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Rezension: “Meister der Dschinn”

Deutscher TitelMeister der Dschinn
OriginaltitelA Master of Djinn
Buchautor(en)P. Djeli Clark
ÜbersetzerBernd Sambale
VerlagCross Cult
Umfang (Seiten)467
Preis18
VerfügbarkeitRegulär erhältlich
Veröffentlichungsjahr2021
ISBN978-3986663346

Ein weiterer Fantasy-Roman in einem Dschinn-Universum – bei uns unter der Lupe.

Inhalt (Klappentext)

Kairo, 1912: Fatma el-Sha’arawi ist die jüngste Frau, die je für das Ministerium für Alchemie, Verzauberungen und Übernatürliche Wesen gearbeitet hat. Dennoch ist sie keine blutige Anfängerin, besonders nachdem sie im letzten Sommer die Zerstörung der Welt verhindert hat. Als jemand alle Mitglieder einer geheimen Bruderschaft ermordet, die sich al-Jahiz, einem der berühmtesten Männer der Geschichte verschrieben hat, wird der Fall Agentin Fatma zugeteilt. Al-Jahiz verwandelte die Welt vor vierzig Jahren, als er den Schleier zwischen dieser Welt und der magischen lüftete, bevor er ins Unbekannte verschwand. Der Mörder behauptet, al-Jahiz zu sein, der zurückgekehrt ist, um das moderne Zeitalter für seine sozialen Ungerechtigkeiten zu bestrafen. Seine gefährlichen magischen Fähigkeiten sorgen für Unruhe auf den Straßen von Kairo, die sich weltweit auszubreiten drohen. Zusammen mit ihren Kollegen vom Ministerium und einer Person aus ihrer Vergangenheit muss Agentin Fatma das Geheimnis um diesen Hochstapler lüften, um den Frieden in der Stadt wieder herzustellen – oder die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass er genau der ist, der er zu sein vorgibt …

Kritik

Marid, Ifrit, Suleimans Siegel… wer bei diesen Dingen sogleich an die Daevabad-Reihe denkt, der weiß, das auch “Meister der Dschinn” in dieser Welt spielt. Nein, nicht in der gleichen wie besagte Buchreihe, sondern in einer anderen. Aber eben auch einer, die auf den arabischen Dschinn-Märchen basiert.

Rezension: "Meister der Dschinn" 1

In dieser Welt befinden wir uns im Jahr 1912 und etwa 60 Jahre zuvor hat der große Prophet al-Dschahiz ein Portal geöffnet und die Dschinn in unsere Welt geholt. Im Laufe dieser Zeit hat sich eine Art Steampunk-Welt entwickelt, mit Lutschiffen und Luftzügen, Autos und eben den Dschinn und ihrer Magie. Und diese Welt, genau genommen also ein Paralleluniversum, ist nicht minder interessant. Wir folgen dabei der Ministeriumsagentin Fatma, die einen Mord aufklären soll.

Dabei trifft sie nicht nur besagte Wesen, sondern muss auch den Spuren in der Welt nachgehen. Dabei wird die magische Welt gut mit der hier erschaffenen, respektive der realen, Welt verknüpft. Hier leben Menschen und Dschinn friedlich nebeneinander – oder sie versuchen es. Aber natürlich ist alles etwas fragil und das Auftauchen eines neuen Propheten, der sich auch al-Dschahiz nennt und eine neue Welt predigt, macht die Sache natürlich nicht besser.

Zusammen mit ihren beiden Freundinnen bzw. Partnerinnen bleibt an der Stelle festzuhalten, das hier ausnahmslos starke Frauencharaktere vorkommen und die Handlung tragen. Das ist heute zwar nichts besonderes mehr, aber für die Zeit, in der das Buch spielt, durchaus – auch wenn es sich um eine Parallelwelt handelt. Die Thematik mit der Sicht auf die Frauen in der Welt zur damaligen Zeit ist daher auch immer mal wieder Thema in diesem Buch.

Doch nicht nur das sind die Charaktere gut geschrieben und man kann von allen die Beweggründe nachvollziehen. Natürlich dürfen sich die Helden im Laufe des Buches auch weiterentwickeln, aber auch hier zeigt sich wieder ihre Stärke, denn mit Sachen wie Vorurteilen wird schnell aufgeräumt und man hält zusammen. Fatma und ihre Lebensgefährtin Siti etwa finden trotz Krisen immer einen Weg und bei der ganzen hier angedeuteten Vorgeschichte hat man richtig Lust, diese auch noch irgendwie zu lesen, obwohl es sie (bislang) in Romanform so gar nicht gibt. Und das spricht ja erneut für die gut ausgearbeiteten Charaktere.

Der Bösewicht fällt hier etwas ab, da er eigentlich nur die Welt erobern will und damit ein paar Klischees bedient. Dafür wird er ebenso kontinuierlich aufgebaut und das Mysterium um ihn mit der magischen Welt verknüpft. Tatsächlich ist die Enthüllung, wer wirklich dahintersteckt, eine kleine Überraschung. Erst ein paar Seiten, bevor unsere Helden drauf kommen, konnte ich z.B. auch eruieren, wer der Schuldige ist. Zum Glück lässt man die Helden hier nicht im Dunkeln sondern ebenso schnell die gleichen Schlüsse ziehen. Sehr gut! Darüberhinaus ist das Mysterium um besagten Bösewicht über die Geschichte hinweg gut aufgebaut und mit den ganzen Geheimnissen ebenso gut mit der magischen Welt verknüpft.

Selbst bei der Schlussschlacht stehen die Helden zunächst nicht an vorderster Front dabei, sondern sehen erstmal zu, während die Dschinn den Rest erledigen. Später greifen sie zwar doch ein, aber das ist doch immerhin mal eine Abwechslung zum sonst üblichen Metzel-Allerlei.

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Die Geschichte mag nicht denselben Tiefgang erreichen wie die Daevabad-Reihe, spielt aber mit denselben Hintergründen und etabliert eine neue Welt samt gut geschriebener Helden. Auch das Mysterium um den Bösewicht ist gut aufgebaut. Wer erwähnte Daevabad-Reihe mochte, sollte hier auch zugreifen, aber auch alle anderen Freunde von magischer Fantasy dürfen einen Blick riskieren.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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Die Geschichte mag nicht denselben Tiefgang erreichen wie die Daevabad-Reihe, spielt aber mit denselben Hintergründen und etabliert eine neue Welt samt gut geschriebener Helden. Auch das Mysterium um den Bösewicht ist gut aufgebaut. Wer erwähnte Daevabad-Reihe mochte, sollte hier auch zugreifen, aber auch alle anderen Freunde von magischer Fantasy dürfen einen Blick riskieren.Rezension: "Meister der Dschinn"
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