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    StartDiscoveryDiscovery - Season 4Zweitrezension: "Discovery 4x12 - Spezies 10-C"

    Zweitrezension: “Discovery 4×12 – Spezies 10-C”

    Wir sehen uns die neue "Discovery"-Folge an und klären, wie die 10-C wirklich aussehen. Aber Achtung, Spoiler!

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    Wir sehen uns die neue “Discovery”-Folge an und klären, wie die 10-C wirklich aussehen. Aber Achtung, Spoiler!

    Die aktuelle Folge von “Discovery” macht wieder einen Knick nach unten, was vor allem an der Handlung rund um Book liegt, die diesmal halt leider so gar nicht funktioniert. Auch bei der Discovery-Handlung haben sich die üblichen Discovery-M… Halt! Auf vielfachen Leserwunsch nennen wir das Wort nicht, sondern sagen an der Stelle “Klischees”. Also, es haben sich leider wieder die üblichen Klischees eingeschlichen. Im Gegensatz zur Vorwoche kratzt man hier wieder an der Grenze des Erträglichen. Doch der Reihe nach.

    Von Überraschungen und Entführungen

    Fangen wir zunächst mit den positiveren Dingen an. So erreicht die Discovery die Hypersphäre, wobei die Crew von deren Größe ganz überrascht ist. Okay, die Dyson-Sphäre aus der TNG-Folge “Besuch von der alten Enterprise” hat die Discovery-Crew ja nicht gesehen. Ansonsten ist das Ding jetzt sicherlich nicht so bemerkenswert.

    Immerhin hat man aber mit den zuvor gefundenen Pheromonen einen Weg zur Kommunikation entdeckt. Natürlich ist es an dieser Stelle wieder Michael, die die entscheidenden Hinweise gibt. Und deren Weg zur Kommunikation sich wieder einmal als richtig erweist. Was auch sonst?

    An der Stelle mag man darüber vielleicht noch hinwegsehen können. Später wird die Brückencrew hinzugeholt, um auch noch ein paar Tipps hinzuzugeben und zur Lösung beizutragen. Das läuft in weniger als einer Minute ab und ist leider ein allzu konstruierter Versuch, besagter Crew etwas mehr Raum zu geben. Diese Sequenz war also eigentlich total überflüssig. Und auch Doktor Hirai wirkt einfach nur nervig, auch wenn er diesmal etwas mehr beisteuern darf. Nervig vor allem deshalb, weil er immer noch mehr zum Essen neigt denn zum Arbeiten.

    Die Kommunikation mit den 10C gehört zu den Besseren Dingen der Folge. (Bild: “Discovery” 4×12, Paramount+)

    Positiv ist aber in jedem Fall die Kommunikation mit den 10-C und die Tatsache, dass diese Spezies fremdartig und vor allem nicht humanoid dargestellt wird. Anscheinend sind sie doch etwas größer, wie auf dem Planeten der Vorwoche angedeutet. Was sich hier entspinnt, ist ein langsames Rantasten und zwar noch ohne Kommunikatoren. Das mag stellenweise etwas langweilig wirken, aber hier traut man sich mal was Neues, das auch noch ganz in der Tradition von “Star Trek” steht: Erforsche das Unbekannte.

    Das geht sogar soweit, dass das Kommunikationsteam in einer Art Holoszenario mit der isolytischen Waffe konfrontiert wird und diese den 10-C erklären muss. Am Ende macht die Diplomatie dann Fortschritte und… aber dazu kommen wir gleich. Auf jeden Fall ist es schön, hier mal wieder einen etwas anderen Ansatz zu erleben. Für mich hätte dieser Ansatz schon ausgereicht, um die ganze Folge zu tragen. Immerhin beinhaltet dieser Teil der Handlung genau jenen Sense of Wonder, der bisher oftmals gefehlt hat.

    “Discovery”-typisch kommt es aber mal wieder anders…

    Charakterwerte und so…

    Zunächst mal sind hier noch die Charakterentwicklungen zu nennen, wobei Entwicklungen wieder sehr hochgegriffen ist. Schön ist, dass Stamets und Culber auch endlich mal ein Gespräch führen, auch wenn dieses wenig ergiebig ist.

    Ebenso gefällt, dass Adira diesmal nicht ganz so überflüssig wirkt und bei der Aufklärung des “Reno-Falls” eine gute Figur macht. Und auch Zora, die merkt, dass etwas mit ihr nicht stimmt, kann man noch so stehen lassen – auch wenn es vielleicht stellenweise ein bisschen zu spät kommt.

    Saru und T’Rina sind sich dabei unsicher, wie sie offen mit ihrer sich entwickelnden Beziehung umgehen. Hier darf auch wieder Michael (wer sonst?) den entscheidenden Hinweis geben. Auch das kann man vielleicht noch mit einem leichten Augenzwinkern abtun.

    Was hingegen gar nicht geht, das ist das Gesäusel um den Urschrei, den man einfach mal loslassen sollte, um sich besser zu fühlen. Zwar klingt Sarus Schrei ganz interessant und es mag konform mit früheren Entwicklungen gehen. Die Szene an sich war aber irgendwie schon einfach nur lächerlich. Sorry, an der Stelle hat mich halt so gar nichts gepackt. Natürlich hat sich das nicht angefühlt.

    Captain Burnham im Shuttlehangar (Bild: “Discovery” 4×12, Paramount+).

    Dann kommt die erwähnte Entführung von Reno. Ich mag sogar noch dabei mitgehen, dass es keiner bemerkt ob der laufenden Krise. Als Rätsels Lösung stellt sich dann der liegengelassene Kommunikator heraus, weswegen es niemandem gelang, ihr Verschwinden vorher auszutüfteln. Der sendet sogar noch Biosignale. Das mag man jetzt konstruiert finden oder auch nicht, aber selbst zu TNG-Zeiten war der Kommunikator-Trick öfter mal angewendet worden. Insofern kann man hier noch mitgehen.

    Das man die Manipulation der Discovery aber genau dann herausfindet, als es zu spät ist und Tarka zuschlägt, ist wieder eine jener Drehbuch-Konstruktionen, bei denen auch der Turbolift immer genau zum Gesprächsende anhält. Wie sollte es auch anders sein? Grundsätzlich wäre das ja noch in Ordnung – wie gesagt, andere Serien haben es auch vorgemacht und es ist bis heute ein beliebtes Stilmittel. In dieser Folge ist mir die Häufigkeit, gepaart mit den anderen Sachen, zu denen wir gleich kommen, aber deutlich zuviel. Es sieht fast so aus, als hätte man auf Gedeih und Verderb noch ein actionreiches Finale aus dem Hut zaubern müssen…

    Was ebenso rein gar nicht geht, ist das Verhalten von Ndoye. Dafür, dass sie in der letzten Folge noch groß getönt hat, der Diplomatie eine Chance zu geben, ist sie diesmal nur allzu schnell dazu bereit, das Schiff zu verraten. Dabei fragt man sich schon, was sich geändert hat? Klar, die Dringlichkeit ist verständlich, aber zum Zeitpunkt ihrer Manipulation stehen noch 10 Stunden auf dem Tacho. Man hat erste Fortschritte gemacht und ja, sie weiß an der Stelle nicht, dass die 10-C kurz davor stehen, die DMA abzuschalten. Wie gesagt, es stehen noch 10 Stunden auf dem Countdown und sie hat eigentlich noch gesagt, dass sie Vertrauen hat und das Kommunikationsteam die Dringlichkeit der Lage bewusst ist. Mag eine Lüge gewesen sein, würde dann aber der letzten Folge widersprechen.

    Davon aber abgesehen fragt sie am Ende gar nicht mehr nach, als Book nicht reagiert bzw. Tarka nur einfach eine Textbotschaft schreibt. Das gesunde Misstrauen und dass es ihr eigentlich so schwer fiel, wird hier zugunsten des Drehbuchs wieder mal weggefegt. Viel schwerwiegender ist aber, wie es Ndoye gelingt, eine derartige Manipulation der Schiffssysteme auszulösen. Gibt es wirklich absolut keine Sicherheitsvorschriften mehr im 32. Jahrhundert? Das geht ja selbst im 24. nicht so einfach. Und wenn solche eklatanten Fehler selbst meinen Mitzuschauern auffallen, die normalerweise nicht auf sowas achten und sich einfach nur berieseln lassen, dann ist was faul im Staate “Discovery”.

    Die Mär vom einsamen Rächer

    Und dann sind die noch die Szenen um Book und Tarka, die dieses al halt leider absolut nicht überzeugend sind. Zwar hat sich Tarka in den Augen von Book (und vermutlich auch dem ein oder anderen Zuschauer) durch seine Lebensgeschichte teilweise rehabilitiert. Dass er aber trotzdem mit Vorsicht zu genießen ist, sollte selbst Book klar sein. Und wie er es geschafft hat, Reno im Alleingang zu entführen, war ja bereits letzte Woche Thema.

    Da ist es schon bezeichnend, dass Reno Tarka ganz schnell durchschaut. Okay, sie sieht seine Berechnungen und ist am Ende nicht ganz so dumm. Und sie hat einen Ersatz-Kommunikator dabei. Irgendwie war aber natürlich klar, dass sie zu Book durchdringen muss. Das obligatorische Charaktergespräch mitten in der Krise ist ja an der Stelle noch okay, immerhin steht noch etwas Zeit auf dem Ticker und im Moment muss man eh noch warten.

    “Aldder, du hast kei Chance gegen meine Intelligenz” – Der Disput zwischen Tarka und book gehört mit zum Schwächsten der Episode, vor allem, da er nur vorher Geschehenes wiederholt, als hätte keiner was gelernt. (Bild: Discovery 4×12, Paramount+)

    Grob fahrlässig ist es dann aber, wenn es zur Konfrontation der beiden Männer kommt und Tarka erneut die Systeme des Schiffes manipuliert hat und von einem Kraftfeld geschützt ist. Spätestens nach dem letzten Mal hätte ich an Books Stelle hier Vorkehrungen getroffen, dass eben dies nicht mehr passiert. Aber Tarka ist hier wohl so schlau, dass er das alles vorhergesehen hat. Eigentlich dürfte in der nächsten Folge keiner mehr in der Lage sein, ihn aufzuhalten (aber Burnham wird es vermutlich irgendwie gelingen).

    Zugute halten muss ich ihm an der Stelle, dass ich ihm die Entschuldigung an Book, er wäre einer seiner einzigen Freunde gewesen, ob der letzten Entwicklungen durchaus abnehme. Warum aber greift Reno nicht mal ein, als er das Kraftfeld deaktiviert um Book hineinzuziehen? Kann mir keiner sagen, dass sie ihm dann nicht eins über den Schädel hätte ziehen können. Oder es zumindest versuchen und Book damit nochmal Zeit hätte verschaffen können. Aber okay, bei der Future-Tech wäre das Kraftfeld vermutlich partiell wieder aufgeflammt. So dient die Szene am Ende nur dazu, dass die beiden eben doch die Discovery rufen und auf den aktuellen Stand bringen können.

    10-C sauer, Burnham sauer, Book sauer – alle sauer? Bleibt zu hoffen, dass das Finale an der Stelle nicht zu sehr versauert…

    Bewertungsübersicht

    Bewertung

    Fazit

    Ganz so schlimm, wie es hier vielleicht klingt, ist die Folge jetzt nicht. Vor allem die Kommunikation mit den 10-C und die Spezies selbst sind mal nette neue Ideen, die zu überzeugen vermögen. Auf der anderen Seite nehmen die Logikbrüche, wie bei "Discovery" zum Staffelende eigentlich üblich, wieder in enormem Maße zu, sodass man nicht mehr darüber hinwegsehen kann. Wäre es bei einigen der Charakter-Fails im Hangar geblieben, wäre es noch in Ordnung gewesen. Vor allem die Sequenz um Book und Tarka ist aber einfach nur schlecht umgesetzt, trieft vor den üblichen Klischees und ist vor allem wegen der Entwicklungen der letzten Folgen nicht wirklich überzeugend. Das drückt die Folge halt leider merklich nach unten und mehr als 2.5 Sterne gehen wirklich nicht.
    Deutscher TitelSpezies 10-C
    OriginaltitelSpecies 10-C
    SerieDiscovery
    Staffel4
    Episodennummer12
    RegisseurOlatunde Osunsanmi
    DrehbuchKyle Jarrow
    US-Erstausstrahlung10.03. 2022
    DE-Erstausstrahlung11.03. 2022
    Sternzeit / Missionsdatum3190
    Dauer50
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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    Ich fand die Folge an sich wiederum recht gut, ich mag einfach das Thema dieser Staffel und bin auf die Auflösung gespannt… allerdings bin auch ich von der Story um Book langsam genervt. Die hätte es so nicht gebraucht.. ich hätte es glaubhafter gefunden wenn er Michael vertraut hätte. Die Schrei Szene hat mir dagegen sehr gefallen, noch fühle zwischen Muschel und Saru inzwischen die Star Trek typische Freundschaft. Saru, ist sicher der Stärkste Charakter der Serie. Ich hätte deshalb wohl gute 3,5 Sterne vergeben und hoffe sie verkacken es jetzt nicht noch. PS. Ich wünsche mir weiter mehr Zeit,… Weiterlesen »

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