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Der Spiegelkreis, Luuna, Band 5
VirtualSelf
Beitrag 9. Sep 2009, 19:03
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Titel: Der Spiegelkreis
Serie: Luuna, Band 5
OT: Luuna: Le cercle des miroirs
Autor: Didier Crisse
Zeichnungen: Nicolas Keramidas
Farben: Bruno Garcia
├ť: Monja Reichert
Lettering: Delia W├╝llner-Schukz
Ausstattung: HC, Albumformat, 56 Seiten
ISBN: 978-3-939823-84-1
Verlag: Splitter Verlag, 2009





Ohne gr├Â├čere Blessuren haben Luuna und ihre Begleiter das gro├če Sandmeer ├╝berwunden und finden sich in einem dichten Dschungel wieder, der nicht nur von kleinen Geistern – Pookas – bewohnt wird, sondern der auch die Heimat eines freundlich gesinnten Indianer-Stammes ist, dessen Herrscher die Fremdlinge mit offenen Armen empf├Ąngt.

Obgleich die beiden V├Âlker dies- und jenseits der W├╝ste vieles trennt, ├Ąhneln sich dennoch einige G├Âtter ihres Pantheons. Insbesondere Kauyumari, dem Gro├čen Hirsch, der Luuna auf ihre Reise schickte und der hier M├ótzal genannt wird, bringt der Stamm tiefen Respekt entgegen. Da zudem selbst in der Fremde der Ruf der Paumanok als Mittler zwischen G├Âttern und Menschen legend├Ąr ist, entscheidet der Schamane, Luuna bei dem Brechen des Fluchs des Unkui behilflich zu sein.
Doch dieses Unterfangen ist gef├Ąhrlich, denn die Seele der junge Indianerin muss dazu Welten und Unterwelten durchschreiten sowie in Gegenden vordringen, in denen Menschen nicht willkommen sind.
Mit dem Prinzen des Stammes, Tchotapak, als Traumbegleiter wagt Luuna dennoch die Reise und steht schlie├člich vor dem Jaguar-Gott Tezcatlipoca, der ihr die letzte Pr├╝fung offenbart: innerhalb des Spiegelkreises muss sie ihrer grausamen, von Unkui beherrschten Seite gegen├╝bertreten und sie besiegen, will sie frei sein.


Mit dem f├╝nften Band der Serie schlie├čt der Zyklus um Luuna. Ob dieses allerdings den endg├╝ltigen Abschied von der jungen Indianerin und ihren Freunden bedeutet, ist fraglich, denn Crisse hat sich gleich zwei Optionen zur Fortf├╝hrung der Geschichte offen gelassen. Doch das wird erst die Zukunft zeigen, so dass wir als Leser zun├Ąchst damit fertig werden m├╝ssen, dass eine der unterhaltsamsten und sch├Ânsten Comic-Serien der letzten Jahre ihr vorl├Ąufiges Ende gefunden hat.
Das Ergebnis von Crisses, Keramidas' und Garcias Zusammenarbeit sind f├╝nf Alben, in denen Humor und Tragik, Mystik, indianische Mythologie und Lebensart, Dunkel- und Helligkeit sowie ein hinrei├čend dynamisches, lebendiges Artwork eine nahezu perfekte, synergetische Verbindung eingegangen sind.

„Der Spiegelkreis“ reiht sich einerseits nahtlos in die Reihe der vier vorhergehenden Alben ein, ist andererseits dennoch etwas Besonderes.
Zum einen erf├Ąhrt die Geschichte eine nochmalige Temposteigerung, die insbesondere im Mut Crisses zu radikalen Schnitten deutlich wird - so blendet er die Durchquerung des Sandmeeres vollkommen aus oder l├Ąsst den inneren Kampf Luunas mittendrin abbrechen -, zum anderen schlie├čt Crisse mit der rund zweieinhalb Seiten umfassenden R├╝ckreise gleichsam eine erz├Ąhlerische Klammer um die gesamte Story, indem er kurz aber pr├Ągnant einige Motive aus den Vorg├Ąngerb├Ąnden zitiert – z.B. einen Adler, der mit der T├╝cke eines Beuteobjektes ringt, oder den alten Indianer, dem Luuna die Reise zu seinen Ahnen erm├Âglichte.
Eine unerwartete Wendung gen Ende, welche nicht nur dieses letzte Abenteuer, sondern den gesamten Zyklus in ein d├╝stereres Licht r├╝ckt, die zugleich aber durch einen vers├Âhnlich- freundlichen Epilog, f├╝r den nicht Keramidas sondern Fred Besson k├╝nstlerisch verantwortlich zeichnet, relativiert wird, unterstreichen den herausragenden Charakter dieser exzellent ausbalancierten Serie.


Fazit: Der erz├Ąhlerisch wie grafisch gro├čartige Abschlussband einer grandiosen Alben-Reihe, der/die in jede Comic-Sammlung geh├Ârt.


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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