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    StartLiteraturRezension: "Der Lotuskrieg 3 - Endsinger"

    Rezension: “Der Lotuskrieg 3 – Endsinger”

    Der Abschluss der Lotuskrieg-Trilogie bei uns in der Revie

    Deutscher TitelEndsinger
    OriginaltitelEndsinger
    Buchautor(en)Jay Kristoff
    ÜbersetzerAimme de Bruyn Obouter
    VerlagCross Cult
    Umfang (Seiten)774
    Preis16 Euro
    VerfügbarkeitRegulär erhältlich
    Veröffentlichungsjahr2021
    ISBN978-3-96658-641-2

    Der Abschluss der Lotuskrieg-Trilogie bei uns in der Review.

    Inhalt (Klappentext)

    Nach Stormdancer und Kinslayer der Abschluss der Lotuskrieg-Trilogie des Bestseller-Autors Jay Kristoff – ein großartiges Fantasy-Epos mit japanischem Flair. Wie ein Lauffeuer breitet sich der Bürgerkrieg im Inselreich Shima aus. Da es der Lotusgilde nicht gelungen ist, die Kazumitsu-Dynastie zu retten, entfesselt sie ihre gefährlichste Schöpfung: einen mechanischen Giganten, den sie den Erdzerstörer nennen. Mit seiner Hilfe wollen sie das zerrüttete Reich unter das Joch der Angst zwingen. Die Gilde rüstet sich, gemeinsam mit dem Tiger-Clan und ihrer Marionette Daimyō Hirō, für die Schlacht um die absolute Herrschaft über die Inseln. Yukiko und Buruu sind gezwungen, die Führung der Kage-Rebellion zu übernehmen, neue Verbündete zu gewinnen und alte Freunde zusammenzurufen, um die Inseln gegen die Herren des Chis zu vereinen. Da tritt ein neuer Feind in den Krieg ein, der das Inselreich zu zerreißen droht, und es sieht so aus, als könnten die Sturmtänzerin und ihr Arashitora kaum genug Kraft aufbringen, in den Kampf zu ziehen – geschweige denn ihn zu gewinnen. Geheime Bündnisse innerhalb der Gilde ringen miteinander: Eine Seite strebt auf die Finsternis zu, die andere aufs Licht. Dann spaltet sich die Erde, und Armeen prallen aufeinander. Die Schlacht um ein Reich, das nur noch aus lebloser Asche besteht, bringt das letzte Geheimnis des Blutlotus ans Licht. Die Menschen Shimas müssen einer schrecklichen Wahrheit ins Gesicht sehen. Eine Mutter würde alles tun, um ihre Kinder bei sich zu behalten. Alles!

    Kritik

    Mit Endsinger liegt der Abschlussband der Lotuskrieg-Trilogie vor, der auf knapp 800 Seiten die epische Story zu Ende bringt. Aufgrund der Dicke merkt man also schon, das man sich nicht hat lumpen lassen und tatsächlich werden auch hier wieder alle Register gezogen. So ganz kommt der Band allerdings nicht an die ersten beiden Teile heran.

    Dabei wird hier durchaus das Hauptaugenmerk auf die Charakterszenen gelegt. Allen voran sind hier natürlich Yukiko und Buruu zu nennen, die zu aller erst glänzen und eine Reise durchstehen müssen, aber auch die beiden anderen Sturmtänzer, die im zweiten Band hinzu gekommen sind, dürfen noch eine Rolle spielen. Alle Charaktere stehen am Ende gereifter da und haben wichtige Erkenntnisse gewonnen, ja man fühlt quasi von Beginn an bis hin zum Ende mit ihnen. An dieser Front gibt es also wenig zu meckern.

    Was man auch hoch anrechnen muss, sind die teils überraschenden Wendungen. Das der Trick aus dem zweiten Band nur eine List war, war für die Leser damals schon offensichtlich. Hier wird dem Ganzen noch einen oben drauf gesetzt, was wir hier aber nicht spoilern wollen. Auch das zieht sich erfolgreich bis hin zum Ende und erhöht selbstredend die Spannung der Geschichte. Diese hat auch nicht zuviele Längen und einige Umwege, wie etwa Yoshis Rückkehr nach Shima, sind, auch im Kontext des zweiten Teiles, nötig aber nicht zu stark aufgeplustert. Auch ist es schön, das wir endlich Buruus Vergangenheit erfahren.

    Ihr merkt aber schon: man sollte die vorherigen Teile kennen, um mit diesem Band seinen Spaß zu haben. Aber wer liest auch von einer Saga, bei der jedes Buch 700 Seiten hat, zuerst den dritten Teil? Was Bücher dieser Art auszeichnet ist meist, das die Endschlacht eher kürzer gehalten ist. Auch das ist hier nicht der Fall, denn besagte Schlacht fängt schon auf Seite 500 an und zieht sich, mit Unterbrechungen, fast bis zum Ende. Gleichwohl ist auch hier der Hauptteil aber nach ca. 100 Seiten vorbei und der Rest ist eher Anhängsel. Dieses “Anhängsel” ist dann auch irgendwie das große Problem der Geschichte.

    Denn bis hierhin hat man mit den Charakteren mitgefiebert und mitgelitten, denn, auch das darf an dieser Stelle ein klein wenig gespoilert werden, es werden nicht alle bis zum Ende überleben. Von einigen geliebten Charakteren werden wir uns im Laufe der Geschichte verabschieden, was manchmal recht intensiv und manchmal etwas weniger intensiv, aber immer berührend dargestellt ist. Gleichwohl gibt es am Ende nicht das ultimative Opfer, auch diese Geschichte erhält ihr Happy End. Aber das kann man an der Stelle nicht unbedingt vorwerfen, auch wenn es ein Stückchen Klischee ist.

    Doch zurück zur überraschenden Schlachtenwendung. Bis hierhin hat man selbst teilweise die Bösewichter verstanden, nun wird aber quasi aus heiterem Himmel ein weiterer Bösewicht aus dem Hut gezogen, der hinter allem steckt und das Land angreift. Ja, das ist jetzt auch wieder ein kleiner Spoiler, aber ich versuche, hier nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Dennoch müssen wir drüber reden. Denn besagter Bösewicht kommt halt quasi aus dem Nichts und daher fällt ab dieser Stelle die Endschlacht leider etwas ab. Man hat halt keinen rechten Bezug zu ihm und es fehlt auch etwas an Profil. Zugegeben, ein paar Anzeichen in den ersten Teilen waren da (deswegen funktioniert die Wendung an der Stelle auch), ansonsten ist es aber schon etwas Klischeebehaftet, wenn hier Dämonenhorden durchs Land ziehen, mit dem einzigen Wunsch, zu zerstören.

    Etwas unpassend war dann auch die pathetische Rede am Ende der Geschichte, in der nochmal mit deutlichen Worten vor Umwelt und Rassismus gewarnt wird. Auch hier in der Geschichte sind am Ende nicht alle Nationen vereint, denn eine gewisse Mißgunst zwischen den Fraktionen wurde bis zum Ende nicht abgelegt. Das ist auch mal erfreulich erfrischend statt überall erzwungener Friede. Und ja, die erwähnten Botschaften sind zweifellos wichtig, aber ob nach knapp 800 Actiongeladenen Seiten das so durchsickert, wie es beabsichtigt ist, ist eine andere Frage.

    Nichtsdestotrotz ist der Abschluss der Geschichte durchaus gelungen.

    Must Read

    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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