von Bernd das Brot den Besuchern ein.
    Weiterhin fanden auch Lesungen statt. An dieser Stelle sei die von Markus Heitz hervorzuheben. Zunächst gab er in Ausschnitten einen Einblick in sein Buch "Albea 3" und stellte sich anschließend den Fragen der Besucher. Nach der Lesung konnte man sich seine Bücher signieren lassen. Hinterher gab er dem TZN-Team noch ein Exklusivinterview, welches Sie ebenfalls in dieser Ausgabe lesen können.

    Eine Überraschung bildete der Begeisterungssturm, der sich gerade nicht an einen der Schauspieler richtete, sondern an die Formation "Team Starkid". Ihnen sagt das nichts? Da stehen Sie nicht alleine da. Team Starkid ist eine Gruppe von Personen, die mit Musical-Parodien wie beispielsweise über Harry Potter ("A very Potter Story"), Batman ("Holy Musical Batman") über das Internet bekannt geworden ist. Ihr Erscheinen auf der RingCon war ihr erster Auftritt in Deutschland.

    Am Samstagabend wurde es romantisch. Ein Besucher machte auf der Bühne seiner Freundin, die er zwei Jahre zuvor auf der RingCon kennengelernt hatte, einen Heiratsantrag. Sean Astin half ihm dabei und brachte "den einen (Verlobungs-)Ring" auf die Bühne.

    Ergänzt wurde das Programm noch mit diversen Fach-Vorträgen, wie etwa einer Bilderreise durch Neuseeland oder über die Spezialeffekte bei "Games of Thrones". Auch Workshops wie "LARP-Make-up", Tanz und Chor fanden an diesem Wochenende statt. Der Chor zeigte am Ende bei der Closing, was sie einstudiert hatten. Auch wurde für Ostern 2013 die nächste Convention angekündigt: Die HobbitCon, zu der bereits einige der Darsteller aus der "Hobbit"-Verfilmung ihr Kommen zugesagt haben.

    SF-Zone

    Tauchen Sie ein in die Welt von "Herr der Ringe" und Co.! Ein Con-Bericht von Sara Hoeft.


     

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    "Die Legenden von Andor"

    Ein Spiele-Geheimtipp

    Endlich ist es so weit: Die Legenden von Andor sind nunmehr als Brettspiel erschienen.

    Öffnet der Käufer den Karton in Größe der üblichen Catan-Spiele, wartet auf ihn eine Menge Zubehör: Zwei dicke Packen Karten, darunter 71 große Legendenkarten, eine Rolle mit 15 Beuteln, zwei Beutel mit 20 Würfeln, darunter vier große schwarze und 16 bunte, ein Beutel mit 41 farbigen Ständern, ein Beutel mit 14 Holzsteinen und Holzscheiben und eine seltsame Figur, die aussieht, als sei sie der Läufer in einem Schachspiel. Ferner ein Begleitheft (Übersicht des Spielmaterials), die Losspiel-Anleitung, sechs Hartpappbögen, jeweils drei mit roter und blauer Umrandung. Darauf befinden sich Kreaturen, weitere Figuren, Gold, Gift, Heilkräuter und und und ... sowie ein beidseitig bedruckter Hartspielplan aus Pappe.

    Der erste Eindruck ist also schon mal gut. Vor allem auch der beidseitig, fantasievoll bedruckte Pappspielplan hat mich überzeugt. Zum Glück ist es kein Folienplan, der immer wieder verrutschen könnte. Allerdings birgt der Spielplan auch die Gefahr der Beschädigung an der ausklappbaren Ecke. Diese war bereits kaputt, bevor ich das erste Mal den Plan ausgeklappt habe. Sprich: Man sieht einen minimalen Pappfetzen aus dem Plan hervorlugen, außerdem knirscht es im Gebälk. Um sämtliche Orte wiederzufinden, kann man sich die Karte von Andor ausdrucken (hier). Man benötigt allerdings einen großen Tisch, um die ganzen Karten und den riesigen Spielplan auf den Tisch zu legen...

     
     

    Man kann wählen, ob man den Krieger Thorn oder die Kriegerin Mairen, den Bogenschützen Pasco oder die Bogenschützin Chada, den Zauberer Liphardus oder die Zauberin Eara und schlussendlich den Zwerg Kram oder die Zwergin Bait spielt.


    Ganz witzig, aber auch vorbildlich: Selbst wenn das Spiel für bis zu vier Spieler ausgerichtet ist, kann man das Geschlecht frei wählen (auch wenn ich persönlich weniger glaube, dass das Spiel viele Frauen ansprechen wird. Das liegt nicht daran, dass es schlecht wäre, im Gegenteil. Aber die meisten Frauen, die ich kenne, meiden Fantasy und Science-Fiction wie der Teufel das Weihwasser. So eine Art "Big Bang Theory" ist bei Fans aus diesem Bereich immer vorprogrammiert). Man kann also wählen, ob man den Krieger Thorn oder die Kriegerin Mairen, den Bogenschützen Pasco oder die Bogenschützin Chada, den Zauberer Liphardus oder die Zauberin Eara und schlussendlich den Zwerg Kram oder die Zwergin Bait spielt. Während die Heldenkarten beidseitig bedruckt sind und den jeweiligen Charakter ob Männlein oder Weiblein zeigen, gibt es insgesamt acht Spielfiguren für die Helden beziehungsweise Heldinnen, ebenfalls wie alles andere auch beidseitig bedruckt, wobei auch die Front und Rückansicht des Helden, der Heldin zu sehen ist. Sämtliche Helden haben auch eine Geschichte. Diese kann man hier nachlesen. Alleine zu den Fragen und Antworten sowie den diversen Charakteren könnte man einen ganzen Fantasy-Roman schreiben!

    Das Spiel ist so ausgerichtet, dass eine Runde 60 bis 90 Minuten dauert. Dabei sind die Legenden von Andor aber auf "unendlich" ausgelegt. Es sind insgesamt sechs Legenden vorgefertigt: "Die Ankunft der Helden", eine Art Tutorial, in dem die Heldengruppe die Burg verteidigt und eine wichtige Nachricht überbringen muss, "Die Heilung des Königs", in dem man die Ausrüstungsgegenstände erstmalig verwendet, oder "Die Tage des Widerstands". Interessanterweise gibt es auf der Website Bonusmaterial. So kann die dritte Mission variiert werden (siehe hier). "Das Geheimnis der Mine", diese Legende spielt auf der Spielplanrückseite. Hier gibt es dann auch die neue Mission "Die Befreiung der Mine". "Der Zorn des Drachen", das große Finale, sowie "Das Erbe des Drachen", in der die Geschichte Andors vom Spieler selbst weiter zu erfinden ist. Es gibt beim Spiel bereits Bonuskarten. Sie können aber auch unter diesem Link heruntergeladen werden. Hier ist Autor und Illustrator Michael Menzel dann einen grandiosen Schritt gegangen, da dem Spieler selbst die Fantasie abgerungen wird und das Spiel dadurch nicht langweilig werden kann. In der Danksagung des Autors steht dann auch, dass es tatsächlich jemandem gelungen ist, das Spiel zwölf Stunden am Stück zu spielen!

    Hat man bei Fantasy-Spielen noch die Besorgnis, dass man die Anleitung nicht versteht, wird man positiv überrascht. Es gibt eine kurze Einleitung, was es vor dem Spiel zu beachten gibt, wie man das Spiel aufbaut (insgesamt eine bunte Seite), und dann gehts auch schon um die Wurst beziehungsweise um Andor. Hierbei ist dann auch alles berücksichtigt, was es bei einem Fantasy-Spiel zu berücksichtigen gilt: Man spielt als Held unter Zeiteinfluss (sieben Andor-Stunden) und es gibt einen Erzähler, der die Handlung vorantreibt.

    Das ist aber noch nicht alles. Man kann beim Händler im Spiel diverse Items dazukaufen. Nutzt der Held den Schild zur Verteidigung und bekommt ein paar Mal eins auf die Mütze, ist das Schildkärtchen umzudrehen und tatsächlich sieht das Ding dann auch nicht mehr so neu aus. Daran sieht man auch eine Detailverliebtheit des Spiels, die ihresgleichen sucht.

    Im Einzelnen möchte ich nicht zu ausführlich auf die Spielabläufe eingehen. Es gibt nichts Langweiligeres, als das Spiel eines anderen zu lesen. Man möchte meistens lieber "selbst" ran. Ich kenne das.

    Daher nur kurz zum Ablauf: Jeder wählt sich zunächst einen Helden oder eine Heldin aus und bearbeitet seine Heldenkarte mit Stärke, Geschwindigkeit und so weiter. Wie jedes andere SF/Fantasy-Rollenspiel kommt natürlich auch "Die Legende von Andor" nicht ohne Gesundheitspunkte oder Stärkepunkte aus. Wie sollte man sonst auch einen Gegner bezwingen? Als Nächstes muss man den Zeitstein setzen, ohne den eigentlich gar nichts geht. Ein "Arbeitstag" eines Helden beläuft sich auf sieben Stunden. Der Held kann auch "Überstunden" schieben, büßt dafür aber seine Willenspunkte ein. Sehr wichtig ist die Position des Erzählers. Die Figur treibt wie bereits beschrieben die Story voran. Es gibt diverse Abschnitte einer Legende. Erreicht der Erzähler den letzten Abschnitt, bevor der Held tatsächlich alle seine Aufgaben erfüllen kann, ist das Spiel vorbei und man kann alles von vorne beginnen.

    Zusammenfassend kann ich daher sagen, dass ich positiv überrascht bin. Ich stehe zwar mehr auf "normale" Figuren (zum Beispiel wie bei Monopoly, Star Quest oder Hero Quest) bei Spielen als Pappfiguren, aber die Verarbeitung ist bis auf das eigentliche Spielbrett an einer Stelle relativ "unkaputtbar". Man merkt aber dem Erschaffer die Liebe zum Spiel an, die er hineingesteckt hat, da das Spiel detailverliebt ist und eindrucksvolle Charakterbiografien liefert, die anderen Produkten fehlt. Wie bereits oben geschildert könnte man eigentlich auch einen eigenständigen Fantasy-Roman schreiben. Ich sehe das Spiel als Geheimtipp für das aktuelle Jahr.

    SF-Zone

    Der Winter nähert sich, und somit die langen Abende, die man doch ganz gemütlich in netter Runde bei einem Brettspiel verbringen kann. Ob "Die Legenden von Andor" das Herz unseres Redakteurs Christian Freitag erfreuen, lesen Sie hier.


     

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    Bruce Willis auf Zeitreise

    "Looper" unter der Lupe

    2044: Ein Mann steht im Feld, schaut auf seine Uhr. Vor ihm auf einer Plane erscheint aus dem Nichts ein Mann, der festgebunden ist und einen Sack über dem Kopf trägt und von ihm kaltblütig umgelegt wird. Die Leiche wirft er in die Müllverbrennung, nachdem er Silberbarren von ihr abgezogen hat. Diese surreale Bilderreihenfolge wird von dem Täter Joe (Joseph Gordon-Levitt) schließlich so erklärt, dass in 30 Jahren Zeitreisen kein Problem mehr darstellen, aber verboten sind. Es wird fünf Kartelle geben, die ihre Opfer in die Vergangenheit schicken, damit sie die Looper, die Killer, ausschalten können. In der Zukunft gibt es nämlich für Straftäter keine Möglichkeit mehr, jemanden spurlos verschwinden zu lassen, also bedient man sich an Killern in der Vergangenheit.

    Irgendwann können die Täter jedoch ihre Taten nicht ausführen und so knallen sie sich manchmal selbst ab und schließen sozusagen ihren Loop, haben aber noch eine − sofern sie dann noch leben − 30-jährige gute Lebenszeit vor sich. Schließlich taucht in der Zukunft der Regenmacher auf, der in kürzester Zeit alle Mafia-Kartelle unter sich vereint − im Alleingang, und alle Looper ausschalten möchte. Außerdem "räumt" er etwas unter den Obdachlosen auf. Sprich, er ermordet sie alle.

    So viel zur Ausgangssituation. Von wegen Raumschiffe, alles super. Man hat beim Sehen das Gefühl, dass es keine Ordnungsbehörden oder Polizei gibt. Man kann einfach so Leute über den Haufen schießen, ein Großteil der Bevölkerung ist obdachlos oder gilt als Landstreicher, Drogen sind an der Tagesordnung, dieselben alten Fahrzeuge mit dem Versuch, den Tank irgendwie umzubauen, Straßenzüge sehen aus wie nach Endzeitstimmung.

    SPOILER

    Als Joes einziger Freund zu ihm kommt und um Hilfe bittet, ändert sich dessen Leben gewaltig. Ausnahmsweise hat sein Kumpel nämlich in das Gesicht seines eigenen zukünftigen Selbst gesehen, der ihm mitteilt, dass der Regenmacher Schluss mit den ganzen Loops machen wird. Joe versteckt widerwillig seinen Freund bei sich und wird dann von seinen Spießgesellen zu Abe (Jeff Daniels) gebracht, der Joe damals "entdeckt" hat und zu einem der seinen machte. Abe ist aus der Zukunft mit One-Way-Ticket. Er koordiniert die ganzen Loops.

     
     

    Er tut, was ein Freund tun kann, er verrät seinen Kumpel und verbringt die Nacht auf Kosten des Hauses bei einer Prostituierten.


    Abe bietet Joe einen Deal an, entweder er verrät seinen Freund Seth oder er darf die Hälfte seines gebunkerten Silbers bei ihm abliefern. Er tut, was ein Freund tun kann, er verrät seinen Kumpel und verbringt die Nacht auf Kosten des Hauses bei einer Prostituierten, seiner Freundin Suzie (Piper Parabo). In der Zwischenzeit foltern die Schergen den jungen Seth, gleichzeitig verliert der alte Seth so ziemlich alles, was man so abschnippeln kann. Bevor Seth-Alt in seine Bestandteile vor der Tür von Joes Versteck zerfällt, kriegt er einen Kopfschuss verpasst, während der tote junge Seth ebenfalls in der Ecke liegt (was natürlich totaler Quatsch ist − wenn man den Alten killen wollte, hätte man laut Logik des Films den jungen erledigen müssen. Abe erklärt das irgendwie, aber meines Erachtens ist seine Erklärung Unsinn).

    Eines Tages, nach mehreren "Aufträgen", taucht Joe-Alt (Bruce Willis) ohne Kapuze vor Joe-Jung auf. Es wird zu lange gezögert, Joe-Alt kloppt den Müll aus Joe-Jung raus, der abends aufwacht und entgegen Joe-Alts Rat, die Stadt zu verlassen natürlich in die Stadt fährt und dort − vermutlich − das Zeitliche segnet. Wieder die gleiche Szene, nur diesmal knallt Joe-Jung den maskierten Joe-Alt ab. Und von da an geht der Film im Zeitraffer weiter. Man sieht die nächsten 30 Jahre von Joes Leben vor sich abspielen, der natürlich nicht die Kohle bei sich halten kann und statt in Paris doch nach Fernost geht, wie Abe vorschlägt, sich dort nach seinen Profi-Killer-Zeiten verknallt, heiratet, aber keine Kinder mit seiner Frau bekommt. Nach 30 Jahren wird Joe-Alt von den Killern des Regenmachers aufgespürt, seine Frau wird erschossen und Joe-Alt loopt sich ohne Kapuze zurück und gibt Joe-Jung noch eins auf die Glocke. Statt sich vom Acker zu machen, passt Joe-Alt nun auf den Idioten auf und rettet ihm das Leben. Joe-Jung ist jedoch fest davon überzeugt, sein altes Alter-Ego über den Haufen zu schießen. Von daher sucht dieser nach handfesten Argumenten erst mal das Weite und begibt sich auf der Suche nach dem Kind, das einst der Regenmacher wird, der seine Frau umbringen ließ. Ein harmloses Kind nietet er gleich um, das zweite ist das Kind der Prostituierten Suzie (WELCH ÜBERRASCHUNG), was ihm aber nicht gelingt.

    Joe-Jung, auf der Flucht vor Abes Schergen, kommt auf Saras (Emily Blunt) Farm. Diese zieht dort den kleinen Cid auf, der im Film wie eine Mischung aus Damian und Mini-Adolf rüberkommt. Seine Fratzen können einen allerdings eher zum Wüten als zum Fürchten bringen. Im Laufe des Films kommt sogar Joe-Jung trotz seines IQs von Fuseln darauf, dass Cid vielleicht der Regenmacher sein könnte, da seine telekinetischen Fähigkeiten es vollbringen, einen Ex-Kollegen von Joe-Jung zu zerfetzen (und nebenbei wird erwähnt, dass der "Unfall" seiner Ziehmutter auch auf Kosten des Balgs geht). Trotzdem ist Joe-Jung noch in der Lage, das Kind schützen zu wollen.

    Joe-Alt dezimiert mal so eben in der Zwischenzeit im Alleingang alle bösen Jungs und begibt sich auf dem Weg zum Showdown. Es gelingt ihm jedoch nicht, das Kind zu töten, also schießt er sich durch die Mutter den Weg frei. Da wird Joe-Jung klar, dass es eine Zeitschleife ist, weil Joe-Alt immer die Mutter abknallen wird, Cid voller Wut und Hass ohne gute Erziehung auf Obdachlose und Looper sauer sein wird und Joe-Jung das nicht verhindern kann. Er durchbricht den Loop und der Alte verschwindet augenblicklich. Durch die Erziehung von Sara kann aus Cid doch noch was werden.

    SPOILER ENDE

    Kritik

     
     

    Wer allmächtig ist, dreht am Rad.


    Der Film ist meiner Ansicht nach sowohl grandios als auch ärgerlich. Grandios, weil eine relative alte Grundidee von SF-Filmen, nämlich Zeitreisen, hier einmal anders dargestellt wird (obwohl man bei Bruce Willis hier teilweise auch an "12 Monkeys" erinnert und ordentlich geklaut wird). Außerdem spielt Joseph Gordon-Levitt die jüngere Version von Bruce Willis äußerst glaubwürdig. Im Übrigen kann man ihm auch das Aussehen seines Alter Egos durchaus abnehmen. Bruce Willis taucht hier übrigens eher selten auf, hat teilweise starke Momente (zum Beispiel die Szene mit dem Kind − ich will keine Einzelheiten aufführen, um das Vergnügen nicht zu versauen −, aber die Szene hat es in sich und ich hätte nicht gedacht, dass ein Film den Mut aufbringt, das konsequent durchzuführen), aber teilweise auch schwache Momente. Sprich: Bruce Willis macht, was er am besten kann: massenweise Leute über den Haufen knallen, ohne selbst eine Schramme (oder nahezu) abzubekommen. Die Motivation der "Helden" ist teilweise nachvollziehbar. Sie hinterlässt aber auch in dem übergeordneten Nebeneffekt folgende Frage: Was würde jemand machen, der die Möglichkeit hat, einen Übermenschen, der in der Zukunft äußerst üble "Säuberungsaktionen" durchführt, schon im Kindesalter auszuschalten, wo man es noch könnte − und kann man es überhaupt?

    Was ärgerlich ist, ist die Inkonsequenz des Films. Gute Erziehung macht gute Menschen, immer. Ähem... Cids Ziehmutter, Saras Schwester, hat den Jungen abgöttisch geliebt und durch einen "Unfall" hat das Balg schon als Kleinkind die Frau alle gemacht. Absolute Macht korrumpiert absolut, und um Mr. Spock zu zitieren: "Er wird diese Kräfte einsetzen!" Ob Charlie X oder Gary Mitchell oder Q. Wer allmächtig ist, dreht am Rad. Er wird − ob bewusst oder unbewusst − immer seine Mächte auch mal böse einsetzen. Hui, es regnet und ich hab keinen Hut dabei. Einer grinst mich mit einem Regenschirm an, schon geht er in Flammen auf. Ampel schon wieder auf Rot, aber ich werde überholt, weg mit der Karre. Und wehe der nächsten Polizeikontrolle, die einen blitzt und dumm kommt... SO kommt Cid rüber und nicht anders. Und so ein kleines "Ich hab dich lieb" macht alles, alles gut. Ich bin mir sicher, dass selbst die Eltern des wahnsinnigen Massenmörders Adolf Hitler ihn nicht mit Dornenpeitschen malträtiert haben, und was aus dem geworden ist, weiß man ja.

    Leider wird der SF-interessierte Zuschauer am Ende des Films sich wieder − wie bei Zeitreisefragen üblich − den Kopf zermartern, wie viele Paradoxa der Film in sich hatte. Äußerst intensiv spielt Pierce Gagnon in einer diabolischen Damian-artigen Rolle. Ich möchte nicht allzu viel über das Ende verraten, aber ich hatte mich die ganze Zeit gefragt, wie die das hinbekommen wollen, dass die Sache rund wird, und nicht selten hatte man selbst bei dem Charakter den Wunsch, die Type selbst auszuschalten... Wahrscheinlich hätte ich nicht mal selbst gezögert, und ich bin nicht mal gewalttätig!

    Bei einer Szene musste ich aber lachen. Bauer sucht Frau lässt grüßen. Die allein erziehende Sara hat dem Typen ja erst zugesetzt und ziemlich misstraut. Aber, Vorsicht, jetzt wird es ironisch: Was machen Weibchen, wenn man ihr Kind vor einem eventuellen Killer rettet, der dem Kind aber nichts getan hätte? Richtig. Sie werden geil, legen sich mit ihrem kleinen Schwarzen auf ein Bett und rufen den Kerl per heißem Froschtelefon ins Schlafzimmer. Diese Szene entstammte eher einem lächerlichen Billigporno (auch wenn nichts gezeigt wurde), aber es war einfach nur zum Fremdschämen peinlich und klischeereich.

    Alles in allem: Rundum gelungen. Etwas weniger klischeehafter Bruce Willis, aber die Darstellung des jungen Alter Egos, die Handlung und auch die Zukunft an sich ist gut gestaltet.

    Ich geb dem mal gut gemeinte 4 Sterne.

    SF-Zone

    Lesen Sie hier eine Kritik zum aktuellen Film "Looper" von Christian Freitag.


     

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    Nachbarn der 3. Abartigkeit

    "The Watch"

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich "The Watch − Nachbarn der 3. Art" einordnen soll. Ist es eine Komödie? Ein Horrorfilm? Oder ein Softporno? Es ist auf jeden Fall keine der üblichen Ben-Stiller-Komödien im Stil von "Meine Braut, ihr Vater und ich".

    Die Haupthandlung fällt in den Bereich der Alien-Agenda. Außerirdische planen (wieder einmal) eine Invasion der Erde. Um das ganze Szenario mit einer Portion Paranoia zu garnieren, leben sie bereits mitten unter uns. Jeder könnte ein Alien sein − dein Nachbar, deine Familie oder sogar du selbst. Wirklich innovativ ist das jedoch nicht, denn man warnte uns bereits in den drei Teilen der "Men in Black"-Reihe davor.

    Die außerirdischen Fieslinge aus "The Watch" sind nur etwas schlechter vorbereitet. Sie bringen ihre menschlichen Kostüme nicht von zu Hause mit, sondern häuten kurzerhand ein paar Menschen. Doch halt, das hatten wir bei der Schabe in "Men in Black" auch schon mal gesehen. Der einzige Unterschied zu "The Watch" besteht darin, dass die Kamera hier voll auf die Splatterszenen drauf hält. Ben-Stiller-Fans, die mit einer harmlosen Komödie rechnen, seien vorgewarnt, dass sie hier ausgehöhlte Leichen, herausgerissene Herzen und explodierende Kühe zu sehen bekommen.

    Der grässliche Mord an einem Nachtwächter inspiriert den Supermarkt-Filialleiter Evan Trautwig (Ben Stiller) dabei zur Gründung einer Nachbarschaftswache. Deren Logo zeigt ein geflügeltes Auge, womit dann auch die okkulte Symbolik und der Überwachungsstaat bedient wären.

    An sich ist die Truppe durchaus für ein paar Lacher zu haben. Die Szene, in der sie eine vermeintliche Alienleiche für ein Fotoshoting zweckentfremden, ist zum Beispiel ganz amüsant. Obwohl natürlich abzusehen war, dass E.T. nicht ganz so tot ist, wie es den Anschein hat. Das Geballer auf einen anderen Kadaver gerät ebenfalls zum Brüller. Immerhin bleibt ihr zweites Opfer dann auch tot.

    Allerdings hätten sie Munition sparen können, denn die Schwachstelle der Invasoren ist ihr Gemächt. Sie haben ihr Hirn nicht nur sprichwörtlich in der Hose, was vor allem ein Seitenhieb auf das männliche Publikum ist. Das mag noch halbwegs witzig sein, die anderen Schläge unter die Gürtellinie fallen jedoch unangenehm auf. Es wird so oft über "Schwänze" geredet, dass der Film alles in allem als "vulgär" zu bezeichnen ist.

    Der Gipfel ist dabei der Nachbar von Trautwig, der am Anfang gar nicht vertrauenswürdig daherkommt. Sprüche wie "Sie haben eine schöne Haut" lassen schnell den Verdacht aufkommen, dass er ein Alien sein könnte. Doch weit gefehlt. Er betreibt schlichtweg einen Nachbarschafts-Swingerclub in seinem Keller. Und an dieser Stelle wird es regelrecht pornografisch. Eltern sollten auf keinen Fall ihre Kinder mit ins Kino nehmen.

    Fazit
    "The Watch − Nachbarn der 3. Art" ist der bisher bizarrste und definitiv vulgärste Invasionsfilm. Neben der üblichen Konditionierung auf die E.T.-Agenda sowie der damit einhergehenden Paranoia muss der Kinobesucher vor allem würdelosen Fäkalhumor über sich ergehen lassen. Abgesehen von einigen wenigen Lachern ist der Film alles in allem entsetzlich niveaulos.

    Weiterführende Links

  • YouTube.de: "The Watch"
    Der Trailer zum Film.

  • SF-Zone

    Es gibt Filme, für die kann man sich sein Geld sparen. "The Watch" gehört laut unserem Redakteur Shinzon Darhel dazu.


     

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    Prädikat "besonders gruselig"

    "Gruselkabinett"-Folge "Der Schatten über Innsmouth"

    Ein Hörspiel von Titania Medien nach einer Geschichte von H.P. Lovecraft: Robert Olmstead ist Student und ein neugieriger Mensch. Allen Unkenrufen zum Trotz stattet er dem verrufenen Ort Innsmouth einen Besuch ab. Feindselig wird er von den Einwohnern beobachtet, später glaubt er sich von ihnen verfolgt. Doch Robert möchte seine Nachforschungen über die froschäugigen Bewohner nicht einstellen, was ihm zum Verhängnis wird.

    Robert wird gezwungen, die Nacht in Innsmouth zu verbringen und fürchtet alsbald um sein Leben. Denn die fürchterlichen Geschichten, die er gesammelt hat, stimmen nicht. Die Wahrheit ist um einiges schlimmer.

    "Der Schatten über Innsmouth" gehört zu einer meiner Lieblingsgeschichten von H.P. Lovecraft. Der Autor versteht es meisterlich, die Beklemmung zu beschreiben, die das marode Hafenstädtchen vermittelt.

    Titania Medien hat aus Lovecrafts Vorlage ein ebenso düsteres Hörspiel geschaffen. Die Doppelfolge war nur allzu schnell gehört, und zurück blieb schauriges Gruseln.

    Die Geschichte wird sehr ruhig erzählt. Der Horror braut sich aus den Informationen zusammen, die der Protagonist in und über Innsmouth sammelt. Daher wird auch weitgehend auf Schockeffekte und laute Musikeinspielungen verzichtet. Die Sprache ist in diesem Falle das Medium, das die Angst transportiert und diese Aufgabe meistern die Sprecher hervorragend.

    Der neugierige Robert wird von Louis Friedemann Thiele gesprochen, in weiteren Rollen sind zu hören: Peter Weis als verrückter Stadtstreicher Zadok Allen, Ronald Nitschke als Joe Sargent und Hans-Jürgen Dittberner als gruseliger Hotel-Rezeptionist.

    Die Cover der beiden Folgen sind extrem düster und illustriert von Ertugrul Edirne. Leider verraten die Bilder schon viel über den Inhalt.

    Fazit
    Für mich ist diese Geschichte eine der besten Stücke von Titania Medien. Man braucht den Cthulhu-Mythos von Lovecraft nicht zu kennen, um der Handlung folgen zu können. Prädikat "besonders gruselig"!

    Vielen Dank an Titania Medien für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

    Weiterführende Links

  • Amazon.de
    "Gruselkabinett"-Folge 66 und 67: "Der Schatten über Innsmouth" (Audiobook).

  • SF-Zone

    Sie suchen bereits passende Weihnachtsgeschenke? Wie wäre es denn mit einem Hörbuch? Unsere Redakteurin Christiane Gref hätte da eine Empfehlung für Sie.


     

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    Teil 5 unterbietet alles

    "Resident Evil: Afterlife" ... oder "Alice im Zombieland − Die Fünfte"

    Die ersten drei Teile der "Resident Evil"-Reihe sind wahre Zombie-Klassiker und erzählen in drei Stufen die Zerstörung des Planeten Erde durch einen skrupellosen Konzern, der seinen größten Profit mit dem Verkauf von Biowaffen erzielt. Nachdem in "Resident Evil: Extinction" die Menschheit so gut wie ausgerottet worden ist, hätte sich eine weitere Fortsetzung eigentlich erübrigt. Allerdings wird am Ende ein Rachefeldzug der Protagonistin Alice (Milla Jovovich) gegen den Umbrella-Konzern angekündigt.

    "Resident Evil: Afterlife" enttäuschte dann auf ganzer Linie, und das gleich in der Eröffnungsszene. In der Schlussszene von "Resident Evil: Extinction" erweckt Alice eine ganze Armee von Klonen, die den sprichwörtlichen Keim für Telekinese in sich tragen. Dies ist jedoch nicht das Einzige, was diese mit der Original-Alice gemeinsam haben. Es handelt sich um fühlende Wesen, die scheinbar sogar Alices Erinnerungen haben.

    In der Fortsetzung werden sie gleich zu Beginn als Kanonenfutter verbraten, als wären es nur seelenlose Roboter ohne menschlichen Wert. Außergewöhnliche Fähigkeiten sucht man ebenso umsonst wie eine Spur von Mitgefühl der echten Alice für ihre Klone. Der Rest des Films ist reine Action, und Weskers Trick, Kugeln auszuweichen, ist offensichtlich aus "Matrix" geklaut. Zudem fragt man sich, warum der Umbrella-Konzern überhaupt noch weiter seinen Geschäften nachgeht, obwohl es schon längst keine Käufer mehr für seine Produkte gibt.

    Hätte man nach diesem hirnlosen Spektakel nun wieder einen annehmbaren Kultfilm erwarten sollen? Wohl eher nicht, und in der Tat ist "Resident Evil: Retribution" noch eine ganze Spur hirntoter als sein Vorgänger. Zunächst einmal beginnt er mit der Schlussszene von Teil 4, die rückwärts läuft. Nach spätestens fünf Minuten fragt man sich unweigerlich, ob nun der gesamte letzte Film in crowleyscher Rückwärtsmanier abläuft. Dann stoppt die Szenarie jedoch und das Finale des Vorgängers läuft noch einmal vorwärts ab.

    Nun könnte man viel darüber spekulieren, was damit bezweckt werden sollte. Der Verdacht liegt nahe, dass mit dieser Wiederholung einfach am Budget gespart wurde, denn immerhin war Teil 4 ebenfalls schon in 3-D abgedreht und daher musste man die Szene nicht noch extra aufblasen. Die folgende Szene, in der Alice noch einmal die gesamte Vorgeschichte lang und breit erklärt, dürfte genauso in die Kategorie "Sparmaßnahmen" fallen. Selbst für absolute Neulinge, die keinen der ersten vier Filme gesehen haben, hätte eine Kurzform gereicht.

     
     

    Alice lebt auf einmal in einer heilen Familienidylle, die plötzlich von Zombies überrannt wird.


    Zumal man selbst als bekennender Nerd Schwierigkeiten hat, die folgenden Szenen zu verstehen. Alice lebt auf einmal in einer heilen Familienidylle, die plötzlich von Zombies überrannt wird. Es tauchen Charaktere aus den früheren Filmen auf, die jedoch gänzlich andere Rollen einnehmen. Im nächsten Moment erwacht Alice dann auf dem roten Templerkreuz der Umbrella Corporation und man stellt sich die Frage, ob sie gerade Opfer eines Mind-Control-Programms wurde.

    Später erfährt man dann, dass die Familienszene doch nicht in ihrem Kopf stattfand, sondern Teil eines PR-Programms war, mit welchem Umbrella den T-Virus potenziellen Käufern vorführt. Nur warum investiert der Konzern überhaupt noch Material in Werbung und lässt sinnlos Klone über die Klinge springen, wenn es schon seit zwei Filmen keine Kundschaft mehr gibt? Das ergibt überhaupt keinen Sinn! Auf der anderen Seite sollte man sein Hirn aber ohnehin abschalten, wenn man sich diesen Mist antut. Also weiter im Text.

    Alice bekommt unerwartet Hilfe von der Überläuferin Ada Wong (Li Bingbing) und einem Rettungstrupp, den ausgerechnet ihr Erzfeind Wesker (Shawn Roberts) schickt. Die Rettungsmannschaft wird jedoch von ein paar sowjetischen Zombies aufgemischt, wobei nebenbei bemerkt die gesamte Untergrundbasis ein ehemaliger russischer U-Bootbunker ist. Das Nazithema ist halt ausgelutscht und Nazizombies gab es in Filmen wie "Dead Snow" ebenfalls schon zur Genüge, also müssen jetzt die Sowjets herhalten. Warum ein kapitalistischer Konzern die alten Symbole im Bunker nicht entfernt, sollte man da erst gar nicht hinterfragen.

    Das sinnlose Gemetzel macht dieses Ambiente jedenfalls nicht origineller. Dabei fanden es die Macher wohl auch noch witzig, den Spieß einmal umzudrehen und einen Zombie mit Kettensäge auf Menschen losgehen zu lassen. Auch das ist wenig kreativ, sondern bestenfalls absolut widerwärtig. Einen höheren Gewaltpegel gab es lediglich im Trailer zur kommenden Verfilmung von "Hänsel und Gretel" zu sehen, der im Vorprogramm lief und nur so vor Blut und Gedärmen triefte.

    Doch zurück zu Alice im Zombieland, die übrigens tatsächlich auf das Werk des pädophilen Schriftstellers Lewis Carroll anspielt. Diese bekommt es wieder mit der bösartigen Red Queen zu tun, welche ebenfalls aus "Alice im Wunderland" entlehnt ist. Das holografische Abbild ihres Schwestercomputer aus "Resident Evil: Extinction" war folgerichtig ein weiß gekleidetes Mädchen, welches Alice half. Hier werden die Rote und Weiße Königin dargestellt.

    Und da wären wir auch schon bei der okkulten Symbolik, die natürlich nicht fehlen darf. Gab im ersten Teil noch Alice die Lady in Rot, darf nun Ada Wong die Femme Fatale spielen. Alice wird dagegen zum Kindermädchen degradiert, welches sich für ein geklontes Kind erwärmt − aber nur für eines von Millionen!

    An dieser Stelle sei übrigens eine Zwischenfrage erlaubt: Klont der Umbrella-Konzern eigentlich alle seine Mitarbeiter? Denn sämtliche Hauptcharaktere aus den vorangegangenen Filmen entsteigen ihren Gräbern. Nur eben nicht als Zombies, sondern als Klone und das teils in gleich mehreren Rollen. Vielleicht konnte man aber auch nur keine neuen Schauspieler auftreiben, die sich für diesen Schrottfilm hergeben wollten − man weiß es nicht.

     
     

    Man sieht in der letzten Einstellung, wie das Zentrum des brennenden Washingtons von Zombies überrannt wird.


    Kommen wir wieder zur Symbolik und damit zum Ende des Films. Das Finale spielt in Washington, einer Hauptstadt der Freimaurerei, die voller Symbole steckt. Darunter das Pentagon und Straßenverläufe in Form eines umgedrehten Pentagramms nördlich des Weißen Hauses. In diesem haben sich Wesker und seine Militärjunta eingenistet, um den finalen Kampf Böse gegen Böse zu führen. Man sieht in der letzten Einstellung, wie das Zentrum des brennenden Washingtons von Zombies überrannt wird. Zur Armee der Finsternis gehören mitunter geflügelte Kreaturen, die an Dämonen aus der Hölle erinnern. Zudem kommt einem dabei die Karte "Plague of Demons" des Illuminati-Spiels in den Sinn (Bild), welche ebenfalls den Angriff geflügelter Dämonen auf Washington zeigt.

    Es ist hierbei von einer Absicht der Filmemacher auszugehen, denn auf dem Kinoplakat von "Resident Evil: Retribution" wird mit dem Slogan "Evil goes global" (deutsch "Das Böse wird global") geworben. Dies kann man als Anspielung auf die neue Weltordnung sehen, welche von Satanisten ebenso heiß erwartet wird wie die Ankunft des Antichristen. Immer mehr Hollywoodfilme propagieren ganz offen Okkultismus und New Age.

    Fazit
    "Resident Evil: Retribution" ist nicht nur der hirnloseste Teil der gesamten Reihe, sondern auch der düsterste. Man kann nur hoffen, dass nicht noch eine weitere Fortsetzung folgt, denn zu viel sinnlose Gewalt wirkt abstumpfend auf das Publikum. Zudem ist die Handlung total sinnfrei. Die ersten drei Teile kann man wenigstens noch nachvollziehen und obgleich sie ebenfalls mit Symbolik voll gestopft sind, bleiben sie immerhin noch spannend und in gewisser Weise sehenswert.

    Weiterführende Links

  • YouTube.com: "Resident Evil: Retribution"
    Der Trailer zum neusten Film.

  • SF-Zone

    Die Fortsetzung von der Fortsetzung von der Fortsetzung... Eine Kritik zum neusten "Resident Evil"-Film von Shinzon Darhel.


     

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    Was passiert, wenn man die Kiste öffnet...

    Kino-Guide November 2012

    "Posession"  (USA 2012)


     

    Regie

    Ole Borndal

    Drehbuch

    Juliet Snowden, Stiles White

    Darsteller

    Natasha Calis (Em), Jeffrey Dean Morgan (Clyde), KyraSedgwick (Stephanie)

    Start

    8. November 2012


    Inhalt
    Als die kleine Em mit ihrem Vater auf dem Flohmarkt ist, entdeckt das Mädchen eine geheimnisvolle Kiste, die es haben will. Clyde kauft sie seiner Tochter, wundert sich jedoch, dass zwar etwas in der Kiste zu sein scheint, obwohl es offensichtlich kein Fach hat. Em ist jedoch stark begeistert. Die Kleine beginnt jedoch, sich zu verändern. Sie wird aggressiv und benimmt sich sonderbar. Als Clyde anfängt, Nachforschungen über das Kästchen zu betreiben, entdeckt er, dass es ein Dibbuk − nach hebräischem Glauben ein Totengeist − beinhalten soll und solange keine Gefahr darstellt, wie die Kiste geschlossen bleibt. Doch Em hat die Kiste geöffnet...

    Erwartung
    Gut. Zugegeben, die Macher scheinen sich eher an die klassischen Gruselelementen gehalten zu haben. Vorbild sind Filme wie "Der Exorzist". Man darf also nicht erwarten, dass das Grusel- und Horrorgenre neu erfunden wird und man ständig überrascht wird. Mag man jedoch die klassischen Horrorelemente, bei denen man oft weiß "Gleich passiert was" und sich dennoch erschreckt, der wird bei diesem Film auf seine Kosten kommen.

    Fazit: Guter Horrorfilm mit klassischen Gruselelementen!


    "Cloud Atlas"  (USA 2012)


     

    Regie

    Lana Wachowski, Andi Wachowski, Tom Tykwer

    Drehbuch

    Lana Wachowski, Andi Wachowski, Tom Tykwer, David Mitchel

    Darsteller

    Tom Hanks (Dr. Henry Goose), Halle Berry (Meronym), Susan Sarandon (Ursula), Hugh Grant (Alberto Grimaldi)

    Start

    15. November 2012


    Inhalt
    Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Alles hängt voneinander ab und bedingt sich. Die Straftaten sowie die guten Taten in der Vergangenheit ermöglichen erst die Zukunft. Unsere Leben sind mit denen anderer verbunden und die Seelen werden wiedergeboren. Alles hängt zusammen: ein altes Tagebuch einer Pazifik-Überquerung, der Brief eines Komponisten an einen Freund, ein rebellierender Klon in der Zukunft. So werden durch die Leben der Vergangenheit in der Zukunft die Menschen zu einer Revolution inspiriert...

    Erwartung
    Gut bis sehr gut. Nach einer Novelle von David Mitchell wurde dieser Film mit Starbesetzung gedreht. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden sind und wie sie sich gegenseitig und die Lebenden beeinflussen. Ein emotionaler, beeindruckender Film ist zu erwarten. Allein die Besetzungsliste ist ausreichend, um neugierig zu machen. Die Erwartungen dürfen daher hoch sein.

    Fazit: Nicht verpassen!







    Weitere Kino-Starts aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror

    Niko 2: Kleines Rentier, großer Held; Start: 1. November 2012; Einschätzung: gut, Fortsetzung des Weihnachtskinderfilms um Rentier Niko.
    Das wundersame Leben des Timothy Green; Start: 8. November 2012; Einschätzung: gut, gefühlvoller Film um einen vorhergesagten Kinderwunsch, der sich auf wundersame Weise erfüllt.
    Dredd 3D; Start: 29. November.2012 ; Einschätzung: passabel, Jude Dredd kämpft gegen Drogenbaronin Ma-Ma, um die Stadt von Verbrechern zu befreien.
    Das Geheimnis der Feenflügel; Start: 15. November 2012; Einschätzung: gut, neues Abenteuer von Tinkerbell für die ganze Familie.
    Die Twillight-Saga: Breaking Dawn − Teil 2; Start: 22. November 2012; Einschätzung: passabel, gut für Fans der Saga.
    Sinister; Start: 22. November.2012; Einschätzung: gut, Horrorfilm über einen Dämon, der eine Familie bedroht.
    Silent Hill Revelation 3D; Start: 29. November 2012; Einschätzung: gut, Fortsetzung des Films von 2006.
    The Man with the Iron Fists; Start: 29. November 2012; Einschätzung: passabel, Film um Machtkämpfe und besondere Waffen.
    Die Hüter des Lichts; Start: 29. November 2012; Einschätzung: passabler Kinderfilm, in dem der Osterhase, der Weihnachtsmann, der Sandmann und die Zahnfee als Superhelden à la X-Men die Kinder der Erde beschützen.
    Ruby Sparks: Meine fabelhafte Freundin; Start: 29. November 2012; Einschätzung: gut, Liebesfilm, in dem ein Autor sich in seine Protagonistin verliebt, die plötzlich real wird.
    The Ghostmaker; Start: 29. November 2012; Einschätzung: gut bis passabel, ein Horrorfilm, in dem es einer Gruppe von Freunden erlaubt, die Welt der Geister zu entdecken, bis sich ihr Glück wendet...


    Was waren Ihre letzten Science-Fiction-, Fantasy- oder Mystery-Highlights im Kino? Und welche Streifen Enttäuschungen? Schreiben Sie uns an leserbriefe@trekzone.de!

    SF-Zone

    Alle wichtigen Infos und eine Vorabkritik zu den aktuellen Kinofilmen aus den Genres Science-Fiction, Fantasy, Mystery und Horror wie immer im Kino-Guide der SF-Zone − zusammengestellt von Sara Hoeft.


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    Die Entstehung des Mondes

    Eine unendliche Geschichte

    Der Mond lehrt uns, niemals mit der Suche nach neuen Erkenntnissen aufzuhören. Auch wenn die 1975 vorgestellte Kollisionstheorie vor wenigen Tagen wieder neue wissenschaftliche Indizien bekam, herrscht nach wie vor Unklarheit in vielen Details. Denn nach wie vor geben die Mondproben aus dem Apollo-Programm neue Rätsel auf.

    Bislang setzten zwölf Menschen ihren Fuß auf unseren engsten kosmischen Begleiter. Sie brachten vor über 40 Jahren insgesamt 382 Kilogramm Mondgestein mit auf die Erde. Und die sorgen weiterhin für neuen Diskussionsstoff unter Wissenschaftlern. Um die Geschichte des Mondes verstehen zu können, ist eine kleine Zeitreise durch die gewonnenen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte nötig.

    Eine der ersten Theorien besagte, dass der Mond durch das Schwerefeld der Erde eingefangen wurde. In den mitgebrachten Steinen fand man durch chemische Analysen, anders als auf der Erde, nur sehr wenig Eisen. Auch physisch gibt es Unterschiede. So enthält die Kruste des Mondes keine eingeschlossenen Wassermoleküle in Form von hydrierten Mineralien. Beides Indizien dafür, dass der Mond von unterschiedlicher Beschaffenheit ist und demnach die Einfangtheorie unterstützt.

     
     

    Isotope sind verschiedene Varianten der bekannten chemischen Elemente und unterscheiden sich nur in der Anzahl von Neutronen im Kern.


    Doch fanden Wissenschaftler auch heraus, dass die isotopische Zusammensetzung des Mondes erdähnlich ist. Weder Asteroiden noch andere Planeten weisen hier Ähnlichkeiten auf. Isotope sind verschiedene Varianten der bekannten chemischen Elemente und unterscheiden sich nur in der Anzahl von Neutronen im Kern. Dadurch gibt es Varianten der Elemente, die unterschiedlich schwer sind. Es erwies sich als unwahrscheinlich, dass sich eine Ähnlichkeit in der Häufigkeit der auftretenden Isotope zufällig einstellte. Die Einfangtheorie war damit widerlegt, der Mond muss zumindest aus Teilen des Erdmaterials bestehen.

    Als Reaktion auf die gewonnenen Erkenntnisse entwickelte man die Fissionstheorie. Dort wird angenommen, dass sich die Ur-Erde extrem schnell um ihre eigene Achse gedreht hat. Dadurch löste sich Material vom Erdmantel, aus dem schließlich der Mond geformt wurde. Auch diese Hypothese wurde schnell verworfen. Weder fand man geologische Anhaltspunkte für eine so hohe Rotationsgeschwindigkeit der frühen Erde, noch erklärt die Theorie den mangelnden Eisengehalt des Mondes.

    Im Jahr 1975 wurde die Theorie des großen Einschlages vorgestellt. In der Entstehung des Sonnensystems kollidierten Ur-Erde, benannt nach der griechischen Göttin Gaia, und der Protoplanet Theia, benannt nach der gleichnamigen griechischen Mondgöttin. Die Zusammensetzung unseres Mondes hätte sich aus der entstehenden Trümmerwolke ergeben. Bei dem gewaltigen Ereignis wäre nur der Erdmantel beschädigt, nicht der eisenhaltige Erdkern. Daraus resultiert ein niedriger Eisengehalt des entstehenden Mondes. Das deckte sich mit den bis dahin gewonnenen Erkenntnissen. Mit neusten Computer-Simulationen ließ sich außerdem berechnen, wie sich durch den Einschlag das aktuelle Erde-Mond-System mit seinen Bahneigenschaften gebildet hat. Die Theorie schien schlüssig, aber nur bis zur nächsten größeren Entdeckung. Vornehmlich hätte die Trümmerwolke allerdings aus dem kleineren Planeten, also Theia, bestehen müssen. Dafür ist das Mondgestein aber zu erdähnlich. Entweder drehte sich die Ur-Erde also schneller als erwartet, was einen größeren Erdanteil erklären würde, oder aber der Mond unterscheidet sich doch mehr von der Erde als gedacht.

    Vor wenigen Jahren gab es eine überraschende Wende, als erneut Mondgestein analysiert wurde. Forscher fanden kleine Glaskügelchen, in denen sehr altes Gestein eingeschlossen Jahr-Millionen überdauerte. Das so konservierte Material enthielt eine Überraschung bereit. Der bis dato für staubtrocken gehaltene Mond enthielt Wasser. Wie lässt sich das nun mit einer der Theorien verbinden? Sämtliches Wasser hätte verdampfen müssen bei der Einschlag-Theorie.

    Trotzdem hat es vor wenigen Tagen wieder neue Beweise gegeben für den Zusammenstoß von Gaia und Theia. Bei der erneuten Analyse sowohl von 20 Gesteinsbrocken aus den Apollo-Missionen 11, 12 und 17 als auch von Mond-Meteoriten konzentrierte man sich auf Zink-Atome und deren Isotopenfraktionierung im Vergleich zu den Zinkvorkommen auf der Erde.

    Als Isotopenfraktionierung bezeichnet man die Verschiebung der Häufigkeit der Isotope eines Elements, hervorgerufen durch physikalisch/chemische Prozesse. Fraktionierung ist thermodynamisch und damit temperaturabhängig. Gemessen hat man deutlich mehr schwerere Isotope von Zink im Material vom Mond, verglichen mit Zink auf der Erde. Das unterstützt die Theorie der Kollision, denn durch die gewaltigen Kräfte entstanden Temperaturen, die sogar Stein zum Schmelzen bringen. Außerdem konnten in der Staubwolke leichtere Isotope einfacher entfliehen und übrig blieben vornehmlich die schwereren Isotope. Diese Trennung der leichten Isotope von den schwereren ist also ein Indiz für eine größere Kollision.

     
     

    Offenbar ist das eingeschlossene Wasser quasi frei von schwerem Wasser.


    Trotzdem taucht in der Veröffentlichung das Wort "Wasser" nicht auf, denn dieses Puzzlestück scheint bislang nicht so recht zu passen. Aber auch hier haben Forscher von der Universität Tennessee vor wenigen Tagen eine mögliche Erklärung gefunden. Offenbar ist das eingeschlossene Wasser quasi frei von schwerem Wasser. Das besteht aus ein oder zwei Deuteriumatomen, die zusätzlich auch ein Neutron besitzen. Da die Sonne so gut wie kein Deuterium besitzt, könnte der Sonnenwind den Wasserstoff für das Wasser zum Mond gebracht haben. Dieser Teilchenstrom schlägt mit auf dem Mondboden ein. Dort dringt er in den Boden ein und formt Hydroxyl-Radikale sowie Wassermoleküle.

    Fest steht, der Mond wird uns weiter beschäftigen. Um das Rätsel endgültig zu lösen, bleibt kein anderer Weg, als mit den neu gewonnenen Daten eine Mission, bemannt oder unbemannt, zu gestalten. Es bleibt also weiter spannend um die Geschichte des Erdtrabanten.

    Weiterführende Links

  • TZN Raumfahrer.net
    Neue Mondentstehungstheorie.

  • Raumcon-Forum
    Diskussion zum Mond.

  • Spacelivecast.de
    Vortrag von Markus Landgraf (ESA) zur Mondentstehung.

  • In Space

    Klaus Donath schreitet durch die turbulente Geschichte des Erdtrabanten.


     

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    Impressum

    Die Macher und die rechtlichen Dinge im Überblick


    Ausgabe 175 erscheint am 2. Dezember 2012.

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