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Rezension: Picard 2×08 – “Gnade”

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Wir sehen uns die achte Folge von “Star Trek: Picard” an und schauen, ob sich der Abwärtstrend der Vorwoche fortsetzt. Aber Achtung, Spoiler!

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Kurzrezension: Picard 2×08 – “Mercy”

© Paramount + / Amazon Prime Video

In der drittletzten Episode “Mercy” erlebt die zweite Staffel “Picard” einen unfokussierten Durchhänger.


Was meinen wir mit “spoilerfrei”?

Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen dazu, was “spoilerfrei” bedeutet. Damit ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr die Rezension vorab lesen möchtet, machen wir hier transparent, was wir darunter verstehen:

  • Wir verraten keine wichtigen und unerwarteten Wendungen der Handlung bzw. Informationen über die fiktiven Welt und ihre Figuren.
  • Was im Vorfeld durch Vorschauclips und Trailer gezeigt wird, ist kein Spoiler.
  • Was im Cold Open (vor dem Vorspann) bzw. im ersten Akt (bei Episoden ohne Cold Open) passiert, ist kein Spoiler.
  • Handwerklichen Aspekte (Schauspiel, Drehbuch, Bühnenbild, Soundtrack, Spezialeffekte) sind keine Spoiler, sofern sie nichts Wichtiges über die Handlung verraten.

“Mercy” spielt auf vielen Hochzeiten: Picard und Guinan sind im Gewahrsam von Wells, der die beiden für außerirdische Agenten hält, die die Europa-Mission sabotieren wollen. Seven und Raffi verfolgen derweil Jurati in der Hoffnung, die neue Borg-Königin zu stoppen. Rios versucht auf der La Sirena, diese von den Modifikationen der Borg-Königin zu befreien und seine Beziehung zu Teresa zu vertiefen. Adam muss sich Kore Soongs Entdeckungen stellen und sieht sich mit einer schwerwiegenden Entscheidung konfrontiert.

GNDN

Auf den Sets der “Next Generation” mussten viele Türen, Panele, Kisten und Leitungen mit Stickern beschriftet werden, um die Illusion eines durchdachten und funktionierenden Raumschiffes zu schaffen. Ein Insiderwitz in der Produktionsabteilung war die Beschriftung “GNDN” als Abkürzung für “Goes Nowhere, Does Nothing” – “Führt nirgendwo hin, hat keine Funktion”.

“Mercy” ist, wie leider der Großteil der zweiten Staffel, mit “GNDN” ziemlich gut beschrieben. Mit Agent Wells führt “Picard” die nächste Figur ein, die ohne erkennbaren Grund den Plot verkompliziert. Wie bereits Rios’ Verhaftung saugt sie unnütz Momentum aus der ohnehin bereits dahinkriechenden Handlung heraus. Nach Teresa, Renée, Tallinn, Guinan, Adam und Kore Soong hat der Writer’s Room offenbar immer noch nicht ausreichend Nebenfiguren aus dem 21. Jahrhundert aufgefahren.

Außer der aus “TNG” bekannten Guinan hat davon bisher niemand ein differenziertes oder gar interessantes Innenleben entwickeln können, sondern ist im zweidimensionalen Klischee verhaftet geblieben. Wir haben inzwischen einen Pantheon von kleinen Zahnrad-Charakteren, die allesamt nur für den Zweck zu existieren scheinen, die dünne Handlung der Staffel um eine weitere Folge oder zwei zu strecken, und dabei selbst letztlich belanglos blieben. Nun nimmt sich “Mercy” die Zeit – oder besser gesagt: stiehlt dem Publikum die Zeit – auf den letzten Metern einen Agent-Mulder-Verschnitt einzuführen.

Kurzrezension: Picard 2x08 - "Mercy" 1
Jay Karnes als Agent Wells in “Mercy” (Bild: © Paramount + / Amazon Prime Video)

Die wohlwollendste Erklärung für Wells Erscheinen so spät in der Staffel mag lauten, dass er auf eine bestimmte Weise Picard spiegelt. Guinan und Picard versuchen daraus eine tiefsinnige Moral über das Wesen der Menschen zu spinnen, wer aber kurz darüber nachdenkt und es in den Kontext des bekannten “Star Trek”-Kosmos setzt, erkennt nur hohle Phrasen müder Küchenpsychologie.

Die Analogie wird uns, dem Publikum, mit dem bekannten Fingerspitzengefühl (Vorschlaghammer) so nahegebracht, dass es schon wieder karikierende Züge annimmt. Außerdem scheint der Vergleich sowohl unnötig als auch unglaubwürdig. Hätte die letzte Episode nicht in einem Akt der Willkür die Auflösung von Picards Kindheitstrauma in letzter Minute gestoppt, wäre sie vermutlich gänzlich überflüssig. Schließlich bringt die Figur Wells durch ihre Anlage so viele logische Probleme mit sich, dass man sich schon alleine deswegen wünscht, “Mercy” hätte sich diesen Nebenschauplatz gespart.

Am Ende dieser A-Handlung stellt sich mir ernsthaft die Frage, was Cindy Appel und Kirsten Beyer glauben, mit “Mercy” erzählerisch geleistet zu haben. Und wenn Agent Wells in den letzten beiden Episoden noch wichtig werden sollte, wäre es nicht sinnvoll gewesen, ihn bereits am Anfang der Staffel einzuführen?

Mercy: Gnade nach Buße

Und so laviert sich “Mercy” auch durch die anderen Handlungsstränge. Die Verfolgungsjagd von Raffi und Seven schrammt mal wieder haarscharf daran vorbei, die Beziehung und die inneren Konflikte dieser Figuren zu vertiefen. Der Gipfel der handwerklichen Stümperei ist ein Flashback von Raffi, das einerseits als emotional bewegendes Geständnis taugen soll, aber andererseits danach keine Rolle mehr spielt. Das ist wohl als Payoff für ein paar Andeutungen aus den letzten Episoden gedacht. In “Mercy” wirkt es aber eher gedankenlos drangeklatscht als eine echte befriedigende Auflösung für Raffis Handlungsbogen.

Stattdessen bekommen wir eine haarsträubend unwahrscheinliche Action-Szene präsentiert, in der die Beteiligten offenbar zu dumm sind, einen auf dem Boden liegenden Phaser in unter 30 Sekunden wieder aufzusammeln. Derweil wird der Assimilationsprozess der Borg weiter freudig umgewurschtelt, wie es das Drehbuch gerade braucht: GNDN.

Kurzrezension: Picard 2x08 - "Mercy" 2
Rios (Santiago Cabrera) und Teresa (Sol Rodriguez) in “Mercy” (Bild: © Paramount + / Amazon Prime Video)

Auf der La Sirena geht es ähnlich unfokussiert zu. Im Wesentlichen ist Rios dafür abgestellt, das Schiff vom Einfluss der Borg-Königin zu befreien. In der Drehbuchlogik gibt es ihm “frei”, um Platz für ein paar durchaus sympathische Szenen mit Teresa und Ricardo zu machen. Es würde mich nach “Monsters” nicht wundern, wenn Rios am Ende der Staffel auf die Rückkehr ins 25. Jahrhundert verzichten würde.

Aber auch die gute Dr. Ramirez und ihr Schwarm aus der Zukunft sollen trotz der ungestörten Zweisamkeit keine Chance erhalten, ihre Beziehung wirklich zu vertiefen. Es wird geflirtet, was das Zeug hält. Und als wolle das Drehbuch uns einen Stinkefinger zeigen, würgt es eine wirklich gelungene Szene genau in dem Moment ab, als Rios tatsächlich einmal wachsen könnte. Wie gesagt: GNDN.

Der Rest

“Mercy” macht auch noch Raum für zwei andere Nebenschauplätze. Der gelungenere davon ist ein weiterer Auftritt von John de Lancie als Q. In einem kurzen Kammerspiel erfahren wir eine Winzigkeit mehr darüber, was ihn umtreibt. Die Zeilen sind pointiert und de Lancie weiß sie wirkungsvoll ins Ziel zu bringen. Dumm nur, dass wir danach immer noch ahnungslos sind, warum Q sich wieder ins Picards Leben einmischt und was er sich davon erhofft. Das ist kurz vor Staffelende eine ziemlich zynische Art und Weise, den zweiten Akt der Story künstlich in die Länge zu ziehen.

Kurzrezension: Picard 2x08 - "Mercy" 3
John de Lancie als Q in “Mercy” (Bild: © Paramount + / Amazon Prime Video)

Bleiben zuletzt noch die Soongs. Im Gegensatz zu anderen Rezensierenden empfinde ich den kompletten Handlungsstrang bereits seit “Fly Me to the Moon” zum Fremdschämen. Adam Soong ist das zweidimensionale Abziehbild eines verrückten, geltungssüchtigen Wissenschaftlers, wie es sie nur in Hollywood gibt. Auch Kores Charakterisierung ist schwer auszuhalten: Die Enthüllungen aus “Two of One” haben offenbar nicht gereicht, ihr klarzumachen, dass sie das Ergebnis von genetischen Experimenten in einer ganzen Reihe von Fehlschlägen ist.

Es mag ja sein, dass Menschen in Krisensituationen in Selbsttäuschung verfallen, und widersprüchliche Informationen ausblenden/ignorieren, die ihr Selbstverständnis in Frage stellen. Aber zu diesem naiven Selbstbetrug passt ihr abgeklärtes Verhalten in der restlichen Folge ganz und gar nicht.

To be continued…

Nach “Mercy” sind wird keinen Deut klüger, was die Mission unserer Protagonisten oder ihre Charakterbögen für diese Staffel anbelangt. Mit nur noch zwei Folgen vor der Brust hat “Picard” mehr als ein halbes Dutzend bedeutende offene Handlungsstränge abzubinden und reißt mit dem Ende der Episode weitere auf.

Die offenen Enden haben Methode – und bei der handelt es sich nicht um eine besonders ausgeklügelte Dramaturgie. Sollte sich das Chaos der Handlungsstränge tatsächlich in den nächsten beiden Folgen zu einem befriedigenden Ende abschließen lassen, dann reichte der komplette Plot samt Charakterentwicklung nicht einmal für eine halbe Staffel. Und so wird das Publikum mit kleinsten Häppchen von Woche für Woche abgespeist und letztlich für dumm verkauft.

Raffi und Seven in "Mercy"
Raffi und Seven in “Mercy” – © Paramount + / Amazon Prime Video

So wissen weder Publikum noch Protagonisten, was eigentlich Q mit dem ganzen Versuchsaufbau beabsichtigt, geschweige denn, mit welcher Motivation und Zielsetzung der Plot eigentlich in die letzten beiden Episoden aufgelöst werden könnte. Dabei sollte es einst um das innere Leben des Jean-Luc Picard und dessen Lebensentscheidungen gehen. Stattdessen wird die nächste belanglose Ablenkung von diesem vermeintlichen Kern der Geschichte mit dem Cliffhanger der Episode schon vorbereitet.

Beobachtungen

  • Smartphones verwenden Akkus meist auf Lithium-Ionen-Basis. Autobatterien (von Verbrennungsfahrzeugen) basieren dagegen auf Blei.
  • Wieder viel Product Placement für Microsoft, wieder kein Hinweis auf Werbeunterstützung in den Credits. Besonders unglücklich ist der prominente Einsatz einer Hololens, eines Produktes, dessen Weiterentwicklung vermeintlich auf Eis liegt.
  • Zum X-ten Mal: Ich halte nichts vom Assimilations-Retcon und die Assimilationseffekte sind wie die Maske der Borg-Königin ein riesiger Rückschritt von der “First Contact”-Ästhetik. Es ist schon eine traurige Leistung mit dem Vorsprung von 25 Jahre Produktionstechnik wahrhaft furchteinflößenden Körperhorror zu einem Schulterzucker zu degradieren. Da hilft es auch nicht, dass Jeff Russo inzwischen jede zweite Szene mit dem Borg-Thema aus “First Contact” unterlegt.
  • Wo wir beim Soundtrack sind: Es gibt ja noch ein paar andere ikonische Themen für die Borg sowohl aus “The Next Generation” als auch “Voyager”. Schade, das die keine Chance bekommen.
  • Wie lange darf man sich als Barbetreiber in LA Zeit lassen, die Scherben einer zerborstenen Fensterscheibe wieder vom Gehweg zu fegen?
  • “Mercy” legt uns nahe, dass die Technologie der Erde unmittelbar vor dem Dritten Weltkrieg für die Borg-Königin nicht ausreicht/geeignet ist, Populationen im großen Maßstab zu assimilieren. Wenn das wahr ist, warum springt die Borg-Sphäre dann in “First Contact” zurück nach 2063? Wie soll es nach den Verwüstungen eines Nuklearkrieges besser um Technik, Infrastruktur und Rohstoffe bestellt sein?
  • Kore hat einen Dodekaeder als weiße Blumenvase in ihrem Zimmer. Dasselbe Modell tauchte letzte Woche in der Paramount+-Schwesterserie “Halo” auf.

Mit Rücksicht auf die Leser:innen, die die Episoden noch nicht gesehen haben, bitten wir in den Kommentaren zu diesem Beitrag auf Spoiler zu verzichten. Danke!

Rezension: “Star Wars Abenteuer – Verteidigung der Republik”

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Wir sehen uns den nächsten Abenteuer-Band aus den Star Wars-Comics an.

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In unserer Zeitreview sehen wir uns die siebte “Picard”-Folge an und klären, was drinsteckt in der Seelenreise. Achtung, Spoiler!

Rezension: “Star Wars – Leia: Prinzessin von Alderaan 2”

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Heute im Review: Band 2 der Manga-Adaption des Romans.

Inhalt (Klappentext)

Auf dem Planeten Crait begegnet Leia inmitten einer Gruppe bewaffneter Kämpfer ihrem Vater. Sie erfährt die Wahrheit hinter seiner Untersuchungsmission und beschließt, gegen das Imperium zu kämpfen. Ihre nächste humanitäre Mission führt sie ins Naboo-System. Was wird die junge Prinzessin dort erwarten?

Kritik

Mangatechnisch bewegt man sich auch beim zweiten Band von “Prinzessin von Alderaan” auf gewohnten Bahnen. So ist der Comic in Schwarzweiß gehalten und wird von rechts nach links gelesen. Aber das kennen wir ja schon von den anderen Bänden.

Zeichnungstechnisch wandelt man ebenso auf vertrauten Pfaden. So wirken die Ähnlichkeiten zu Bail und Leia durchaus an die Schauspielpendants angelehnt, lassen aber einen japanischen Touch nicht vermissen. Da es sich eher um eine Charaktergeschichte handelt, braucht man sich auch keine Sorgen machen, in den Actionsequenzen etwas zu verpassen.

Rezension: "Star Wars - Leia: Prinzessin von Alderaan 2" 4

Storytechnisch handelt es sich natürlich um die Fortsetzung des Romans, sodass Kenner desselben schon wissen, wie es weitergeht. Noch immer sehnt sich Leia nach Anerkennung, aber ihre Eltern wollen sie nicht in der Rebellion mitmachen lassen. Klar, dass sie da alles in die eigene Hand nimmt.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich eher um eine Charakter- denn eine Actionstory So wird erzählt, wie Leia an ihren Aufgaben wächst und dazulernt. Auch ihre Eltern bekommen noch ein paar schöne Szenen spendiert. Ansonsten bleiben die anderen Charaktere, wie etwa Holdo, aber etwas auf der Strecke. Das muss nicht zwingend schlecht sein, ein klein wenig Langeweile stellt sich gegen Ende dann aber doch ein – zumal der Cliffhanger zu Band drei diesmal nicht ganz so stark zieht wie noch der von Eins zu Zwei.

Immerhin punktet der Comic auch mit einigen Szenen, die visuell etwas besser zu Geltung kommen als im Roman. Hier ist vor allem die (schockierende) Abrechnung mit Panaka zu nennen, der hinter Leias Geheimnis kommt, dieses aber keinem mehr mitteilen kann. Hier erkennt man als Leser direkt Saw Gererra und seine Leute, während dies im Roman erst etwas später aufgedeckt wird. Natürlich kann man aber auch an dieser Stelle von einem zugrundeliegenden Jugendroman keinen tiefergehenden Politthriller erwarten.

Insgesamt bleibt eine ausgewogene Mischung mit leichter Tendenz nach unten zurück.

Rezension: “Daevabad 2 – Das Königreich aus Kupfer”

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Der zweite Band der Dschinn-Trilogie bei uns in der Review.

Rezension: Picard 2×07 – “Monsters” / “Monster”

In “Monsters” muss sich Picard einem tiefsitzenden Kindheitstrauma stellen. Ob sich die Charakterstudie lohnt, klärt unsere ausführliche Episodenkritik. Achtung, SPOILER!