Die Kollegen Tony Ruiz und Daniel Montgomery von Goldderby.com hatten kürzlich die Gelegenheit, mit Patrick Stewart ein 20-minütiges Interview zu führen. Darin resümierte er über die dritte Staffel von “Star Trek: Picard”, erzählte von Zweifeln, die er im Vorfeld gehegt hatte, und über Hoffnungen auf weitere Abenteuer mit Jean-Luc. Über eine Wiedervereinigung der TNG-Besetzung hatte er sich seinerzeit wirklich erst gefragt: “Soll ich das wirklich machen?”
Rezension: “Daevabad 3 – Das Imperium aus Gold”
Der dritte Band der Daevabad-Trilogie.
Inhalt (Klappentext)
DAEVABAD IST GEFALLEN! Nachdem die Stadt durch eine brutale Eroberung ihrer Magie beraubt wurde, müssen die Anführerin der Nahid, Banu Manizheh, und ihr wiederauferstandener Heeresführer Dara versuchen, ihr zerrüttetes Bündnis zu kitten und ein zerstrittenes, kriegerisches Volk zu einen. Doch der Blutzoll des Angriffs auf die Stadt und der Verlust seiner geliebten Nahri haben die schlimmsten Geister aus Daras dunkler Vergangenheit entfesselt. Um sie auszulöschen, muss er sich unangenehmen Wahrheiten stellen und sich der Gnade derer ausliefern, die er einst als Feinde betrachtete. Nahri und Ali, die nur knapp mit dem Leben davongekommen sind und nun im Reich der Menschen Unterschlupf gefunden haben, müssen ebenfalls schwierige Entscheidungen treffen. Während Nahri in ihrem geliebten Kairo versucht, Frieden zu finden, wird sie von dem Wissen verfolgt, dass ihre treuesten Freunde und das Volk, das sie als Retterin betrachtet hat, einem neuen Tyrannen ausgeliefert sind. Auch Ali muss sich im wahrsten Sinne des Wortes seinen inneren Dämonen stellen, denn seine Verbindung zu den Mariden geht tiefer als gedacht.
Kritik
Der dritte Band von Daevabad bringt, wenig überraschend, die Story um Nahri zu einem Abschluss. Wenn wir uns an das Ende des letzten Bandes erinnern, dann wissen wir, das Daevabad in einem blutigen Massaker gefallen ist. Nahri und Ali sind entkommen, haben aber die Magie mitgenommen. Und während des ganzen zweiten Bandes hatte man sich vor Spannung beim Umblättern verzehrt. Denn während Ali seine Rebellion plante, und auch Dara seinen Angriff, hatte man irgendwann einfach gehofft, die beiden würden sich zusammentun. Am Ende stand dann ein fieses Cliffhanger-Ende und wie es bei guten Geschichten so ist, manches will man sich aufheben, Vorfreude und so. Deswegen hat es auch etwas gedauert, bis ich mich an diesen Band ‘gewagt’ habe.
Eines vorneweg: enttäuscht wurde ich nicht. Dennoch ist der dritte Band von Daevabad der schwächste in der Trilogie. Das liegt zum einen daran, das Ali und Nahri zunächst gestrandet sind. Nach einem Abstecher in der Menschenwelt landen sie in Ta Ntry und müssen erstmal eine Armee aufbauen, immerhin kann man nicht allein einfach so zurückschlagen. Vor allem am Anfang wird sich hier also sehr viel Zeit für die Charaktere genommen.
Das ist nicht schlecht und funktioniert auch, vor allem, weil man halt auch die Beweggründe immer gut nachvollziehen kann. Die beiden haben viel durchgemacht und nähern sich nun langsam an. Später kämpfen sie bei Hofe um Verbündete und ja, auch hier gibt es politische Intrigen. Die sind aber weit von denen aus den ersten Bänden entfernt. Das Ganze kommt nicht ganz ohne Opfer daher und es gibt durchaus noch die ein oder andere überraschende Wendung, daher soll hier auch nicht zuviel gespoilert werden. Die Sogwirkung, unbedingt weiterlesen und auf die nächste Seite blättern zu wollen, stellt sich in diesem Band aber erst gegen Ende beim großen Finale ein.
Auf der anderen Seite haben wir unsere Eroberin Manizeh, die sich wie der nächste neue Tyrann aufführt. Dass das nicht lange gut gehen kann und sich vor allem auch Dara schließlich gegen sie wendet, kann man als Leser an einer Hand abzählen. Ebenso wie hier das Klischee bedient wird, das Manizeh Dara wieder versklavt. Das war halt dann doch auf beiden Seiten zu vorhersehbar.
Dafür gibt es aber auch wieder gut ausgearbeitete Nebencharaktere, die sich schnell ins Herz des Lesers arbeiten. Hinzu kommt noch ein sehr explosives Finale, das sich sicher auch auf der Leinwand gut machen würde. Und zumindest hier auch noch einige Überraschungen zu bieten hat. Mit 800 Seiten ist die Geschichte auch wieder ordentlich, wobei das Finale in der Gesamtübersicht dann doch eher schnell abgehandelt wird.
Zu Ende ist die Story aber noch nicht, denn es wird noch einen vierten Band geben. Der wird aber wohl, wie es meistens so ist, wenn erfolgreiche Trilogien fortgeführt werden, nur aus Kurzgeschichten bestehen, die wohl die Vorgeschichte erzählen. Dennoch darf man sicherlich auch hier gespannt sein.
Rezension: “Star Wars – Kopfgeldjäger: Showdown auf der Vermillion”
Ein weiterer neuer Star Wars-Band bei uns im Review.
Inhalt (Klappentext)
DENGAR ÜBERNIMMT DIE FÜHRUNG In der Unterwelt tobt ein blutiger Machtkampf, der von Crimson Dawn angezettelt wurde. Bei dem Versuch, in die Vermillion, das Festungsflaggschiff von Crimson Dawn, einzubrechen, um Cadeliah – die Erbin von zwei Syndikaten – zu befreien, führt Dengar die Kopfgeldjäger-Crew von T‘onga geradewegs in eine Falle! Ein Kampf auf Leben und Tod gegen die Ritter von Ren entbrennt.
Kritik
Nachdem ja aus der Crimson Dawn-Storyline zuletzt ganz viel Tempo rausgenommen wurde (was ich ja immer wieder bemängelte), geht es jetzt zumindest in weiteren Tröpfchen mit dieser Story weiter. Zeichnungstechnisch ist man zwar meistens recht solide unterwegs, so ganz ist man aber nicht auf dem Niveau von Superheldencomics, die ja immer noch eine gute Referenz sind. Dennoch sind die Zeichnungen nicht ganz so detailliert, da auch viele einfarbige Flächen vorherrschen. Wenn etwa Q’ira nicht mal mehr ansatzweise an ihr Filmpendant erinnert, gibt einem das zu denken. Das ist jetzt durchaus gewöhnungsbedürftig aber auch nicht so überbordend wie in anderen Comics, man hat bei Star Wars aber auch schon anderes gesehen. Immerhin können die Emotionen der Charaktere noch gut in den Gesichtern abgelesen werden.
Storytechnisch steht der titelgebende Sturm auf die Vermillion an, bei dem die Kopfgeldjäger um T’onga gegen die Ritter von Ren kämpfen. Das Ganze ist sogar recht ansehnlich umgesetzt und die Kampfszenen nehmen hier nicht überhand, es gibt also zwischendrin immer noch Zeit für Text. So setzt man Kämpfe eigentlich stimmungsvoll um (wenn nun nur die Zeichnungen etwas detaillierter wären).
Doch das ist ja nur der Actionanteil, der Band lebt zu einem Großteil noch von Charakterszenen. Da ist das Treffen von Cadeliah und T’onga sicher eines der Highlights, wenn auch nicht überragend. Denn das sie sich Crimson Dawn angeschlossen hat, weiß man als Leser eigentlich schon. Und das war es eigentlich auch schon mit der großen Crimson-Storyline, was wieder etwas enttäuschend ist.
Viel besser kommt da die Nebengeschichte um Vokarah daher. Obwohl diese nämlich den Nexu von T’ongas Frau tötet, wollte sie das eigentlich nicht und bekommt die gleichen Schuldgefühle wie diese. Da sie sich dann auch noch verraten fühlt, greift sie zum nächsten Putsch und das man dies alles nachvollziehen kann ist schon eine reife Leistung für einen Bösewicht-Charakter.
Da kommt Dengar eher ein bisschen schlechter weg, der hier einfach seine Sache bzw. sein Spiel durchzieht. Zwar versteht man auch seine Beweggründe, aber so langsam fällt halt auf, das man die Kopfgeldjäger aus Episode V irgendwie immer noch in eine Gruppe zusammengeworfen hat (Bossk, 4-Lom, Zuckuss). Klar, die kennen die Fans, aber ob die Truppe das derart lange durchzieht? Immerhin bleibt man hier den Legends treu, denn dort war das auch schon so gewesen.
Dann ist da natürlich noch Tasu Leech, den man aus Episode VII kennt und der hier auch ein wenig Charakter-Time spendiert bekommt. Er muss ja immerhin noch der Anführer werden, der er in Episode VII ist und das ist zumindest schon ansatzweise hier erkennbar und gehört zu den gelungeneren Szenen, auch wenn ich dem Charakter bislang nur wenig abgewinnen kann.
Und dann gibt es da noch den Nebenschauplatz um Beilert Valance, der seinen Platz im Imperium finden will. Zunächst fällt hier auf, das die Übersetzung der Ränge wieder an früher angepasst wurde. So heisst es jetzt im Deutschen wieder “Leutnant”. Das war zwar in den Filmen auch schon so, in den letzten Jahren haben sich aber, nicht nur in den Serien, auch in den Büchern, die englischen Bezeichnungen durchgesetzt (Lieutenant). Daher wirkt das schon etwas verstörend.
Nett ist aber immerhin, dass Beilert als Held gilt und von Frauen angehimmelt wird. Ein Aspekt, den man so in Star Wars eigentlich noch nicht kennt und der mal etwas frischen Wind reinbringt. Vaders fast schon witziger Cameo am Schluss ist da nur das I-Tüpfelchen.
Videoreview: “Star Trek – Resurgence”
Das Erstlingswerk des Spielestudios Dramatic Labs ist das erste Single-Player-Abenteuer seit Jahren, das im “Star Trek”-Universum angesiedelt ist. Was taugt der Titel der ehemaligen Telltale-Entwickler:innen? Wir erklären es in unserer spoilerfreien Rezension.
Rezension: “Star Wars – Han Solo & Chewbacca: Schnelles Geld”
Ein neuer Star Wars-Comic im Review.
Inhalt (Klappentext)
AUF DER SUCHE NACH EINER URNE Die beiden besten Freunde der Galaxis sind zurück! Mit einem Abenteuer aus den Tagen, bevor sie sich der Rebellion angeschlossen haben. Han Solo, der Schurke mit einem Herz aus Gold, und sein Wookiee-Partner Chewbacca versuchen eine Urne zu stehlen, und das für niemand geringeren als Jabba den Hutt ― und bei diesem „einfachen“ Auftrag arbeiten sie mit dem rodianischen Kopfgeldjäger Greedo zusammen.
Kritik
Mit “Schnelles Geld” gehen wir in die Zeit vor Episode IV zurück, aber das war bei diesem Titel und dieser Konstellation ja irgendwie zu erwarten. Zeichnungstechnisch bewegen wir uns hier auf gewohnt hohem Niveau. So wirken die Charaktere sehr plastisch und detailliert, und selbst die Hintergründe weisen einen derart hohen Detailgrad auf, das man in Actionszenen immer den Überblick behält. Und auch Emotionen der Helden kommen in den Gesichtern ganz gut rüber.
Die Story besticht dahingegen vom üblichen Solo-Charme. So redet sich unser Held aus allerlei brenzligen Situationen heraus und tut dies teils witzig, so das es einfach eine Freude ist, Hans Eskapaden zu folgen. Zumindest an dieser Stelle wird der Flair von Star Wars gut eingefangen.
Hinzu kommt in gewisser Weise etwas Fanservice, denn Han wird Greedo an die Seite gestellt und es wird aufgezeigt, woher die Rivalität zwischen den beiden stammt. Dabei darf natürlich auch ein “Ich schieße zuerst”-Witz nicht fehlen. Die zwei (oder drei, mit Chewie) arbeiten auch gut zusammen und Geedos Unfähigkeit kommt hier passend zum Tragen.
Doch auch die anderen Nebencharaktere können hier glänzen. Da ist zum einen eine Piratin, mit der Han gleich zu Beginn aneinandergerät. Über die erfährt man zwar recht wenig, aber auch hier macht die Konkurrenz mit Han einfach Spaß beim Lesen. Etwas besser ist da schon die Einführung von Hans Vater. Hier kommen gute Charaktermomente zum Tragen. So merkt man Han durchaus an, das er glauben will, es ist sein Vater und wie sich die beiden annähern. Umso bitterer ist am Ende – Achtung Spoiler – natürlich der Verrat. Irgendwie ahnt man zwar, das man Hans “alten Herrn” nicht unbedingt in einem Comic verwurstet, aber man ist emotional genauso dabei wie Han selbst.
Und dann wird da auch noch ein Marshall eingeführt, der ebenso Jagd auf Han macht. Das erinnert irgendwie an die erste Han Solo-Buchtrilogie im Corporate-Sektor (heute Legends). Hier muss man aber sehen, wohin die Story noch geht, denn sie endet mit einem fiesen Cliffhanger und dem Auftritt von Fanliebling Maz Kanata. Okay, das Han nicht wirklich tot ist, wissen wir als Fans natürlich, die Abschlussszene verfehlt ihre Wirkung aber trotzdem nicht.
Ein weiteres Highlight des Bandes ist dann noch der “Clash der Titanen”. Chewie kämpft mit Black Krrsantan, was irgendwie lange überfällig war und auch in einer Realverfilmung sicher gut aussehen würde. Der einzige Nachteil an dieser Szene ist, das sie quasi über fast einen kompletten Band (im deutschen Sammelband: Abschnitt) in großformatigen Panels, in denen es keinen Text gibt, ausgewalzt wird. Generell sind aber Abschnitte mit keiner bis wenig Story nicht zu bevorzugen.
Am Ende gibt es dann noch einen kleinen One-Shot mit Lebenstaggeschichten aus verschiedenen Ären. Stellenweise ganz nett, etwa wenn es in die Zeit der Hohen Republik zurückgeht oder es gegen Trandoshaner und einen zweiten Sarlacc geht, mehr aber auch nicht.








